MDR KULTUR trifft Nirit Sommerfeld

MDR KULTUR trifft Nirit Sommerfeld

vor 8 Monaten
Ihr Großvater Julius betrieb in Chemnitz einen Tuchhandel, bis ihn die Nationalsozialisten im KZ Sachsenhausen ermordeten. Der Verein Antonplatz e.V. erinnert.
45 Minuten
2
0 0

Beschreibung

vor 8 Monaten
1961 in Eilat in Israel geboren, in Ostafrika und in Bayern
aufgewachsen, lebt Nirit Sommerfeld seit Frühjahr 2024 in Chemnitz.
Im diesjährigen Kulturhauptstadtjahr schaffte Nirit Sommerfeld am
einstigen Geschäftssitz am ehemaligen Antonplatz mit Chemnitzer
Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Erinnerungsort. Zudem
eröffnete Nitit Sommerfeld im smac, dem Staatlichen Museum für
Archäologie Chemnitz, das Museumscafé „Julius im Schocken“. Dort
auch wird am 14. Dezember „Tacheles. Das Jahr der jüdischen Kultur
in Sachsen 2026 in Chemnitz“ eröffnet, in welches sich Nirit
Sommerfeld ebenfalls einbringen wird. Die für den 09. November im
Café „Julius im Schocken“ geplante Veranstaltung in Erinnerung an
die Reichpogromnacht 1938 mußte krankheitsbedingt kurzfristig
abgesagt werden und nun im Dezember zur Auffühung kommen. Erstmalig
und in Anwesenheit von Patricia Litten wird das Hör- und Rate-Spiel
„Sommerfeld. Litten. X.“ - kurz SoLiX zur gezeigt, entwickelt und
gestaltet von Jugendlichen aus Chemnitz unter fachlicher
Begleitung. Die Live-Musik kommt von Nirit & Orchester Shlomo
Geistreich. Im Sommer veröffentlichte Nirit Sommerfeld ihren
Debütroman „Beduinenmilch“ im Verlag ars vivendi und er war nach
kurzer Zeit bereits vergriffen. Die Neuauflage erscheint dieser
Tage. Ein Buch, welches drängende Fragen nach Zugehörigkeit,
Verantwortung und Menschlichkeit stellt. Nirit Sommerfeld ist
Mitbegründerin des „Bündnisses für Gerechtigkeit zwischen Israelis
und Palästinensern“ und engagiert sich seit vielen Jahren für die
israelisch-palästinensische Freundschaft. Die Mutter von Nirit
Sommerfeld wurde 1937 in Jerusalem, damals Palästina, geboren. Ihr
Vater kam 1919 in Chemnitz zur Welt. 1937 floh er als 18-jähriger
nach Palästina. Sein Vater Julius, der Großvater von Nirit
Sommerfeld, war ein Chemnitzer Tuchhändler, der von den
Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurde. Sein Geschäft
wurde zu einem „Jüdischen Altersheim“ umgebaut. 1961 wurde Nirit
Sommerfeld in Eilat in Israel geboren, wuchs dort und in Ostafrika
und in Bayern auf, wo sie 1981 das Abitur machte. 1981 bis 1984
absolvierte sie ein Schauspielstudium an der Hochschule für Kunst
und Musik Mozarteum in Salzburg und nahm 1984 bis 1987 ein
Engagement als Schauspielerin am Stadttheater Krefeld/
Mönchengladbach an. Nach der Geburt ihrer Tochter Lilian arbeitete
Nirit Sommerfeld ab 1988 freiberuflich als Drehbuch- und
Synchronbuch-Autorin, als Schauspielerin an freien Theatern, sowie
für Film und Fernsehen, als Autorin, Projektleiterin und
Regisseurin in Berlin, München, Wien, Rom und Tel Aviv. 1994 kam
ihre Tochter Stella zur Welt. Drei Jahre später gründete Nirit
Sommerfeld die Agentur Sarah Stern: Management und Coaching für
Künstlerinnen, war 2007 bis 2009 freie Autorin in Tel Aviv, 2013
bis 2015 Intendantin des „Kleinen Theater Haar“ in Oberbayern und
von 2015 bis 2016 Geschäftsführerin einer NGO. 22 Jahre und bis
2020 stand Nirit Sommerfeld mit ihrer Band „Orchester Shlomo
Geistreich“ auf der Bühne. 2020 bis 2022 schrieb sie an Ihrem Roman
„Beduinenmilch“ und entwickelte 2023 das Kultur-Projekt „Antonplatz
15“ in Chemnitz. 2024 zog Nirit Sommerfeld nach Chemnitz, gründete
und leitet den Verein Antonplatz e.V.
Moderation: Karoline Knappe
Redaktion: Angelika Zapf
15
15
Episode teilen
MDR KULTUR trifft Nirit Sommerfeld
MDR KULTUR trifft Nirit Sommerfeld

Close