Folge 108 Teamphasen

Folge 108 Teamphasen

Das Teamphasen Modell nach Bruce Wayne Tuckman Bevor Du jetzt sagst „Kenn ich alles schon!“. Stimmt das Teamphasen Modell von Bruce Wayne Tuckman ist ein Klassiker im Projektmanagement. Auch wir werden heute nur kurz durchgehen und ein paar Beispiele b...
32 Minuten

Beschreibung

vor 3 Jahren
Das Teamphasen Modell nach Bruce Wayne Tuckman

Bevor Du jetzt sagst „Kenn ich alles schon!“. Stimmt das
Teamphasen Modell von Bruce Wayne Tuckman ist ein Klassiker im
Projektmanagement. Auch wir werden heute nur kurz durchgehen und
ein paar Beispiele bringen. Denn in 30 Minuten ist es oft erklärt
und auch in den meisten Schulungen. Die große Frage ist eher „Was
mache ich in den einzelnen Phasen?“ und auch „Wie erkenne ich
diese Phasen?“. Beides beantworten wir in Die Teamuhr tickt… und
zum Erkennen gibts auch in dieser Folge schon einige Hinweise.


Dieses Thema ist gerade unheimlich relevant – Janina Kappelhoff


Also bevor Du direkt weiter gehst, das Thema hat gerade hohe
Relevanz. Warum? Die Corona-Maßnahmen fallen weg und Teams
begegnen sich wieder auf der Arbeit. Genau dieser Umstand bringt
die Teamphasen wieder auf Anfang und kann zu großen Zerwürfnissen
führen, wenn wir es nicht richtig angehen. Also hör gut zu und
hilf Deinem Team.


Diese Folge auf YouTube: https://youtu.be/qkuBx0HTXd0
Es kriselt und ist relevant

Wie schon erwähnt, viele von uns kommen gerade aus dem Home
Office, oder Mobiler Arbeit, zurück in die Büros und plötzlich
kriselt es unter den Anwesenden. Warum? Ich glaube die Teamuhr
nach Tuckman kann uns hier Antworten geben.


Vielleicht ist es auch so, dass Dein Team erst in Remote Zeiten
zusammengestellt wurde und Du einige Kolleginnen jetzt zum ersten
Mal siehst. Damit begebt ihr euch automatisch in die erste
Teamphase, dem Forming.
Wozu brauche ich das Teamphasen Modell?

Im besten Sinne kann ich es dafür nutzen um eine Hypothese dafür
aufzustellen, in welcher Phase mein Team gerade ist. Wozu? Um
meinem Team in der Phase genau das geben zu können, was es gerade
braucht. Gerade für uns Scrum Masterinnen kann das relevant und
eine gute Hilfestellung sein. Natürlich ist es wie immer nur ein
Modell und ich darf vorher abprüfen ob mein Team auch wirklich
gerade in der jeweiligen Phase ist. Dann gibt mir das Modell
Hilfestellungen, was zu tun ist.


Dieses Modell können wir auch nutzen um präventiv unseren Einsatz
zu planen. Je nach Phase sind wahrscheinlich andere Dinge zu tun
und daher lohnt es sich hier einmal drauf zu schauen und so
unseren Einsatz für das Team zu planen, bevor es losgeht.
Die Teamuhr nach Tuckman

Es handelt sich um ein zyklisches Modell mit aktuell 5 bis 6 Team
Phasen. 1965 stelle Bruce Wayne Tuckmann dieses Modell erstmals
mit 4 Phasen vor. Forming, Storming, Norming und Performing.
Später wurde noch das Adjourning hinzugefügt. Ich habe auch schon
Modelle mit Aging, also Alterung vor dem Adjourning gesehen.


Die Teamphasen gehen also immer wieder im Kreis, wie bei einer
Uhr, daher die Metapher der Teamuhr. Natürlich kann ich die Uhr
auch durch Ereignisse zurückstellen und kann mich gleichzeitig
auch auf die nächste kommende Phase vorbereiten.
Forming

Erste Phase ist die Forming Phase. Also die meist neuen
Teammitglieder kommen zusammen und sondieren erst einmal die
Lage, lernen sich kennen und sind erst noch etwas vorsichtig
miteinander. Wir bilden auch Schubladen und überprüfen diese.
Storming

Nach dem Forming kommt eine Storming Phase. Hier kriselt es
meist, Grüppchen werden gebildet und Konflikte offen ausgetragen.
Ich weiß der Impuls ist stark diese Phase zu überspringen. Wir
haben uns doch alle lieb oder sind Profis, die zum Arbeiten da
sind. Bitte versuch nicht diese Phase zu überspringen, sondern
sie ordentlich zu moderieren. Die Konflikte kommen sonst in
Situation hoch, wenn das Team unter Stress steht und dann
explodiert alles und ihr seid eventuell nicht mehr lieferfähig.
Es ist also gut das vorher einmal auszutragen.


Wenn Menschen Dich anfangen zu nerven, dann ist das ein gutes
Indiz dafür, dass ihr eventuell in der Storming Phase angekommen
seid.


In dieser Phase haben wir häufig den Eindruck, dass es leichter
und besser ginge, wenn wir die Arbeit allein machen würden. Und
meist dies auch der Fall, da wir hier noch kein Team sondern nur
eine Arbeitsgruppe bilden, die durch den Austausch mehr Kapazität
braucht, als sie mit ihren Einzelarbeitern bringt.


Am Ende der Phase wird es meist ruhig im Projekt.


Viele Teams bleiben hier stecken.
Norming

Die Norming Phase ist die Phase, in der die meisten Teams
anfangen Regeln und Vereinbarungen für ihre Zusammenarbeit zu
formulieren. Henrys Teams schreiben in dieser Phase oft Glossare.
Warum, weiß ich auch nicht so recht. Es scheint zu helfen sich im
Team auf gemeinsame Begriffsdefinitionen geeinigt zu haben.


Hier wird, vor allem durch die Storming Phase, festgestellt, dass
alle impliziten Regeln zur gemeinsamen guten Zusammenarbeit im
Team doch nicht so explizit waren und daher einmal ausgehandelt
und vielleicht auch niedergeschrieben gehören.


In dieser Phase entstehen also viele Wiki-, Confluence-, Redmine,
Trac- oder andere Intranet-Seiten für das Team.


Hier fangen wir nun auch an erste Teamzugehörigkeit uns ein im
weitesten Sinne richtiges Team zu sehen.


Diese Phase beginnt meistens ab etwa 6 Monate Teamzusammensetzung
und geht durchaus bis zu 3 Jahre. Es ist also eine sehr lange und
intensive Phase für das Team. Ergebnis ist eine richtige
Teamidentität.
Performing

Als nächstes schließt sich die Phase an, wo die meisten Teams
glauben, dass sie diese erreicht haben. Genau darum geht es auch
im Teamphasen Modell. Also wie kriege ich ein Team in die
Performing Phase und kann dieses dort auch halten?


Meist dauert es im Schnitt 2 Jahre bis Teams diese Phase
erreichen. Weshalb wir so selten Teams in dieser Phase entdecken.
Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil sich die
Rahmenbedingungen mittlerweile so schnell ändern.
Aging

Die Alterungsphase.  Hier wird sich auf Forschung zum
Verlust der Leistungsfähigkeit von ehemals sehr leistungsstarken
Teams befasst (Shepard, 1956; Smith,
1970; Katz und Allen, 1982). Teams
bleiben nicht automatisch in der Leistungsphase. Die kommen auch
nicht immer wieder in diese Phase zurück, wenn sie in frühere
Phasen gefallen sind. Sie werden unter anderem selbstgerecht,
glauben sie sind die besten, lernen immer weniger dazu, verlieren
an Innovationskraft, befassen sich mehr mit zwischenmenschlichen
Themen und weniger mit ihrer Arbeit. Dieses Phänomen bezeichnet
man als Teamalterung (Aging). Entsprechend enthalten manche
modernere Modelle auch diese Teamentwicklungsphase.
Adjourning

Adjourning, also Auflösung, bildet die letzte Phase. Danach gibt
es das Team entweder nicht mehr, weil zum Beispiel Projektende,
oder es beginnt wieder mit einem Reforming, in dem man sich gut
darüber unterhalten kann ob sich die Teamziele geändert haben.
Neustart der Teamuhr

Haupt Herausforderung ist nun, dass nahezu jede Veränderung am
Team diese Teamuhr wieder auf Forming zurücksetzt. Natürlich
können wir dann die Phasen konzentriert etwas schneller
durchschreiten und gleichzeitig dürfen wir einiges dafür tun und
auch darauf achten.


Das passiert auch, wenn ein neues Teammitglied hinzugekommen ist.
Selbst wenn das Team bereits in der Performing oder Norming Phase
war. Wir beginnen wieder im Forming.


Weitere Beispiele, die die Teamuhr zurücksetzen? Wir kehren ins
Büro zurück – deshalb ist das Thema gerade so relevant, oder wir
haben eine neue Führungskraft.


Auch neue Zusammenarbeitsmodelle, wie OKR können zu einem
Neustart der Teamuhr führen.


Profi Tipp: Wenn das passiert, macht erst einmal eine Adjourning
Phase und feiert, was ihr alles erreicht habt.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit

Wenn wir die Teamphasen kennen, beginnt die eigentliche Arbeit.
Also wie erkenne ich die Phasen und was ist vielleicht mein Job
als Führungskraft, Facilitator oder Scrum Masterin in den
einzelnen Phasen? Genau dafür haben wir ein Kompaktseminar
gestaltet: Die Teamuhr tickt…
Warum sagen viele, dass sie im Performing sind?

Naja, wenn ich Teammitglied bin, dann möchte ich natürlich, dass
mein Team eine gute Außenwirkung hat. Noch dazu, wenn ich nie
Performing erlebt habe, dann weiß ich vielleicht gar nicht, dass
noch mehr geht und damit wirkt eine gute Norming Phase schon wie
Performing und das wird so kommuniziert. Keine böse Absicht und
viele Teams sind ja auch schon sehr gut.
Don’t skip!

Ich weiß, es ist ein innerer Impuls die Storming Phase zu
skippen. „Wir haben uns doch alle lieb!“ oder „Wir sind hier zum
Arbeiten.“. Bitte tu es nicht. Das Team durchschreitet alle
Phasen und wenn Du versucht zu überspringen, dann kommen die
Dinge in ungünstigen Momenten hoch. Außerdem wird dann Performing
nicht erreicht.


 


Get shit done,


Janina & Henry


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