Die Lebenskunst der Dankbarkeit

Die Lebenskunst der Dankbarkeit

3 Minuten

Beschreibung

vor 7 Monaten

Vor kurzem hat uns unser ältester Enkel, eben 18 Jahre alt
geworden, überrascht. Er hat uns gefragt, was wir ihm und seinen
beiden jüngeren Geschwistern als Oma und Opa für ihr Leben
wünschen.
Ich habe sehr spontan geantwortet: Dankbarkeit. Ich
habe hinzugefügt. Dankbarkeit ist eine Lebenshaltung. Es lohnt
sich sie einzuüben. Ganz bewusst zusammentragen, wofür man
dankbar ist. Danken hat es mit Denken zu tun. Was habe ich in
meinem Leben empfangen? Was in letzter Zeit? Ich möchte Menschen
danken, die es gut mit mir meinen, die mir helfen, die sich an
mir freuen. Und ich will Gott danken für so vieles, was ich als
unverdientes Geschenk erkenne. Und auch für das, wo ich anderen
eine Hilfe oder eine Ermutigung war.


Mich hat dazu wieder ganz neu ein Lied von Paul Gerhardt
inspiriert. „Die Lebenskunst der Dankbarkeit“
umschreibt es Reinhard Deichgräber. Es heißt: „Sollt ich
meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar
sein?“ Und dann nennt er in vielen Strophen, wofür er
Gott alles dankbar ist. Danken hat es mit Denken zu tun und mit
der Bereitschaft sich überraschen zu lassen und zu staunen.
Bis auf die letzte Strophe nennt jede die Summe der Dankbarkeit
in einem wiederkehrenden Bekenntnis. Die Melodie dieser
Doppelzeile ähnelt einer Fanfare:
„Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in
Ewigkeit“.


Im Mittelteil der einzelnen Strophen mit einer innigen,
verhaltenen Melodie nennt der Dichter, wofür er Gott dankt. Für
sein Wesen und sein Leben, die ihm Gott im Mutterleib gegeben
hat.
Er staunt und kann es nicht begreifen, dass uns Gott aus Liebe
sein Liebstes gegeben hat, seinen Sohn.
„O du unergründ’ter Brunnen, wie will doch mein schwacher
Geist,
ob er sich gleich hoch befleißt, deine Lieb ergründen
können?“ Eine andere staunenswerte Entdeckung zum
Danken:
„Wenn mein Können, mein Vermögen, nichts vermag, nichts
helfen kann,
kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen
beizulegen.“ Und dann erinnere ich mich an
Situationen, wo ich einfach nicht weiter wusste. Aber dann
spürbar erfahren habe, Gott hat mir einen Weg eröffnet, mit dem
ich nicht gerechnet hatte.
So war es auch mit Stufen des Lebens in Baden. Es wurde mir eine
Tür geöffnet, für drei Jahrzehnte eine Stelle in den
Missionarischen Diensten für Stufen des Lebens einzurichten. Ich
staune immer noch und stimme in das Finale des Liedes ein:
„bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in
Ewigkeit“.


Wofür wollen Sie heute Gott danken?


Mit dankbarem Herzen grüße ich Sie
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15