Unter Büchern mit Katrin Schumacher

Unter Büchern mit Katrin Schumacher

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Episoden

Thüringer Literaturtage und Bücher über die Ostsee und Fußball
10.06.2026
60 Minuten
Die Thüringer Literaturtage rund um die Burg Ranis finden zum 29. Mal statt. Im Gespräch ist der Organisator Ralf Schönfelder über die Gäste und die Zukunft des Festivals.

Sigfried Lenz: "Am Widerhaken hängt das Glück". Eine Wiederentdeckung, die Geschichten für Lenz-Fans und für Angel-Fans bereithält. Der Schriftsteller Matthias Jügler stellt das Buch vor.

Hanno Hochmuth: "Mein Warnemünde" - In der Reihe "Meine Insel" vom mare-verlag geht es auch mal an Küstenorte – wie das legendäre Warnemünde, das bei dem Autor Hanno Hochmuth Erinnerungen an Broiler und das Hotel Neptun weckt.

Jean-Christophe Deveney, Mickaël Correia & Lelio Bonaccorso: "Eine kurze Geschichte des Fußballs". Pünktlich zur WM der Comic zum Event – vorgestellt von Wolfgang Schilling.

Thị Thanh Thảo Trần: "Menschen wie wir" - Sie sind arm, aber glücklich miteinander. Als ein Angebot aus der DDR kommt, entschließt sich der Vater, nur für ein paar Jahre dort zu arbeiten. Welche Folgen diese Entscheidung für seine Familie haben wird, kann er da noch nicht abschätzen. Seine Frau und seine Tochter – die Erzählerin des Romans – folgen ihm erst Jahre später nach Deutschland. Maja Fiedler stellt das Buch vor.

Marek Torčík: "Was die Zeit nicht nimmt" - Tschechien ist im Herbst das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Doch bereits jetzt erscheinen einige der interessantesten Bücher aus unserem Nachbarland in deutschsprachiger Übersetzung. Inspiriert wurde dieser Roman Marek Torčíks eigener Geschichte, vom Heranwachsen in der Provinz. Holger Heimann hat das Buch gelesen und den Autor in Prag getroffen.
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Trauerarbeit, Einsamkeit und eine Reise nach Trenčín
03.06.2026
60 Minuten
Frischer Wind für Gothaer Antiquariat. Nicht nur kleine Verlage haben dieses Problem, auch kleine Buchläden: Wer führt sie weiter, wenn die Aufbau-Generation in Rente geht? Oft gibt es niemanden, der Lust hat für sechs Tage die Woche – für wenig Geld – Bücher zu verkaufen. Und doch sind es gerade kleine Läden, in denen am liebsten gestöbert wird. Auch bei Andreas Zink in der Bücherstube "Hannah Höch" in Gotha. Dort fand sich in allerletzter Minute jemand, der den Laden übernommen hat. Blanka Weber mit einer Reportage.

Leipziger Übersetzerin Stefanie Bose ist Stadtschreiberin in Trenčín. 2026 ist, neben dem finnischen Oulu, die slowakische Kleinstadt Trenčín Kulturhauptstadt Europas. Im vergangenen Jahr gab es einen regen Austausch mit Chemnitz (der Kulturhauptstadt 2025). Auch jetzt sind die Verknüpfungen – in dem Fall zu Sachsen – nach wie vor eng. Denn Stefanie Bose, die Stadtschreiberin der westslowakischen Stadt im Kulturhauptstadtjahr, stammt aus Leipzig. Am 1. Mai hat sie offiziell ihr Amt angetreten. Vor ihrer Abreise hat Grit Krause sie getroffen und stellt sie uns vor.

Trauerarbeit und Literatur – Ein Buch für den gefallenen Cousin. Die Ukrainerin Anhelina Olijnyk, 25 Jahre alt, hat einen der wichtigsten Menschen in ihrem Leben verloren. Ihr Cousin Maxym, der sich freiwillig zur Armee gemeldet hatte, ist im Donezbecken gefallen. Ihre Trauer hat Anhelina literarisch in kurzen Texten verarbeitet. Sie meint: So könnten auch andere Trauernde besser mit ihrem Schmerz umgehen. Nun hat sie ein Buch mit ihren Texten veröffentlicht, im Eigenverlag, und es bei mehreren Lesungen präsentiert. Sie blickt jetzt wieder positiver in die Zukunft.

Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben. Der Autor sieht sich selbst als "philosophierenden Schriftsteller". Trockene Akademiker-Prosa ist nicht sein Ding. Er liebt es, in freien Assoziationsketten zu denken und zu schreiben. Da mag es überraschen, dass sein neues Buch "Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" eine Auseinandersetzung mit dem nüchternen, kühlen Klassiker Niccolò Machiavelli verspricht. Holger Heimann hat den Essay gelesen.

Sebastian Haffner: Der Teufelspakt. Eine "Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen" – das ist ein Titel, der einige Menschen triggern könnte, in jegliche Richtungen. Verfasst hat das Buch Sebastian Haffner. Nun mag man denken: Der lebte 1907 bis 1999, der Journalist und Historiker, was mag er uns über Russland und Deutschland Erhellendes erzählen, es ist ja so viel passiert inzwischen? Eine Frage an unseren Kritiker Matthias Schmidt.

Maike Luhmann: Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft. Einsamkeit, nicht zu verwechseln mit Alleinsein, ist ein gesellschaftliches und individuelles Problem, das sich auch politisch auswirkt. In Deutschland gibt es das Kompetenznetz Einsamkeit der Bundesregierung, in Großbritannien gar ein Einsamkeitsministerium. Mehr dazu steht im Buch der Professorin Maike Luhmann, die dazu im Gespräch ist.
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Buchmesse-Nachlese!
27.05.2026
56 Minuten
Themen der Sendung:

*Tomer Gardi hat 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen und jetzt einen neuen Roman vorgelegt. Darin betrachtete er die Menschen, die allzuoft übersehen werden, die uns die Pizzen und Reisgerichte nach Haus bringen und mit ihrem Fahrrädern oder Kleinautos durch die Stadt sausen, auf der ganzen Welt: die Lieferanten. Über seinen Roman "Liefern" ist er im Gespräch mit Kais Harrabi.

*Ein Roman, der größtenteils in der Fahrerkabine eines LKWs spielt, den gab es noch nicht so oft. Domenico Müllensiefen hat ihn geschrieben: "Manchmal muss man sich entscheiden". Mit Tino Dallmann hat er über sein Buch gesprochen.
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Bücher auf Reisen: nach Island, Asien und den Harz
20.05.2026
56 Minuten
Katrin Zipse: Moosland. 1949 Vier Jahre nach Kriegsende veröffentlichte der Isländische Bauernverband eine Anzeige in den Lübecker Nachrichten. Gesucht wurden junge deutsche Frauen, die auf isländischen Bauernhöfen mitarbeiten würden. Viele Isländerinnen waren damals in die Städte abgewandert oder mit den abziehenden amerikanischen GIs in die USA gegangen. Einige Bauern suchten also nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Heiratskandidatinnen. Etwa 300 junge deutsche Frauen folgten dem Aufruf. Für Katrin Zipse Stoff für ihren Roman Moosland. Claudia Ingenhoven hat das Buch gelesen.

Steffen Kopetzky: Die Harzreise Vor 200 Jahren durchwanderte Heinrich Heine den Harz und schuf mit seiner Harzreise ein bis heute berühmtes literarisches Reisebild. 200 Jahre später folgt der Autor Steffen Kopetzky dieser Spur und findet eine von sozialen und ökologischen Veränderungen geprägte Landschaft. Und wie Heine auch hat Kopetzky seine Beobachtungen und Erfahrungen von unterwegs in einem literarischen Text festgehalten, nun erschienen beim Rowohlt Verlag. "Die Harzreise - eine Deutschlanderkundung" ist durchaus ein Buch übers Wandern und ist doch zugleich voller kluger Gedanken zur politischen Gegenwart. Jörg Schieke hat sich mit Steffen Kopetky über diese Harzreise unterhalten.

Christine Thürmer: Hiking Asia. Zu gern schauen wir Anderen bei ihren Abenteuern zu. In Videos, Lichtbildvorträgen, Büchern und natürlich im Internet verfolgen wir, wie sie sich die Welt etwa erwandern. Eine von ihnen ist Christine Thürmer. Sie bezeichnet sich selbst als die "meistgewanderte Frau der Welt" und verweist auf ihrer Webseite auf unfassbare 70.000 Kilometer zu Fuß, 37.000 Kilometer mit dem Fahrrad und 7.000 Kilometer mit dem Boot. Christine Thürmer  hat mehrere Bücher geschrieben. Das Neueste erzählt von ihren Touren durch Japan, Südkorea und Taiwan. Sabine Frank stellt es vor.

Felicitas Hoppe: Reisen Seit die Autorin 2012 mit dem Georg-Büchner-Preis prämiert wurde, ist sie in aller Munde, denn diese Auszeichnung gilt als wichtigste Literaturtrophäe im deutschsprachigen Raum. Insgesamt veröffentlichte die 1965 in Hameln geborene Schriftstellerin bisher mehr als zwei Dutzend Werke, darunter die von der Kritik euphorisch gefeierten Reiseromane "Pigafetta" und "Paradiese, Übersee". Jetzt hat die Künstlerin dem Thema Reisen einen Essayband gewidmet. Ulf Heise stellt ihn vor.

Ali Smith: Gliff Die Schottin Ali Smith gehört in Großbritannien zu den ganz großen zeitgenössischen Schriftstellerinnen. Schon mit ihrer Jahreszeiten-Tetralogie war sie sowas wie eine literarische Ersthelferin für alle, die von den damals aktuellen politischen Entwicklungen überrannt wurden: Egal, ob es der Brexit war, der Rechtsruck oder die Corona-Pandemie. Auch in ihrem neuen Roman gibt sich Ali Smith politisch. Das Buch hört auf den rätselhaften "Gliff" und Kais Harrabi stellt es vor.

Und der Tipp zum Schluss: Moni Ports wunderbares kleine Buch "Women’s Words. Fünfzig Frauen, fünfzig Sätze". Mit besten Empfehlungen!
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Literatur, die uns die Natur nahebringt
13.05.2026
56 Minuten
Die Themen der Sendung: *Marie Laure Cruschi: Samen. Nur selten findet sich ein Buch in der Abteilung Gartenbuch, das ganz und gar ohne unmittelbare Nutzanwendung ist, kein Handbuch, keine Anleitung, sondern eine Feier der Schönheit der Natur. Ein solches Buch ist jetzt erschienen im Prestel Verlag. Es ist eine Übernahme der französischen Edition Gallimard Jeunesse, entstanden ist das Buch in dem Pariser Kreativstudio Cruschiform, benannt nach der Direktorin Marie-Laure Cruschi. Sabine Frank ist begeistert. *Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Die Autorin ist Schriftstellerin, Buchgestalterin und Herausgeberin der „Naturkunden“-Reihe beim Berliner Verlag Matthes & Seitz. Im Sommer 2025 hat sie die traditionsreichen Frankfurter Poetikvorlesungen gehalten, und nun legt sie ein Buch vor, das auf diese Vorlesungen zurückgeht. Beate Meierfrankenfeld hat das Buch gelesen und mit Judith Schalansky gesprochen. *Norbert Sachser und Niklas Kästner: Tierwelt am Limit. Eines der großen Themen unserer Zeit ist das Artensterben – ein Prozess, der sich meist in aller Stille vollzieht und bei den Meisten nicht mehr als ein diffuses Unbehagen hinterlässt aber vielleicht auch Abwehr. Die Biologen Norbert Sachser und Niklas Kästner vom Institut für Verhaltensbiologie in Münster haben sich des Themas angenommen und sie erzählen darüber nicht ausschließlich im Sinne einer Dystopie, sondern mit Ehrfurcht vor den Wundern der Natur. Ihr Buch trägt denn auch den Untertitel: „Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän“. Also Hoffnung und Desillusion in Einem, wie es scheint. Sabine Frank stellt das Buch vor. *Im vergangenen Herbst ist die Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“ erschienen, eine Geschichtensammlung, die der Leipziger Schriftsteller Matthias Jügler herausgegeben hat, und die als Gemeinschaftsprojekt der ganzen ARD als Lesezeit produziert worden ist. Die einzelnen Folgen gibt’s bei ARD Sounds in der App – und wir haben Matthias Jügler auf die Leipziger Buchmesse eingeladen zu einem Talk auf der ARD und ZDF Gemeinschaftsbühne. Carsten Tesch hat das Gespräch geführt und neben ihm war noch MDR Redakteur Steffen Moratz, der die Lesezeitproduktion betreut hat dabei und auch die Autorin Charlotte Gneuss, eine von vielen Mitschreibenden an dem Buch.
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Über diesen Podcast

Aktuelle Buchbesprechungen, Interviews mit Autoren, Neues vom deutschen und internationalen Buchmarkt und von Büchermenschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen … In „Unter Büchern“ taucht Literaturkritikerin Katrin Schumacher für MDR KULTUR jede Woche in die Welt der Bücher ein.
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