Die eine Stimme hören

Die eine Stimme hören

3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

In der Akustik gibt es eine Methode, mit einem unerwünschten
Geräusch, wie z.B. Straßenlärm umzugehen, indem es durch ein
anderes, positiv empfundenes Geräusch übertönt wird, zum Beispiel
ein Wasserfallgeräusch. Das unerwünschte Geräusch ist trotzdem
noch da, wird aber nicht mehr wahrgenommen, obwohl die
Gesamtlautstärke steigt.


In älteren James Bond Filmen stellt Bond, damit ein Gespräch im
Hotelzimmer nicht abgehört werden kann, die Dusche an. Das
rauschende Wasser verhindert, dass man seine Worte verstehen
kann.


Wir sind in der Passionszeit. Eigentlich die Zeit, in der die
Kirchen dazu aufrufen, sich über sein Verhalten Gedanken zu
machen, Buße zu tun, also etwas zu verändern, in eine andere
Richtung zu denken.


Ich nehme dies aber gerade nicht wahr. Woran liegt das? Ich
finde, wir werden praktisch überflutet mit nicht-religiösen
Aufrufen, unser Leben zu ändern. Die Spanne reicht von was ich
essen und trinken soll, wie ich schlafen soll, über mein
Einkaufsverhalten, meine Heiztechnik, meiner Work-Life-Balance,
den richtigen Sport, über Fortbewegungsmittel, zum Medienkonsum,
einer politisch korrekten Gesinnung und so weiter.


Das ist mir inzwischen so laut geworden, dass ich merke, wie ich
zu mache. Ich verschließe mich gegen alle Aufrufe, weil mich das,
was ich alles soll, überfordert und ich will nichts mehr hören.
Es sind so viele Marktschreier unterwegs, dass ich die Stimme aus
der Wüste, die ruft, dass das Himmelreich nahe ist, nicht mehr
hören kann.


Dabei ist das doch das Elementare, das was wirklich Bestand hat.
Und im Unterschied zu allen anderen Stimmen, muss ich die
Veränderung nicht aus eigener Kraft, aus eigenem Vermögen, aus
eigener Leistung bringen. Ich muss mich nur entscheiden, die Tür
zu öffnen für Jesus. Das Wachstum des Himmelreichs, dieser
Reichtum, der sich mir entfaltet, wächst allein durch Gottes
Kraft.


Gerade jetzt im Frühling können wir beobachten, wie reich und
farbenfroh die Natur sich zeigt. Jede Pflanze entwickelt ihre
eigene Schönheit, ihre Besonderheit. Das Gras wächst, ohne, dass
wir daran ziehen müssen.


Auch wenn Sie wie ich vielleicht den Lärm der vielen Stimmen satt
haben, so versuchen Sie doch die leise Stimme des Johannes
herauszuhören und öffnen Sie Ihre Herzenstür, so wie die Fenster
jetzt im Frühling, um frischen Geist einziehen zu lassen.


Ihre Christine Sommer

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15