Werden wie die Kinder
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Beschreibung
vor 1 Jahr
„Opa“ begrüßte er mich, unser kleiner Enkel, inzwischen ein Jahr
und acht Monate alt. „Opa“ hat er vor einigen Tagen zum ersten
Mal gesagt und dann an allen Tagen unseres Besuchs immer wieder.
Das hat mein Herz hüpfen lassen vor Freude. Kinder sind ein
Geschenk des Himmels. Das sage ich bei jeder Taufe von kleinen
Kindern. Sie bringen so viel mit an Lebenslust und Eigensinn. Sie
sind empfänglich für Zuneigung und Liebe. Sie brauchen Zuwendung,
in den Arm genommen werden, getröstet, wenn sie hingefallen sind,
ermutigt, wenn sie Neues wagen.
„Kleinen Kindern gehört das Reich Gottes“, hat Jesus gesagt. Das
hat er seine erwachsenen Schüler gelehrt. Von Kindern können wir
lernen. „Wenn ich einem kleinen Kind begegne, ziehe ich meinen
Hut und sage: Guten Tag, Herr Doktor“, sagte Martin Luther.
Was mich an meinem kleinen Enkel begeistert: Er ist ganz präsent.
Er lässt sich faszinieren von Sand, Steinen, Blumen. Beim
Spaziergang lässt er keine Pfütze aus. Bagger, Laster, Traktor
bringen ihn zum Staunen. Er will dann bleiben, schauen, dabei
sein. Wenn ihn etwas anzieht, muss ich mich auf ihn einlassen.
Ihm bestätigen, dass das Leben erstaunlich ist. Ihm zustimmen.
Mit Worten und mit Gesten. Arme ausbreiten, in die Höhe recken.
Kleine Kinder rühren Erwachsene an, wenn sie denn die Kleinen
wahrnehmen. Beim Einkaufen erlebe ich das. Beim Bäcker, beim
Metzger, an der Theke erhalten sie fast immer etwas zugesteckt.
„Möchtest du ein Stück?“ Kinder lassen sich beschenken. Kinder
rühren Erwachsene an. Der Müllwagenfahrer winkt unserem Enkel zu.
Der bleibt auch immer andächtig stehen, wenn er die Müllmänner im
Einsatz sieht oder der große Mülleimer geleert wird.
Unser kleiner Enkel vertraut uns, der Oma und dem Opa. Mama kann
weggehen. Natürlich fragt er nach ihr immer wieder einmal, wenn
sie einen halben Tag zur Arbeit weg ist. Ab dem zweiten Tag
können wir ihn darüber hinwegtrösten. Er braucht nur unser
Zusprechen. „Mama arbeitet. Nachher kommt sie wieder.“
Was ich von meinem kleinen Enkel lerne? Ganz da sein, wo ich bin.
Mich auf das eine zu fokussieren, was jetzt dran ist. Im Heute
leben. Staunen über so vieles, was es an Schönem gibt, was andere
vor uns geleistet haben und neben uns. Mich am Leben freuen, an
der Schöpfung, an der Musik, an beeindruckenden Bauwerken. An
Menschen, auf die ich mich verlassen kann.
Dankbare Zufriedenheit will ich lernen. Ganz bewusst sagen: „Gott
sei Dank“
Mit dankbaren Grüßen
Hans-Martin Steffe
Linkenheim-Hochstetten
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