Morgenimpuls Archiv
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Die Heilige die wir heute feiern, ist für das Licht zuständig. Sie, die Luzia, gilt als Sinnbild für die vielen Märtyrerinnen der frühen Kirche, die in den Jahrzehnten der Christenverfolgung mit ihrem Dasein ein Licht für Andere waren und Hoffnung und Zuversicht verbreiten konnten. Daher ist auch gut zu verstehen, dass ihr Fest besonders in den nordeuropäischen Ländern von so hoher Bedeutung ist, wo es so lange so tief dunkel ist, dass jedes so kleine Licht begrüßt und von Herzen aufgenommen wird.Viele Adventsgesänge handeln von diesem Licht, aber was am ehesten aussagt, worum es wirklich geht, ist dieses "Mache Dich auf und werde Licht, denn Dein Licht kommt". Es hilft nichts, über die eigenen dunklen Seiten zu klagen und auf die Erleuchtung zu warten. Es ist dringend, die eigenen Fähigkeiten und Helligkeiten nicht auch noch unters Bett zu stellen, sondern es ist dran, mich selbst auf die Socken zu machen und dem Licht, dem Kommenden, dem, den ich erwarte, entgegenzugehen.Und wir hier in Olpe feiern heute noch etwas ganz anderes, großes: Die Familie, die dreieinhalb Jahre mit uns im Haus gewohnt hat, bekommt heute während einer Feierstunde im Kreishaus ihre deutschen Pässe und die Urkunde über die deutsche Staatsbürgerschaft. Vor 12 Jahren sind sie mit dem damals fünfjährigen Sohn während der Herrschaft der Muslimbrüder in Ägypten nach vielen Querelen und Drangsalen, denen sie als koptische Christen ausgesetzt waren, geflohen. Zunächst der Vater innerhalb Ägyptens, dann über Georgien nach Deutschland. Zunächst sogar in verschiedenen Städten in Flüchtlingsunterkünften gestrandet, sind sie nach Olpe gekommen und im Herbst 2015 haben wir sie bei uns aufgenommen; da schon zu viert mit dem einjährigen zweiten Sohn.Es war bei uns eine wundervolle, stressige, anstrengende, interessante und liebevolle Zeit, in der wir an den deutschen Vorschriften und Gesetzen fast verzweifelt wären und unsere Familie in allen Höhen und Tiefen begleitet haben. Jetzt arbeitet der Vater seit Jahren als Busfahrer, die Mutter als Erzieherin in einer Kita, der Ältere geht aufs Berufskolleg und der Kleine in die fünfte Klasse. Sie haben sich ein kleines Haus gekauft und sind dabei, sich mit Nachbarn und Kollegen, Freundinnen und Freunden ganz neu aufzustellen. Es ist eine Advents- und Ankommensgeschichte der besonders schönen Art.
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Ein jahrzehntelanges Unrechtsregime in Syrien ist gestürzt. Innerhalb weniger Tage. Der Diktator in Russland nimmt den ehemaligen Diktator Syriens aus humanitären Gründen natürlich gern in sein Land auf. Und die Gefängnisse werden geöffnet und Tausende befreit, die kaum noch Hoffnung auf Leben und Überleben hatten. Bei den Schilderungen der Menschen wird mir übel und Entsetzen greift um sich. Mit Folter und Mord bedroht, hat ein ganzes Land jahrzehntelang in Angst und Schrecken gelebt.Eine unserer alten Schwestern, die Krieg und Nachkriegszeit in Deutschland erlebt hat, ist entsetzt und fragt, warum wir Menschen einfach nichts aus der Geschichte lernen und immer und immer wieder Diktatoren wählen und unterstützen und Kriege möglich machen. Und wir sind ratlos und wissen es auch nicht.Bei einem Wortgottesdienst kam dieser Tage ein Song an mein Ohr, den ich nicht kannte. Die Band PUR singt darin von Gott und der Erschaffung des Menschen und der von ihm gegebenen Freiheit. Da heißt es: "Er gab ihnen das Feuer und die Freiheit zu denken, zu glauben und zu verstehen." Um dann zu merken, dass das freie Denken des Menschen auch Chaos und Katastrophen erschaffen haben und Gott es nicht allein schafft, daraus zu erretten. Und dann weiter im Text: "den Weg aus dem Schlamassel, aus dem Chaos zu finden, das kann Er für die Welt nicht allein. Jeder muss ihn für sich suchen, keiner sieht für die Blinden, keiner kann ohne Hoffnung sein."Ja genau, keiner kann ohne Hoffnung sein, auch nicht die Menschen in den jetzigen Kriegs- und Krisengebieten der Erde und besonders in Syrien. Und der Refrain dieses Liedes ist aktueller denn je: "Bitte lieber Gott, hörst Du sie beten. Bitte lieber Gott, Du kriegst das doch hin. Bitte lieber Gott um Frieden auf Erden, lass sie nicht hängen und schenk diesem Ganzen den göttlichen Sinn."
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An den zwei verlängerten ersten Advents-Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag war auch hier in Olpe auf dem Marktplatz ein kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt. Mit schön gestalteten Hütten und weißen Pagodenzelten, mit Angeboten von Kirchen und sozialen Einrichtungen, von schönem Bühnenprogramm und gemütlichem Ambiente mit Strohballen zum Sitzen, Holzhäcksel gegen die Kälte von unten, Feuerkörbe zum Wärmen, Karussell für die Kinder und abendlich schöner Beleuchtung. Und natürlich einer Taverne für den Glühweingenuss und verschiedene Möglichkeiten zu speisen und zu genießen. Über den Tag und am frühen Abend gab es Advents -und Weihnachtsmusik von verschiedenen Chören und Musikgruppen und abends dann eher Popmusik für die, die den Weihnachtsmarkt als Popevent nutzen. Und am Samstagabend dann, ich dachte, ich höre nicht richtig, der letzte Song: "Highway to Hell" – Weg zur Hölle. Die Fenster meines Zimmers gehen hin zum Marktplatz und selbst wenn sie geschlossen sind, kann ich alles hören. Dieser Rockklassiker von AC/DC von 1979 wird oft als Hymne für ein rebellisches ungezügeltes Leben interpretiert. Der Text beschreibt eine Lebensart die frei von Regeln, Einschränkungen und Konventionen ist, aber auch mit Risiken und Konsequenzen verbunden sein kann. Die Texte des Advents betonen immer wieder die Aufforderung, die Straßen und Wege zu ebnen, die Hügel abzutragen und die Täler aufzufüllen. Das bedeutet, dass wir, die wir auf das Erscheinen unseres Gottes am Ende der Zeit warten, in unserem Inneren schauen sollen: wo sind Hindernisse, die wir selbst gegen Gott und die Menschen aufgebaut haben und wegräumen sollten, wo sind tiefe Schluchten, die wir mit unserem Denken und Tun gegraben haben, und jetzt möglichst auffüllen sollten, wo sind Schlaglöcher, die die Beziehungen und Wege zueinander und zu Gott kompliziert und schwierig machen, und die wir doch beseitigen könnten. Damit unser Weg im Advent kein Highway to Hell – kein Weg zur Hölle, sondern eine Straße mit und zu Gott und seinen Menschen wird.
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Am Samstag war Tag der offenen Tür in unserem Kinderhospiz Balthasar hier in Olpe. Das ist immer eine gute Gelegenheit, dass viele Leute aus der Umgebung mal einen Blick hineinwerfen können in dieses Haus. In den ersten Jahren gab es viel Scheu, weil viele dachten: Oh je, Kinderhospiz, da geht es um sterbende Kinder, wie traurig. Aber alle, die einmal dort waren, verstehen die eigentliche Überschrift des Hauses: Leben und Lachen, Sterben und Trauern. Weil eben alles zusammengehört: das Leben und Lachen, die Krankheit und der Schrecken, die Arbeit und Mühe, die Eltern, Geschwister und Oma und Opa, das Sterben und das Abschiednehmen, das Trauern und Weinen. Und ich verstehe jedes Jahr mehr, warum dieser Tag der Offenen Tür im Advent ist – weil zu der Zeit die Herzen und Hände offener sind, sich zu informieren und zu helfen, in welcher Art auch immer.Nachdem ich mir also am Samstag alle liebevollen Stände und Angebote angeschaut, ein paar Kleinigkeiten für Geschenke erworben hatte, habe ich mich mit Kaffee und Kuchen an einen der schön gedeckten Tische zu einem Ehepaar gesetzt. Und wir haben wunderbar geplaudert über Gott und die Welt und über ihr unglaubliches ehrenamtliches Engagement. Seit Jahren häkelt die Mama wunderschöne Kleinigkeiten und darf sie in der Bäckerei, in der sie arbeitet, gegen Spende abgeben. Und wenn die Leute mitbekommen, dass es für das Kinderhospiz ist, geben sie gern auch mehr. Und so kam auch in diesem Jahr mehr als eintausend Euro zusammen, die sie dem Kinderhospiz überweisen konnte. Zum Abschied hat mir der Mann ins Ohr geflüstert, dass sie vor 10 Jahren ihren schwerkranken Sohn verloren haben und sich seitdem engagieren.Ich war sehr berührt und habe gedacht, ja genau so kann es gehen. Wie diese beiden Eltern in der eigenen Betroffenheit nicht stehenbleiben, sondern sich engagieren und Gutes tun, damit auch anderen Eltern und Kindern geholfen werden kann. Auch so geht adventlich leben.
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Über Sünde redet man kaum noch. Und schon gar nicht über die ererbte Sünde, die in ihrem Kern der Versuch des Menschen ist, sein zu wollen wie Gott. Dadurch wird das ganze Beziehungsnetz des Menschen gestört, es kommt zu einer Störung in der Beziehung zu Gott, zum Mitmenschen, zu sich selbst und zur Schöpfung.Erlösung, die mit Maria beginnt meint dann: Ent-störung, Heilung des gesamten Beziehungsgeflechts des Menschen, d.h. der Mensch wird durch Jesus Christus wieder in die von der Schöpfung ursprünglich angedachte heile Beziehung zu Gott gebracht, in die Möglichkeit versetzt, in enger Beziehung mit ihm zu leben, nicht in einer frechen und aufmüpfigen Auflehnung gegen Gott, sondern in einer super Beziehung.Das heutige Fest Maria Empfängnis besagt demnach – auf den Punkt gebracht und ein bisschen salopp: Maria lebt vom ersten Augenblick ihres Daseins in einer super Beziehung mit Gott. Das ist pures Privileg, ist deshalb störungsfrei, weil sie von Gott eine Sendung trägt: Sie soll den tragen und bringen, der die Beziehung des Menschen mit Gott wieder normalisieren soll, der mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen dazu beitragen wird, dass jeder Mensch in eine super Beziehung mit Gott finden kann, mit Gott in Gemeinschaft lebt, in Communio. Gott ist reinste Beziehung. Und Maria ist die Erste, die von Anfang an in ungetrübter Weise mit Gott in Beziehung steht – das meint der heutige Festtag. Alles an Maria hat in irgendeiner Form auch Bedeutung für uns und unser Leben. Ihr Privileg, ohne Auflehnung vor Gott zu leben, verweist uns darauf, was auch als Hoffnung für uns gedacht ist: dass wir mit Gott in einer super Beziehung leben können, dass wir in guter Beziehung zu uns selbst leben können, mit all unseren Macken und Fehlern, dass wir Gemeinschaft miteinander leben können in Familie, Gemeinde und Staat und dass wir in guter Beziehung leben können zur Schöpfung, die Gottes gute Gabe für uns ist.
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„Johannes ruft: Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.“Das ist kein Aufruf zum Straßenbau, sondern zur Herz und Seelenchirurgie: im eigenen Herzen muss das alles gearbeitet werden, wenn wir Gottes Ankunft wirklich erwarten.
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Heute habe ich eine kurze Geschichte für Sie, die ich dieser Tage gehört habe.Ein armer arbeitsloser Jude, dessen Frau krank und dessen Kinder hungrig sind, geht jeden Sabbat in die Synagoge und betet inständig zu Gott, dass er ihm doch helfen möge und er das große Los im Lotto gewinnen möge.Wochenlang geschieht nichts. Dann aber, beim nächsten Gebet, wird es um ihn herum dunkel und stürmisch und er hört eine Stimme vom Himmel die ruft:„Gib mir eine Chance. Kauf Dir endlich ein Los“Geben wir doch Gott eine Chance.
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Der Heilige Nikolaus – Erzbischof von Myra in Lykien (heutige Türkei) – ist einer der am meisten verehrten christlichen Heiligen. Er lebte vom Ende des dritten bis zum Beginn des vierten Jahrhunderts und war berühmt für seinen frommen Lebenswandel, seine tiefe Kenntnis der Heiligen Schrift und deshalb zeigen ihn die Ikonen oft mit der Bibel in der Hand, und seine Liebe und sein Mitgefühl für die Menschen. Zu seinen Lebzeiten vollbrachte er viele Wunder, die in schönen Legenden beschrieben sind: Er erweckte Tote zum Leben, heilte Kranke und rettete Menschen vor dem Verhungern.In der Folklore der westlichen Länder ist der Heilige Nikolaus zum Weihnachtsmann geworden, der den Kindern Geschenke bringt, während man ihn in Russland als Nikolaus den Wundertäter kennt. Hier wurde dieser frühchristliche Heilige wie ein Mitglied der Familie geliebt und verehrt. In erster Linie wird er in schwierigen Lebenssituationen um Hilfe, Rettung und Schutz angefleht. In keinem Gotteshaus fehlt seine Ikone oder sein Fresko. In Russland wurde der byzantinische Heilige Nikolaus einst als "ureigener" Heiliger wahrgenommen. Heute gibt es in Russland keine einzige Kirche ohne eine Ikone mit seinem Bildnis.Ikonen mit dem Heiligen Nikolaus befanden sich auch im Haus eines jeden Gläubigen. Nikolaus wird darauf oft zusammen mit der Mutter Gottes, Jesus und anderen wichtigen Heiligen dargestellt. Der Heilige Nikolaus ist tatsächlich der Patron Russlands und so denke ich, dass wir heute mal nicht die lieblichen Legenden und Bräuche für Kinder in den Vordergrund stellen, sondern die Bitte an ihn, um ein Ende des Krieges, der von Russland begonnen worden ist und um Hilfe und Schutz für alle Hilfsbedürftigen im Schatten dieses Krieges.
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Die Lesung in den heutigen Laudes aus dem Buch Jesaja ist sehr drängend, dringend und dann zusagend. Es heißt im 45. Kapitel: "Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit aufsprossen. Ich, der Herr, will es vollbringen."Diese Verse sind schon 700 Jahre vor Christus geschrieben worden und der Prophet Jesaja sagt damit den Sieg des Perserkönigs Cyrus über das Reich der Babylonier voraus, der aber immer noch 200 Jahre auf sich warten lassen wird. Bei diesen Zeitdimensionen wird es uns meist ziemlich flau. Aber nicht nur dieser ewig lange Atem Gottes lässt uns manchmal schon etwas demotiviert zurück. Auch die anderen Aussagen dieses Kapitels: Gott nimmt den König eines anderen Volkes an der Hand und verspricht ihm, dass er alles für ihn tun wird, damit er dann diesen Sieg erringen kann für das Volk Israel, das in Gefangenschaft sitzt und selbst nichts machen kann. Das wäre so, als wenn Gott heute einen Despoten heutiger Tage nehmen und die Christenverfolgung weltweit beenden würde. Irgendwie doch nicht aus zu denken.Aber noch ein anderer Hintergrund ist in diesem Text: Diese Verse der alten Propheten wurden immer schon als Vorahnung und Ankündigung dessen verstanden, der als Gottes Sohn Mensch werden wird, von oben kommend, aus der Erde aufsprießend, um uns aus den Nöten unserer Zeit zu retten. Glauben und hoffen wir das eigentlich wirklich? Die letzten Worte dieses Verses sind zu unseren Zweifeln passend dann die Lösung, der Knaller, die Zusage schlechthin. Da heißt es lapidar: "Ich, der Herr, will es vollbringen" Der Herr sagt es zu. Unmissverständlich. Ob wir es glauben oder nicht.
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Vor einigen Tagen gab es hier im Domradio einen netten Fehler. Schon die 6 Uhr Nachrichten kamen nicht, sondern zweimal das Wetter. Na gut, habe ich gedacht, kann passieren. Um halb sieben dann, wieder, statt der Nachrichten nur das Wetter. Und dann ein ziemlich verwirrter Redakteur der ins Mikro sehr irritiert aber köstlich, witzig von sich gab: "Ich bin jetzt etwas verwundert. Ich werde die Nachrichten suchen. Bis spätestens 7 Uhr." Ist das nicht schön? Ich werde die Nachrichten suchen – okay. In einer Multimediaredaktion ist das eher ein technischer Vorgang. Da waren die Nachrichten nicht hinter dem richtigen Knopf hinterlegt und schon sind sie nicht da. Woher bekommen Sie Ihre Nachrichten? Manche lesen noch Zeitung, manche scrollen durch Ihre ausgewählten Medienlisten, manche schauen erst am Abend die Nachrichten im Fernsehen. Barbara von Nikomedien bekam ihre wichtigsten Nachrichten, nachdem Sie in einem Brief ihre Fragen an Origenes, der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war, gerichtet hatte. Durch den Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort und sie war davon so beeindruckt, dass sie sich taufen ließ. Johannes von Damaskus, der 600 Jahre später gelebt hat, erwarb sich bei der Nachwelt einen Namen als Gelehrter, Theologe, Prediger und Dichter, besonders seine Gedichte und seine Werke der Kirchenmusik werden noch heute beachtet. Adolph Kolping, der noch 1200 Jahre später gelebt hat, bekam seine Nachrichten über das Leben als Christ zunächst im Elternhaus. Dann erlernte er das Schusterhandwerk und kam als 16-jähriger Geselle nach Köln. Entsetzt über die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in der Stadt beschloss er, Priester zu werden und zu helfen. Er studiert also Theologie, wird Priester und wird, geprägt durch die schlimmen Erfahrungen als Jugendlicher, immer mehr der, der den armen Lehrlingen und Gesellen helfen wird, ein menschliches Miteinander zu finden und damit ein Werk zu gründen, dass bis heute besteht. Die Nachrichten, die ich suche, finde, und an mich heranlasse, prägen mein Dasein und mein Tun und Lassen. Hoffentlich.
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Haben Sie schon einmal ein Adventspaket bekommen? Wir auch bis jetzt noch nie, aber in diesem Jahr zum ersten Mal. Rechtzeitig vor dem ersten Advent kam also ein Paket und ich habe aus Gewohnheit ein bisschen geschüttelt. Es klang wie Puzzleteile. Als wir es am Abend ausgepackt haben, war die Überraschung groß: Es war ein Adventskalender mit 24 nummerierten Päckchen und darin jeweils lauter Puzzleteile. Und ein großes Plakat dazu, was das Bild darstellen wird, nehmen wir mal an. Es ist ein Bild mit Maria und dem Kind und ringsum vielen Szenen aus der Advents- und Weihnachtsgeschichte.Wir werden also mit Entzücken jeden Abend ein Päckchen öffnen, um an dem Puzzle zu arbeiten und es zusammenzufügen bis zum Heiligen Abend. Das ist, glaube ich, eine schöne Idee für den Advent insgesamt. Viele kleine Teile ergeben am Ende ein Bild von unserem Weihnachtsfest. Und die Teile sind sehr vielfältig: Bibeltexte, Weihnachtsmarktbesuche, Liederabende und Adventskonzerte, Plätzchenbacken und Geschenke anfertigen, kaufen und verpacken, Kerzen anzünden und Musik hören, etwas mehr Zeit nehmen und das tägliche Rennen unterbrechen, sich an Adventsaktionen für Benachteiligte engagieren, Vorfreude wecken und Gottesdienste mitfeiern. In unserem Inneren entsteht dann ein Bild von dem, was Christsein ausmacht und warum wir Weihnachten feiern.Bei einem Konzert der Feuerwehrmusikkapelle am Sonntag war die Clemenskirche rappelvoll. Nach Musik aus Filmen und vielen verschiedenen Genres endete der Abend mit dem gemeinsam gespielten und gesungenen "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit". Den Menschen in der Kirche war da, glaube ich, klar, worum es geht: dem Herrn der Herrlichkeit, der kommen wird, Herz und Tür weit auf zu machen.Ein besonderes Puzzleteil im Advent.
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Gestern am ersten Adventssonntag haben wir die erste Kerze angezündet: in der Kapelle und in unserem Wohnzimmer. Und immer fallen mir dann Zeilen ein, die ich vor vielen Jahren mal gehört habe und die nie ausgelutscht sind. Sie lauten: "Und wieder ist Advent, sag nicht ich weiß es schon. Erst kommt viermal Advent und dann kommt Gottes Sohn. Lass Dir doch jedes Jahr, das Wunder neu geschehen, bis wir am End' der Zeit, IHN wirklich kommen sehen."Ja es war noch nie leicht, zu warten und dabei die Hoffnung und die Richtung der Erwartung nicht zu verlieren. Wenn ich bedenke, wie lange das Volk Israel auf den angekündigten Erlöser gewartet hat, dann wird mir immer ganz anders. Und es ist daher mehr als verständlich, dass es dann immer wieder Leute gab, die sich als Messias, als Erlöser ausgegeben haben und dem Volk das Blaue vom Himmel versprochen haben. Ich liebe die ernsthaften Texte des Advent, wie heute aus dem Buch Jesaja in dem es heißt: "Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des HERRN." Bei den vielen Kriegen und Auseinandersetzungen zurzeit hoffe ich sehr, dass ER der HERR bald kommt und all das geschieht. Aber vielleicht müssen wir erst den letzten Vers wirklich leben, wo es heißt: "Kommt ihr vom Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn" oder anders formuliert: "kommt, ihr Olper Franziskanerinnen, kommt ihr Christen alle weltweit, kommt ihr, die ihr euch katholisch nennt. Wir wollen gehen im Licht es Herrn." Dafür ist es dann ganz gut, wenn schon mal ein erstes kleines Licht angezündet ist.
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Heute beginnt der Advent und es ist diesmal auch der 1. Dezember, mit dem die Erwartung auf Weihnachten losgeht. Kinder sind ganz aufgeregt und hibbelig, wenn sie das erste Türchen, Säckchen, Päckchen am Adventskalender öffnen können. Und wir Erwachsenen, Älteren? Ich habe eine Idee gelesen, die mir so gut gefällt, dass ich sie zum einen selber tun werde, und zum anderen Ihnen gern weitergeben möchte. Vielleicht haben Sie ja auch Lust.Die Idee ist, jeden Tag ein Kapitel aus dem Lukasevangelium zu lesen. Manche haben ja eine Bibel oder ein Neues Testament zuhause und wenn nicht, findet man die Texte im Internet. Das Lukasevangelium hat genau 24 Kapitel und sie sind spannend und auch nicht zu lang. Und wenn man sie diese 24 Tage lang jeden Tag gelesen hat, werden das Leben und die Taten Jesu wieder präsent in Geist, Herz und Seele und es wird spätestens am Weihnachtsmorgen klar sein, warum wir Weihnachten feiern und wen wir da erwarten. Einen schönen erwartungsvollen ersten Adventssonntag wünsche ich Ihnen von Herzen.
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Am Wochenende haben wir hier in San Damiano Mädchen zu Gast, die neugierig auf Kloster sind. Wir haben geworben, dass an diesem Wochenende alles drin ist: beten und basteln, zusammen essen und plaudern, Gemeindegottesdienst mitfeiern, einen Adventsfilm gucken und natürlich das Mutterhaus anschauen und die Geschichte der Franziskanerinnen erforschen, im Erinnerungsraum im Mutterhaus und hier überall in der Stadt. Da gibt es das Josefshaus, das Kinderhospiz, die Franziskusschule, das Krankenhaus, Kindergärten und so weiter. Und dabei spüre ich immer selbst, wie faszinierend es ist, eine Entwicklung unserer Gemeinschaft zu sehen und zu erklären, die seit mehr als 160 Jahren vor Gott und für die Menschen da ist und in seinen Einrichtungen präsent ist, obwohl es nur noch sehr wenige Schwestern hier in Deutschland gibt. Und wir werden mit den Mädchen in die Bibel schauen und nach den Texten sehen, die uns für den 1. Advent erwarten. Da wird es um Trostbotschaften für schwere Zeiten gehen, die schon der Prophet Jeremia um 600 vor Christus dem Volk in der Bedrängnis zusagt hat. Und dann aus dem Lukasevangelium, einige Generationen nach der Geburt Christi, von der Hoffnung auf Erlösung, die Gott senden wird. Ich bin gespannt, wie die jungen Leute diese Texte aufnehmen werden und wie sie das mit ihren eigenen Adventserfahrungen verbinden und dem äußeren Adventsgeschehen auf dem Weihnachtsmarkt hier um die Ecke auf dem Marktplatz, den überfüllten Glühweinbuden, der alles übertönenden Musik, die auch an den dichten Fenstern unserer Kapelle nicht Halt macht, den immer heller werdenden Weihnachtsdekorationen an den Häusern und in den Geschäften. Wir und Sie zuhause, jede und jeder hat eine andere Herangehensweise an diese Zeit der Erwartung. Spannend bleibt es, dieses Warten auf Weihnachten zu füllen mit der Erwartung auf das Kommen des Herrn am Ende der Zeit.
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Noch drei Tage November und altes Kirchenjahr. Viel war in diesem Monat von Tod und Vergehen und Leiden und Sterben die Rede und vom Denken an die Heiligen, die bekannten und unbekannten Toten und die aus der eigenen Familie und dem Bekanntenkreis. Mit Besuchen auf dem Friedhof und dem Aufstellen von Grablichtern und schönen Gestecken und Blumen. Und mir scheint, als sei der heutige Hymnus genau auf dieser Mitte zwischen Totengedenken und Advent, weil dieser Text sehr stark und sehr eindringlich ist:Erwartet den Herrn, steht als Knechte bereit an der Tür. Schon jauchzt jeder Stern, seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier. Komm, Herr Jesus, Maranatha. Entzündet die Lampen, ihr Mägde, erglühet im Geist im Kommen des Ewig-Geliebten, der Kyrios heißt. Komm, Herr Jesus, Maranatha. Du wirfst dein Feuer zur Erde und willst, dass es brennt, und wir sind der Mund, der anbetend dein Kommen bekennt. Komm, Herr Jesus, Maranatha.Leben wir in der Erwartung des Herrn? Die Christen der ersten Generationen waren in der Naherwartung auf das Kommen Jesu Christi und haben auch so gelebt. Dann wurde irgendwann deutlich, dass es auch länger dauern könnte, weil es so schön heißt: Beim Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag.Es klingt vielleicht ein bisschen naiv. Aber wenn ich hier abends durchs Städtchen fahre oder gehe und die schöne Beleuchtung sehe, die hier aus schönen Bögen mit großen Sternen in der Mitte besteht, dann fällt mir genau dieser Hymnus und dieser Vers ein: Schon jauchzt jeder Stern, seht er kommt, seht er kommt, wir sind hier.Lassen wir uns doch von den schönen Weihnachtsbeleuchtungen und Sternen jeder Art anfragen, ob wir in der Erwartung des kommenden Herrn sind, dessen Stern über Bethlehem damals aufgegangen ist und der auch am Ende der Zeit für uns leuchten wird.