"Die letzte Stunde ist da"

"Die letzte Stunde ist da"

"Die letzte Stunde ist da"
3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Tag
In der Lesung für die Heilige Messe heute Abend aus dem ersten
Johannesbrief heißt es sehr eindrücklich: "Meine Kinder, die letzte
Stunde ist da." Mir war gar nicht bewusst, dass es solch einen Vers
im neuen Testament gibt, den wir am letzten Tag des Jahres nochmal
irgendwie anders hören. Und dann ermahnt Johannes die Christen,
dass sie nicht erstaunt sein sollen, dass es so viele Antichristen
gibt, die jetzt am Ende der Zeiten vermehrt auftreten. Diese
Mahnung ist 2000 Jahre alt und daran hat sich nichts geändert. Es
gab und gibt immer Menschen, die sich vom Christsein abgewandt
haben und sich nun gegen die Christen wenden mit Lügen und Kämpfen
gegen die göttliche Wahrheit, die sie selbst von Jesus Christus
empfangen haben.Was mich andererseits zurzeit echt erschüttert, ist
die so missbräuchliche Nutzung des christlichen Glaubens durch
Präsidenten verschiedenster Ausprägungen. Wenn Christus immer
wieder zur Nächstenliebe aufruft und ein Präsident mit viel
religiösem Tamtam seine Amtszeit bebeten und segnen lässt, dann
aber alles andere als christlich Jagd auf Menschen machen lässt,
die nur irgendwie ausländisch aussehen, dann ist das
antichristlich. Und wenn ein anderer mit dem Segen seines hörigen
Patriarchen Krieg gegen das Nachbarland führt und betont, dass er
aber ein gläubiger Christ sei, dann wird mir übel.Und wenn unser
Kanzler betont "mit christlicher Nächstenliebe können wir nicht
jedes politische Problem lösen" ist das genauso falsch.
Nächstenliebe besteht aus den Elementen Liebe, Wahrheit und
Gerechtigkeit und der Kapuziner Bruder Paulus macht in seiner
Gegenrede sehr deutlich, dass Nächstenliebe bedeutet die Augen zu
öffnen, Grenzen erkennen und Verantwortung übernehmen und niemandem
mehr aufbürden, als er tragen kann – weder einem Land, noch einer
Person und auch nicht sich selbst.Vielleicht findest Du ja heute
zwischen letzten Einkäufen und Vorbereitungen für die
Silvesterparty ein bisschen Zeit, auf Dein eigenes Jahr zurück zu
schauen, weil Dein ganz persönliches Jahr das Jahr ist, das Gott
mit Dir gegangen ist. Und ich und Du können fest darauf vertrauen,
dass Gott auch im neuen Jahr mit uns geht, durch alle Höhen und
Tiefen, Rennstrecken und Slalomläufe, Abstürze und Comebacks, von
denen wir heute noch nichts ahnen. Und dass wir Christen bleiben.

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