Die Paulusbriefe
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vor 2 Jahren
Mein letzter Beitrag hat sich mit der Jahreslosung beschäftigt.
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. Ein Ausschnitt aus dem
Korintherbrief. Immer wieder geht es in diesem Brief um den
liebevollen Umgang miteinander. Auch schreibt Paulus: Nun aber
bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von
diesen ist die Liebe.
Und dann waren in meinem Bibelleseplan die letzten Wochen andere
Paulusbriefe dran.
Herausfordernde Texte mit Anforderungen an leitende Positionen,
bei denen ich mich frage, wer dem gerecht werden soll.
Aufforderungen sich von bestimmten Personengruppen fernzuhalten
oder mit diesen streng umzugehen. Verhaltensregeln, die mir
unsachgemäß, unzeitgemäß und nicht liebevoll vorkommen. (Briefe
an Titus und Timotheus)
Damit habe ich Schwierigkeiten.
Ich glaube, dass die Bibel zurecht in der Form zusammengestellt
ist, wie wir sie heute haben und will die Textpassagen, die mir
quer kommen nicht einfach ignorieren.
Aber ich nehme mir die Freiheit zu fragen, wie viel Menschliches
in diesen Paulus-Briefen steckt. Paulus lebte in einer bestimmten
Zeit, mit gesellschaftlichen Regeln, mit einem kulturellen
Hintergrund und einem für diese Zeit verfügbaren
wissenschaftlichen Stand.
Dazu kommen persönliche Umstände. Können wir uns vorstellen, was
in Paulus vorgeht, der Gemeinden gegründet hat und nun
mitbekommt, wie diese Gemeinden von falschen Lehren oder
schlechten Führern gefährdet werden? Und er kann eben nicht
einfach mal schnell vorbeikommen, häufig weil er selbst
inhaftiert ist. Ständig ist Paulus Leben durch die Reisen und
weil er anderen lästig ist, bedroht. Es ist doch erstaunlich, wie
er es überhaupt schafft, nicht permanent zu klagen oder die
Hoffnung zu verlieren. Hier kann ich nur ahnen, wie mächtig der
Geist Gottes in ihm gewesen sein muss.
Wir Menschen können nur begrenzt aus unserer Haut. Es gibt ein
berühmtes Zitat von Walt Disney: Wenn du es dir vorstellen
kannst, kannst du es auch machen. Die Welt wie sie heute ist, mit
unseren technischen, sozialen und freiheitlichen Möglichkeiten
war jenseits jeder Vorstellungsmöglichkeit eines Menschen zur
Zeit des Paulus.
Und deshalb erlaube ich es mir, beim Lesen der Paulusbriefe
dankbar zu sein, welch großartige Erkenntnisse hier mit mir
geteilt werden und nicht zu vergessen, in welcher Zeit, in
welchem Kontext oder aus welcher Lebenssituation sie entstanden
sind.
Und ich nehme mir gemäß Titus 3, 9 vor „Törichte Streitfragen
aber und Geschlechtsregister und Zänkereien und gesetzliche
Streitigkeiten vermeide! Denn sie sind unnütz und wertlos.“
Es grüßt Sie Christine Sommer
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