Podcaster
Episoden
14.04.2026
60 Minuten
Sport braucht Bewegung – und Bewegung braucht Raum. Klingt erstmal banal, ist aber erstaunlich komplex, wenn man einmal genauer hinschaut. In dieser Episode widmen wir uns genau dieser Frage: Wo findet Sport eigentlich statt – und warum genau dort? Wir sprechen über klassische, geschaffene Sporträume wie Turnhallen, Sportplätze oder Stadien – also Orte, die oft klar strukturiert sind und bestimmten Regeln folgen. Gleichzeitig richten wir den Blick auf informelle und natürliche Bewegungsräume: Parks, Wälder, urbane Flächen oder einfach der Bordstein vor der Haustür. Orte, die weniger geplant sind, dafür aber häufig mehr Kreativität ermöglichen. Denn nicht jeder Raum ist für jede Bewegung gemacht – und genau darin liegt oft sein Reiz. Dabei wird schnell deutlich, dass Räume nicht nur Möglichkeiten eröffnen, sondern auch begrenzen. Bestimmte Sportarten brauchen spezifische Infrastrukturen, während andere gerade von offenen, flexiblen Umgebungen leben. Wir diskutieren, wie sich diese Unterschiede auf das Sporttreiben auswirken – und wie sich daraus auch Fragen von Zugang, Teilhabe und sozialer Ungleichheit ergeben. Ein besonderer Blick geht in die Zukunft: Wie werden Sporträume von morgen aussehen? Wer plant sie – und für wen? Denn spätestens bei der kommunalen Sportstättenpolitik wird klar: Welche Anlagen gefördert werden, entscheidet mit darüber, wer sich wie, wo und mit wem bewegen kann. Auch die Schule spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht umsonst heißt es: Der Raum ist der dritte Erzieher. Ob Turnhalle, Schulhof oder alternative Bewegungsflächen – Sporträume prägen Bewegungsbiografien, oft nachhaltiger, als uns im ersten Moment bewusst ist. Was sonst so passiert: Wir klären, wie man Tetris tatsächlich durchspielen kann (oder zumindest glaubt, es zu können), wundern uns über die gelegentlich fragwürdige Eleganz mancher KI-Formulierungen und landen zwischendurch bei frühkindlichen Bewegungserinnerungen – irgendwo zwischen Schlucht, rotem Berg und genau den Räumen, die uns vermutlich stärker geprägt haben, als wir damals ahnten.
Mehr
14.03.2026
1 Stunde 2 Minuten
Eigentlich wollten wir in dieser Folge über die Eignungsprüfung im Sportstudium sprechen. Ein Thema, das vielerorts diskutiert wird. Allerdings passiert im Hintergrund derzeit so viel, dass wir beschlossen haben: Das verdient eine weitgreifendere Episode – die über die Mainzer Perspektive hinaus geht und aktuelle Entwicklungen aufzeigt. Kurz gesagt: Hier bitten wir um noch etwas Geduld. Stattdessen nehmen wir uns in dieser Folge etwas Zeit zum achtsamen Podcasten – also für drei präsente Themen, die im stressigen Alltag oft zu kurz kommen. Zunächst sprechen wir über Ragebait auf Social Media: Inhalte, die gezielt provozieren, um maximale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir überlegen, warum gerade seriöse Wissens- und Wissenschaftskommunikation im Sport gegen solche Mechanismen häufig ins Hintertreffen gerät – und warum Differenziertheit im Algorithmus selten gewinnt. Danach richten wir den Blick auf Karrieren in der Sportwissenschaft. Was macht diesen Weg eigentlich attraktiv? Welche Strategien können junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen? Und ist es klüger, früh ein klares Profil zu entwickeln oder lieber viele Interessen parallel zu verfolgen, bis sich irgendwann eine Richtung herauskristallisiert? Zum Abschluss schauen wir auf aktuelle Jugendstudien, die zeigen, dass sich insbesondere männliche Jugendliche wieder stärker an konservativen Rollenbildern orientieren. Wir sprechen darüber, welche Rolle Sport-, Fitness- und Körperkulturen dabei spielen – und was es mit Trends wie Looksmaxxing und neuen (alten) Schönheitsidealen auf sich hat. Was sonst so passiert: Wir philosophieren kurz über den Einfluss des Wetters auf Sport und Stimmung, lassen uns mehrmals von Tims Achtsamkeits-App zu Atemübungen anleiten und versuchen dabei, wenigstens für ein paar Sekunden so zu tun, als hätten wir das Prinzip der Achtsamkeit vollständig verstanden. Ob uns das gelingt oder ob wir doch wieder schneller reden als wir atmen – hört am besten selbst rein.
Mehr
25.02.2026
1 Stunde 2 Minuten
Schneesportfahrten gehören für viele zu den prägenden Erinnerungen der Schulzeit – doch welche pädagogische, gesellschaftliche und ökologische Bedeutung haben sie heute noch? In dieser Episode diskutieren wir aktuelle Chancen und Herausforderungen von Schneesportangeboten in Schule, Studium und Gesellschaft. Wir beleuchten die vielfältigen Lernpotenziale: motorische Entwicklung, soziale Erfahrungen, Selbstständigkeit und Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig werfen wir einen kritischen Blick auf Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und die Frage, ob Schneesportangebote unter veränderten klimatischen Bedingungen verantwortungsvoll gestaltet werden können. Darüber hinaus geht es um besondere Möglichkeiten z. B. des fächerübergreifenden Lernens in Schneesportwochen – von Mathematik über Geografie bis Biologie – sowie um organisatorische und strukturelle Fragen: Sind Kosten und Personalaufwand gerechtfertigt? Welche Rolle spielt Schneesport als kulturelles Kapital und wie lässt sich mehr Diversität und Zugänglichkeit schaffen? Dabei distanzieren wir uns bewusst von Argumenten nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“ und suchen nach zeitgemäßen Perspektiven. Was sonst so passiert: Tim gerät ins Schwärmen über die Olympischen Winterspiele, während Christian – regelinteressiert wie eh und je – der Frage nachgeht, was beim Skicross eigentlich alles erlaubt ist. Zwischen Euphorie, Regelkunde und Winterfantasien wird klar: Schneesport ist mehr als kalte Füße und Après-Ski.
Mehr
16.01.2026
1 Stunde 4 Minuten
„Gut gemacht!“ – aber was heißt das eigentlich? In dieser Episode dreht sich alles um Feedback: konstruktiv, kritisch, motivierend – und manchmal auch schmerzhaft ehrlich. Wir sprechen darüber, welche Formen von Feedback es gibt, was gutes Feedback auszeichnet und warum Rückmeldungen im Sport (und besonders im Sportunterricht) oft schneller unter die Haut gehen als in anderen Lebensbereichen. Warum fühlt sich Kritik im sportlichen Kontext häufig persönlich an? Wie kann man mit negativem oder unerwartetem Feedback umgehen, ohne direkt in den emotionalen Abwehrmodus zu schalten? Und welche Rolle spielen Lob und positive Verstärkung, wenn es darum geht, Entwicklung zu ermöglichen statt Frust zu produzieren? Neben klassischen Rückmeldeformaten geht es auch um Selbstevaluation, um neue digitale Feedbackformen – insbesondere im Jugendbereich – und um die Frage, wie man sich aktiv Feedback einholt. Spoiler: Auch Feedback zum Feedback kann verdammt hilfreich sein. Was sonst so passiert: Neues Jahr, neue Vorsätze: Willkommen 2026! Wir sprechen über plötzliche Neuzugänge im Fitnessstudio, alkoholarmes Leben, sportliche Neuanfänge – und darüber, warum Motivation im Januar oft größer ist als im März. Zwischen Rückmeldung und Selbstdialog wird klar: Veränderung beginnt im Kopf – und manchmal an der Getränketheke.
Mehr
14.12.2025
1 Stunde 5 Minuten
Beobachten kann jede:r – Hinschauen will gelernt sein. In dieser Episode widmen wir uns dem Thema Hospitationen im Sport: An der Universität, in der Lehramtsausbildung, in der zweiten Phase der Ausbildung und auch im längst etablierten Berufsalltag. Was können Hospitationen leisten, wenn sie mehr sein sollen als stilles Dabeisitzen mit Klemmbrett? Und warum endet gute Hospitation nicht mit der Stunde, sondern beginnt dort erst richtig – in der Reflexion? Wir sprechen über mögliche Beobachtungsschwerpunkte während Hospitationen: Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Auftreten, Umgang mit Konflikten, Disziplinarmaßnahmen und Regelklarheit. Ebenso geht es um die Rolle von Mentor:innen als Vorbilder, um Lehrproben, Feedbackkulturen und den Wert des kollegialen Austauschs. Dabei wird deutlich: Hospitationen sind kein Kontrollinstrument, sondern eine wertvolle Lerngelegenheit – wenn man weiß, worauf man schaut und wie man Beobachtetes einordnet. Was sonst so passiert: Wir verlieren uns im Thema Licht – von weihnachtlicher Außenbeleuchtung über Leselampen bis zur Frage, wie hell (oder kalt) unser Alltag eigentlich geworden ist. Nebenbei wird beobachtet, wie Menschen miteinander umgehen, wie viel Aufmerksamkeit sie einander schenken – und ob es uns manchmal nicht weniger an Licht, sondern eher an menschlicher Wärme fehlt.
Mehr
Über diesen Podcast
Die Hauptakteure Prof. Dr. Tim Bindel und Dr. Christian Theis
besprechen, skizzieren und diskutieren aktuelle
sportwissenschaftliche oder sportrelevante Themen aus der Sicht von
zwei Sportpädagogen. Prof. Dr. Tim Bindel ist geschäftsführender
Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz und Leiter der Abteilung
Sportpädagogik/Sportdidaktik. Dr. Christian Theis ist
wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung
Sportpädagogik/Sportdidaktik und forscht zu Themen des
Jugendsports. Dabei richten sich die Inhalte ausdrücklich nicht nur
an Sportwissenschaftler:innen, sondern ebenso z.B. an
Sportlehrer:innen, Sportstudent:innen oder einfach nur
sportbegeisterte Personen, die ihren Blick auf das große Gebiet des
Sports erweitern möchten. Neben sachlich fundierter,
wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Phänomenen
des Sports, darf sich auf lebendige Diskussionen und pointierte
sportlich-soziale Kurzweiligkeit gefreut werden.
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.