Folge 109 Spieltheorie

Folge 109 Spieltheorie

Spieltheorie Heute wollen wir in die Spieltheorie eintauchen. Gaming? Nicht ganz, eher Wirtschaftspsychologie. Und schon acht Mal mit dem Wirtschaftsnobelpreis gewürdigt. Spieltheorie ist weniger als Theorie zu sehen,
37 Minuten

Beschreibung

vor 3 Jahren
Spieltheorie

Heute wollen wir in die Spieltheorie eintauchen. Gaming? Nicht
ganz, eher Wirtschaftspsychologie. Und schon acht Mal mit dem
Wirtschaftsnobelpreis gewürdigt.


Spieltheorie ist weniger als Theorie zu sehen, sondern mehr als
Sammlung von Analysen. In diesen wurde durch Simulation in
Spielen Menschliches Handeln und Denken untersucht.


Daher ist dieses Wissen wichtig um vertrauensvolles kooperatives
Miteinander in Deinen Teams zu schaffen.


Primär geht es darum wie Entscheidungen getroffen werden und
welche Auswirkungen diese vor allem auf die Individuen und ihr
System haben.


Diese Folge auf YouTube: https://youtu.be/8ncinyU40es
Links

The Evolution of Trust: https://ncase.me/trust


Unser 6-Wochen Programm für Psychologische Sicherheit:
https://znip.academy/produkt/psychologische-sicherheit-zyklusbasiert-lernen


Aufbauseminar zum Menschen lesen:
https://znip.academy/produkt/menschen-leiten-kompakt
Wie ist das Thema im Backlog gelandet?

Janina Kappelhoff hat Wirtschaftspsychologie studiert und Henry
Schneider Praktische Informatik. Hier scheint es eine
Schnittmenge zwischen beiden Richtungen genau an der Spieltheorie
zu geben, weshalb wir beide uns herrlich über die Theoreme darin
unterhalten können.
Endlich vs Unendlich

Henry spielt gern unendliche Spiele.


Was wäre, wenn ich das 1000 Mal so mache? Was wäre, wenn 1000
Menschen genau die gleiche Entscheidung treffen? Welche
Auswirkung hat diese Entscheidung in 1000 Jahren?


Also kann ich mehrfach reinen Gewissens so handeln. Und was
passiert, wenn ich auf diese Menschen wieder treffe? Das sind
Fragen, die ich mir stelle. Kann ich beispielsweise die
Gesellschaft so verbessern, dass meine nächste Inkarnation einen
besseren Start hat?


Diese Fragen haben Auswirkung auf mein Handeln. Statt nur an
diesen jetzigen Moment zu denken und meinen Vorteil daraus zu
ziehen, denke ich auch an weitere Momente in der Zukunft.


In unendlichen Spielen lohnt sich häufig kooperatives Verhalten
mehr und das ist eine sehr schöne Botschaft.
Was ist Spieltheorie?

Zunächst einmal ist die Spieltheorie ein mathematisches Konzept
in Form eines Spieles. Meist wird es zu zweit gespielt und es
gibt eine einfache Entscheidung zu treffen. Meist ohne viel
Informationen zu haben.


Dabei wird sich angeschaut mit welchen Entscheidungsstrategien
Systeme oder Menschen unterwegs sind. Im ersten Schritt ging es
dann dabei darum „Wie können rationale Entscheidungen getroffen
werden?“. Also welche Entscheidung wäre rein rational die beste
für das gesamte System, statt nur für eine Einzelperson?


Spannend wird dies in Konfliktsituationen. Häufig treffen
Menschen irrationale Entscheidungen. Dies haben wir auch in den
Kahnemann und Denkfehler Folgen behandelt. Genau dies untersucht
die Spieltheorie. Beispielsweise wenn Wertekonflikte
vorherrschen.


Daher sind auch immer mindestens zwei Menschen oder Systeme, bei
einer Simulation der Spieltheorie, involviert. Zwischen diesen
findet eine wie auch immer geartete Kommunikation statt. Diese
ist meist schon Bestandteil des Spieles oder der Analyse. Und
genau dies ist der Schulterschluss zur Agilität. Die aus meiner
Sicht größtenteils nur von Kommunikation handelt.


Dabei gibt es ein Wechselspiel zwischen Empathie und Ratio. Beide
Extreme hätten ihre Schwächen und wir dürfen, wie immer, ein
gutes Mittel dazwischen finden.


Diese Entscheidungen, die wir in der Spieltheorie, oder den
Szenarien darin, betrachten, haben nun Auswirkungen auf die
Mitspieler. Oder zumindest Wechselwirkung. Genau dieser Punkt
macht die Spieltheorie so interessant und natürlich auch komplex.


Und wenn wir uns das nun in der Agilität anschauen, so hat die
Entscheidung, dass wir früh und Regelmäßig liefern, Auswirkung
auf alle anderen Systemteilnehmer. Also wenn wir die Prinzipien
für Agile Softwareentwicklung umsetzen, so beeinflussen wir auch
das System um uns herum. Die Schnittstellenpartner dürfen nun
auch damit klarkommen, dass wir regelmäßig neue Versionen unseres
Produktes liefern. Hierbei kann es auch vorkommen, dass Teams zu
schnell sind und wir uns den Gesamtkontext des Unternehmens
anschauen dürfen. Also wie holen wir da Maximum für alle
Teilnehmer raus. Willkommen in der Spieltheorie!


Im Umkehrschluss kann ich durch die Spieltheorie die
Wahrscheinlichkeiten erhöhen, dass Menschen in einem bestimmten
Verhalten landen werden.


Im Deutschen hatte man daher versucht den Begriff Interaktive
Entscheidungstheorie zu prägen, welche diese treffender
beschreibt. Dieser Name konnte sich jedoch gegenüber der
Spieltheorie nicht durchsetzen.
Regeln beeinflussen welche Strategie erfolgreich ist

Je nachdem, wie wir nun die Regeln zum Spiel verändern, kann es
sich mehr lohnen kooperatives Verhalten zu zeigen. Genau mit
diesem Grundsatz können wir beeinflussen, dass sich Teilnehmende
eventuell kooperativer verhalten. Wir brauchen also nur die
Regeln im System leicht verändern und dann beobachten, wie sich
die Strategien dazu entwickeln.


Wenn Du also kooperativ sein willst und auch möchtest, dass es
die anderen sind, dann gestalte die Spielregeln möglichst so,
dass dieses kooperative Verhalten belohnt wird.
Psychologische Sicherheit

Um diese Entscheidungen in Richtung kooperativem Verhalten
treffen zu können, dafür braucht es Psychologische Sicherheit.
Wie wir diese herstellen können, das behandeln wir in unserem
6-Wochen Programm zur Psychologischen Sicherheit.
Gefangenendilemma

Der Klassiker ist das Gefangenendilemma, Die Welle oder das
Experiment.


Hier gibt es immer zwei Gruppen, die sich eventuell gegenseitig
hochschaukeln in dem sie sich immer wieder selbst bestärken.


Im eigentlichen Gefangendilemma geht es um zwei Gefangene, die
unabhängig voneinander verhört werden und sich nicht absprechen
können. Schweigen beide, so gibt es für beide eine niedrige
Strafe. Sagt einer aus, so bekommt dieser eine
Kronzeugenregellung und der andere eine sehr harte Strafe. In
Summe wäre es für beide also besser auszusagen. Auf sich selbst
geschaut, wäre die beste Option immer auszusagen, vor allem da
nicht bekannt ist, wie sich der andere Gefangene verhalten wird.
Wüssten beide, dass der andere wirklich nicht aussagt, dann
könnten sie sicherlich gut kooperieren.
Die Realität ist nicht so rational

Nun kommen noch weitere Dimensionen hinzu: Vielleicht sind sie
nicht das erste Mal in dieser Situation, oder werden sich nach
der Haftstrafe noch einmal wieder begegnen, so dass die
Entscheidung auch Auswirkung auf spätere Begegnungen (Spiele)
haben wird und aus Erfahrungen gespeist. Und schon sind wir beim
Thema: Spielen wir ein endlichen oder ein unendliches Spiel? Also
wie viele Spielsituationen wird es noch geben?


Weiterhin spielt das Geschlecht und das Alter der jeweils anderen
Person eine Rolle.


Dadurch wird die Spieltheorie sehr komplex, da viele Faktoren
unsere eigenen Entscheidungen beeinflussen können.


Kommunikation löst auch hier wieder viele dieser Probleme auf. Es
lohnt sich also für Dich Organisationen zu schaffen, die
Kommunikation fördern.


Sprich also Konflikte im Team früh an. Verschweig sie nicht.
Kooperative und nicht kooperative Spiele

Kooperative Spiele sind die Spiele, in denen die Spielregeln
bindend für beide Partner sind. Musst Du Dich an den Vertrag
halten, den Du eingegangen bist?


Bei nicht kooperativen Spielen ist der Vertrag nicht so bindend.
Also kannst Du Dich auch anders verhalten und Einigungen
entstehen vielmehr erst während des Spiels.


Schau Dir also an, ob die Spielregeln vorher explizit sind oder
erst während des Spiels entstehen.


Der beste Umgang damit ist, dass Du neue Spielregeln immer
möglichst explizit für alle transparent machst, wenn sie Dir
auffallen.
Entscheidungsstrategien

Es gibt unzählig viele Entscheidungsstrategien und auch
Wettbewerbe dafür. Die erfolgreichste scheint Tit for
Tat zu sein „Wie Du mir, so ich Dir“. Manchmal auch Tit
for 2 Tat und oft beginnend mit einem „ich vertraue Dir erst
einmal“. Natürlich gibt es auch negative und sehr misstrauische
Strategien. Diese sind oft nur in kurzen endlichen Spielen sehr
erfolgreich.


Doch die unterschiedlichen Strategien würden eine eigene Folge
füllen, bzw. die Untersuchung füllt unser Leben, daher informier
Dich vielleicht separat dazu.
Online vs Offline

Online wirds jetzt spannend. Wir finden wohl nicht so viele
Experimente in der Psychologie, wo dies online getestet wurde,
wohingegen in der Informatik dies eher Gang und Gebe ist.


Die Ableitung aus der Informatik ist, dass wir Offline, also im
physischen Raum, eher kooperatives Verhalten zeigen. Warum? Du
bekommst viel mehr von Deinem Gegenüber mit, erfährst die
Konsequenzen durch Mikroexpressionen. Eventuell dürfen wir die
Konsequenzen unseres Verhaltens vielleicht direkt ausbaden. Das
betrifft sowohl Lob, als auch Ablehnung. Und schon sind wir
wieder bei dem Thema, dass es sich lohnt, wenn Teams sich in der
Realität treffen, statt nur im Online Raum.


Um dies zu beobachten reicht oft auch ein Blick auf Social Media.


Natürlich kann man Vertrauen auch Online herstellen. Genau dies
wenden wir im Programm Psychologische Sicherheit ja sogar live
mit unseren Teilnehmenden an.
The Evolution of Trust

Henrys Highlight im Netz zum Thema Spieltheorie ist das Spiel The
Evolution of Trust. The Evolution of Trust (ncase.me)


In diesem Spiel lernst Du unterschiedliche
Entscheidungsstrategien kennen und wie sich diese über mehrere
Spielrunden entwickeln können. Das schöne: Je länger das Spiel
geht, desto wertvoller sind vertrauensvolle Strategien,
wohingegen bei sehr kurzen Spielen eher die verratenden /
ausnutzenden Strategien gewinnen.


 


Get shit done,


Janina & Henry


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In der Podcastfolge erwähnte Folgen zur Vertiefung:


Team

Kahnemann

Denkfehler

Kommunikation

Agilität

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