Israelis demonstrieren, Katar bombardiert, 680.000 Tote in Gaza | Von Jochen Mitschka
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vor 5 Monaten
Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
Israelis verbrannten Reifen auf den Straßen, um gegen die Politik
der Regierung Netanjahu in Gaza zu demonstrieren. Nicht aus Liebe
zu den Palästinensern, sondern weil sie erkannt haben, dass der
endlose Krieg gegen den Widerstand, bald alle Geiseln durch
israelische Waffen töten würde. (1) Aber auch in den USA wurde im
September der Widerstand gegen den Völkermord in Gaza immer
offensichtlicher. "Zu viel Wahrheit" hatte, trotz eigener Zensur
in den Massenmedien, Framing und Gesetzen "gegen Antisemitismus"
ihren Weg in die Gemüter einfacher US-Bürger gefunden. (2) Und in
Großbritannien schloss eine Drogerie-Kette für Naturkosmetik,
"Lush fresh" für einen Tag die Türen aller Niederlassungen, in
Solidarität mit den hungernden Menschen in Gaza. Im September
wurde außerdem deutlich, dass die USA nun anscheinend auch
Israels Weg zu einem "Groß-Israel" unterstützten, dabei der
Völkermord in Gaza nur der erste Meilenstein war, und als wie
verlogen politische Bekenntnisse zu einer Zweistaatenlösung
entlarvt wurden.
Israels Bomben auf Katar
Am 9. September überraschten Nachrichten die Internet-Nutzer,
dass in der Hauptstadt von Katar, in Doha, Explosionen
stattfanden, die israelischen Luftangriffen zugeschrieben wurden,
welche angebliche Hamas-Führer "eliminieren" sollten (3).
Allerdings blieb das Rätselraten darüber, was wirklich passiert
war, bis in den Nachmittag bestehen. Aber alleine die Tatsache,
dass man dies Israel zutraute, war schon vielsagend. Dann schien
es so, dass Großbritannien sogar das Tankflugzeug für Israel hat
kreisen lassen, um die Luftschläge gegen die Verhandlungsführer
der Hamas zu ermöglichen. (4) Später sollte sich sogar
herausstellen, dass das Tankflugzeug sogar aus Katar selbst
gestartet war. (5) Und schließlich schien es offiziell zu werden,
dass Israel Katar angegriffen hatte, weil Stimmen aus Israel
bestätigten, dass der Angriff Khalil al-Hayya gegolten habe. (6)
Es war nicht das erste Mal, dass Israel Unterhändler tötete, kurz
bevor sie einer Vereinbarung zustimmen wollten, die zu
Waffenstillstand oder Frieden hätten führen sollen. Vielmehr
schien es sogar die Regel zu sein, dass Attentate auf die
Verhandlungsführer erfolgen, immer wenn eine Vereinbarung drohte.
Beispiele sind Yahya Ayyash am 5. Januar 1996 während des
Oslo-Friedensprozesses, Khaled Mashal, der allerdings einen
Mordanschlag am 27. September 1997 in Jordanien überlebte, Sheikh
Ahmed Yassin, der am 22. März 2004 durch einen Raketenangriff
ermordet wurde, nachdem er einen langfristigen Waffenstillstand
angeboten hatte. Dann war da Ismail Haniyeh, ein politischer
Führer der Hamas, der am 31. Juli 2024 in Teheran ermordet wurde,
obwohl er sich für eine Geiselfreilassung eingesetzt hatte. Schon
damals hatte Katar erklärt:
"Wie soll Mediation funktionieren, wenn eine Partei den
Verhandler der anderen eliminiert?"
Dieser Anschlag gegen einen Verbündeten der USA im Jahr 2025
könnte nun aber weitreichendere Folgen haben. Denn die USA
hatten, indem sie das zuließen, gezeigt, dass jeder Schein des
militärischen Schutzes durch das Erlauben von US-Militärbasen
zerstoben war, wie die Explosionswolken über Doha. Aber gerade
als man das annahm, wurde verbreitet, dass Katar angeblich Israel
und den Amerikanern Grünes Licht für den Anschlag gegeben hätte.
Zunächst klang es wie eine Fake News, dass Katar zugelassen haben
sollte, dass möglicherweise auch Katari durch Israels Angriff
getötet werden. Und so wurde dies auch schnell als Fake News
entlarvt.
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