Bundestagswahl-Extra: Rente am Limit - wer rettet unsere Altersvorsorge?
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vor 1 Jahr
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“
diskutieren Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit Prof. Dr.
Martin Werding, einem der führenden Rentenexperten Deutschlands,
über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Die
Rentenkassen stehen unter massivem Druck: Immer weniger
Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren, während die
Bundeszuschüsse aus Steuermitteln weiter steigen. Wie kann die
Rente langfristig gesichert werden, ohne die junge Generation zu
überlasten? Welche Reformen sind notwendig, und warum wagt die
Politik keine Veränderungen?
Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des
Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur
ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde
Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits
bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden
Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und
Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und
viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während
Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System
überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten
Neustart?
Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit
Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das
Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die
Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere
Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger
zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die
heute Mitte 30 sind?
Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding
erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das
Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach
schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente
für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und
wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger
arbeiten?
Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf
drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen?
Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und
was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu
schützen?
Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise
unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend
nötig wären.
Zur Person
Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und
öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964
in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der
Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der
Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität
München und an der Universität Passau fortsetzte.
Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau
leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und
Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen,
Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik,
Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist
Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur
Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt
als "die Wirtschaftsweisen".
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