Vaterunser- elementare Nöte erkennen und vor Gott bringen

Vaterunser- elementare Nöte erkennen und vor Gott bringen

3 Minuten

Beschreibung

vor 2 Jahren

Ich bin zum Schatzsucher geworden. Dazu hat mich Matthias
Claudius verführt. Der meinte, dass es das Vaterunser wert ist,
dass wir uns mit ihm intensiv beschäftigen, „um unbekannten
Schätzen auf die Spur zu kommen“. Ich suche die Schätze des
Vaterunsers und habe eine Predigtreihe begonnen. Mit dem
Vaterunser bin ich seit dem letzten Jahr intensiv unterwegs. Der
Kurs von Stufen des Lebens in unserer Gemeinde hat mir dazu
Anstoß gegeben: „Vaterunser – ein beinahe alltägliches Gespräch“.


Ich studiere seitdem auch die Auslegung des Vaterunsers in den
Katechismen von Martin Luther. Mit Hilfe einer Interpretation
meines längstens verstorbenen theologischen Lehrers Albrecht
Peters. Er hat fünf Aspekte bei Luther herausgearbeitet, warum
das Vaterunser so wichtig ist. Mich hat in den letzten Wochen der
vierte Aspekt umgetrieben:
Im Vaterunser erkennen wir unsere elementaren Nöte und
bringen sie vor Gott.


Was sind unsere elementaren Nöte und wo werden sie im Vaterunser
aufgenommen?
Das habe ich vor kurzem in einer Themenreihe in der Gemeinde
gefragt. Zunächst habe ich wie bei Stufen des Lebens das
Vaterunser mit dem konzentrierten Bodenbild der sieben Blüten um
die zentrale Blüte gelegt. Beim Sprechen des Vaterunsers habe ich
die Vaterblüte mit der Anrede entfaltet, dann die sieben Blüten
mit den sieben Bitten, eine nach der anderen.
Und dann schrieben wir auf ovale Kärtchen, was uns an elementaren
Nöten in den Sinn  kommt, was uns umtreibt und belastet.
Natürlich wurden die vielfältigen Krisen genannt, die uns Angst
machen und Sorge. Aber es kamen auch Nöte, die mit uns und
unserer Gesellschaft zu tun haben. Es macht mir Not, dass wir so
wenig empathisch sind, dass der Egoismus sich ausbreitet, die
Unfähigkeit auf den anderen zu hören und die wachsende
Undankbarkeit.
Wir haben die Nöte den Bitten beigelegt. Wir haben selbst
entdeckt. Es stimmt, wir können alles, was uns umtreibt zu einer,
zwei oder drei der Bitten legen. Unsere elementaren Nöte werden
in den Vaterunser-Bitten aufgenommen. Es stimmt, was der Theologe
Helmut Thielike geschrieben hat: „Das Vaterunser ist das Gebet,
das die Welt umspannt.“
Jede Bitte des Vaterunsers kann man jeweils einem Tag der Woche
zuordnen. „Geheiligt werde dein Name“ dem Sonntag. Ich füge dann
der Bitte elementare Nöte hinzu.


So versuche ich mit dem Vaterunser durch die Woche zu gehen. Im
Vertrauen auf den Vater im Himmel. „Wenn die Last der Welt dir zu
schaffen macht, hört er dein Gebet.“


Schalom und liebe Grüße


Ihr und Euer
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

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