Guten Morgen, Frau Heineke!
Axel Brüggemann im Gespräch mit der Countrymanagerin von Qobuz
28 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 10 Monaten
Der Streaminganbieter Qobuz ist der erste, der seine
Verteil-Mechanismen öffentlich macht. Ein Gespräch mit der
Country-Managerin für Deutschland, Mareile Heineke. PARIS – Der
Streaminganbieter Qobuz, versteht sich als Verfechter fairer
Künstlerausschüttungen und hoher Klangqualität. Nun hat er erstmals
detaillierte Einblicke in seine Zahlungen an Rechteinhaber gegeben.
Im Jahr 2024 zahlte Qobuz durchschnittlich rund 0,018 Euro pro
Stream, »das heißt, für 1000 Streams zahlen wir rund 18 Euro und
zwei Cent«, erklärt Mareile Heineke, Countrymanagerin für die
DACH-Region bei Qobuz, im Gespräch mit dem Podcast Backstage
Classical. Zählung beginnt ab 30 Sekunden Pro abgespieltem Titel,
der länger als 30 Sekunden gehört wird, zahlt Qobuz den genannten
Betrag. Das gängige Abrechnungsmodell in der Branche,
einschließlich Qobuz, basiert auf dem »Marketshare«, bei dem alle
Streams in einen Topf fließen und proportional verteilt werden.
Nutzerzentrierte Modelle, bei denen jeder einzelne Stream direkt
einem Künstler zugeordnet und vergütet wird, seien laut Heineke
noch wenig ausgereift. Auch der Average Revenue per User ist bei
Qobuz überdurchschnittlich hoch. »Der durchschnittliche Umsatz pro
User liegt bei ungefähr 118 Euro, während der Marktdurchschnitt bei
21,73 Euro liegt«, sagte Heineke und führte diesen signifikant
höheren Durchschnitt darauf zurück, dass Qobuz im Gegensatz zu
vielen Konkurrenten keine kostenlosen, werbefinanzierten
Abonnements anbietet. Qobuz behält einen Teil der
Abonnementgebühren ein, um die eigenen Kosten zu decken: Etwa 70%
des Umsatzes werden an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Von
Menschen kuratiert Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von Qobuz
gegenüber anderen großen Streamingplattformen sei der starke Fokus
auf redaktionelle Kuration anstelle von Algorithmen. »Alles, was
wir den Userinnen und Usern präsentieren, ist von unserer Redaktion
von Hand ausgewählt«, betonte Heineke. Qobuz sehe darin ein
wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Die Playlists und Empfehlungen
werden von einem Redaktionsteam zusammengestellt, das jede Woche
Neuerscheinungen sichtet und Rezensionen verfasst, um den Nutzern
ein »gesamtheitliches Erlebnis« zu bieten. Diese Philosophie
spiegele sich auch in der Entscheidung wider, Klassik nicht in
einer separaten App auszulagern, sondern im Standardangebot zu
integrieren, um so ein breiteres Publikum anzusprechen. »Wir
möchten, dass die Klassik auch ein größeres Publikum anspricht«,
bekräftigte Heineke. Die Katalogisierung von klassischer Musik
stellt für Streamingdienste aufgrund der Komplexität von Werken,
Interpreten und Satzbezeichnungen eine besondere Herausforderung
dar. Qobuz begegnet dieser Herausforderung durch die Anreicherung
der Metadaten auf Album- und Trackebene, um detaillierte
Informationen zu Komponisten, Interpreten, Toningenieuren und
weiteren Beteiligten bereitzustellen. Das Ende der CD? Bezüglich
der Zukunft der CD äußerte sich Heineke skeptisch: »Ich glaube, die
CD wird langfristig nicht bestehen. Das liegt einfach daran, dass
es kein besonders schönes Medium ist – also rein vom vom haptischen
und visuellen her.« Im Gegensatz dazu erlebe die Schallplatte als
physisches »Kunstobjekt« derzeit eine Renaissance. Im Unterschied
zu einigen anderen Plattformen ermöglicht Qobuz Amateuren nicht,
ihre Musik direkt hochzuladen. Stattdessen ist eine Zusammenarbeit
mit einem digitalen Vertrieb erforderlich, um die Musik auf die
Plattform zu bringen und Streaming-Manipulationen vorzubeugen. Für
unabhängige Künstler existieren jedoch sogenannte technische
Aggregatoren, die diese Vertriebsrolle übernehmen können. Heineke
wies auch auf nationale Unterschiede im Musikgeschmack hin. So
würden französische Nutzer tendenziell mehr französische Musik und
World Music hören als beispielsweise deutsche Konsumenten. Mit
Blick auf die Zukunft der Musikindustrie erwartet Heineke eine
zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz, sieht aber
gleichzeitig einen wachsenden Wunsch de
Verteil-Mechanismen öffentlich macht. Ein Gespräch mit der
Country-Managerin für Deutschland, Mareile Heineke. PARIS – Der
Streaminganbieter Qobuz, versteht sich als Verfechter fairer
Künstlerausschüttungen und hoher Klangqualität. Nun hat er erstmals
detaillierte Einblicke in seine Zahlungen an Rechteinhaber gegeben.
Im Jahr 2024 zahlte Qobuz durchschnittlich rund 0,018 Euro pro
Stream, »das heißt, für 1000 Streams zahlen wir rund 18 Euro und
zwei Cent«, erklärt Mareile Heineke, Countrymanagerin für die
DACH-Region bei Qobuz, im Gespräch mit dem Podcast Backstage
Classical. Zählung beginnt ab 30 Sekunden Pro abgespieltem Titel,
der länger als 30 Sekunden gehört wird, zahlt Qobuz den genannten
Betrag. Das gängige Abrechnungsmodell in der Branche,
einschließlich Qobuz, basiert auf dem »Marketshare«, bei dem alle
Streams in einen Topf fließen und proportional verteilt werden.
Nutzerzentrierte Modelle, bei denen jeder einzelne Stream direkt
einem Künstler zugeordnet und vergütet wird, seien laut Heineke
noch wenig ausgereift. Auch der Average Revenue per User ist bei
Qobuz überdurchschnittlich hoch. »Der durchschnittliche Umsatz pro
User liegt bei ungefähr 118 Euro, während der Marktdurchschnitt bei
21,73 Euro liegt«, sagte Heineke und führte diesen signifikant
höheren Durchschnitt darauf zurück, dass Qobuz im Gegensatz zu
vielen Konkurrenten keine kostenlosen, werbefinanzierten
Abonnements anbietet. Qobuz behält einen Teil der
Abonnementgebühren ein, um die eigenen Kosten zu decken: Etwa 70%
des Umsatzes werden an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Von
Menschen kuratiert Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von Qobuz
gegenüber anderen großen Streamingplattformen sei der starke Fokus
auf redaktionelle Kuration anstelle von Algorithmen. »Alles, was
wir den Userinnen und Usern präsentieren, ist von unserer Redaktion
von Hand ausgewählt«, betonte Heineke. Qobuz sehe darin ein
wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Die Playlists und Empfehlungen
werden von einem Redaktionsteam zusammengestellt, das jede Woche
Neuerscheinungen sichtet und Rezensionen verfasst, um den Nutzern
ein »gesamtheitliches Erlebnis« zu bieten. Diese Philosophie
spiegele sich auch in der Entscheidung wider, Klassik nicht in
einer separaten App auszulagern, sondern im Standardangebot zu
integrieren, um so ein breiteres Publikum anzusprechen. »Wir
möchten, dass die Klassik auch ein größeres Publikum anspricht«,
bekräftigte Heineke. Die Katalogisierung von klassischer Musik
stellt für Streamingdienste aufgrund der Komplexität von Werken,
Interpreten und Satzbezeichnungen eine besondere Herausforderung
dar. Qobuz begegnet dieser Herausforderung durch die Anreicherung
der Metadaten auf Album- und Trackebene, um detaillierte
Informationen zu Komponisten, Interpreten, Toningenieuren und
weiteren Beteiligten bereitzustellen. Das Ende der CD? Bezüglich
der Zukunft der CD äußerte sich Heineke skeptisch: »Ich glaube, die
CD wird langfristig nicht bestehen. Das liegt einfach daran, dass
es kein besonders schönes Medium ist – also rein vom vom haptischen
und visuellen her.« Im Gegensatz dazu erlebe die Schallplatte als
physisches »Kunstobjekt« derzeit eine Renaissance. Im Unterschied
zu einigen anderen Plattformen ermöglicht Qobuz Amateuren nicht,
ihre Musik direkt hochzuladen. Stattdessen ist eine Zusammenarbeit
mit einem digitalen Vertrieb erforderlich, um die Musik auf die
Plattform zu bringen und Streaming-Manipulationen vorzubeugen. Für
unabhängige Künstler existieren jedoch sogenannte technische
Aggregatoren, die diese Vertriebsrolle übernehmen können. Heineke
wies auch auf nationale Unterschiede im Musikgeschmack hin. So
würden französische Nutzer tendenziell mehr französische Musik und
World Music hören als beispielsweise deutsche Konsumenten. Mit
Blick auf die Zukunft der Musikindustrie erwartet Heineke eine
zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz, sieht aber
gleichzeitig einen wachsenden Wunsch de
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