Die Sprache der Liebe

Die Sprache der Liebe

Michael Köhlmeiers neues Buch beschreibt den Befreiungsdrang in der Liebe der Siebzigerjahre. Außerdem im Bücherpodcast: Jonas Lüscher erzählt von seiner Covid-Erkrankung.
55 Minuten

Beschreibung

vor 11 Monaten
Wann war das noch mal, als man über Sex sprach wie Ingenieure über
den Bau einer Brücke? In der neuen Folge unseres Buch-Podcasts „Was
liest du gerade?“ diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
über das neue Buch von Michael Köhlmeier, „Die Verdorbenen“. Darin
geht es um die Liebe in den wüsten Siebzigerjahren, als man sich
von allen Liebeskonventionen befreien wollte und nicht wusste, wie
das geht. Die langweilige, „warmbackene“ Liebe der Eltern war kein
Vorbild mehr. Man wollte lieber gefährlich, radikal und unbedingt
sein. Die Anleitung zum Lieben kam aus Filmen und Büchern. Auf die
Frage, was es ist, das man im Leben auf alle Fälle wenigstens
einmal tun möchte, hatte man dann manchmal nur die schlimmste aller
möglichen Antworten. Außerdem geht es um den gefeierten neuen Roman
„Verzauberte Vorbestimmung“ von Jonas Lüscher. Nach seiner schweren
Covid-Erkrankung, die der Autor nur mithilfe hoch technisierter
Apparatemedizin überlebte, hat er ein wildes Buch über das
Verhältnis von Mensch und Maschine geschrieben. Es geht auf den
Spuren des Schriftstellers Peter Weiss nach Südfrankreich und
Böhmen, aber auch nach Ägypten und in eine von Cyborgs bevölkerte
Zukunft. Eindrückliche Todesbilder und düstere Träume von einer
menschenleeren, durchtechnisierten Maschinenwelt begleiten diese
Reise. Am Ende ist es auch hier die Liebe, die alles retten darf.
Unser Zitat der Woche kommt aus dem Roman „Monique bricht aus“ von
Édouard Louis (aus dem Französischen von Sonja Finck), in dem der
französische Autor von der Befreiung seiner Mutter aus einer
gewaltvollen Liebesbeziehung zu einem alkoholabhängigen Pariser
Hausmeister berichtet. Unser Klassiker ist passend zu dem Roman von
Jonas Lüscher: Peter Weiss' Novelle „Der Schatten des Körpers des
Kutschers“. Der 1960 zum ersten Mal erschienene Miniroman ist in
seinem überwältigenden, hyperpräzisen Beschreibungsrausch womöglich
ein Vorbild für den Stil von Jonas Lüscher. Aber auch sonst ist er
ein mitreißendes kleines Werk deutscher Nachkriegsliteratur, dessen
mächtige Innovationskraft bis heute anhält. Das Team von "Was liest
du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.  
Literaturangaben: Michael Köhlmeier: „Die Verdorbenen“, Hanser
Verlag, 160 S., 23 Euro  Jonas Lüscher: „Verzauberte
Vorbestimmung“, Carl Hanser Verlag, 352 S., 26 Euro Édouard Louis:
„Monique bricht aus“, S. Fischer Verlag, 160 S., 22 Euro Peter
Weiss: „Der Schatten des Körpers des Kutschers“, Suhrkamp Verlag,
100 S., 15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr
hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle
Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen
möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's
zum Angebot. 

Weitere Episoden

Vom Morden und vom Lieben
44 Minuten
vor 5 Tagen
So war das Sachbuchjahr 2025
49 Minuten
vor 3 Wochen
Das Unheimliche wird alltäglich
40 Minuten
vor 1 Monat
Vier Sachbücher zum Verschenken
49 Minuten
vor 1 Monat
Lost in Venedig
40 Minuten
vor 2 Monaten

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

Starte jetzt mit Deinem eigenen Podcast!

Teste unser Podcast-Hosting kostenlos und unverbindlich für 30 Tage.

www.podcaster.de

#EinfachPodcasten #WerdePodcaster

15
15