Joseph Townsend - Über die Armengesetze

Joseph Townsend - Über die Armengesetze

12 Minuten

Beschreibung

vor 11 Monaten

In dieser Folge unterhalten sich zwei KI-Moderatoren über das
o.g. Werk aus dem oeconimus-Verlag.


Joseph Townsend war ein streitbarer Geist des 18. Jahrhunderts -
ein Mann, der sich mit so unterschiedlichen Themen wie Armut,
Medizin, Geologie und Länderkunde beschäftigte. Nach
Studienjahren in Cambridge und Edinburgh und ausgedehnten Reisen
durch Europa veröffentlichte er 1786 sein Werk "Über die
Armengesetze", in dem er die englischen Armengesetze kritisch
unter die Lupe nimmt und das auch heute noch zum Nachdenken
anregt. Seine Analyse ist drastisch: Die Armengesetze, die
eigentlich die Not lindern sollten, erreichen seiner Meinung nach
das Gegenteil - sie fördern Müßiggang und Laster, weil sie
Hoffnung und Furcht als zentrale Triebfedern menschlicher Arbeit
untergraben. Warum soll man arbeiten, wenn man im Notfall ohnehin
versorgt wird?


Staatliche Hilfe, so seine Kritik, untergräbt die
Eigenverantwortung und hält die Armen in Abhängigkeit. Sein
Lösungsvorschlag ist radikal: Die Armengesetze sollen
schrittweise abgeschafft, die Armen der Großzügigkeit der Reichen
überlassen und Werkstätten eingerichtet werden, in denen sie ohne
Almosen ihren Lebensunterhalt verdienen können -
Eigenverantwortung, Fleiß und Sparsamkeit sind für Townsend der
Weg aus der Armut. "Über die Armengesetze" ist ein spannendes
Zeitdokument, das die sozialen und wirtschaftlichen Debatten des
18. Jahrhunderts greifbar macht.


Besonders spannend ist seine Betonung der Eigenverantwortung -
ein Gedanke, der auch in der heutigen Diskussion über
Sozialsysteme mitschwingt -, auch wenn manche Ansichten aus
heutiger Sicht befremdlich oder gar hart wirken.


Den Armen durch freiwillige Spenden zu helfen, ist nicht nur
höchst weise, klug und gerecht; es entspricht nicht nur der
Vernunft und der Offenbarung, sondern ist auch am wirksamsten, um
Elend zu verhindern, und an sich am vorzüglichsten, weil es
anstelle von Groll, Bosheit und Streit die entgegengesetzten und
liebenswürdigsten Neigungen der menschlichen Seele fördert:
Mitleid, Barmherzigkeit und Wohlwollen der Reichen, Liebe,
Ehrfurcht und Dankbarkeit bei den Armen.


Die Idee fordert den modernen Menschen heraus, lädt zum
Widerspruch ein und regt zum Nachdenken an. Wer mitstreiten will,
muß Townsend gelesen haben.





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Joseph Townsend - Über die Armengesetze: Von einem Menschenfreund


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Lysander Spooner - Armut: Ihre gesetzlichen Ursachen und
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