Unterwegs: Gespräch mit der Schriftstellerin Anja Kampmann in Leipzig
vor 7 Monaten
Katrin Schumacher spricht in der Alten Nikolaischule mit der
Schriftstellerin Anja Kampmann über ihren Roman "Die Wut ist ein
heller Stern". Aufgezeichnet im Rahmen des Literarischen Herbstes
Leipzig 2025.
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Beschreibung
vor 7 Monaten
"Ich wollte eine Stimme finden, die davon erzählt, aber die vor
allem eine starke Lebendigkeit hat." Anja Kampmann findet diese
Stimme in Hedda, ihrer Protagonistin, die in Hamburg nach der
Weltwirtschaftskrise versucht, über die Runden zu kommen. Sie
arbeitet im Varieté und erlebt die Erosion ihrer Freunde und
Bekannten durch die schleichende Machtübernahme der Nazis. Gerade
die Frauen leiden unter der Armut, dem Hunger und der einzigen
Möglichkeit, etwas zu verdienen: indem sie ihre Körper verkaufen.
Ab 1933 sind diese Frauen kriminalisiert, in Heime gesperrt, zur
Produktionsarbeit gezwungen und auch zwangssterilisiert
worden.
Hedda führt als präzise Beobachterin, als Liebende und Leidende,
als Kämpferin und ab und an auch zaudernd durch diese unerhörte
Atmosphäre bis 1937. Sie empfindet Wut, Bitternis und Wehrlosigkeit
– erst recht als ihr Geliebter, ein Kommunist, von den Nazis
ermordet wird. Aber sie ist auch voller Zuneigung, Zärtlichkeit und
Fürsorge, vor allem für Pauli, ihren beeinträchtigten kleinen
Bruder, den sie retten will. Anja Kampmann gelingt es mit "Die Wut
ist ein heller Stern", eine gesellschaftliche Stimmung genauso wie
den Moment einzufangen und zum Leuchten zu bringen. Ein großer
Wurf und von immenser politischer Aktualität ist dieser Roman. Im
Gespräch mit Anja Kampmann ist MDR Kultur Literaturredakteurin
Katrin Schumacher, eine Aufzeichnung vom 23. Oktober aus der Alten
Nikolaischule im Rahmen des Leipziger Festivals "Literarischer
Herbst".
allem eine starke Lebendigkeit hat." Anja Kampmann findet diese
Stimme in Hedda, ihrer Protagonistin, die in Hamburg nach der
Weltwirtschaftskrise versucht, über die Runden zu kommen. Sie
arbeitet im Varieté und erlebt die Erosion ihrer Freunde und
Bekannten durch die schleichende Machtübernahme der Nazis. Gerade
die Frauen leiden unter der Armut, dem Hunger und der einzigen
Möglichkeit, etwas zu verdienen: indem sie ihre Körper verkaufen.
Ab 1933 sind diese Frauen kriminalisiert, in Heime gesperrt, zur
Produktionsarbeit gezwungen und auch zwangssterilisiert
worden.
Hedda führt als präzise Beobachterin, als Liebende und Leidende,
als Kämpferin und ab und an auch zaudernd durch diese unerhörte
Atmosphäre bis 1937. Sie empfindet Wut, Bitternis und Wehrlosigkeit
– erst recht als ihr Geliebter, ein Kommunist, von den Nazis
ermordet wird. Aber sie ist auch voller Zuneigung, Zärtlichkeit und
Fürsorge, vor allem für Pauli, ihren beeinträchtigten kleinen
Bruder, den sie retten will. Anja Kampmann gelingt es mit "Die Wut
ist ein heller Stern", eine gesellschaftliche Stimmung genauso wie
den Moment einzufangen und zum Leuchten zu bringen. Ein großer
Wurf und von immenser politischer Aktualität ist dieser Roman. Im
Gespräch mit Anja Kampmann ist MDR Kultur Literaturredakteurin
Katrin Schumacher, eine Aufzeichnung vom 23. Oktober aus der Alten
Nikolaischule im Rahmen des Leipziger Festivals "Literarischer
Herbst".
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