Der «Pfarrer-Check»: Rechtgläubigkeit im Kreuz(chen)verhör
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Beschreibung
vor 5 Monaten
Rechtskonservative Aktivisten verteilen einen «Pfarrer-Check» und
wollen damit die Qualität des Kirchenpersonals messen. Doch was
bleibt von Kirche übrig, wenn sie auf Multiple-Choice-Frömmigkeit
reduziert wird? Manuel bringt ein Hallelujah der Woche mit: er
schaut auf das RefLab-Festival zurück, das letztes Wochenende
mehrere hundert Besucher angezogen hat: zwei Tage mit 18 (!)
verschiedenen Live-Podcastaufnahmen und 8 Workshops, unzählige
Begegnungen mit Menschen aus der RefLab-Community: aus der Region
Zürich, aus Bern, Basel und der Ostschweiz – manche sind aus
München oder Berlin angereist, um ihre Lieblingspodcasts zu hören.
Es war ein Rausch aus Begegnungen und Veranstaltungen, Gesprächen
auf und neben der Bühne, und für die Teammitglieder natürlich auch:
Auf- und Abbau, Trouble Shooting, kreative Lösungen suchen. Am
Sonntagabend sind sie ebenso erfüllt wie erschöpft nach Hause…
Stephan hat ein Stossgebet dabei: Er kommt gerade von der Tagung
zum Thema «spiritueller Missbrauch», die er mit seinem Team der EKS
organisiert und durchgeführt hat – ein toller, wichtiger und
gelungener Anlass – nur leider passte auch hier jemand die
Teilnehmenden vor dem Eingang ab, um ihnen ein Faltblatt mit dem
sog. «Pfarrer-Check» auszuhändigen: Landauf landab werden diese
Blätter bei kirchlichen Veranstaltungen ungefragt verteilt – was
nicht nur nervt, sondern auch verwirrend ist für Besucher. Doch
worum geht’s? Das ist dann zugleich das Thema der Woche: Eine
Gruppe rechtskonservativer Kulturkämpfer hat eine «PR-Kampagne»
lanciert. Sie erwuchs dem Verdacht, dass die meisten
öffentlich-rechtlichen Kirchen nur noch eine verwässerte,
«rot-grün» versiffte Botschaft predigen: Es geht ihnen um
Klimarettung, Homo- und Gender-Themen und andere Anliegen, die mit
dem Auftrag der Kirche «herzlich wenig zu tun» haben: «Darum laufen
Mitglieder in Scharen davon», wissen die Initianten. Abhilfe soll
jetzt ein Kreuzchen-Test schaffen, mit dem sich die
Rechtgläubigkeit von Pfarrpersonen abfragen lässt: Der
«Pfarrer-Check» (gendern ist böse, darum sollen sich Pfarrerinnen
hier gefälligst mitgemeint fühlen…) will wissen, wie die
geistlichen Verantwortungsträger zur Göttlichkeit Jesu stehen, ob
sie an dessen Sühneopfer am Kreuz und seine leibliche Auferstehung
glauben, ob sie auch wirklich von der Verurteilung aller
Ungläubigen im Endgericht überzeugt sind und einige andere Dinge…
(Fragenkatalog siehe unten). Der ganze Test weist sich aus als
«Fragebogen zur Qualität des Personals in christlichen Kirchen
& Organisationen». Manuel und Stephan nehmen diese
schwarzweisse Abfrage (vermeintlich?) christlicher
Bekenntnisinhalte zum Anlass, über die dahinterliegende Theologie
zu sprechen. Für beide ist klar: So geht das gar nicht. Wie soll
ein Quizz mit acht ja-nein-Fragen die «Qualität» des kirchlichen
Personals sicherstellen? Welche Qualität ist damit überhaupt
gemeint? Zwischen der Bejahung eines kleinen Kataloges frommer (?)
Sätze und dem Charakter einer Pfarrperson, oder ihrer
Verantwortlichkeit und Glaubwürdigkeit, ihren pastoralen,
empathischen, theologischen Fähigkeiten besteht ganz offensichtlich
überhaupt kein Zusammenhang: ohne jede Fantasie kann sich Manuel
ganz fürchterliche Charakterschweine vorstellen, die eilfertig ihr
Kreuzchen achtmal auf Ja setzen – und umgekehrt ist es auch nicht
schwer zu denken, dass wundervolle, engagierte, liebevolle und
begabte Kirchenmitarbeiter bei vielen Fragen zögern oder sie
verneinen, ohne dass ihnen damit die Qualifikation für ihr Amt
abgeht… In seinem «Amen der Woche» macht Manuel darum klar,
dass sich die «Qualität» von kirchlichen Verantwortungsträger:innen
nicht durch einen Kreuzchentext sicherstellen lässt – und dass das,
worauf es wirklich ankommt, überhaupt nicht im Verhör zu ermitteln
ist, sondern höchstens in der persönlichen Begegnung…
wollen damit die Qualität des Kirchenpersonals messen. Doch was
bleibt von Kirche übrig, wenn sie auf Multiple-Choice-Frömmigkeit
reduziert wird? Manuel bringt ein Hallelujah der Woche mit: er
schaut auf das RefLab-Festival zurück, das letztes Wochenende
mehrere hundert Besucher angezogen hat: zwei Tage mit 18 (!)
verschiedenen Live-Podcastaufnahmen und 8 Workshops, unzählige
Begegnungen mit Menschen aus der RefLab-Community: aus der Region
Zürich, aus Bern, Basel und der Ostschweiz – manche sind aus
München oder Berlin angereist, um ihre Lieblingspodcasts zu hören.
Es war ein Rausch aus Begegnungen und Veranstaltungen, Gesprächen
auf und neben der Bühne, und für die Teammitglieder natürlich auch:
Auf- und Abbau, Trouble Shooting, kreative Lösungen suchen. Am
Sonntagabend sind sie ebenso erfüllt wie erschöpft nach Hause…
Stephan hat ein Stossgebet dabei: Er kommt gerade von der Tagung
zum Thema «spiritueller Missbrauch», die er mit seinem Team der EKS
organisiert und durchgeführt hat – ein toller, wichtiger und
gelungener Anlass – nur leider passte auch hier jemand die
Teilnehmenden vor dem Eingang ab, um ihnen ein Faltblatt mit dem
sog. «Pfarrer-Check» auszuhändigen: Landauf landab werden diese
Blätter bei kirchlichen Veranstaltungen ungefragt verteilt – was
nicht nur nervt, sondern auch verwirrend ist für Besucher. Doch
worum geht’s? Das ist dann zugleich das Thema der Woche: Eine
Gruppe rechtskonservativer Kulturkämpfer hat eine «PR-Kampagne»
lanciert. Sie erwuchs dem Verdacht, dass die meisten
öffentlich-rechtlichen Kirchen nur noch eine verwässerte,
«rot-grün» versiffte Botschaft predigen: Es geht ihnen um
Klimarettung, Homo- und Gender-Themen und andere Anliegen, die mit
dem Auftrag der Kirche «herzlich wenig zu tun» haben: «Darum laufen
Mitglieder in Scharen davon», wissen die Initianten. Abhilfe soll
jetzt ein Kreuzchen-Test schaffen, mit dem sich die
Rechtgläubigkeit von Pfarrpersonen abfragen lässt: Der
«Pfarrer-Check» (gendern ist böse, darum sollen sich Pfarrerinnen
hier gefälligst mitgemeint fühlen…) will wissen, wie die
geistlichen Verantwortungsträger zur Göttlichkeit Jesu stehen, ob
sie an dessen Sühneopfer am Kreuz und seine leibliche Auferstehung
glauben, ob sie auch wirklich von der Verurteilung aller
Ungläubigen im Endgericht überzeugt sind und einige andere Dinge…
(Fragenkatalog siehe unten). Der ganze Test weist sich aus als
«Fragebogen zur Qualität des Personals in christlichen Kirchen
& Organisationen». Manuel und Stephan nehmen diese
schwarzweisse Abfrage (vermeintlich?) christlicher
Bekenntnisinhalte zum Anlass, über die dahinterliegende Theologie
zu sprechen. Für beide ist klar: So geht das gar nicht. Wie soll
ein Quizz mit acht ja-nein-Fragen die «Qualität» des kirchlichen
Personals sicherstellen? Welche Qualität ist damit überhaupt
gemeint? Zwischen der Bejahung eines kleinen Kataloges frommer (?)
Sätze und dem Charakter einer Pfarrperson, oder ihrer
Verantwortlichkeit und Glaubwürdigkeit, ihren pastoralen,
empathischen, theologischen Fähigkeiten besteht ganz offensichtlich
überhaupt kein Zusammenhang: ohne jede Fantasie kann sich Manuel
ganz fürchterliche Charakterschweine vorstellen, die eilfertig ihr
Kreuzchen achtmal auf Ja setzen – und umgekehrt ist es auch nicht
schwer zu denken, dass wundervolle, engagierte, liebevolle und
begabte Kirchenmitarbeiter bei vielen Fragen zögern oder sie
verneinen, ohne dass ihnen damit die Qualifikation für ihr Amt
abgeht… In seinem «Amen der Woche» macht Manuel darum klar,
dass sich die «Qualität» von kirchlichen Verantwortungsträger:innen
nicht durch einen Kreuzchentext sicherstellen lässt – und dass das,
worauf es wirklich ankommt, überhaupt nicht im Verhör zu ermitteln
ist, sondern höchstens in der persönlichen Begegnung…
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