Beschreibung

vor 2 Jahren

In unserem Kirchenbezirk im Weinsberger Tal haben die Kurse zu
Mose I begonnen. In der ersten Einheit geht es auch um
Geschichte – Schichten, die sich in unserem
Leben eingelagert haben. Visualisiert wird dies über verschiedene
Stoffe, die im Lebenskorb eingeschichtet sind.


Einschichtungen, Schichtmodelle finden sich auch in vielen
anderen Bereichen wieder. Gesteinsschichten, die übereinander
liegen, verworfen werden, sich durch Einflüsse wie Druck und
Temperatur verändern und Bodenschätze bilden.


Oder die Entstehung von Humus – fruchtbarer Erde. Immer mehr wird
der Wert von Kompost entdeckt. Bei einem guten Kompost sammelt
sich schichtweise Verschiedenes an – vieles davon würden wir
eigentlich als unnütz und mindestens unansehnlich abtun. Damit
Kompost gut reift, muss die Belüftung stimmen und die Organismen,
die die Bestandteile umsetzen. Vielfalt der Schichten wirkt sich
positiv aus. Durch die Bearbeitung vom Menschen und vielen – oft
nicht sichtbaren Wesen – erfolgt eine Umwandlung. Es entsteht ein
fruchtbares Substrat, das dem Leben dienen kann.


Auch die Bibel besteht für mich aus vielen Schichten. Über lange
Zeiträume haben sich Geschichten, Lieder, Visionen
zusammengesammelt. Einzelverse, Textabschnitte, Bücher bilden
Muster. Zwischen den Schichten gibt es Zusammenhänge, die überaus
komplex sind. Vorher und nachher, Ursache und Wirkung,
menschgemacht und gottgemacht, Himmel und Erde sind untrennbar
vermischt, beeinflussen sich gegenseitig, sind verwoben und alles
enthält immer Elemente vom anderen,


Wenn ich die Bibel für mich nutzbar und fruchtbar machen möchte,
dann muss ich in die Schichten eintauchen. Es gibt Schichten, die
sich mir nicht erschließen. Deren Sinn ich nicht sofort erkenne
oder die ich sogar unpassend finde. Aber meine Erfahrung ist,
dass sich etwas entwickeln kann, wenn ich dran bleibe, wenn ich
Muster genauer ansehe, wenn ich versuche Zusammenhänge zwischen
altem und neuen zu finden. Wenn ich mir die Grundmuster der
Schicht ansehe, ohne mich daran zu stören, dass es da Stellen
gibt, die mich abstoßen oder die ich zu schnell als altmodisch
abtue und versuche sie auszusortieren.


Der Geist Gottes hilft bei der Bearbeitung, macht uns die Texte
bekömmlich, schafft Erkenntnisse und lässt uns immer neue
Verbindungen finden. Zum Glück gibt es aber auch Texte und Verse,
deren Muster sofort entgegenleuchtet, deren Schatz sich schnell
enthüllt.


Das Durchforsten, das Bearbeiten, sich damit beschäftigen, nicht
nachgeben hat einen Lohn. Die Bibel wird zum Lebensbuch, dient
dem Leben.


Wenn Druck aufkommt, quillt von unten ein Vers, eine Textstelle
durch, die mir hilft den Druck auszuhalten. Meine Seele kann sich
nähren von den Früchten der Bearbeitung.


Viel Freude beim umgraben wünscht Eure Christine Sommer

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15