Dein Wille geschehe
3 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 2 Jahren
Das Vaterunser trägt. Es gibt unserem Leben Orientierung. Es gibt
Kraft in den elementaren Nöten. Widerstandskraft gegen die Macht
des Bösen und unserer Ängste. Das Vaterunser hat uns Jesus
gegeben, gelehrt und geboten. Das Vaterunser ist
verheißungsvoll.
Das habe ich beim Kurs von Stufen des Lebens entdeckt:
„Vaterunser, ein beinahe alltägliches Gespräch“.
Ich habe es wieder bewusst zu meinem täglichen Gespräch gemacht.
Bestärkt hat mich seit zwei Jahren auch das große Werk von Jon
Fosse, der im letzten Jahr den Literaturnobelpreis erhalten hat.
Der schließt alle seine sieben Bücher seines Romans mit dem
Vaterunser auf Latein und in der Landessprache. Immer wieder
greift er zum Vaterunser. Da findet er Ruhe und seine Mitte.
Dreimal am Tag bete ich das Vaterunser, am liebsten wenn die
Gebetsglocke läutet, morgens, mittags und abends. Aber auch unser
Beten zu zweit eröffnen wir mit dem Vaterunser. Und für jeden der
sieben Tage steht für mich eine der sieben Bitten. Beginnend mit
dem Sonntag: „Geheiligt werde dein Name“. Am Montag: „Dein Reich
komme.“ Am Dienstag: „Dein Wille geschehe“. Mit den drei
Dein-Bitten sollen wir unser Beten beginnen, hat Martin Luther
angemahnt. Nicht mit dem, was uns alles umtreibt.
An Dienstag also: „Dein Wille geschehe“. Dagegen kann sich viel
in uns sperren, entdecke ich beim Vaterunser-Kurs von Stufen des
Lebens. Das können Erfahrungen aus der Kindheit sein. Da wurde
mir der Wille von Erwachsenen aufgedrängt, der Wille zum
Gehorchen und zur Anpassung. Da ist es wichtig, mir klar zu
machen, dass Gottes Wille ganz anders ist. Gott will, dass ich
lebe. Gott liebt Eigen-Sinn und Lebens-Lust. „Deine Wille
geschehe“ ist aber mehr, als den eigenen Willen bekommen.
Manchmal heißt es auch einwilligen in das Unveränderliche, auch
wenn es mir nicht gefällt.
„Dein Wille geschehe“ ist ein Blicköffner. Wegschauen von mir
selbst auf das, was Gottes ureigener Wille ist. Gott will für
alle Leben. Gott leidet an der Zerstörung des Lebens, an Hass, an
Eigensucht. Gott will unseren Horizont erweitern. Ich bin nicht
der Mittelpunkt der Welt. Ich bin für Größeres bestimmt als für
mein kleines Ego. Jesus hat den Willen Gottes zusammengefasst im
Doppelgebot der Liebe, bei dem ich als Dritter miteingebunden
bin: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft. Und deinen Nächsten
wie dich selbst.“
Oder mit unserer neuen Jahreslosung, die letzte Woche zu Wort
kam: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ oder noch knapper
wortwörtlich: „Alles Eure in Liebe geschehe“.
Ein Jahr nach Gottes Willen wünsche ich uns und Grüße,
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten
Weitere Episoden
vor 22 Stunden
vor 22 Stunden
vor 1 Woche
vor 2 Wochen
vor 3 Wochen
In Podcasts werben
Kommentare (0)