MDR Kultur trifft Marianne Schröter – Direktorin Franckesche Stiftungen Halle

MDR Kultur trifft Marianne Schröter – Direktorin Franckesche Stiftungen Halle

vor 9 Monaten
Die Bemühungen ihres Vorgängers Thomas Müller-Bahlke, daß die Franckeschen Stiftungen als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt werden, wird Marianne Schröter fortsetzen.
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Beschreibung

vor 9 Monaten
Am 01. September übernahm Marianne Schröter die Stelle der
Direktorin der Franckeschen Stiftungen in ihrer Geburtsstadt Halle.
Die Franckeschen Stiftungen sind eine 1698 von dem evangelischen
Theologen und Pädagogen August Hermann Francke unter anderem für
Waisenkinder gegründete, weltweit anerkannte Kultur- und
Bildungseinrichtung mit 150 Beschäftigten. Zur Stiftung gehört ein
Bauensemble von über 50 Gebäuden nahe der Halleschen Altstadt mit
einem Waisenhaus, Schulen, Internaten, einer Bibliothek, einer
Kunst- und Naturalienkammer, sowie Wirtschafts- und
Fürsorgebetrieben. Das denkmalsgeschützte Areal, von dem am Ende
der DDR nur noch eine Ruine blieb, wurde nach der politischen Wende
umfangreich restauriert. Den Wiederaufbau der einstigen Schulstadt
von europäischem Rang, in den 150 Millionen Euro flossen, hat der
Historiker und langjährige Direktor Thomas Müller-Bahlke über 30
Jahre maßgeblich geprägt und die Franckeschen Stiftungen zu einem
international vernetzen, kulturellen und sozialen Bildungsort
entwickelt. Die europaweit einzigartige Organisation mit ihren
historischen Sammlungen in barocker Schularchitektur, ihren
kulturellen Ausstellungen, den pädagogischen und sozialen Projekten
beteiligt sich auch an öffentlichen Debatten zu demokratischer
Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe und nachhaltigem Handeln.
Thomas Müller-Bahlke gilt auch als Wiederentdecker der
Wunderkammer, einer verloren geglaubten Kunst- und Naturalienkammer
der Stiftung. In der diesjährigen Jahresausstellung „300 Jahre
Neugier. Verborgenes Wissen aus der Wunderkammer“ kann sie
besichtigt werden. Marianne Schröter ist seit ihrer Jugend mit den
Franckeschen Stiftungen auf das Engste verbunden. Die Aufgabe,
diesen einzigartigen Bildungskosmos zu leiten, zumal als erste Frau
in diesem Amt, sei für sie eine nie für möglich gehaltene Erfüllung
eines großen Traums. An die Bemühungen ihres Vorgängers die
Franckeschen Stiftungen als Unesco-Weltkulturerbe anzuerkennen wird
Marianne Schröter anknüpfen. In Halle wurde Marianne Schröter 1969
geboren, dort wuchs sie auf. 1987 bis 1989 studierte sie an der
Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar und absolvierte
anschließend ein einjähriges Gemeindepraktikum an St. Georgen in
Halle. Von 1990 bis 1997 nahm Marianne Schröter ein Studium der
Evangelischen Theologie an der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg auf. 1998 bis 2000 war sie wissenschaftliche
Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Selbstaufklärung der Aufklärung“.
2001 bis 2003 wirkte sie als Eventmanagerin des
Universitätsjubiläums und Kuratorin der Landesausstellung
Sachsen-Anhalt „Emporium. 500 Jahre Universität Halle-Wittenberg“.
Eine Assistentur am Lehrstuhl für Altes Testament hatte Marianne
Schröter von 2001 bis 2005 inne und 2008 an der Theologischen
Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ab 2002
war sie zudem durchgängig in akademischer Lehrtätigkeit. 2007 wurde
sie Mitarbeiterin für Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit in den
Franckeschen Stiftungen zu Halle. 2008 erhielt Marianne Schröter
den Julius-Schniewind-Preis für hermeneutische Theologie, schloß
ihre Dissertation an der Theologischen Fakultät Halle ab und nahm
bis 2010 eine Dozentur im Fachbereich Evangelische Theologie an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main an. Von 2010
bis 2013 war sie Leiterin der Nachwuchsforschergruppe „Aufklärung
und Religion in interkulturellen Bezügen“ und wissenschaftliche
Koordinatorin am Exzellenznetzwerk „Aufklärung - Religion -
Wissen“. Von 2013 bis 2023 war Marianne Schröter Geschäftsführerin
der Stiftung „Leucorea“, Alte Universität Wittenberg, von August
2023 bis August 2025 Vorständin des Domstifts Brandenburg, das zur
Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
gehört.

Moderation: Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf
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