Simone Menne (AmCham): "Deutsche Unternehmen optimieren, aber stellen ihr Geschäftsmodell nicht infrage"
35 Minuten
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vor 1 Jahr
Simone Menne kennt die Wirtschaftswelt von allen Seiten. Als erste
Frau wurde sie bei der Lufthansa CFO eines DAX-Konzerns, heute
sitzt sie in mehreren Aufsichtsräten und ist Präsidentin der
American Chamber of Commerce. Die 64-jährige Managerin sieht
Deutschland an einem Wendepunkt - besonders mit Blick auf die USA
und eine mögliche zweite Trump-Präsidentschaft. "Menschen per se
ändern sich nicht gerne. Das ist Fakt. Gewohnheiten haben rein
evolutionär gewisse Vorteile", sagt Menne. Das mache Transformation
in Unternehmen besonders schwer. "Wir optimieren, aber wir stellen
unsere Geschäftsmodelle nicht infrage." Mit Sorge blickt die
Managerin auf die neue Trump-Administration. "Das Schwierige in der
Vorbereitung ist, wenn sich Ihre Partner, Handelspartner,
politische Partner nicht erwartungsgemäß verhalten", sagt Menne.
Unternehmen müssten verschiedene Szenarien durchspielen: "Was würde
passieren, wenn wir auf alle Importe in die USA 10 Prozent Zölle
hätten und China mit 60 Prozent Zöllen belegt wäre?" Die ehemalige
Lufthansa-Finanzchefin, die heute eine Kunstgalerie in Kiel
betreibt, rät zu strategischer Gelassenheit: "Wir sollten nicht
einfach 'Oh ja, dann knicken wir ein' sagen, weil ein Herr Trump
sagt 'Das mache ich nicht mit euch'", erklärt sie ihre
Vorgehensweise. "Stattdessen sollte man sagen: Dann sieh zu, was
die USA ohne Europa machen." Besonders wichtig sei der Zusammenhalt
in Europa: "Das ist ein ganz wichtiger Punkt." Sie empfiehlt, sich
auf einzelne US-Bundesstaaten zu konzentrieren: "Wenn Kalifornien
sagt, wir machen das alleine für uns und wir meinen, es sollte
ethische Grundlinien geben, dann ist das sehr schwer, sich als
Wisconsin oder Connecticut dagegenzustellen." Auch die deutsche
Bürokratie müsse radikal verschlankt werden. "Als ich angefangen
habe zu arbeiten, hat man Buchhaltung noch mit einem Stift gemacht.
Das macht heute alles SAP automatisch und trotzdem haben sie noch
so viele Leute im Rechnungswesen. Warum? Weil wir versuchen, alles
zu kontrollieren", kritisiert Menne. SIe verweist auf positive
Beispiele wie Bayer-Chef Bill Anderson: "Der baut massiv um und
geht wirklich weg von Hierarchie, geht nur auf Projektstrukturen.
Also rein kulturell ist das ein massiv disruptiver Umbau eines
Unternehmens." "Wir dürfen uns nicht in die Depression
hereinreden", mahnt die Managerin. "Es verhungern wesentlich
weniger Leute, es sind mehr Leute in Bildung, es werden mehr Kinder
geimpft - und das sind eben auch Fortschritte, für die es sich
lohnt, weiterzuarbeiten." Sie haben Fragen für Frauke Holzmeier und
Andreas Laukat? Dann schreiben Sie eine E-Mail an
sotechtdeutschland@ntv.de Unsere allgemeinen
Datenschutzrichtlinien finden Sie unter
https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Alle Rabattcodes
und Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier:
https://linktr.ee/sotechtdeutschland Unsere allgemeinen
Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy.
Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter
https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.
Frau wurde sie bei der Lufthansa CFO eines DAX-Konzerns, heute
sitzt sie in mehreren Aufsichtsräten und ist Präsidentin der
American Chamber of Commerce. Die 64-jährige Managerin sieht
Deutschland an einem Wendepunkt - besonders mit Blick auf die USA
und eine mögliche zweite Trump-Präsidentschaft. "Menschen per se
ändern sich nicht gerne. Das ist Fakt. Gewohnheiten haben rein
evolutionär gewisse Vorteile", sagt Menne. Das mache Transformation
in Unternehmen besonders schwer. "Wir optimieren, aber wir stellen
unsere Geschäftsmodelle nicht infrage." Mit Sorge blickt die
Managerin auf die neue Trump-Administration. "Das Schwierige in der
Vorbereitung ist, wenn sich Ihre Partner, Handelspartner,
politische Partner nicht erwartungsgemäß verhalten", sagt Menne.
Unternehmen müssten verschiedene Szenarien durchspielen: "Was würde
passieren, wenn wir auf alle Importe in die USA 10 Prozent Zölle
hätten und China mit 60 Prozent Zöllen belegt wäre?" Die ehemalige
Lufthansa-Finanzchefin, die heute eine Kunstgalerie in Kiel
betreibt, rät zu strategischer Gelassenheit: "Wir sollten nicht
einfach 'Oh ja, dann knicken wir ein' sagen, weil ein Herr Trump
sagt 'Das mache ich nicht mit euch'", erklärt sie ihre
Vorgehensweise. "Stattdessen sollte man sagen: Dann sieh zu, was
die USA ohne Europa machen." Besonders wichtig sei der Zusammenhalt
in Europa: "Das ist ein ganz wichtiger Punkt." Sie empfiehlt, sich
auf einzelne US-Bundesstaaten zu konzentrieren: "Wenn Kalifornien
sagt, wir machen das alleine für uns und wir meinen, es sollte
ethische Grundlinien geben, dann ist das sehr schwer, sich als
Wisconsin oder Connecticut dagegenzustellen." Auch die deutsche
Bürokratie müsse radikal verschlankt werden. "Als ich angefangen
habe zu arbeiten, hat man Buchhaltung noch mit einem Stift gemacht.
Das macht heute alles SAP automatisch und trotzdem haben sie noch
so viele Leute im Rechnungswesen. Warum? Weil wir versuchen, alles
zu kontrollieren", kritisiert Menne. SIe verweist auf positive
Beispiele wie Bayer-Chef Bill Anderson: "Der baut massiv um und
geht wirklich weg von Hierarchie, geht nur auf Projektstrukturen.
Also rein kulturell ist das ein massiv disruptiver Umbau eines
Unternehmens." "Wir dürfen uns nicht in die Depression
hereinreden", mahnt die Managerin. "Es verhungern wesentlich
weniger Leute, es sind mehr Leute in Bildung, es werden mehr Kinder
geimpft - und das sind eben auch Fortschritte, für die es sich
lohnt, weiterzuarbeiten." Sie haben Fragen für Frauke Holzmeier und
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Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy.
Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter
https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.
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