Podcaster
Episoden
27.01.2026
23 Minuten
Was haben Millionen Menschen am 9. Dezember gemacht? Sie haben ein
Champions-League-Spiel gestreamt: FC Barcelona gegen Eintracht
Frankfurt. Was kaum jemand weiß: Genau dieses Spiel hat weltweit
den höchsten Datenverkehr des Jahres ausgelöst – gemessen an einem
Internetknoten in Frankfurt. Während Deutschland über Künstliche
Intelligenz diskutiert, aber beim Einsatz oft zögert, zeigt dieser
Datenrekord, wie stark digitale Nutzung bereits unseren Alltag
prägt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos war KI eines der
dominierenden Themen - direkt nach Donald Trump und der Geopolitik.
Doch zwischen politischen Debatten und Unternehmensankündigungen
wird eine andere Frage immer wichtiger: Hält unsere digitale
Infrastruktur da überhaupt noch mit? In dieser Folge sprechen wir
mit Rasmus Rothe, Gründer von Merantix und Vorsitzender des
KI-Bundesverbands, über den Stand von KI in Deutschland, über
zögerliche Industrie, fehlende Investitionen und die Frage
digitaler Souveränität. Außerdem erklärt Thomas King, CTO des
Internetknotenbetreibers DE-CIX, warum der Datenverkehr explodiert,
welche Rolle Streaming und KI spielen – und warum Strompreise und
Energieversorgung zunehmend zum Standortfaktor werden.
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31.12.2025
42 Minuten
2025 war ein Ausnahmejahr. Die Welt taumelte zwischen
technologischem Fortschritt und geopolitischer Unsicherheit,
zwischen KI-Euphorie und wachsendem Zweifel. Während im
Monatsrhythmus neue Large-Language-Modelle (LLM) vorgestellt
wurden, verdichtete sich zugleich das Gefühl, dass wir als
Gesellschaft kaum noch hinterherkommen. Weder mit Denken noch mit
Regulieren. Jetzt steht 2026 vor der Tür. Ein Jahr, das viele
Antworten liefern muss: Wird KI zum Wirtschaftsmotor oder zur
Luftnummer? Was passiert mit dem deutschen Industriemodell? Und
kann Europa im globalen Tech-Wettbewerb überhaupt noch mitreden?
Sascha Pallenberg hat keine Lust mehr auf Hype. Der Tech-Experte,
Ex-Daimler-Manager und langjährige Blogger lebt mittlerweile im
südlich gelegenen Taichung in Taiwan "Etwas ländlicher, zwei
Millionen Einwohner, größtes Kohlekraftwerk der Welt", wie er
trocken bemerkt. Von dort aus beobachtet er, wie sich Deutschland
und Europa durch ein Jahr voller technologischer Umbrüche,
geopolitischer Spannungen und industriepolitischer
Fehlentscheidungen manövriert haben. Sein Fazit: Wir stehen vor
einem fundamentalen Wandel, aber feiern noch immer die falschen
Dinge. "Zwei Wochen nach dem Release von ChatGPT 5.02 rief die
Welt: Das ist jetzt das beste KI-Modell der Welt! Drei Wochen
vorher rief sie das über Gemini 3 von Google. Und nächstes Jahr
geht das wieder so los", sagt Pallenberg. Für ihn ist Künstliche
Intelligenz längst keine disruptive Sensation mehr, sondern eine
technologische Normalität mit massiven Nebenwirkungen. "Wir müssen
uns das einfach mal abgewöhnen. Das ist nichts mehr weltbewegend
Neues." "Warum bauen die so verdammt gut Autos?" Deutlich fällt
seine Kritik an der deutschen Autoindustrie aus. Seiner Meinung
nach hat sie die digitale Transformation verschlafen. Während man
in Wolfsburg und Stuttgart die Modelle von gestern verteidigt,
nehmen chinesische Hersteller wie BYD mit Tempo und Tech-Offensive
Europa ins Visier. "Wir hätten uns schon damals fragen müssen:
Warum bauen die so verdammt gute Autos?" Dass BYD bis 2030 ein
Händlernetz auf Audi-Niveau in Deutschland aufbauen will, sei kein
Zufall, sagt Pallenberg. Es ist eine Kampfansage. Der frühere
Daimler-Manager glaubt, dass es nicht nur um Technologie geht,
sondern auch um Denkweisen: Während in Europa immer noch vom
Lenkrad aus gedacht wird, verstehen chinesische Hersteller das Auto
längst als Teil eines vernetzten Ökosystems. Das Smartphone auf
Rädern ist dort Realität. Und Deutschland? "Hier reden wir immer
noch über Radioempfang". Auch in der geopolitischen Großwetterlage
sieht er Europa an einem Scheideweg. Die EU dürfe sich nicht
erpressbar machen, wenn es um ihre Digitalgesetze wie den DMA oder
DSA geht. "Das Regelwerk der EU ist das stabilste, was wir weltweit
haben. Das ist aus gutem Grund so". Dass die USA Strafzölle als
Druckmittel einsetzen, um Lockerungen zu erreichen, hält er für
brandgefährlich. Sein Ausblick? Ernüchternd, aber klar: "2026 wird
heftig für unsere Gesellschaften, für unsere Industrien und für
unseren Arbeitsmarkt." Und trotz aller Tech-Begeisterung bleibt ihm
ein Wunsch für die nächsten Jahre: Er wolle keine KI, die sich
seine Texte schnappt, sondern eine, "die meine Küche aufräumt". Sie
haben Fragen für Frauke Holzmeier und Andreas Laukat? Dann
schreiben Sie eine E-Mail an sotechtdeutschland@ntv.de Unsere
allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter
https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für
Kalifornien sind unter
https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar.
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24.12.2025
34 Minuten
Lorenz Meier ist Tüftler und Entwickler - und einer der wichtigsten
Köpfe der weltweiten Drohnenentwicklung. Der deutsche Gründer
von Auterion hat gleich mehrere globale Standards geschaffen, die
auch von Konzernen wie Intel oder Sony genutzt werden. "Unser
Betriebssystem ist ein bisschen wie das Linux für Drohnen", erklärt
er. Darauf aufbauend habe Auterion ein System geschaffen, das man
sich wie Android für Drohnen vorstellen kann - inklusive App Store.
Eine Drohne mit dem eigenen Betriebssystem AuterionOS kann
nicht nur fliegen, sondern auch lernen, kommunizieren und gemeinsam
mit anderen Drohnen agieren. Je nachdem, welche Anwendungen
installiert werden. "Wenn man die App installiert, dann ist die
Drohne ab dort schwarmfähig." Auterion ist längst Partner des
US-Militärs und mischt auch bei europäischen Verteidigungsprojekten
mit. Das sei keine rein strategische Entscheidung gewesen, sondern
eine ethische: "Es war nicht die Frage, ob man das entwickelt,
sondern ob man es zurückhält." Meier wird nicht nur vom
Sicherheitsgedanken angetrieben, sondern auch von großen Chancen im
zivilen Bereich. Im Podcast nennt er autonome Logistik bis zur
Einsatzunterstützung der Feuerwehr als Beispiele. Heute fliegen
Drohnen routinemäßig Baustellen ab oder inspizieren Windräder. "Das
sind immer noch niedrige Tausender Stückzahlen und nicht die
Millionen, die sich die Drohnenhersteller wünschen würden", sagt
der Entwickler. Für Deutschland wünscht sich Meier mehr Mut. "Wir
müssen daran arbeiten, kompetitiv sein zu wollen", sagt er. Und
trotz Skepsis mancher US-Techkonzerne glaubt er weiter an den alten
Kontinent: "Das Potenzial ist da. Es liegt an uns, es zu heben."
Dass seine Software bald auf über 100.000 Drohnen laufen wird,
zeigt: Die Zukunft fliegt. Vielleicht bald auch wieder mit
deutscher Technik an Bord. Sie haben Fragen für Frauke Holzmeier
und Andreas Laukat? Dann schreiben Sie eine E-Mail
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17.12.2025
37 Minuten
Die Daten zeigen es seit Jahren: Der Zustand der deutschen
Wirtschaft ist alles andere als gut. Erst vor wenigen Tagen haben
mit dem Ifo-Institut und dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zwei
führende Institutionen ihre Wachstumsprognose für Deutschland nach
unten korrigiert. Zahlen, die Carsten Maschmeyer wenig überraschen.
Sein Blick auf die aktuelle Bundesregierung und deren Versuche,
neue Impulse zu setzen, ist kritisch: "Ich mache mir wie viele
Investoren und Unternehmer Sorgen um unser Land", sagt er im
Podcast. "Wir haben politisch, was die Staatsführung angeht, sehr
schlechte Karten." Warum? Die schwarz-rote Koalition macht nur
wenig besser als die gescheiterte Ampel. "Jetzt haben wir
Koalitionskämpfe. Und eigentlich blockiert die SPD die Dinge, die
für die Wirtschaft notwendig wären." Das Urteil fällt vernichtend
aus: "Wir haben keine Regierung, wir haben eine Blockierung." Trotz
aller Kritik sieht Maschmeyer gerade in jungen Unternehmerinnen und
Unternehmern enormes Potenzial. "Die jungen Menschen, die mit
Willenskraft, mit Ideenreichtum, mit revolutionärem Denken 24/7
arbeiten, die machen mich optimistisch", sagt er. Er glaubt, dass
Deutschland in der Zukunft mit spezialisierten Tech-Lösungen
punkten wird: "Wir werden Nischensieger produzieren können. Das
sind die neuen Hidden Champions, wie früher im Mittelstand."
Besonders prägt ihn dabei die Überzeugung, dass der Mensch
entscheidend ist, nicht das Konzept: "Wir kaufen uns eigentlich in
Gründer ein und nicht Geschäftsmodelle. Gute Gründer machen große
Innovationen." In welchen Bereichen für Maschmeyer der Zug
abgefahren ist und wie lange er sich noch als Investor bei "Die
Höhle der Löwen" sieht, erzählt Carsten Maschmeyer in der neuen
Folge von "So techt Deutschland". Sie haben Fragen für Frauke
Holzmeier und Andreas Laukat? Dann schreiben Sie eine E-Mail
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10.12.2025
28 Minuten
Jedes Jahr geben Millionen Menschen in Deutschland eine
Steuererklärung ab. Aber geschätzte 30 Prozent lassen viel Geld
liegen, weil sie sich nicht mit dem Finanzamt beschäftigen. Dabei
liegt die Erstattung häufig im vierstelligen Bereich. Für Moritz
Buhl, Geschäftsführer der Buhl Data Service ist das ein klarer
Beleg dafür, wie groß das Potenzial digitaler Unterstützung
ist. Seit 1986 entwickelt und vertreibt die Firma
in Neunkirchen Software für Steuererklärung und
Finanzverwaltung. Moritz Buhl ist mit dem Familienunternehmen groß
geworden, das früher noch Software auf CDs produziert hat. "Wir
haben die physischen Produkte und Produktboxen hergestellt,
inklusive der CDs. Wir hatten eine richtige Maschinenhalle und
damit auch LKW", erzählt Buhl im ntv-Podcast "So techt
Deutschland". Mit dem Wandel hin zu Web- und App-Lösungen hat sich
das Geschäft radikal verändert - und laut Buhl steht der nächste
technologische Sprung unmittelbar bevor. Viele Nutzer
erledigen ihre Steuererklärung bereits heute online. "Du
schmeißt die Belege rein und dann siehst du live, wie deine
Steuererstattung steigt", sagt Buhl. Durch automatische
Kategorisierung, vorausgefüllte Daten vom Finanzamt und
intelligente Hinweise werde der Prozess bereits enorm vereinfacht.
Buhl will jedoch einen Schritt weiter gehen: "Unser Ziel ist die
vollautomatische Steuererklärung." KI sei dabei "das größte
Werkzeug", weil sie ähnliche Kompetenz abbilden könne wie ein
menschlicher Steuerberater - inklusive Rückfragen und
Optimierungsvorschlägen. Allgemein gilt: Die Steuererklärung in
Deutschland ist vergleichsweise komplex. Wer Werbungskosten,
Vermietung, Kapitaleinkünfte oder Sonderausgaben geltend macht,
muss oft zahlreiche Dokumente vorhalten. Künstliche Intelligenz
könne diese Hürden deutlich senken. Buhl kündigt an: "Wenn du deine
Steuererklärung 2025 machst, wirst du davon schon mehr sehen. Wir
sind noch nicht komplett da, aber wir sind auf dem Weg." Welchen
Blick Moritz Buhl auf den Standort Deutschland hat und wie abhängig
sein Unternehmen von der Politik ist, erzählt er in der neuen Folge
von "So techt Deutschland". Sie haben Fragen für Frauke Holzmeier
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Über diesen Podcast
Alle reden vom digitalen Rückstand Deutschlands. Wir schauen
genauer hin. In „So techt Deutschland“ sprechen Frauke Holzmeier
und Andreas Laukat mit Gründern, Investoren, Politikern und
Unternehmern über Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und neue
Technologien – faktenbasiert, kritisch und ohne Hype. Neben
ausführlichen Gesprächen ordnen wir aktuelle Entwicklungen ein,
liefern kurze News aus dem Tech-Bereich, praktische Einordnungen
und konkrete Denkanstöße. Wie stark ist der Technologie-Standort
Deutschland wirklich – und was können wir besser machen?
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