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Diese Folge widmet sich dem Pianisten, Produzenten und
Label-Inhaber Dave Stapleton, der auf seinem neuen Album “Quiet
Fire” den Jazz im elektronischen Loop neu erfindet.

Der nie um eine großspurige Aussage verlegene Noel Gallagher hat
einmal zu Protokoll gegeben, Jazz sei, wenn “vier Musiker
gleichzeitig einen anderen Song spielen, in einem anderen Tempo
und einer anderen Tonart.” Vielleicht sollte er es einmal mit
“Quiet Fire” probieren. Denn das, was Dave Stapleton hier
präsentiert, ist zweifelsfrei Jazz – ansonsten aber das genau
Gegenteil der humorhaften Horrorversion, die der Oasis-Songwriter
zeichnet.

Für sein erstes Solo-Album seit 12 Jahren verschloss sich der
Waliser in seinem Studio, um dort in langen, fokussierten
Sessions eine betont langsame, atmosphärisch schwelende Musik zu
erschaffen, in denen die instrumentalen Performances nicht
oberflächlich beeindrucken, sondern vielmehr durch ihre
unterschwellige Intensität immer tiefer in eine zeitlose
Zwischenwelt ziehen.

Stapleton nahm sich dafür als Pianist zurück, um sich auf seine
Rolle als Produzent zu fokussieren. Das Spannende dabei ist, dass
jeder Track hier auf Aufnahmen baut, die Stapleton mit
langjährigen Weggefährten im Studio eingespielt hat, darunter
beispielsweise dem großartige Schlagzeuger Elliot Bennett sowie
Trompetenspieler und Jazz-Erneuerer Nils-Petter Molvaer, dessen
aktuelle Live-Veröffentlichung Stapleton gerade auf seinem
eigenen Label “Edition” herausgegeben hat.

So kann man sehr genau die Rolle beobachten, welche die
elektronische Ebene in Komposition und Produktion bei einer Musik
spielt, von der immer noch manche meinen, sie müsse live und vor
einem Publikum entstehen. Es ist eine, wie ein Song-Titel es auf
den Punkt bringt, “Evoluton Music”, die Fragen stellt: “Wo hört
Performance auf und fängt Produktion an?” “Welches Verhältnis
haben Mensch und Maschine?” Und: Warum packt mich diese so
subtile Musik so viel mehr als die letzten, längst vergessenen
Oasis-LPs?
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„Episode #58 mit Dave Stapleton“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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