Alternativ konventionell im Mix: Antriebskonzepte in der Logistik

Alternativ konventionell im Mix: Antriebskonzepte in der Logistik

55 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Dieser Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Antriebskonzepte in
der Logistik. Ich begrüße Matthias Rathmann, den
stellvertretenden Geschäftsführer des Verbands Spedition Logistik
Baden-Württemberg und Inhaber von Rathmann Communications. 


In den letzten ein bis zwei Jahren ist eine höhere Dynamik in den
Transportsektor und Logistikbereich eingekehrt, obwohl die
Branche immer noch stark von Diesel-Lkw dominiert wird.


Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Erkenntnis, dass es
zukünftig kein „Universaltalent“ wie den Diesel-Lkw mehr geben
wird, der überall einsetzbar ist. Matthias Rathmann erklärt,
dass der Einsatz von alternativen Antrieben von den jeweiligen
Anforderungen abhängt.


Elektro-Lkw: Diese eignen sich besonders
für planbare Touren im Nah- und Regionalverkehr, da sie die
Rückkehr zum heimischen Depot ermöglichen, wo die
Ladeinfrastruktur aufgebaut werden kann. Die
Wirtschaftlichkeit spielt eine entscheidende Rolle, denn die
Fahrzeuge müssen sich rechnen, auch wenn es am Anfang oft um die
Erprobung geht.


Wasserstoff-Lkw: Sie sind eine Option für
andere Bereiche, da es komplexer ist, sie auf die Straße zu
bringen.


HVO (Hydrierte Pflanzenöle): Als sofort
einsetzbare Alternative können diese Kraftstoffe eine
CO₂-Reduktion von bis zu 90 % bewirken. Der Vorteil ist,
dass HVO bedenkenlos mit Diesel gemischt werden kann und die
meisten Hersteller eine Freigabe erteilt haben. Die Nutzung
von HVO ist aktuell unkompliziert, aber der Mehrpreis muss vom
Kunden getragen werden.


Die Infrastruktur für Lkw ist eine Herausforderung, da sie eine
viel höhere Stromlast benötigt. Während im Pkw-Bereich die
Infrastruktur bereits gut ist, gibt es im Lkw-Bereich noch
Nachholbedarf, obwohl private Unternehmen und die öffentliche
Hand daran arbeiten. Obwohl es bereits Standorte und
Kooperationen gibt, sind die Kosten für eine öffentliche Ladung
mit bis zu 90 Cent pro Kilowattstunde noch sehr hoch.


Matthias Rathmann erläutert, dass trotz des hohen
Anschaffungspreises und der Risiken viele Unternehmen wie die
Spedition Lange-Jansen bereits erfolgreich in alternative
Antriebe investieren. Neue Geschäftsmodelle wie das von
HyLane, das Wasserstoff-Lkw vermietet, bieten Unternehmen die
Möglichkeit, die Technologie ohne hohes Investitionsrisiko zu
testen.


Im Ausblick sehen wir, dass die Elektrifizierung unaufhaltsam
ist, sich aber zeitlich verschieben könnte. Wir sind uns
einig, dass es in Zukunft einen Mix aus optimierten Verbrennern,
Elektro- und Wasserstoff-Lkw geben wird. Auch die
internationale Entwicklung wird besprochen, wobei Norwegen und
die Schweiz als Vorreiter gelten, während in Mittel- und
Osteuropa noch viel Ausbaubedarf besteht.

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