Guten Morgen, Regietheater!

Guten Morgen, Regietheater!

Axel Brüggemann im Gespräch mit Kornelius Paede
34 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
Kornelius Paede und Axel Brüggemann diskutieren die Relevanz des
Regietheaters und die Notwendigkeit, den Theaterbegriff neu zu
denken. Regietheater-Debatte überwinden: Paede betont, dass die
ständige Diskussion über Regietheater überholt ist. Stattdessen
sollten dringendere Fragen nach der Relevanz des Musiktheaters,
seinen Strukturen und alternativen Spielorten diskutiert werden.
Realität als Bühne: Laut Paede ist die reale Welt, insbesondere die
Politik, oft theatralischer als das traditionelle Theater. Er
fragt, wie Theater auf diese Verschiebung reagieren und einen Bezug
zur Realität herstellen kann. Interpretationskulturen: Paede
erklärt, dass es im Theater zwei unterschiedliche
Interpretationskulturen gibt: Intention und Buchstabentreue. Er
argumentiert, dass ein Missverständnis zwischen diesen Kulturen
besteht, das überwunden werden sollte. Theater als Diskursraum:
Brüggemann und Paede diskutieren, ob das Theater als politischer
Diskursraum an Attraktivität verloren hat. Paede schlägt vor, dass
Theater aus seiner Komfortzone heraustreten und sich für neue
Formen öffnen muss, um relevant zu bleiben. Schlingensief als
Vorbild: Brüggemann und Paede erwähnen Christoph Schlingensief als
einen Künstler, der die Grenzen zwischen Theater und Realität
verschwommen hat. Seine Aktionen, wie "Ausländer raus", haben
gezeigt, wie Theater politisch wirken kann. Ästhetisierung des
Lebens: Paede verweist auf den Kunstwissenschaftler Wolfgang
Ulrich, der argumentiert, dass die Vorstellungen von Ästhetik sich
verändert haben und das Theater neben anderen Lebensbereichen
steht. Neue Aufgabe des Theaters: Päde und Paede betonen, dass das
Theater eine neue Aufgabe finden muss, da die traditionellen Formen
des politischen Theaters nicht mehr die gleiche Wirkung erzielen.
Sie schlagen vor, dass Theater lernen muss, mit den
"Gefühlspolitiken" umzugehen und eine neue Art von Leichtigkeit und
Überlegenheit zu demonstrieren. Zusammenarbeit und Öffnung: Paede
schlägt vor, dass Theater sich für Kooperationen mit anderen
Kulturbereichen öffnen sollte, insbesondere mit der Popkultur. Er
betont, dass es wichtig ist, Privilegien abzugeben und andere
Kulturen in ihrer Eigengesetzlichkeit zu akzeptieren. Digitale
Kultur: Brüggemann kritisiert, dass das Digitaltheater oft hinter
den Entwicklungen in der digitalen Welt zurückbleibt. Paede
ergänzt, dass Theater digitale Kulturtechniken nicht als etwas
Anderes betrachten darf, sondern als eine eigenständige Form.
Neuanfang: Am Ende des Gesprächs betonen Paede und Brüggemann die
Notwendigkeit, den Theaterbegriff neu zu denken und die Chance zu
nutzen, eine »große leere Welt« neu zu bespielen. Paede schließt
mit dem Plädoyer, das Theater nicht mit den Regeln der Großväter zu
bespielen, sondern radikal neue Wege zu gehen.

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