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  4. Die Herzen füreinander öffnen
Ich habe eine meiner Mitschwestern im Krankenhaus besucht und dort
auch eine andere Schwester angetroffen. So haben wir eine schöne
Dreierplauderei gehabt und irgendwann zwischendurch hat sie kurz
erwähnt, dass sie mich schon vermisst habe. Automatisch
rechtfertigt man sich und ich habe auf die Domradio-Assisifahrt
verwiesen und wir hatten rasch ein schönes Thema. Aber sie hat
natürlich recht. Wenn Mitschwestern, wenn Angehörige krank und
sogar im Krankenhaus sind, ist es eines der wichtigsten Werke der
Barmherzigkeit. „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ ist eine
der zentralen Stellen aus dem Matthäusevangelium, wo es um
Nächstenliebe und Barmherzigkeit geht und den Hinweis, dass alles,
was wir unserem Nächsten Tun, an IHM – Jesus Christus getan
ist. Ich denke, Du und ich und viele andere kennen das auch.
Man hat gehört, dass jemand krank ist und nimmt sich echt vor,
einen Besuch zu machen. Und dann kommen all die tausend Sachen
dazwischen, die den Alltag hektisch und voll machen, und schon hat
man es vergessen. Es ist nie böse, es ist aber schade. Eine
Möglichkeit ist es, sich den Besuch echt im Kalender einzutragen
und die Erinnerungsfunktion einzuschalten, damit man es nicht
vergisst. Die klassischen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige
speisen, Durstige tränken,Fremde beherbergen, Nackte kleiden,
Kranke besuchen, Gefangene besuchen und Tote bestatten werden
tatsächlich nie unmodern und sind konkrete physische Hilfe in
Notlagen also praktische Nächstenliebe und Mitgefühl gegenüber
Menschen. Und es geht dabei immer auch um die Förderung sozialer
Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft.Heute werden die
Werke der Barmherzigkeit auch in zeitgemäßer Form interpretiert,
z. B. durch Zuhören, Anerkennung und positive Kommunikation, um
soziale Isolation und emotionale Not zu lindern. Papst Franziskus
hat im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit (2016) die Bedeutung die
Herzen füreinander zu öffnen und Barmherzigkeit aktiv zu leben
betont, und das gefällt mir gut: die Herzen füreinander
öffnen. 
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„Die Herzen füreinander öffnen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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