111 Kilometer Akten. Der offizielle Podcast des Stasi-Unterlagen-Archivs Archiv
78 Episoden
47 Minuten
Das Ministerium für Staatssicherheit hatte im geteilten Berlin trotz Mauer mehr oder weniger unbemerkt jederzeit Zugang zum Westteil der Stadt. Im Bezirk Tempelhof interessierte sie sich insbesondere für den Flughafen im amerikanischen Sektor und den südlichen Grenzverlauf. Kuratorin Heike Stange erzählt im Gespräch mit Museumsleiterin Dr. Irene von Götz wie sie aus Beobachtungsfotos der Stasi eine Ausstellung gemacht hat.
59 Minuten
Als in den späten 1970er Jahren ein neues Musik-Phänomen namens Punk auftauchte, hatte die Stasi ihre üblichen Analyseinstrumente geschärft. Wie schon zuvor Rock und Beat galt ihr auch der Punk als eine "westliche Strategie", die Jugend vom sozialistischen Kurs abzubringen. Der Musikwissenschaftler Florian Lipp hat die Geschichte des Punk in der DDR erforscht und dabei interessante Binnenansichten zur späten DDR formuliert.
1 Stunde 9 Minuten
Das Aufwachsen in der SED-Diktatur war für junge Menschen durch einen hohen Druck auf Anpassung an die Vorgaben des Staates geprägt. Wie man dabei mit der Stasi in Berührung kommen konnte und welche Konsequenzen das hatte, erzählen in der heutigen Folge Angela Marquardt (Jahrgang 1971), Frank Linksminat (Jahrgang 1964) und Tim Eisenlohr (Jahrgang 1973).
47 Minuten
Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hat vieles mitgeschnitten – auf Tonband mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, auf Draht, auf Cassetten, auf Video2000 und U-matic. Um die zahlreichen, zum Teil exotischen Formate digitalisieren zu können, hat der Rundfunk- und Fernsehtechniker Dirk Ullrich einen ganzen Park an Geräten für seine Arbeit im Stasi-Unterlagen-Archiv beschafft. Im Gespräch stellt er mehrere solcher Maschinen vor. Ein Rundgang durch analoge Technikgeschichte.
57 Minuten
Die US-Amerikanerin Debby Pattiz verbrachte 1988 ein Auslandssemester an der damaligen Wilhelm-Pieck-Universität Rostock. Über 30 Jahre später beginnt sie eine Spurensuche ihrer Zeit als "Klassenfeind" hinter dem Eisernen Vorhang. Für ein Buchprojekt stöberte sie in Tagebüchern, recherchierte Zeitzeugen und natürlich auch im Stasi-Unterlagen-Archiv.
46 Minuten
Ab 1974 unterhielten beide deutsche Staaten eine „Ständige Vertretung“: Die Bundesrepublik eine in Ost-Berlin, die DDR eine in der Bundeshauptstadt Bonn. Die Journalistin und Autorin Annette Wieners hat nach intensiver Recherche (auch im Stasi-Unterlagen-Archiv) einen Roman geschrieben, der sich dem fast vergessenen Alltag der Ständigen Vertretung in Bonn beschäftigt, in dem die Stasi eine zentrale Rolle spielte. (technischer Update der Folge 56 vom 23.3.22)
46 Minuten
Ab 1974 unterhielten beide deutsche Staaten eine „Ständige Vertretung“: Die Bundesrepublik eine in Ost-Berlin, die DDR eine in der Bundeshauptstadt Bonn. Die Journalistin und Autorin Annette Wieners hat nach intensiver Recherche (auch im Stasi-Unterlagen-Archiv) einen Roman geschrieben, der sich dem fast vergessenen Alltag der Ständigen Vertretung in Bonn beschäftigt, in dem die Stasi eine zentrale Rolle spielte.
1 Stunde 6 Minuten
Das Verhältnis zwischen den "befreundeten" Geheimdiensten KGB und Ministerium für Staatssicherheit der DDR wurde durch den Begriff "großer
Bruder Sowjetunion" geprägt. So überschreibt der Historiker Douglas Selvage seine Studien über die beiden östlichen Dienste, die er zusammen
mit dem Historiker Georg Herbstritt jetzt in einem Buch herausgegeben hat. Im Gespräch illustriert er die Facetten dieser nicht unproblematischen Zusammenarbeit.
Bruder Sowjetunion" geprägt. So überschreibt der Historiker Douglas Selvage seine Studien über die beiden östlichen Dienste, die er zusammen
mit dem Historiker Georg Herbstritt jetzt in einem Buch herausgegeben hat. Im Gespräch illustriert er die Facetten dieser nicht unproblematischen Zusammenarbeit.
41 Minuten
Entlang der tödlich gesicherten Grenz durch das geteilte Deutschland gab es seit Mitte der 1960er Jahre auf Westseite "Grenzinformationsstellen". Von dort aus konnte man in dei DDR schauen und sich über das Grenzregime informieren. Wie die Stasi diese "Feindobjekte", zum Beispiel einen Aussichtsturm in Oberfranken, in den Blick nahm, erzählt Sascha Münzel, Historiker und Mitarbeiter der Außenstellen Suhl des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv. Dort lagern knapp vier Kilometer der Stasi-Akten des Archivs über die Region Suhl.
42 Minuten
Im September 1953 standen acht führende Figuren des sächsischen Bergbaus in Ost-Berlin vor Gericht und mussten sich dem Vorwurf angeblicher Spionage und Sabotage stellen. Otto Fleischer, Bergbauingenieur und SED-Mitglied, gehörte zu den Angeklagten. Die Stasi schnitt den Schauprozess in einer Länge von 30 Stunden mit. Anhand von Original-Ausschnitten wird die Geschichte des Prozesses erzählt, bei dem Walter Ulbricht und Erich Mielke im Hintergrund in einer bewegten politischen Phase der DDR die Strippen zogen.
46 Minuten
Diktaturen erzeugen Leid auf vielen Ebenen. Diese Folge des Podcasts erzählt von psychischen Störungen durch Haft bei der Stasi, aber auch durch andere Formen von staatlicher Misshandlung. Wir sprechen darüber mit Evelyn Zupke, der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur, mit Ulrike Poppe, der ehemaligen Landesbeauftragten für die Folgen der kommunistischen Diktatur in Brandenburg und Zeitzeugin der ersten Akteneinsicht, sowie mit dem Psychologen Stefan Trobisch-Lütge.
46 Minuten
Unter den Hunderten Antragstellern pro Jahr für Medienprojekte beim Stasi-Unterlagen-Archiv sind immer wieder auch Filmschaffende. Die Dokumentarfilmautorin Sylvia Nagel hat sich mit zwei sehr unterschiedlichen Themen befasst: den minderjährigen Grenztoten in Berlin sowie der innerdeutschen Grenze und den Flohmärkten in der späten DDR. Im Gespräch reflektiert sie ihre Recherchen.
17 Minuten
Podcast-Gastgeber Dagmar Hovestädt und Maximilian Schönherr lassen das Jahr 2021 von "111 Kilometer Akten" kurz Revue passieren.
52 Minuten
Im Thüringer Wald produzieren seit Mitte des 19. Jahrhunderts Familienbetriebe gläsernen Weihnachtsschmuck. Zu DDR-Zeiten war diese Produktion auch für die Suhler Bezirksverwaltung der Stasi ein Aufgabengebiet. Zunächst galt es die Enteignung und Verstaatlichung der Familienbetriebe abzusichern und dann später den Verkauf des zerbrechlichen Export-Schlagers zu befördern. Sascha Münzel, Historiker in der Außenstelle Suhl, erzählt von seiner Recherche.
55 Minuten
Die in West-Berlin ausgestrahlte Sendung "Radio Glasnost — Außer Kontrolle" mit Beiträgen "aus und über die DDR" konnte zwischen Juli 1987 und dem Mauerfall im November 1989 bis 100 km in die DDR hinein empfangen werden. Sie versetzte das Ministerium für Staatssicherheit in helle Aufregung und veranlasste es sogar, Störsender einzusetzen. Die damalige Moderatorin Ilona Marenbach und Redakteur Dieter Rulff erzählen, wie es zu der Sendung kam und wie die Inhalte aus dem Osten im Westen landeten.