Lass die Toten ihre Toten begraben
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Beschreibung
vor 11 Monaten
Noch sechs Wochen haben wir in Kirche und Gemeindehaus einen
Schatz von 80 Bildern zu Jesus-Geschichten aus den Evangelien.
Wir stehen immer wieder vor den Bildern und staunen über ihre
Originalität und Aussagekraft.
Gérard Lattier hat sie mit seiner eigenen Geschichte verbunden.
Ein Bild berührt mich besonders. In der Mitte steht Jesus. Seine
rechte Hand hat er auf die rechte Schulter eines jungen Mannes
gelegt. Der linke Arm ist ausgestreckt, die übergroße Hand ist
geöffnet dem Betrachter zugewandt. Sein Blick geht wie seine Hand
nach links. Sie ist dem Leben zugewandt. Den jungen Mann will er
ins Leben mitnehmen.
Gérard Lattier ist Maler und Erzähler. Sein Bild hat er in einem
Schriftband mit zwei Jesusworten betitelt: „Lass die Toten ihre
Toten begraben und komme mit mir, denn ich bin das LEBEN.“ Ein
Nachfolgewort und ein Ich-bin-Wort. Gérard erzählt:
Ein junger Mann sagt zu Jesus: „Ich will mit dir gehen und dir
nachfolgen – aber mein Vater ist gerade gestorben, ich muss noch
bleiben und ihn beerdigen, dann komme ich.“ Jesus sagt zu dem
jungen Mann: „Lass die Toten ihre Toten begraben und komme mit
mir, denn ich bin das Leben.“
Und dann erzählt Gérard persönlich seine Geschichte in die
Jesusgeschichte hinein:
Auf diesem Bild hab ich mich selber gemalt, als kleinen Buben,
mit meiner Mama, die mich als junge Witwe jeden Sonntagnachmittag
auf den Friedhof von Sainte Baudile mitnahm, zum Grab von Papa.
Mama, liebe Mama! Komm bitte du mit mir! Zum LEBEN müssen wir
gehen!
Die Geschichten von Jesus in unser Leben hineinziehen. Und ihn in
ihnen finden. Aber auch alles aufnehmen, was unser Leben
ausmacht. Gérard Lattier hat Tod, Schmerz und Trauer in seinem
Bild aufgenommen. Rechts von Jesus ein Leichenzug und Gräber und
das Grab seines Vaters Marcel Lattier. Neben dem Grab die Mutter
mit verhülltem Gesicht und er als kleiner Junge mit einer Blume
in der Hand. Über allem ein dunkler Himmel und Flugzeuge die
Bomben abwerfen. Feuerblitze. Der Tod ist mächtig.
Aber links von Jesus das blühende Leben, ein heller Himmel. Die
Lieblingstiere des Künstlers: die Katze Kilou, die Ziehharmonika
spielt, die Schildkröte mit Tröte und der Hase Duracell, der
Dauertrommler. Und alle Tiere haben Junge. Und in einem Körbchen
liegt ein Baby. Im Hintergrund das Heimatdorf seiner Großeltern,
Ruoms mit Kirche, Hausberg und der Ardèche mit Brücke. Über allem
ein heller blauer Himmel. Das Leben ist mächtiger als der Tod.
Weil Jesus den Tod besiegt hat. „Zum LEBEN müssen wir gehen!“
sagt der Auferstandene zum jungen Mann.
Herzliche Einladung nach Linkenheim bei Karlsruhe und liebe Grüße
Hans-Martin Steffe
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