Autonews vom 15. Mai 2024

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vor 1 Jahr

Die aktuellen Automobilkurznachrichten mit Michael
Weyland 


Thema heute: Auch mit Notbremsassistent voll in die
Eisen  


 


 


 


Foto: DEKRA



Auch in einem Auto, das einen elektronischen
Notbremsassistenten an Bord hat, müssen Fahrerin oder Fahrer im
Notfall selbst voll bremsen, um die Geschwindigkeit möglichst
stark zu verringern. „Bei unseren Fahrtrainings hören wir immer
wieder die Ansicht, der Notbremsassistent werde im Notfall das
Abbremsen komplett übernehmen. Das ist ein Irrtum, der unter
Umständen verheerende Folgen haben kann“, warnt man bei der
Expertenorganisation DEKRA.


Foto: DEKRA


„Die heute verbauten Notbremsassistenten machen eine
Vollbremsung durch den Fahrer keineswegs überflüssig“, heißt es.
„Sie sind so ausgelegt, dass sie den Fahrer in bestimmten
Situationen vor einem drohenden Unfall warnen und eine
Notbremsung einleiten, wenn der Fahrer auf die Warnung nicht
reagiert.“ Allerdings wird das Fahrzeug vom Bremsassistenten
nicht immer bis zum Stillstand abgebremst. So können viele dieser
ab 2024 in der EU für alle Neuwagen vorgeschriebenen Systeme,
optimale Bedingungen vorausgesetzt, nur bei innerorts üblichen
Fahrgeschwindigkeiten bis zum Stillstand abbremsen. Auch können
nicht alle kritischen Situationen zuverlässig erkannt werden. So
tun sich zahlreiche aktuell verfügbare Systeme mit der Erkennung
von Fußgängern und Radfahrern noch schwer, auch bei Dunkelheit
oder schlechtem Wetter sind die Systemgrenzen schnell
erreicht. Es seien eben nur Assistenten, die den
Fahrer im Notfall unterstützen sollen, und keine Autopiloten.
Ständige Aufmerksamkeit und bei Bedarf eine richtig ausgeführte
Notbremsung durch die Person am Steuer seien immer noch der
sicherste Weg.


Druck bis zum Schluss durchhalten


„In Notfällen gilt deshalb bei allen Fahrzeugen, ob mit
oder ohne Notbremsassistent: Droht ein Unfall, sofort mit voller
Kraft auf die Bremse treten und diesen Druck bis zum Schluss
durchhalten“, betont man. „Und dabei das Lenkrad gut mit beiden
Händen festhalten und gegebenenfalls ausweichen. Alles Weitere
kann man dem eingebauten ABS überlassen.“ Das Vibrieren des
Pedals ist normal und sollte nicht irritieren. Wenn sich die
Situation entspannt, kann der Bremsdruck reduziert werden.


Der größte Fehler, der bei der Notbremsung oft gemacht
wird, ist das dynamische Bremsen: das heißt, zuerst schwach und
danach immer stärker auf die Bremse treten. „Dies macht den
Bremsweg unnötig lang und führt zu unnötig hohen
Aufprallkräften“, warnt man bei der DEKRA. Hinzu kommt, dass
viele Notbremsassistenten mit Beginn einer Reaktion – wie etwa
Lenken, Beschleunigen, Bremsen und teilweise auch Blinken –
abschalten.


Alle Fotos: DEKRA


 


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https://www.was-audio.de/aanews/autonews20240515_kvp.mp3

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