Beschreibung

vor 2 Jahren

Pfingsten gehört neben Weihnachten und Ostern zu den großen
christlichen Festen, aber außerhalb der christlichen Gemeinden
geht Pfingsten irgendwie unter.


Laut einer Umfrage weiß nur etwa jeder Zweite in Deutschland, was
an Pfingsten eigentlich passiert ist. Irgendwie hat sich aus
Pfingsten auch keine allgemeine Tradition entwickelt, wie
Weihnachtsbräuche oder Osterhasen, die dafür sorgen, dass man im
Supermarktregal an die anstehenden Feiertage erinnert wird.


Vielleicht gibt es hierfür historische Hintergründe, die ich
nicht kenne, aber ich denke es hat auch etwas damit zu tun, dass
das Pfingstereignis nicht so anschaulich ist.


Jeder kann mit dem Bild eines neugeborenen Kindes etwas anfangen
und die heilige Familie kann in der Kunst sehr einfach
dargestellt werden. Auch Kreuzigung und Auferstehung können
zumindest optisch noch gut nachvollzogen werden.


Der Geist Gottes aber entzieht sich der Darstellung. Die Bibel
nutzt Vergleiche: Der Geist kommt wie ein Taube herab,
Feuerzungen setzen sich auf die Apostel.


Bilder helfen uns Menschen etwas begreifbar zu machen. Gerade bei
Stufen des Lebens nutzen wir das. Und vielleicht macht das die
Geschichte von der Ausgießung des Geistes so schwierig. Wir
können den Geist nicht sehen. Wenn er abgebildet werden soll,
müssen wir auf Vergleiche, auf Symbole zurückgreifen und Symbole
muss man immer deuten können.


Auch mir fällt es schwer den Heiligen Geist jemand anderem zu
erklären.


Das liegt auch daran, dass er geheimnisvoll vielseitig ist. Der
Heilige Geist ist ein Teil Gottes und ist auch in mir. Der Geist
ist mein Helfer, mein Glaubensunterstützer und auch derjenige,
der mich verändern kann und mich mit Fähigkeiten ausrüstet, die
nicht aus mir selbst kommen. Er ist ein Mittel mit dem Gott
wirken kann und er nutzt einzelne Menschen oder auch
Menschengruppen als Werkzeuge. Er hat eigentlich keine eigene
Gestalt und tritt in sehr unterschiedlichen Wirkungsweisen auf.


Wenn ich dies versuche jemandem zu erklären, der keine eigenen
Erfahrungen mit dem heiligen Geist hat, sehe ich die Fragezeichen
im Gesicht des anderen. Davon kann ich mich frustrieren lassen
und aufhören über den Geist zu reden. Aber dann wird Pfingsten
irgendwann zum vergessenen Fest und gilt nur noch als Startschuss
der Sommersaison.


Also versuchen wir doch weiter, Bilder und Symbole zu finden und
den Geist zu beschreiben. Der Geist, der ist wie der Wind – man
sieht ihn nicht, doch spürt man ihn, wenn er weht und man kann
die Auswirkungen beobachten. Erzählen wir, wie der frische
Windgeist mich verändert und andere bewegt und den Kopf frei
macht für neue Gedanken.


Berichten wir von den Feuerflammen, wenn plötzlich jemand
sprichwörtlich „Feuer und Flamme“ für etwas wird und für ein
Thema brennt, wo also jemand begeistert wird.
Erinnern wir einander daran, wenn der Geist unsere Zunge lenkt
und so Kommunikationsprobleme ausräumt.


Eine begeisternde Woche wünscht Euch Christine Sommer

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