Beschreibung

vor 3 Monaten

Eine Geschichte aus dem zweiten Kapitel des Markusevangeliums
beschäftigt mich. Da kommen einige Menschen, vier davon tragen
einen Gelähmten auf einer Trage. Sie wissen sicher nicht die
genaue Diagnose. Aber sie sind sich ganz sicher, dass dieser
Jesus helfen kann.


Als sie am Ziel ankommen ist alles überfüllt. Bis vor die Tür
stehen die Menschenmassen, so dass kein Durchkommen ist. Warten?
Umdrehen und wieder nach Hause gehen? Auf garkeinen Fall. Die
Freunde werden kreativ und auch ein bisschen unverschämt. Sie
steigen aufs Flachdach und graben ein Loch in die Decke und
lassen den Kranken auf seiner Trage hinunter.


Ob es passt während der Predigt? Das ist ihnen egal. Ihr kranker
Freund hat jetzt absolute Priorität. Und als Jesus
ihrenGlauben sah, den stellvertretenden Glauben der
Freunde, spricht er den Kranken an:


„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben“.


Niemand hatte das geahnt, dass dieser Satz kommen würde. Sieht
Jesus nicht, dass der Gelähmte geheilt werden soll? Ich denke
Jesus wusste es, aber er sieht tiefer. Er sieht die krankmachende
Fessel, alles was sich zwischen Gott und ihn geschoben hatte.
Jesus meint sicher nicht, dass die Sünde die Ursache für die
Krankheit ist. Das klärt er an anderer Stelle. Aber er sieht,
dass Vergebung für diesen Menschen die oberste Priorität hat. Die
Beziehung zu Gott wird für Zeit und Ewigkeit wiederhergestellt.


Mein Fokus ist, dass dieser Mensch Freunde hat, vier davon tragen
ihn zu Jesus. Sie steigen aufs Dach, räumen alle Hindernisse weg,
gehen sozusagen durch die Wand.


Immer wieder erlebe ich, wie wir Menschen vor Jesus bringen
können. Wie wir sie stellvertretend im Gebet tragen können. Ich
erlebe, dass solch ein Gebet entscheidend ist und oftmals den
Durchbruch bringt. Ich erlebe, dass Jesus unseren Glauben sieht.


Der Gelähmte steht am Ende der Geschichte tatsächlich auf. Und
ich denke, jetzt kommt es auf sein eigenes Vertrauen an. Unsere
Aufgabe ist es stellvertretend einzutreten.


Sicher bin auch ich selbst einmal diejenige, die vor Jesus
getragen werden muss, weil ich wie gelähmt bin. Weil ich keinen
Plan mehr habe, wie es weitergehen könnte. Ich bin dankbar, dass
ich weiß, dass auch ich solch kreative Freundinnen und Freunde
habe.


Ich wünsche uns Mut, Kreativität, Beharrlichkeit und Weisheit.


Eine gesegnete Woche wünscht


Traudel Krause

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