Podcaster
Episoden
20.02.2026
41 Minuten
Sarah und ich sind beide «schuldig im Sinne der Anklage» hier: Wir
ertappen uns beide dabei, unsere grösseren und kleineren
Alterserscheinungen nicht nur gelassen anzunehmen. Sarah zum
Beispiel sagt, sie liebt ihre Seniorinnenfreundinnen und findet
deren Falten wunderschön - bei sich selbst aber fällt es ihr
schwer. Wir hinterfragen unsere vermeintlich banalen Handlungen,
wie zum Beispiel graue Haare auszupfen, und sehen: Wenn dahinter
eine Überzeugung steckt, dass ich so weniger liebenswert bin, dann
macht mich das unfrei. Das ist nicht nur schade, sondern
widerspricht sowohl Sarahs Glauben als auch meinem Erleben der
unbedingten Liebe, die jeden Moment ausmacht. Unsere
Auseinandersetzung mit diesem Trend führt uns überraschenderweise
auch bei Adam und Eva vorbei – doch hört selbst. Über Bryan
Johnson, den ultimativen Biohacker, könnt ihr z.B. hier lesen:
https://www.nzz.ch/wissenschaft/millionaer-bryan-johnson-will-beweisen-dass-der-mensch-nicht-sterben-muss-ld.1803643
Der nonduale spirituelle Lehrer Adyshanti hat über den
eindrücklichen Zusammenhang der weit verbreiteten Überzeugung von
«Unwürdigkeit» und dem so genannten Sündenfall geschrieben – hier
findet ihr das englische Hörbuch:
https://www.buchhaus.ch/de/buecher/fachbuecher/medizin/naturheilen/detail/ISBN-9781622036516/Adyashanti/Healing-the-Core-Wound-of-Unworthiness
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06.02.2026
38 Minuten
«Ich hätte nicht Theologie studieren können, hätte ich nicht meine
Yogapraxis gehabt», sagt Kathrin Rehmat. Dass der Körper eine
zentrale Rolle spielt im Leben, aber auch in ihrer Spiritualität,
sei ihr immer schon klar gewesen. Kathrin Rehmat ist Pfarrerin an
der Predigerkirche in Zürich und im Vorstand vom Festival «Stilles
Zürich» (https://www.stilles-zuerich.ch/). Von ihr möchte ich
wissen: Wie schafft das fünftägige Festival Begegnungen mit der
Stille? Und für wen? Natürlich frage ich Kathrin auch nach ihrem
eigenen Üben, nach ihren Einsichten aus über 30 Jahren Yoga – und
nach ihrem Umgang mit dem Unverfügbaren. Das erwähnte Buch «Das
Kleinod der Unterscheidung» von Shankara könnt ihr zum Beispiel
hier finden:
https://www.buchhandlung-bodmer.ch/shankara-das-kleinod-der-unterscheidung-advaitamedia-gmbh-isbn-978-3-936718-72-0
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23.01.2026
37 Minuten
In dieser ersten Folge mit meinem neuen Holy Embodied Gspändli
spreche ich mit Sarah Staub. Sie ist Pfarrerin der
evangelisch-methodistischen Kirche in Wädenswil, Theologin, Autorin
beim RefLab – und lebt in einem, wie sie selbst sagt, behinderten
Körper. Sarah reflektiert ihre eigene Körpererfahrung theologisch
und eröffnet neue Perspektiven auf ein verkörpertes Glaubensleben.
Gemeinsam sprechen wir darüber, wie sich Gott im Versehrtsein
erfahren lässt, über Sarahs persönlichen Weg und über die Frage,
warum es problematisch sein könnte, dass Jesus jung, makellos und
ohne sichtbare körperliche Gebrechen dargestellt wird. Eine Folge
über Gott im Unperfekten, über verkörperte Spiritualität und über
die heilsame Kraft, das Schwierige nicht zu übergehen, sondern
ernst zu nehmen. Hier findet ihr die bereits Erschienenen Folgen
mit Sarah:
https://www.reflab.ch/sarah-staub-ich-darf-wuetend-sein-auf-meinen-koerper/
und
https://www.reflab.ch/heimat-jenseits-von-patriotismus-und-kitsch-mit-sarah-staub/
Und hier Sarahs starken Text über den «Behinderten Gott»:
https://www.reflab.ch/der-behinderte-gott/
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09.01.2026
43 Minuten
«Man merkt, dass KI nicht auf Erfahrungen zurückgreifen kann, das
ist mein grösstes Problem damit», sagt Thomas Schlag. Eine echte
Seelsorge oder Begegnung lebe zudem davon, dass man dem Gegenüber
auch widersprechen oder den Finger auf Unklarheiten legen könne –
was in der Interaktion mit Künstlicher Intelligenz nicht geschehe.
Daneben betont Thomas Schlag aber die Vorteile, die eine stets
verfügbare, immer geduldige «Ansprechsoption» mit sich bringt,
gerade im Zusammenhang mit Themen wie Einsamkeit oder
Übergangssituationen. In unserem Gespräch kommen wir natürlich auch
auf den Körper zu sprechen und warum dieser gerade in der
zunehmenden Digitalisierung der Welt immer je wichtiger wird, auch
in der Theologie, etwa in der erwähnten «carnal hermeneutics»
(https://richardmkearney.com/wp-content/uploads/2014/06/carnal-hermeneutics-211.pdf)
also einer Lehre des Verständnisses der Welt über den Körper. Und
wenn wir über den Körper sprechen, dann sprechen wir – zumindest
hier bei Holy Embodied – immer über den gesamten Körper, was
Sexualität miteinschliesst. In diesem Zusammenhang erwähnt Thomas
Schlag eine finnische Doktorarbeit
(https://erepo.uef.fi/items/e66a2597-bbb3-40cb-8386-a6fc496925b2) –
die ich leider bloss in Finnisch gefunden habe, sie euch aber nicht
vorenthalten möchte. Die CVJM Hochschule in Kassel hat eine grosse
Studie zu Sexualität unter hochreligiösen Christinnen erstellt
(https://www.cvjm-hochschule.de/fileadmin/2_Dokumente/5_FORSCHUNG/empirica/empirica_Sexualitaetsstudie_Zusammenfassung.pdf)
und meine Kollegen von Ausgeglaubt
(https://www.reflab.ch/hinter-der-schlafzimmertuere-fakten-zum-sexleben-frommer-christinnen/)
haben dazu eine Folge aufgenommen. Zudem möchte ich auf diese Folge
von Geist.Zeit hinweisen, in der meine Kollegen mit Matthias
Zeindler über reformierte Spiritualität sprechen
(https://www.reflab.ch/matthias-zeindler-was-ist-reformierte-spiritualitaet/).
Und, zu guter Letzt: In Luzern sass zwei Monate lang ein KI-Jesus
im Beichtstuhl als Experiment zu digitaler Seelsorge
(https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/digitale-seelsorge-keine-offenbarung-zu-besuch-beim-luzerner-ki-jesus).
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26.12.2025
39 Minuten
Sie ist gerade ein ziemlich heller Stern am Schweizer Promihimmel:
Ihr Kinofilm «Love Roulette» wird gefeiert, eine Liveshow vom
Podcast «Zivadiliring», den sie mit Gülsha Adilij und Maja
Zivadinovic zusammen macht, hat das Zürcher Hallenstadion
ausverkauft und als Autorin landete sie mit «Life Rebel» einen
Bestseller. Das Leben der Autorin Yvonne Eisenring ist - an
Schweizer Massstäben gemessen - ein Unkonventionelles: Sie lebt die
Hälfte des Jahres im Ausland, nimmt Arbeit nur dann an, wenn es
sich richtig anfühlt und findet Neuanfänge grossartig. Ihr neustes
Buch «Life Rebel» hat sie zu sowas wie einem Schweizer Popstar
angehoben – sie wird um Selfies gebeten, Menschen erzählen ihr
davon, wie sie ihr Leben geändert haben, nachdem sie ihr Buch
gelesen hatten. «Verrückt», findet das Yvonne. Und berührend. «Life
Rebel» handelt von ihrem Leben in sechs verschiedenen Städten und
«der Suche nach dem, was wirklich zählt». Was wirklich zählt, das
ist für Yvonne spätestens seit dem Tod ihres Vaters glasklar: Die
Zeit, die sie hier hat und die Art und Weise, wie sie mit dieser
begrenzten Ressource umgeht. Haben euch Yvonnes Aussagen und Leben
inspiriert, euch etwas mehr aus SEIN einzulassen? Holy Embodied
lädt ein, SEIN als Erfahrung im Körper zu erleben. Und zwar vom 9.
bis 11. Januar in Kappel am Albis. Damit Holy Embodied nicht nur in
deinen Ohren, sondern im ganzen Körper ankommt. Diese Folge wurde
ursprünglich am 9. August 2024 veröffentlicht und ist eine
Wiederholung.
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Über diesen Podcast
Holy Embodied ist ein Podcast, der behauptet: Es ist an der Zeit,
den Körper wieder in die Kirchen zu bringen. Oder anders gesagt: Es
ist an der Zeit, den Körper als fantastisches Tor zu jeglicher Form
von Spiritualität wieder zu entdecken. Gerade in unserer
evangelisch-reformierten Tradition, wurde die Form des Menschen
lange genug ignoriert und nur auf den Verstand gesetzt. Viele von
uns leben ausschliesslich im Kopf, im Denken – und vergessen den
Körper, der nicht nur dazu da ist, unsere Gehirne umherzutragen.
Wir finden, das reicht jetzt und leuchten aus, wie und warum unsere
Körper der einfachste Weg zu Gott sind. Und was es letztlich
heisst, „Holy Embodied“ in seiner ganzen Radikalität zu leben. Auf
dieser Entdeckungsreise sind wir nicht-konfessionell, interreligiös
und undogmatisch unterwegs. Gespräche zwischen Leela Sutter und
Patrick Schwarzenbach, Reportagen und Expert*innen aus diesem
weiten Feld dienen uns als Kompass für diese Reise.
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