Weggebrochene Russlandgeschäfte

Weggebrochene Russlandgeschäfte

3 Minuten

Beschreibung

vor 3 Jahren

Am Mittwoch ist es genau ein halbes Jahr her, dass Russland die
Ukraine angegriffen hat. Und was hat diese blutige Invasion außer
Zerstörung Putin gebracht? Man weiß es nicht genau. Russland
vermeldet offiziell einen Rückgang des BIP im zweiten Quartal
2022 von vier Prozent, nach einem Zuwachs von 3,5 Prozent im
ersten Quartal. Das klingt mehr unglaubwürdig als unglaublich.
Andererseits, so tief dürfte Russland auch nicht in die Rezession
gerutscht sein: Immerhin sin die chinesischen Importe nach
Russland massiv angestiegen: von 3,8 Milliarden US-Dollar im
April 2022 auf 6,8 Milliarden US-Dollar im Juli, das sind 27
Prozent mehr als noch im Juli des Vorjahres, gibt das Research
der Bank Berenberg zu bedenken. Zwar sind auch die Rohölexporte
Russlands in die EU um neun Prozent im Juni gegenüber dem
Vergleichsmonat des Vorjahres zurückgegangen. Wertmäßig seien sie
allerdings durch den Anstieg des Rohölpreises um 37 Prozent
gestiegen.


Laut offiziellen russischen Zahlen ist das Volumen der
Unternehmenskredite auch um 9,4 Prozent vom Februar bis zum Juni
2022 eingebrochen. In einer tiefen Rezession dürfte Russland bei
den Energiepreisen dennoch noch nicht stecken. Trotz allem ist
aber das Exportvolumen zurückgegangen, der Zugriff auf westliches
Kapital und westliche Technologie wurde sehr erschwert und
300.000 gebildete Russen dürften seit dem Ukraine-Angriff
Russland verlassen haben und die Kosten für Repressionen im
eigenen Land steigen, so die Berenberg-Experten. Kein guter Boden
für Russlandgeschäfte, was man vor allem bei vielen deutschen
börsennotierten Industrieunternehmen bedenken sollte, die noch
oder gerade nicht mehr in Russland aktiv sind: Der Rückzug aus
Russland hat Siemens 600 Millionen Euro gekostet. Stark trifft es
auch Linde, die für die Aufgabe des Russlandgeschäfts im zweiten
Quartal eine Sonderabschreibung von fast einer Milliarde
US-Dollar vermerken. Man hätte dort noch Aufträge von zwei
Milliarden Dollar stehen, hat aber sämtliche Neugeschäfte in
Russland vorerst gestoppt. Ob Henkel, Siemens, Linde – alles
hervorragende deutsche Industrieperlen, die ich aber derzeit -
das ist meine persönliche Meinung – nicht fischen würde, solange
die geopolitische Lage so angespannt  und kein Licht am Ende
des Tunnels zu sehen ist.


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Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von
getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia
Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine
Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung,  sondern nur um die
persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Unssplash/Alina Grubnyak

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