Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
2 Stunden 9 Minuten
Die Kirchen in Deutschland verstanden sich mit ihrem Bekenntnis zur »besonderen Gemeinschaft der ganzen evangelischen Christenheit in Deutschland« als einen wichtigen Faktor in den innerdeutschen Beziehungen. Wie kaum ein anderer Akteur trugen die evangelischen Kirchen - unter schwierigen äußeren Bedingungen und gleichzeitig durchaus kritischen innerkirchlichen Diskussionen - ganz wesentlich dazu bei, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen im geteilten Deutschland zu stärken. Es diskutierten: Prof. Dr. Peter Maser (ehemaliger Direktor des Ostkirchen-Instituts der Universität Münster), Stephan Bickhardt (Pfarrer und Bürgerrechtler), Dr. Christoph Demke (Bischof i.R. der Kirchenprovinz Sachsen), Dr. Martin Kruse (Bischof i.R. der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg).
1 Stunde 48 Minuten
Im Jahr 2009 erregte der Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, Aufsehen in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, in dem er sich dagegen verwahrte, »die DDR als den totalen Unrechtsstaat zu verdammen«. Zwar habe zum SED-Staat »immer auch ein Schuss Willkür und Abhängigkeit« gehört, aber: »Die alte Bundesrepublik hatte auch Schwächen, die DDR auch Stärken.« Wird die Diktatur der SED, die nach 1945 Hand in Hand mit der Sowjetunion in Ostdeutschland etabliert wurde, mit solchen Äußerungen verharmlost? Oder läuft die Beschreibung der DDR als Unrechtsstaat Gefahr, die Geschichte der Bundesrepublik zu unkritisch zu sehen? Welche Deutung der deutschen Zeitgeschichte nach 1945 ist angemessen, was lässt sich aus heutiger Sicht aus der Geschichte des geteilten Deutschlands für die Zukunft lernen? Diese Fragen wurden auf einer Veranstaltung mit Erwin Sellering und Rainer Eppelmann diskutiert.
2 Stunden 6 Minuten
Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung der Reihe "Leben in der DDR" stand ein Interviewprojekt, das Alexander von Plato gemeinsam mit Lutz Niethammer und Dorothee Wierling 1987 in der DDR durchführte. Auf dem Podium wurde über seine damaligen Erfahrungen und seine heutige Bewertung referiert und diese in einem anschließenden Gespräch mit Aleida Assmann diskutiert.
2 Stunden 3 Minuten
Die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags markierte 1972 eine neue Etappe im Verhältnis beider deutschen Staaten. Mit den Verträgen von Moskau und Warschau und dem Viermächte-Abkommen über Berlin war der Grundlagenvertrag Teil der entspannungspolitischen Bemühungen, mit denen sich die Bundesregierung unter Willy Brand die Normalisierung der Beziehungen zu den sozialistischen Staaten Osteuropas und zur DDR erhoffte. Angestrebt wurden menschliche Erleichterungen sowie eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls über die Mauer hinweg. Das Jahr 1972 stand im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung zur Reihe »2x Deutschland« über die innerdeutschen Beziehungen von der Teilung bis zur Einheit. Es diskutierten: Prof. Dr. Hermann Wentker (Leiter der Abteilung Berlin des Instituts für Zeitgeschichte), Rainer Eppelmann (Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur), Dr. Hans Modrow (Ministerpräsident a.D.), Dr. Hans Otto Bräutigam (Minister a.D.). Moderation: Sven Felix Kellerhoff (Journalist).
1 Stunde 50 Minuten
Schwerpunktthema der Geschichtsmesse 2012 war die Bilanz der Diktaturaufarbeitung in Deutschland und Europa. Der Mitschnitt dokumentiert das Abschlusspodium unter dem Titel "Die Zukunft der Aufarbeitung - Aufarbeitung und kein Ende?". Es diskutierten: Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik), Joachim Liebig (Evangelische Landeskirche Anhalt), Prof. Dr. Rainer Eckert (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig), Christian von Ditfurth (Historiker und Schriftsteller). Moderation: Marc Dietrich Ohse
1 Stunde 54 Minuten
Mehrere Millionen Frauen und Mädchen waren jahrelang im sowjetischen Gulag eingesperrt. Die genaue Zahl der Opfer und Überlebenden ist jedoch ungewiss. Darunter waren zahlreiche Frauen aus Deutschland, denen entweder während ihrer Emigration in der Sowjetunion stalinistische Säuberungen zum Verhängnis wurden, oder die aus der sowjetischen Besatzungszone deportiert worden waren. Die Bundesstiftung Aufarbeitung gedachte mit dieser Veranstaltung anlässlich des »Tags der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden« dem Schicksal von Frauen, die Opfer politischer Verfolgung in der SBZ und DDR wurden. Am Podiumsgespräch nahmen teil: Dr. Meinhard Stark (Historiker), Irmgard Nitz (Zeitzeugin), Herta Lahne (Zeitzeugin)
1 Stunde 38 Minuten
Sie kamen aus der Bundesrepublik in die DDR, mit Erfahrungen und Vorstellungen von freier Berichterstattung und dem Wunsch, über Land und Leute hinter dem Eisernen Vorhang zu berichten. Durch den Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war nach 1973 der Austausch von Korrespondenten auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Die Journalisten aus dem anderen deutschen Staat mussten sehr schnell begreifen, dass eine objektive Berichterstattung nur unter Schwierigkeiten möglich war, da die DDR eine unkontrollierte Arbeit nicht zuließ und auf möglichst unkritische Beiträge Wert legte. Die Veranstaltung blickte zurück auf ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit und fragte nach dem Verhältnis zwischen Westkorrespondenten und DDR-Bürgerrechtlern. Es diskutierten: Ruth Misselwitz, Roland Jahn, Gerhard Rein, Rolf Schneider.
1 Stunde 25 Minuten
Gouverneur Kim Moon-Soo kämpfte 28 Jahre lang als Aktivist für die Rechte der Arbeiter und Demokratie gegen die südkoreanische Militärdiktatur (1970er und 1980er Jahre). Zudem setzt er sich aktiv für die Menschenrechte in Nordkorea ein. 2006 wurde er zum Gouverneur der Gyeonggi-Provinz gewählt und 2010 als Mitglied der Grand National Party in seinem Amt bestätigt. Im Rahmen seines Vortrags und der sich anschließenden Podiumsdiskussion behandelte Gouverneur Kim die Frage der weiteren Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen nach dem Tod Kim Jong-Ils im Dezember 2011 und beleuchtete mögliche Wege zur Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel.
2 Stunden 25 Minuten
Rund 300.000 Personen waren in der SBZ und der DDR aus politischen Gründen inhaftiert. Für viele von ihnen war die Haftzeit traumatisierend, die psychische Belastung für die Betroffenen hält oft bis heute an. Zwei Studien an der Universität Leipzig gehen den Fragen nach, wie die Kinder der Inhaftierten die Haftzeit verarbeitet haben. Was haben die Kinder im Zusammenhang mit der Inhaftierung der Eltern erlebt? Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Haft auch für die Kinder negative psychische Auswirkungen gehabt hat. Maya Böhm und Grit Klinitzke stellten die Ergebnisse ihrer Studien in Auszügen dar. Podiumsdiskussion: Myriam Ceglarek, Ulrich Schacht, Dr. Stefan Trobisch-Lütge.
1 Stunde 43 Minuten
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe »Stalinistischer Terror in der Sowjetunion und in Osteuropa. Neue Forschungen zu Tätern, Opfern, Folgen« sprachen Joachim Gauck und György Dalos gemeinsam mit Jörg Baberowski über den Alltag in Diktaturen. Wie weit reichte der totalitäre Anspruch des Regimes in den Alltag des Einzelnen? Welche Freiräume gab es und wie ließen sie sich behaupten? Welche Handlungszwänge bestimmten das Leben der Menschen in Diktaturen sowjetischen Typs?
1 Stunde 57 Minuten
Polizisten, Rechtsanwälte, Obdachlose, Punks, Blumenhändler, Dönerverkäufer: 182 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 zählte die Amadeu-Antonio-Stiftung, nachdem Ende des Jahres 2011 die bundesweite Mordserie der Neonazi-Terrorgruppe NSU bekannt wurde. Gut zwanzig Jahre nach der deutschen Einheit wird in Öffentlichkeit und Medien heftiger denn je gestritten über den Rechtsextremismus in Deutschland: Sind die Ursachen in autoritären Verhaltensstrukturen der sozialistischen Diktatur zu finden? Welche Befunde zu menschenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensmustern liefert die empirische Forschung? Gibt es Unterschiede im Ost-West-Vergleich und wenn ja, welche? Schließlich: Welche Ansätze zur Prävention sind erfolgversprechend, wo liegen Probleme und Grenzen der bildungspolitischen und sozialtherapeutischen Intervention? Es diskutierten: Beate Küpper, Bernd Wagner, Patrice G. Poutrus, Anetta Kahane
1 Stunde 41 Minuten
Marianne Birthler und Irina Scherbakova diskutierten über den Umgang mit dem schwierigen Erbe der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa. Auf welche Weise versuchen unterschiedliche Gesellschaften, die Vergangenheit aufzuarbeiten? Wie unterscheiden sich deutsche und russische Aufarbeitungsdiskurse und welche spezifischen Gründe gibt es dafür?
1 Stunde 40 Minuten
Die Historiker Dietrich Beyrau und Gerd Koenen diskutierten über die ambivalente Position von Intellektuellen in Diktaturen sowjetischen Typs. Viele linke Intellektuelle fühlten sich von den radikalen Maßnahmen der Kommunisten gleichermaßen angezogen wie abgestoßen. Einerseits begrüßten sie die gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Terrors, andererseits erkannten sie auch, welche Gefahren damit verbunden waren - nicht zuletzt für sie persönlich. Moderation: Prof. Jörg Baberowski
1 Stunde 43 Minuten
Das geteilte, bis zum Mauerbau aber noch offene Berlin war im Kalten Krieg der Schauplatz einer in dieser Unmittelbarkeit einzigartigen Systemkonkurrenz. Michael Lemke untersucht in dem Buch "Vor der Mauer" erstmals für beide Teile Berlins, mit welchen Absichten diese Rivalität von Ost- und West in Gesellschaft und Politik gestaltet wurde, wie sie den Alltag der Sektorenstadt beeinflusste und wie deren Bewohner darauf reagierten. Der Autor Prof. Dr. Michael Lemke im Gespräch mit Prof. Egon Bahr. Moderation: Prof. Dr. Martin Sabrow
1 Stunde 32 Minuten
Die Dezember-Revolution in Rumänien 1989 führte zum Sturz und zur Hinrichtung Nicolae Ceausescus und damit zum Ende der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Wie geht man in Rumänien heute mit diesem Erbe um? Im Rahmen der Veranstaltung stellten Vertreter aus Wissenschaft und Gesellschaft Rumäniens ihre Arbeit vor: ICCMER ist die staatliche Aufarbeitungsorganisation Rumäniens. Das IIPM wurde 2007 von Milo Rau gegründet und erlangte 2009/10 mit dem Theater-/Filmprojekt »Die letzten Tage der Ceausescus« internationale Bekanntheit.