Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
Dr. Christine Bangert im Interview zur Atopischen
Dermatitis (AD), in der Umgangssprache oft als
Neurodermitis bezeichnet. Die AD ist eine
chronisch-rezidivierende entzündliche Hauterkrankung, deren
Existenz bereits vor 2500 Jahren von Hippokrates beschrieben
wurde. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der Hanifin und Rajka
Kriterien, wobei der starke Juckreiz (Pruritus)
eines der Hauptkriterien darstellt. Die Ekzeme zeigen sich in
altersabhängiger Verteilung, wobei sie bei älteren Kindern
typischerweise in den großen Beugen (Kniekehlen, Ellenbeugen)
auftreten, während Erwachsene sie eher an Hals, Kopf oder Händen
entwickeln.

Pathophysiologisch ist die AD eine multifaktorielle Erkrankung,
die auf drei zentralen Säulen beruht: einer gestörten
Hautbarriere (Epidermis), einer Verschiebung der
Immunlage hin zur Typ-2-Immunität, und einer
Dysbiose des Mikrobioms. Diese Barrierestörung
wird bei vielen Patienten durch strukturelle Proteinmängel wie
die Filaggrinmutation begünstigt, wodurch Allergene und Mikroben
leichter eindringen und die Entzündung weiter anheizen können.
Die systemische Th2-Entzündung ist oft mit weiteren atopischen
Erkrankungen wie Asthma, allergischer Rhinitis oder
Nahrungsmittelallergien assoziiert.

Immunologisch stehen die Zytokine Interleukin-13 (IL-13) und
Interleukin-4 (IL-4) im Zentrum der Typ-2-Immunität, wobei IL-13
als Schlüsselzytokin fungiert, das sowohl die Entzündung als auch
die Fibrose (Lichenifikation) mitbeeinflusst. Speziell der
quälende Juckreiz wird durch das Zytokin IL-31 vermittelt. Die
gestörte Hautabwehr führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für
Infektionen: Akute Schübe sind durch eine Überwucherung mit dem
pathogenen Keim Staphylococcus aureus
gekennzeichnet, der durch seine Toxine die Typ-2-Immunreaktion
weiter verstärkt. Auch Viruserkrankungen, wie die schwere
Ekzema herpeticatum (durch Herpes Simplex),
stellen eine besondere Gefahr dar und müssen notfallmäßig
intravenös behandelt werden.

Die AD ist nicht auf die Haut beschränkt, sondern gilt als
systemische Erkrankung mit relevanten
Komorbiditäten, darunter neuropsychiatrische
Erkrankungen (erhöhtes Risiko für Depressionen und
Angststörungen) und kardiovaskuläre Risiken (z.B. ischämische
Herzerkrankungen). Als Triggerfaktoren gelten Stress (auch
positiver Stress) und starke Temperaturschwankungen. Experten
betonen, dass Diäten ohne eine nachgewiesene
Nahrungsmittelallergie nicht zielführend sind, da sie unnötigen
Stress verursachen, der die Krankheit wiederum verschlechtern
kann.
Episode melden

„Atopische Dermatitis (Teil 1)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz