An den Rand gekommen

An den Rand gekommen

3 Minuten

Beschreibung

vor 9 Monaten

Quellen aus denen Leben fließt ist das Kursthema  in diesem
Frühjahr. Darin hören wir eine Geschichte, wie Waltraud Mäschle
sie für den Kurs ausgearbeitet hat. Die möchte ich Ihnen heute
leicht gekürzt, weitergeben. Die Samariterin erzählt: Jeden Tag,
wenn ich hier an den Brunnen komme, um Wasser zu schöpfen, höre
ich die Worte, die Jesus zu mir gesprochen hat. In mir setzt sich
das Gespräch von damals fort und ich buchstabiere Satz für Satz.
Es ist mir, als ob ich tatsächlich von diesem lebendigen Wasser
trinke und erfrischt werde, von dem Jesus gesprochen hat. Jetzt
lebe ich wieder. Jesus selbst ist für mich zur Quelle geworden,
aus der Leben fließt. Vorher konnte man mein „Dasein“ nicht als
Leben bezeichnen. Ich war ausgetrocknet, völlig einsam und von
Misstrauen geprägt, müde gelaufen und durchlöchert von den
Blicken der Menschen, einem verstopften Brunnen gleich und
 dann kam dieser Tag. Wie in Gedanken versunken  ging
ich in der sengenden Sonne zum Brunnen. Da saß Jesus am
Brunnenrand und bat mich ganz selbstverständlich um Wasser. „Gib
mir zu trinken“, sagte er zu mir. Ich sah gleich, dass er ein
jüdischer Mann war. Deshalb war ich sehr verblüfft, dass er mich
überhaupt ansprach. Ich wehrte ab, doch er redete beharrlich
weiter und sprach vom lebendigen Wasser, das er mir geben kann,
wenn ich nur will. Ja, er sprach davon, dass ich nie mehr Durst
haben werde. Ich spürte, dass es mehr sein muss, als ich Moment
begriff. Der Gedanke gefiel mir, ich bekam Vertrauen zu diesem
Fremden. Ganz unvermittelt forderte er mich auf, meinen Mann zu
holen. Damit traf er mitten ins Herz, genau an meine wunde
Stelle. Aber eigenartig, seine Worte waren nicht verletzend oder
bloßstellend, sondern befreiend. Ich höre sie noch ganz deutlich,
klar und bestimmt. Dabei hat er mich angesehen, als wollte er
sagen: “Ich kenne Deine unerfüllte Sehnsucht, ich kenne Deine
Schuld, ich kann das gut ertragen.“ Dann formulierte er für mich
ein Schuldbekenntnis:“ Fünf  Männer hast Du gehabt…“ Er
sprach mir aus der Seele. Alle diese Beziehungen hatten meinen
Hunger, meine Lebenssehnsucht  nicht gestillt. Wie recht er
hatte. Ich ahnte, dass er ein Mehr für mich hat. Plötzlich gingen
mir die Augen auf: “Er ist Christus, der Messias, auf den wir
warten“. Das lebendige Wasser, das er hat, ist er selber. Ich
fühlte, als ob eine Quelle durch mich hindurchfließt. Das wollte
ich nicht für mich behalten und rannte zurück ins Dorf. Ich hatte
keine Angst mehr vor den andern. Er stand am Brunnenrand als ich
völlig an den Rand gekommen war. Er machte mein Leben wieder
lebendig.


 Das wünsche ich auch Ihnen. Ihre Margret Trojer 

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