Hunger
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Beschreibung
vor 2 Jahren
Die Eigenarten von „Hunger“ und „satt sein“ zeigen viel vom Wesen
von uns auf.
Hungern zu müssen ist eine Grundangst. Wir planen, organisieren,
mühen uns ab und sparen, um uns abzusichern, niemals hungern, uns
nicht einschränken zu müssen, von allem immer genug zu haben.
Wenn ich gegessen habe und satt bin, erscheint es fast
unvorstellbar, dass ich wieder Hunger bekommen könnte. Doch der
Hunger kommt wieder, egal wie viel ich gegessen habe – nach einer
gewissen Zeit ist der Hunger wieder da.
Es stellt einen auch nicht zufrieden, nur die notwenigen
Nährstoffe zu erhalten. Wir haben Lust auf bestimmte Sachen,
können genießen aber auch zu gierig werden und für uns
Schädliches zu uns nehmen.
Selbst wenn unser Körper Fettpolster als Reserve anlegt – der
Hunger kommt trotzdem wieder. Wir sind angewiesen darauf,
regelmäßig Nahrung zu uns zu nehmen. Auf Dauer satt sein geht
nicht.
Auch andere Bedürfnisse wie Durst, Schlaf, Zuwendung, können wir
nicht ein für alle Mal erfüllen –auch sie kehren immer wieder.
Wir halten Mangelzeiten eine Weile durch, aber wir leiden und
irgendwann geht es nicht mehr ohne.
Wir haben nicht nur Hunger nach Nahrung. Wir hungern nach einer
Weisung Gottes, nach dem Bewusstsein, Gott ist bei mir, nach
Zeichen seiner Liebe und Zuwendung und seinem Geist. Wenn wir
Gott ganz intensiv spüren, so bewirkt das innere Zufriedenheit,
meine Seele ist gesättigt.
Und auch diese Seelensattheit hält nicht für immer vor. Wieder
kommt der Hunger nach erlebter Gegenwart Gottes.
Ich merke, dass ich mit mir selbst ungeduldig bin. Immer wieder
denke ich: Du hast viel mit Gott erlebt, Du hast den Geist
gespürt, Gebetserhörung erfahren, nun sei doch zufrieden und
fühle Dich satt.
Aber ich befürchte, dass das nicht geht. Der Hunger kommt wieder,
einmal satt werden reicht nicht.
Ich kann mir aus Erinnerungen gewisse Vorräte anlegen, von denen
ich in mageren Zeiten zehren kann – aber irgendwann kommt der
Punkt, an dem ich neue Gotteserfahrungen brauche.
In der Bibel steht: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht (5. Mose 8, 3;
Mt 4,4; Lk 4,4),
Im Vater-unser beten wir: Unser täglich Brot gibt uns heute.
Dieses Gebet gilt nicht nur für körperliche Nahrung, sondern auch
die geistige. Ich bitte Gott darum, mir jeden Tag den Hunger nach
IHM zu stillen.
Ich merke, dass ich lernen muss, zu akzeptieren, dass es kein
dauerhaftes satt sein gibt, und ich auf mein tägliches Wort-Brot
von Gott angewiesen bin.
Herzliche Grüße von Christine Sommer
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