Beschreibung

vor 2 Jahren

Geschafft. Die Krippe samt Weihnachtsdeko ist wieder im Keller
verschwunden, die Liederbücher aufgeräumt; lediglich ein einsamer
Schoko-Nikolaus steht noch da…. Einen Monat ist es jetzt schon
her, dass wir Weihnachten gefeiert haben - die Geburt Jesu. Wie
viel ist seither geschehen. Weihnachten ist vorbei. Eigentlich
schon wieder ein alter Hut - jetzt, mitten im Januar…. Oder doch
nicht? Beim Aufräumen blieb ich an einem Buchtitel von Anselm
Grün hängen…. „Weihnachtlich leben“… Ich kam ins Nachdenken….
Weihnachtlich leben - an allen 365 Tagen im Jahr… All das, was
mich beschäftigt, meine Sorgen und meine Angst, meine
Traurigkeit, meine Freude und meinen Dank - all dass zur Krippe
zu bringen und abzulegen. Durchzuatmen. Auch mitten im Januar in
der Erwartung leben, dass mir vor dort aus etwas zufließt an
Gutem…. An Segen…. Kann - will ich so leben?


 


Wohlgemerkt: Erwartungen zu haben und Erwartend zu sein sind ja
zweierlei Stiefel….  Es ist ein großer Unterschied, ob ich
erwarte, dass meinem Wünschen und Wollen entsprochen wird. Klare
Erwartungen an Gott und das Leben zu haben. Oder ob ich es
einübe, in der Haltung zu leben, erwartend zu sein…. Ich darf und
soll mir durchaus über meine Wünsche im Klaren sein. Ich darf und
soll sie vor Gott bringen. Zur Krippe bringen. Beten.


Beten jedoch in dem Bewusstsein, dass Gott kein Geldautomat ist,
der das alles erfüllt. Sondern in der Haltung, dass Gott mich
hört und sieht. Und dass er den Weg schon kennt - auch wenn er
vielleicht nicht so aussieht, wie ich es mir wünsche….


 


Weihnachtlich leben - für mich hat das in der zurückliegenden
Zeit bedeutet, meine eigenen Vorstellungen und Pläne loszulassen
- teilweise unter Schmerzen. Ich habe neue Schritte wagen müssen,
bin Herausforderungen begegnet - inmitten von Angst und Sorge.
Und ich habe eingeübt - jeden Tag neu - all das zur Krippe zu
bringen. Und erwartend zu sein, dass Jesus genau dort
hineingeboren wird…. Hineingeboren wird in meine Angst und die
Sorge vor der Zukunft. Hineingeboren wird auch in das Neue, das
kommen wird. Wie das genau geschehen soll, weiß ich noch nicht.


 


Aber ich habe erleben dürfen, dass mir dann - zu meiner großen
Überraschung - Freude zuteil wurde. Und das tiefe Vertrauen, dass
er den Weg kennt - auch wenn er für mich noch im Nebel liegt… Das
Vertrauen, dass Paulus so beschreibt: „Wir wissen aber, dass
denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen.“


 


Weihnachtlich leben - ich will es weiter riskieren und darauf
vertrauen, dass Christus in mein Heute hineingeboren wird.


 


Eine gesegnete Woche wünscht Eure Christina Stadelmann.

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