Die Daseinsanalyse des Buddha beschreibt eine Welt, in der ein
„Ich“ auftritt. Dabei stehen im Prozess des Bewusstwerdens einem
oder mehreren Sinnen die entsprechenden Sinnesobjekte gegenüber.
Dort, wo die Sinnesobjekte sind, sagt der Mensch "Welt", und da, wo
die Sinne sind, sagt er „Ich“. Angenehme Sinnesobjekte gefallen. Es
besteht ein Gefälle, eine Neigung zu ihnen. Das macht sie anziehend
und angenehm. Entsteht Bewusstsein in Verbindung mit einem
unangenehmen Sinnesobjekt, so werden Abneigung und Abstoßung
erfahren. Bei neutralen Sinnesobjekten gibt es weder Hin- noch
Abneigung. Mit dem Gefühl erscheint eine fühlende und wahrnehmende
Person. „Was man fühlt, das nimmt man wahr.“ Der sich als „Ich“
erlebende Pol nimmt sich wahr als getrennt von dem angenehmen oder
vereint mit dem unangenehmen Pol eines Sinnesobjektes. Zum
angenehmen Pol strebt er hin, vom unangenehmen strebt er weg.
Solche Trennungen bestehen auf sehr unterschiedliche Weisen. Sie
werden im physikalischen Raums wahrgenommen, in der Zeit und in
noch vielen anderen Dimensionen, die den Bewusstseinsraum
aufspannen. Das Prinzip des Bewusstseinsprozesses besteht darin,
das Leidensniveau zu reduzieren. Dies geschieht durch Annäherung
des „Ich“-Pols an angenehme Sinnesobjekte oder durch Vergrößerung
des Abstandes von unangenehmen. Der dahinter liegende Antrieb ist
der Wille. Wird über ein angenehmes Sinnesobjekts häufig
nachgedacht und dabei abgewogen, wieviel anziehender als andere es
ist, und wird dies immer wieder gedanklich bestätigt, dann
verstärkt sich die Neigung zu diesem Gegenstand durch die positive
Bewertung. Tritt dieses Objekt das nächste Mal ins Bewusstsein,
erscheint es noch etwas angenehmer als zuvor. Der Prozess der
Programmierung funktioniert auch mit unangenehmen und abstoßenden
Sinnesobjekten. Eine negative gedankliche Bewertung verstärkt die
Abneigung. Die Daseinsgruppen beschreiben alles: Formen, Gefühle,
Wahrnehmungen, Gestaltungen und Bewusstsein. Mit ihnen treten
Prozesse auf, die beim Erfassen einzelner Sinnesobjekte ablaufen.
Dabei reihen sich weitere Sinnesobjekte zu einem Strom des
Bewusstseins aneinander. Das erlebende „Ich“ erfährt sich als
lebendig und meint aus freiem Willen auf die Welt zu reagieren. Die
Erklärung des Buddha zeigt aber, dass diese Prozesse bedingt sind,
ihre Ursachen haben. Eine andere Darstellung dieser Daseinsanalyse
des Buddha wird in einem Video gegeben, das die Aussagen und
Zusammenhänge in Grafiken und Videosequenzen zu einem anschaulichen
Modell zusammenfasst. Das Video findet sich unter dem Titel „Das
Weltmodell des historischen Buddha“ auf der Internetseite
www.buddha-training.de Zitate aus dem Pali-Kanon: S 35.23, M 18, M
43, S 36.10, A VI.63, M 56, S 22.56, M 38, M 19 Der Autor: Prof.
Dr. Meinhard Knoll Nach seiner aktiven Zeit als
Universitätsprofessor und nach Forschung und Lehre auf dem Gebiet
der künstlichen Sinne konzentriert er sich heute auf die
natürlichen Sinne und das damit verbundene Bewusstsein sowie auf
das Navigationstraining im Bewusstseinsraum nach der Lehre des
historischen Buddha.
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