Podcaster
Episoden
02.04.2026
34 Minuten
Nirgendwo liegen Fortschrittsglaube und Kriegsangst näher beieinander als in Taiwan. In der Hauptstadt Taipeh pulsiert das Leben, doch mit dem Ukraine-Krieg wächst die Sorge vor einer Invasion durch China. Viele zweifeln, ob ihnen die USA beistehen würden – zumal die Invasion längst begonnen habe. Taiwan erscheint Besucherinnen und Besuchern als freies, friedliches und modernes Land. Doch politisch steht die Insel so stark unter Druck wie schon lange nicht mehr. Denn für die Volksrepublik China ist Taiwan Teil des eigenen Territoriums. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass die Insel früher oder später einverleibt werden soll, wenn nötig mit Gewalt. Würde sich Taiwan für unabhängig erklären, wäre dies ein Kriegsgrund. Die USA sind seit Jahrzehnten ein enger Partner Taiwans, doch ob sie dem Land im Ernstfall militärisch beistehen würden, ist ungewiss. Amerikanische Präsidenten haben sich dazu unterschiedlich geäussert. Die Unklarheit sorgt in Taiwan für Unsicherheit. Vor Ort spricht Moderator Sebastian Ramspeck mit hochrangigen Entscheidungsträgern wie dem stellvertretenden Aussenminister Wu Chih-chung und Lin Fei-fan vom Nationalen Sicherheitsrat. Sie erklären, wie Taiwan versucht, sich gegen eine militärisch überlegene Macht zu behaupten. Dank ziviler Widerstandskraft und asymmetrischer Kriegsführung soll ein Angriff für China möglichst teuer werden. Ein Krieg um Taiwan würde weltwirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringen. Schliesslich produziert das Land die Mehrheit der Chips, die in praktisch allen elektronischen Geräten zum Einsatz kommen – vom Mobiltelefon bis zum Kampfflugzeug. Die Dominanz in der Chip-Industrie ist für Taiwan Schutz und Risiko zugleich. Moderator Sebastian Ramspeck ist für «SRFglobal» vor Ort in Taiwan. Zusätzlich beleuchtet SRF-China-Korrespondent Lukas Messmer die chinesische Sicht und spricht mit Zhou Bo, einem ehemaligen Oberst der chinesischen Armee. Die zentrale Frage bleibt: Kann Taiwan den Druck aushalten – und für wen spielt die Zeit?
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05.03.2026
36 Minuten
Die USA und Israel haben den Iran angegriffen und mit dem ersten Luftschlag den Obersten Führer Ali Chamenei getötet. Seitdem weitet sich der Krieg aus. Wer verfolgt welche Ziele? Was erhoffen sich US-Präsident Trump und Israels Ministerpräsident Netanjahu? Welche Strategie verfolgt das iranische Regime? In einer Spezialausgabe von SRFglobal sprechen wir mit dem Politikwissenschaftler und Iran-Experten Ali Fathollah-Nejad über den Krieg im Nahen Osten. Welche Ziele verfolgen die USA und Israel? Gibt es eine gemeinsame Strategie – oder verfolgen Donald Trump und Benjamin Netanjahu unterschiedliche Ziele? Welche Rolle spielen die amerikanische und die israelische Innenpolitik? SRFglobal beleuchtet ferner die Lage im Iran. Wie versucht das Regime zu überleben, welche Strategie verfolgt es? Was bedeutet der Tod von Ali Chamenei für das Machtgefüge in Teheran? Könnte das Regime ins Wanken geraten? Und welche Rolle spielen Irans Verbündete in der Region – von der Hisbollah im Libanon bis zu den Huthi im Jemen? Schliesslich geht es um die Frage, die über allen anderen schwebt: Wohin führt dieser Krieg? Droht dem Nahen Osten ein langer, zermürbender Konflikt – oder ist er der Beginn einer neuen Ordnung? Und welche Folgen hat er für Europa, Russland und China?
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29.01.2026
33 Minuten
Einst galten Zeitungen, Radio und Fernsehen in den Demokratien als vierte Gewalt. Heute prägen zunehmend Tech-Giganten mit ihren Algorithmen und Plattformen den politischen Diskurs – während traditionelle Redaktionen um Geld, Aufmerksamkeit und Vertrauen ringen. Seit jeher prägt technischer Fortschritt die Medienindustrie – von der Erfindung des Buchdrucks über Radio und Fernsehen bis hin zum Zeitalter des Internets und der künstlichen Intelligenz. Parallel dazu haben sich über Jahrhunderte journalistische Arbeitsweisen und Standards herausgebildet: Recherche, Objektivität und Unabhängigkeit. Heute gehört ein grosser Teil der Medien wenigen Konzernen oder steht unter staatlichem Einfluss. Gleichzeitig geraten klassische Geschäftsmodelle unter Druck: Werbeeinnahmen brechen weg, Redaktionen sparen, lokale Medien verschwinden. Plattformen und Algorithmen bestimmen zunehmend, welche Inhalte sichtbar werden. Die Sendung geht der Frage nach, was von der vierten Gewalt bleibt. Sie zeigt, wie Journalismus unter Druck gerät und was er anders und besser machen kann, um auch in Zukunft Vertrauen zu schaffen und Einnahmen zu generieren. Diese und weitere Fragen diskutiert Moderator Sebastian Ramspeck mit dem Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller von der Princeton University, der Journalistin Sophia Smith Galer, die ihren Job bei der BBC kündigte, um freischaffend zu arbeiten, sowie mit Mitali Mukherjee, Direktorin des Reuters Institute for the Study of Journalism.
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04.12.2025
31 Minuten
Derzeit gibt es weltweit mehr als 40 Monarchien. Einige Monarchen herrschen brutal, andere sind eher Touristenattraktion, die meisten im Volk beliebt. Mancherorts wünschen sich Menschen gar die Monarchie zurück – als Mittel gegen Populismus und Diktatur. Was macht die Faszination der Monarchie aus? Die Monarchie gehört zu den ältesten Staatsformen der Welt, und sie zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig. Nach Jahrhunderten mit Aufklärung und Revolutionen, der Demokratie und des Totalitarismus erfreuen sich viele Monarchen grosser Beliebtheit. «SRFglobal» geht in London und in Vaduz der Frage nach, wie die Herrschaft von Kaisern und Königen, von Fürsten und Emiren entstanden ist – und was sie heutzutage ausmacht: vom Vereinigten Königreich über Liechtenstein, Eswatini und Saudi-Arabien bis nach Thailand. «SRFglobal» interviewt Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, einen der reichsten Monarchen der Welt. Er spricht über die Beziehung der Monarchen untereinander, erklärt, wie in Liechtenstein Monarchie und direkte Demokratie zusammenspielen – und stellt sich Fragen zur Legitimität der Monarchie im 21. Jahrhundert. Warum ist der Monarch in vielen parlamentarischen Monarchien deutlich beliebter als die Regierungschefin, der Regierungschef? Ist die Monarchie ein Gegenmodell zum Populismus? Wie gefährlich für die Monarchie sind Skandale wie jener um Andrew Mountbatten-Windsor im Vereinigten Königreich?
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06.11.2025
30 Minuten
Benjamin Netanjahu ist einer der umstrittensten Politiker der Welt. Für seine Anhänger der Garant für Sicherheit – für seine Gegner der Mann, der Israel gespalten und isoliert hat. Netanjahu steht innenpolitisch und international unter Druck. Und doch könnte er am Ende als grosser Sieger dastehen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu steht an einem Scheideweg. Nach zwei Jahren Krieg im Gazastreifen, Luftangriffen auf den Libanon, den Iran und Katar steht Israel international so stark in der Kritik wie selten zuvor. Netanjahu wird wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen per internationalem Haftbefehl gesucht, in Israel selbst laufen Ermittlungen wegen Korruption. Gleichzeitig gehen viele Experten davon aus, dass Netanjahu strategisch alles erreicht hat, was er wollte: Der Gazastreifen ist weitgehend zerstört, und viele Expertinnen gehen davon aus, dass es einen schleichenden Exodus der palästinensischen Bevölkerung gibt – und Netanjahus Machtbasis ist gefestigt. Trotz wachsender Unzufriedenheit in der israelischen Gesellschaft und internationaler Isolation gilt er nach wie vor als politischer Überlebenskünstler und könnte bei den Wahlen im kommenden Jahr erneut triumphieren. Wohin steuert Israel unter diesem Druck? Welche Folgen hat die politische Dauerkrise für die Palästinenserinnen und Palästinenser und für die Stabilität der Region? Diese und weitere Fragen diskutiert Moderator Sebastian Ramspeck mit Neve Gordon von der University of Maryland, einem Experten für internationales Recht, Mairav Zonszein von der International Crisis Group sowie Anita Bünter, SRF-Korrespondentin.
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Über diesen Podcast
Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021
eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem
Play SRF Portal (www.srf.ch/play). SRFglobal widmet sich jeden
Monat einem Thema der internationalen Politik – mit Geschichten,
Analysen und Stimmen aus der ganzen Welt. Moderator ist Sebastian
Ramspeck, Gastmoderatorin Wasiliki Goutziomitros.
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