Die Abenteuer des kleinen Jesus

Die Abenteuer des kleinen Jesus

3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

Zurzeit hüten wir einen Schatz von 80 Bildern in unserer
evangelischen Kirche und unserem Gemeindehaus in Linkenheim. Sie
bilden die Ausstellung: Das Evangelium nach dem heiligen Lattier.
Gérard Lattier hat diese Bilder zu Geschichten der Evangelien zu
malen und zu erzählen begonnen, als er 68 Jahre alt war. Und er
malt immer noch Bilder der Evangelien mit inzwischen 87 Jahren.


Vor einer Woche habe ich eines der Bilder im Gottesdienst in der
Predigt aufgenommen.
Es heißt: „Die Abenteuer des kleinen Jesus“. Das Evangelium für
den zweiten Sonntag nach dem Christfest ist in unserer Bibel
sachlicher und nüchterner überschrieben: „Der zwölfjährige Jesus
im Tempel“. Aber Gérard Lattier formuliert fetziger: „Die
Abenteuer des kleinen Jesus“.
Jesus sieht auf diesen Bildern eher wie ein Siebenjähriger aus
mit kindlichen Zügen, einem Schnuller um den Hals und einem
Teddybären am Armgelenk.


Gérard malt erzählend und erzählt malerisch: „Man weiß nicht
sonderlich viel von der Kindheit Jesu. Er soll, scheint’s immer
brav gewesen sein. Aber trotzdem: eines Tages war er für drei
Tage verschwunden! Seine armen Eltern sind total aus dem
Häuschen. Sie suchen ihn überall. Nach drei Tagen verrückt vor
Angst, finden sie ihn endlich wieder. Er ist im Tempel mitten
unter den Schriftgelehrten. Er diskutiert mit ihnen – und er
verblüfft sie mit seiner frühen Weisheit.“


Von den vier comicartigen Bildern zur Geschichte in vier Szenen
ist das dritte besonders provozierend. Maria aufgelöst in Tränen
und voller Panik im ersten Bild, steht jetzt gelöst da, weint nur
noch aus Glück über den wiedergefundenen Sohn und lächelt. Aber
Josef ist sauer, schwingt einen Gürtel über dem Knaben: „Er
schüttelt seinen Sohnemann und sagt zu ihm: ‚Du verflixter
Lausebengel! Hättest du uns nicht sagen können, wo du hingehst?
Deine Mutter ist schier wahnsinnig vor Unruhe. Wenn du sie noch
weiter so in Panik jagst, dann bringst du sie noch um!‘“ 


Zum krassen Kontrast erscheint Jesus in den Bildern dieser
Geschichte wie eine Ikone vom Segnenden Christus. Im letzten Bild
erlöst er Maria von ihren Sorgen und entwaffnet Josef, denn der
kleine Jesus lächelt und sagt: „Warum macht ihr euch den Sorgen
um mich? Ich bin doch hier im Haus meines Vaters.“


Bis zum 24. Januar ist das Bild im Original noch zu sehen. Ab dem
25. Januar haben wir eine neue Ausstellung mit den
Evangelienbilder von Gérard Lattier zu Passion, Ostern und
Pfingsten.
Herzliche Einladung nach Linkenheim ein paar Kilometer nördlich
von Karlsruhe gelegen
und liebe Grüße


Ihr und Euer Hans-Martin Steffe

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15