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Morgenimpuls Archiv

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Seit vielen Jahren gibt es hier in Olpe eine richtig gute Erfindung. Die "Nacht der Versöhnung". Immer am Montag vor dem Heiligen Abend vor Weihnachten und am Montag der Karwoche, also heute, findet dieser besondere Abend statt. Erfunden und begonnen wurde die Reihe bei den Pallottinern in Olpe und später bei uns im Mutterhaus. In diesem Jahr ist das Thema aktueller denn je: "Versöhnen statt Spalten" Aktuell hat man ja an vielen Stellen in der großen Politik und im normalen Alltagsgeschehen den Eindruck, dass Meinungen und Fronten sich verhärten, der Umgangston aggressiver wird und die Differenzen mehr im Fokus stehen als die Gemeinsamkeiten.Die Nacht der Versöhnung lädt ein, die Blickrichtung zu wechseln, zu schauen, wo man auf andere zugehen kann, an welchen Stellen man das Gespräch suchen und versuchen kann, die Position des anderen zu verstehen, ohne sich ihr anschließen zu müssen. Und gleichzeitig selbst bereit zu sein, die Hand, die jemand anderes mir reicht, zu ergreifen, das Gesprächsangebot zu nutzen, nicht mehr kompromisslos auf der eigenen Sichtweise zu beharren und nur die persönlichen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen.Nach dem Bußgottesdienst um 19.30 Uhr, der immer wirklich unter die Haut geht, gibt es die Möglichkeit, einen Einzelsegen zu empfangen oder ein Beicht- oder Lebensgespräch zu führen. Bei Tee und Gebäck sind dann alle Teilnehmenden eingeladen miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Vielleicht ist das eine gute Idee für die eine oder den anderen von Ihnen, die Karwoche mit diesem besonderen Abend zu beginnen. 
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Du bist eine einzige Enttäuschung! Haben Sie so einen harten Satz schon einmal persönlich gehört? Hoffentlich nicht! Vielleicht kennen Sie ihn aus dem Kino. Vorzugsweise in Hollywood-Filmen oder Serien geht es immer wieder um Familien-Konflikte, etwa dass der überstrenge Vater seine Erwartungen im Sohn nicht erfüllt sieht oder die Tochter nicht so wird, wie sich das die Eltern erhoffen. Natürlich werden Menschen auch jenseits von Hollywood im echten Leben mit Enttäuschungen konfrontiert. Das eigene Leben verläuft nicht so wie erhofft, die Beziehung zerbricht, der Job ist langweilig und irgendwann fragt man sich: Soll das jetzt alles gewesen sein? Wenn andere von uns oder wir von uns selbst enttäuscht sind: Wie können wir damit umgehen?Die derzeitige Fastenzeit läuft gerade auch auf eine riesige Enttäuschung zu: vor Ostern ist der Karfreitag. Der ist die absolute Enttäuschung. Jesus – eben noch als König gefeiert – stirbt am Kreuz. Für seine Jünger muss das eine unfassbare Enttäuschung gewesen sein. Nicht umsonst ist Jesus im Tod auf Golgatha fast allein, von den meisten verlassen. Doch Gott schafft es, dass aus dem vermeintlichen Versagen der Sieg über den Tod wird, dass das, was vorher so sinnlos erschien, nämlich der Tod von Jesus Christus, buchstäblich in einem neuen Licht erscheint.Wir sollten nicht erwarten, dass Gott in unser Leben auf dramatische Weise eingreift und sich plötzlich doch alle gescheiterten Hoffnungen erfüllen. Aber wir haben die Zusage, dass Gott immer bei uns ist, auch in unserem Scheitern. Und vielleicht kann uns diese feste Zusage Gottes an uns die nötige Gelassenheit geben, auch mit Enttäuschungen umzugehen. Denn wir wissen: Ob erfolgreich oder nicht, Gott bleibt bei uns. Immer!
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Vor einiger Zeit ist mir ein Text von Lothar Zenetti in die Hände gefallen. Darin heißt es: "Wir reden. Wir reden dauernd aneinander vorbei. Wir reden. Wir reden uns immer weiter auseinander. Vielleicht schweigen wir uns wieder zusammen."Aneinander vorbeireden geht ganz schnell. Es soll ja auch Menschen geben, die gleichzeitig miteinander reden, ohne sich wirklich zuzuhören. Und meist bleibt es dann bei ganz belanglosem Zeug. Hauptsache, es plätschert. Und so kann man sich dabei auch auseinanderreden und hat sich eigentlich nichts zu sagen. Solche Oberflächlichkeiten sorgen leider dafür, dass ich meinen Nächsten, mein Gegenüber nicht wirklich ernst nehme, indem ich ihn oder sie mit abgedroschenen Phrasen abspeise. Zeit für ein Gespräch, das wirklich manchmal eine Herausforderung und sicherlich nicht bei jeder Person, die etwas von mir will, gleich einfach ist. Aber ist Schweigen dann die richtige Medizin? Reden ist zwar Silber und Schweigen Gold, aber gilt das auch, wenn man sich am Ende nichts mehr zu sagen hat? Lothar Zenetti setzt ja deshalb auch ein "Vielleicht" vor diese Vorstellung, dass Schweigen wieder zusammenführen kann. Aber nur Schweigen, das stelle ich mir schwierig vor. Vielleicht sollte man den letzten Satz mit einem wenn und ein paar Punkten ergänzen. Ich würde dann ergänzen: wenn wir uns stattdessen ein Lächeln schenken, wenn wir uns gegenseitig Wünsche von den Augen ablesen oder wenn wir einfach fragen: "Wo kann ich dir helfen?" – Statt also mein Gegenüber mit belanglosen Worten zuzuschwallen, könnte doch ein einziger ernstgemeinter Satz oder eine ernstgemeinte Geste viel mehr Mitmenschlichkeit und Zuneigung ausdrücken. Dann kann man sich auch wieder zusammenschweigen.
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Auf meinem Schreibtisch liegt ein Zettel. Darauf steht: 40 Tage Fastenzeit – nicht jammern – nicht meckern – nicht kritisieren – nicht ablehnen – nicht verletzen – nicht lästern - nicht verurteilen – DENK MAL POSITIV. Ich hatte das irgendwo abgeschrieben, weil es mir sehr zugesagt hat. Und jetzt fällt mir ein: mehr als die Hälfte der Zeit ist schon vorbei – was ist jetzt mit diesen Sätzen, die mich so angesprochen haben? Das ist ja schon mal die Crux mit den Vorsätzen: man fasst sie ziemlich hochgemut und hat guten Willen, dann kommt das Alltagschaos oder das tägliche Einerlei und plötzlich ist schon eine ziemliche Zeit vorbei und ich habe nicht dran gedacht.Der Vorteil der Fastenzeit ist, dass es ein gut überschaubarer Zeitraum ist: 7 Wochen, geht doch eigentlich. Und manchmal hilft dann eine Zusage und Ermutigung. So wie sie heute im Tagesevangelium steht: "Wenn ihr in meinem Wort bliebt, seid ihr wahrhaft meine Jünger."Da fällt mir vieles leichter: ich muss nicht alles leisten, ich muss nicht alles allein schaffen. Mein Auftrag ist lediglich, in seinem Wort zu bleiben. Da geht es nicht darum. es zu lesen und anderen zu erklären oder es im Gottesdienst zu hören und dann wieder zu vergessen. In SEINEM Wort bleiben heißt: seine Botschaft annehmen, danach leben und seine Gebote halten, und beständig sein. Nicht nur kurz begeistert sein, sondern dauerhaft in dieser Beziehung zu Jesus zu sein und nach seinem Beispiel zu leben.Und dann hilft mir zum Beispiel, wenn ich nicht denken muss: ja, also denk dran: das nicht, das nicht und das auch nicht. Sondern auf meinem Zettel lesen kann: denk mal positiv: Also: Du darfst, Du kannst, Du willst doch. Das geht leichter. Denk mal positiv und bleib in SEINEM Wort.
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Ich gebe gern zu: ich erzähle gern Stories und Geschichten. Ich liebe es, witzige oder für mich bedeutsame Begebenheiten zu erzählen und anderen Anteil zu geben an meinem Spaß an einer Geschichte. Aber wenn ich ehrlich bin: wenn ich nur selber rede, erzähle ich immer nur, was ich ja schon weiß, und meine Mitmenschen, die mich schon länger kennen, eben auch. Aber wenn ich zuhöre, dann lerne ich immer Neues, immer wieder, jeden Tag. Aber da ist ein zuhören gemeint, dass nicht schon im Kopf die Antwort formuliert, nicht schon den Zweifel aufkommen lässt, nicht schon bohrende Fragen sammelt. Sondern wirklich hören: ganz Ohr sein, wie es in einer Alten Formulierung heißt. Ganz Ohr sein, nur Hören, mit Leib und Seele auf das ausgerichtet, was der oder die andere mir sagt: nicht schon urteilen, nicht schon bewerten, nicht schon nach Antworten suchen.In einem Kirchenlied heißt es: Herr, gib uns Mut zum Hören, auf das, was Du uns sagst. Manchmal denke ich: wieso Mut zum Hören? Aber das ist es ja genau: wenn ich Mut habe, auf meine Mitmenschen oder auf Gott zu hören, meint das auch den Mut, den ich dann brauche, aus dem Gehörten zu lernen, also Konsequenzen zu ziehen und mein Handeln zu überprüfen. Und die andere Seite des Hörens ist auch: höre ich auch auf mich selbst? Auf mein eigenes Gewissen, auf meine innere Stimme, die so oft so leise ist, dass ich sie nicht mitbekomme? Höre ich auf meinen Körper, auf seine Bedürfnisse und Wünsche? Herr, gib uns Mut zum Hören: auf mich selbst, auf meine Mitmenschen und auf Dich – lass mich ganz Ohr sein. 
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Heute Mittag fahre ich in die Nähe von Würzburg zu einer Tagung bis Freitag. Ich bin nicht so begeistert, wenn es um Tagungen und lange Sitzungen geht. Dinge immer wieder erörtern und von allen Seiten anschauen und kurz vor einem Entschluss zu hören: Sollten wir nicht doch noch dies oder das bedenken? Hm, ja. Okay, wieder von vorn. Ich mag es nicht. Aber manchmal geschieht etwas Besonderes. Da kommt noch ein ganz neuer Gedanke, eine ganz coole Idee, die wir tatsächlich noch nicht hatten. Und dann macht das Ganze plötzlich wieder Freude und alle werden munter und dieses "wieder ganz von vorn" ist dann tatsächlich eine entzückende Herausforderung für alle. An solchen Punkten fällt mir immer wieder ein, dem Heiligen Geist und seinem Wirken in uns zu danken und auch nie zu vergessen, um ihn darum zu bitten. Die Tagung in dieser Woche hat mehrere Abschnitte: Kennenlernen und lockerer Austausch am Anfang, zwei Thementage mit einer Referentin, Fachkonferenz mit kollegialer Beratung und Wahl eines neuen Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft am Ende. Und alle von Ihnen, die Tagungen kennen, wissen auch, dass wichtigste darin sind die Pausen. Das Gespräch beim Kaffee, der Abgleich der Meinungen zu den Themen, das Kundtun eigener, ganz anderer Themen in diesem Arbeitsumfeld. Und die Abende beim Bier oder Wein und der Plauderei über Gott und die Welt. Und die Pausen in der Tagung, die dem Gebet gewidmet sind: Morgenlob, Heilige Messe, Meditation, Abendlob. Damit die Seele nachkommen kann und bei allen Debatten und Besprechungen, allem Für und Wider, nicht vergessen wird, dass wir vor Gott und für die Menschen da sein wollen und nicht nur um die eigenen Themen kreisen.Machen Sie heute mal eine besondere Pause zwischendurch – damit die Seele nachkommen kann und Sie spüren, dass Gottes Geist mit Ihnen ist.
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Ab heute ist bei uns hier um die Ecke auf dem Marktplatz wieder ein "Street-Food and Musik-Festival". Und die Organisatoren schreiben ganz euphorisch: "Wir können eine einzigartige Kombination aus modernen Foodtrucks und musikalischen Highlights anbieten."Also ein bisschen weniger euphorisch könnte es heißen: Es gibt viele verschiedene Imbisswagen mit Gerichten aus verschiedenen Ländern und zur Unterhaltung gibt es währenddessen Originalmusik auf der Bühne mit Titeln, die beliebt sind.Wir sind ziemlich über die Hälfte der Fastenzeit und da sind solche Angebote ein bisschen herausfordernd. Musik und Tanz bis abends um 22.00 Uhr und Köstlichkeiten und Gesang und Gespräch bis in die Nacht und Straßensperren und Lärm und betrunkene Jugendliche. Das ist die Konsequenz aus dem nicht mehr homogen christlichen Umfeld. Da wird doch tatsächlich die Entscheidung des Einzelnen herausgefordert. Ich erinnere mich an meine Zeit als Jugendliche in unserem Dorf. Zweimal im Monat kam der Kinomann und zeigte am Nachmittag einen Film für Kinder und am Abend einen für Erwachsene. Und der Kinosaal war immer gut voll. In der Fastenzeit ging kaum jemand ins Kino und so hat der Kinomann einen Aushang gemacht: "Wenn der Kinobesuch nicht besser wird, kann dieses Angebot hier auf Zukunft nicht mehr bleiben" und nur einen Tag später hing die Antwort darunter: "Wenn die Fastenzeit vorüber ist und wir Ostern gefeiert haben, kommen wir alle wieder!" Ich vergesse es nie. Und er kam immer wieder ins Dorf mit seinen Filmen. In den Wochen des vergangenen islamischen Ramadan haben wir die Menschen bewundert, die an ihrem Fasten und den Gebeten festhalten und es selbstverständlich tun. Sogar bei einem Bundesligaspiel gab es einige Minuten nach Anpfiff eine Pause, weil Sonnenuntergang war und die muslimischen Spieler etwas trinken konnten. Wir Christen sind da ein bisschen lahm geworden und laut einer neuen Umfrage halten junge Christen viel eher die Fastenzeit als die Älteren. Jede und jeder kann entscheiden aber manchmal scheint mir, fehlt uns Christen die Power und Entschiedenheit, unseren Glauben auch ganz konkret zu leben.
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Am Sonntag waren wir auf Einladung zu einem Chorkonzert in der Fastenzeit mit Passionsgesängen von verschiedenen Komponisten. Unter anderem waren sehr unterschiedliche Miserere-Gesänge Inhalt dieses Konzertes. Der Anfang hat mich verblüfft: vorn stand der Chor und einige Kammermusiker. Und dann begann der erste Gesang von einem Tenor, der vorn nicht zu sehen war und ich ihn irgendwie hinten-oben geortet habe. Ein anderer Chor hat geantwortet, aber nicht der, der vorne stand, sondern irgendwie von oben rechts runtergesungen hat. Und erst im dritten Vers hat der Chor vor uns gesungen. Die Verblüffung hat sich immer mehr gesteigert bis wir gesehen haben, dass Tenor und zweiter Chor auf den Emporen oben links und rechts immer weiter nach vorn gegangen sind und ganz zum Schluss erst gemeinsam mit allen gesungen haben. Die Verblüffung hat aber bewirkt, dass ich immer mehr zugehört habe, worum es im Text ging und die Schönheit der Stimmen, der gesamten Musik und der so verschiedenen Gesänge sind tief in mein Inneres gedrungen. Manchmal muss etwas anders sein, damit es uns erreicht. Im Bekannten und Gewohnten kann man ruhen und sein, aber beim Neuen und Ungewohnten, muss man erst hinhören und begreifen und sich ergreifen lassen.Und genauso ging es mir mit einer Übersetzung des lateinisch gesungenen Psalm 51. Wir kennen den einen Vers der lautet: "Erschaffe mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist." Und daher bin ich hellhörig geworden als es hier aber hieß: "Ein reines Herz erschaffe in mir, Gott, und einen geraden Geist erneuere in meinem Inneren"Das hebräische Wort für "gerade" kann auch fest, oder beständig bedeuten. Der Psalmbeter wünscht sich also einen Geist, der nicht wankelmütig ist, sondern unbeirrt auf Gottes Wegen bleibt. Bei all der wunderbaren Musik ist dieser Vers, der einige Male wiederholt worden ist, in meinem Inneren hängen geblieben und ich bewege und bedenke ihn und freue mich sehr über eine solche Erkenntnis, ganz nebenbei quasi.
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Viele Berichte, die zur Zeit über die USA herüberschwappen, machen einem Angst und Bange und man weiß nicht, wie das mal enden soll. Da bin ich froh über jede gute andere Nachricht von dort.Vor kurzem habe ich einen spannenden Artikel gelesen über eine Großbäckerei in den USA in der Nähe von New York, die ihr Personal immer ohne irgendein Vorstellungsgespräch und auch ohne eine Ausbildung anstellt. Das Prinzip ist ganz einfach: Man hinterlässt auf einer Liste seinen Namen und seine Telefonnummer und im Durchschnitt nach ca. einem halben Jahr wird man angerufen und in den Betrieb angelernt und kann dort sogar aufsteigen, Karriere machen... Das hat natürlich zur Folge – und das ist auch das Anliegen des Geschäftsführers –, dass vor allem Menschen mit Beschäftigungshindernissen eine Chance bekommen: ehemalige Inhaftierte, Alleinerziehende, Obdachlose oder Menschen mit psychischen Problemen. Menschen eben, die in unserer heutigen Zeit, in unserer Leistungsgesellschaft bei einem gängigen Bewerbungsverfahren überhaupt keine Chance hätten.Mich hat das irgendwie berührt, denn tatsächlich kamen in dem Artikel Angestellte zu Wort, die klar sagten, wenn ich nicht diesen Job bekommen hätte, ich würde heute immer noch keine Wohnung haben, wäre ich heute immer noch auf der schiefen Bahn… Das Motto dieser Geschäftsidee: "Entfesselt die Kraft des menschlichen Potenzials durch integrative Beschäftigung – Person für Person"! Was für eine Formulierung: Entfesselt die Kraft des menschlichen Potenzials. Das ist für mich eigentlich so etwas wie die Kern-Botschaft Jesu. So ging er auf Menschen zu, so ging er auf sie ein, so hat er Menschen verwandelt und zu "neuen Menschen" gemacht."Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken" – und eben auch die sind geliebt; auch denen traue ich alles zu und darum hat er jedem Menschen eine Chance gegeben, denn in jedem Menschen steckt das Potenzial der Freiheit der Kinder Gottes – ohne Ausnahme.
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Es gibt einige Theorien zum heutigen Datum. Im 16. Jahrhundert, genauer gesagt 1564, verlegt König Karl IX. in Frankreich den Jahresbeginn offiziell vom 1. April auf den 1. Januar. Da es damals ja noch keine schnelle Kommunikation gab, haben viele Menschen am alten Datum des Jahresbeginns, also am 1. April, festgehalten. Andere haben das dann dazu genützt sie zu verspotten, falsche Einladungen zu Neujahrsfesten zu verschicken oder sie zu sinnlosen Aufträgen loszuschicken. So entstanden die ersten Aprilscherze.Eine andere Theorie sagt, dass der Aprilscherz auf heidnische Frühlingsfeste wie die "Hilaria" zurückgeht, bei denen Späße und Verkleidungen ohnehin üblich waren. Hier bei uns in Deutschland gibt es Belege für Aprilscherze seit dem 17. Jahrhundert. Heute ist der Aprilscherz ein international verbreitetes Phänomen und Medien, Unternehmen oder Privatleute verbreiten absichtliche Falschmeldungen oder harmlose Streiche.Sie und ich können sich sicher an Aprilscherze aus der Kinder- und Jugendzeit erinnern, die meistens witzig, manchmal ärgerlich aber am Ende immer zu heiterem Gelächter geführt haben. In Zeiten von Fakenews und Berichten, die so dumm sind, dass es nur Scherze sein können, die sich am Ende aber als wahr erweisen, spüren wir, was dahinter eigentlich gemeint ist. Eine Prise Heiterkeit, harmloser Spaß und ein Humor, der nie den anderen bloßstellen oder beleidigen will. Ein sehr bekanntes Gebet von Thomas Morus nimmt diesen Gedanken auf und sagt zum Ende der Zeilen:"Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünder nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.Schenke mir eine Seele, der die Langeweile nicht fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich 'Ich' nennt.Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile. Amen"
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Im Stundengebet der Kirche heißt es jetzt in der Fastenzeit morgens im Hymnus:Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht, dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.Ich finde, das sind deshalb so großartige Worte, weil man dieses Spiel von Dunkelheit und Licht grad wirklich so mit allen Sinnen nachvollziehen kann – gerade jetzt nach der Zeitumstellung. Morgens eine Dunkelheit, von der man ja eigentlich schon froh war, dass wir sie (nach dem Winter) los waren. Die sich aber dann – im Gegensatz zum Winter – doch schnell verzieht. Das Licht bahnt sich kraftvoll und zügig seinen Weg und tatsächlich beflügelt das jetzt im Frühling meine Seele. Vielleicht geht es Ihnen auch so. Ein tolles Bild: Christus selbst ist diese Sonne, dieses Licht. Er macht hell, was im Dunkeln liegt. Vielleicht ja nicht immer. Aber wenn ich ihm meine Dunkelheit, meine dunklen Seiten anvertraue; sie vor ihn trage und ihm sagen kann, was mich da so traurig oder deprimiert macht – dann hat er die Chance etwas zu verändern, zu verwandeln. Dann verliert das Dunkel schon etwas von seiner Macht und Licht bricht auf. Das ist eine Erfahrung, die ich selber schon oft gemacht habe. Da wird das Herz wieder etwas heller. Und noch eine Erfahrung habe ich gemacht: Ich selber kann – sozusagen an Christi statt – helfen, dass andere wieder Licht am Horizont sehen. Einfach dadurch, dass ich zuhöre, hinhöre, aufmerksam bin für die vielen, kleinen Schatten und Dunkelheiten, die Menschen heute das Licht nehmen. Dass ich sie ermutige, darüber zu sprechen und dann manchmal das passieren kann, was im Hymnus eben so ausgedrückt wird:Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht, dass mit dem Licht des neuen Tags, auch unser Herz sich neu erhellt.
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Wir sind im Heiligen Jahr 2025 mit dem Titel: "Pilger der Hoffnung". In einer Kirche in der Nachbarschaft sind die Fastenpredigten diesem Thema gewidmet und hat mir einige interessante Erkenntnisse gebracht. Jedes Sonntagsevangelium hat tatsächlich einen Aspekt der Hoffnung in sich. An den vergangenen Sonntagen ging es um erprobte Hoffnung wegen der Erprobung Jesu durch den Teufel, danach um strahlende Hoffnung wegen der Erscheinungen auf dem Berg Tabor, dann um enttäuschte Hoffnung wegen der Erkenntnis, dass nicht nur die anderen an ihren Sünden leiden werden und am kommenden Sonntag um wiedergefundene Hoffnung. Das ist eines der prägenden Evangelien der Christenheit mit dem wundervollen Bild des Vaters, der seinen totgeglaubten Sohn zurück erhält und mit weit ausgebreiteten Armen wieder aufnimmt und den anderen Sohn zurückgewinnt, der dazu erst überzeugt werden muss.Viele von uns kennen diese Episode als die vom verlorenen Sohn und dem barmherzigen Vater und können sich wunderbar in beide hineindenken: in den Sohn, der sich erproben und in die Welt hinausziehen möchte und das auch tut. Dann gerät er an falsche Freunde, verliert alles. Fast alles. Denn er verliert nicht die Gewissheit, dass er zu seinem Vater zurückkehren, ihm alles sagen kann und für seine Fehler Buße tun kann. Und in den Vater, der immer liebender Vater bleibt und gefühlt Tag und Nacht nach ihm Ausschau hält und sein Glück dann überschäumend feiern wird. Solange wir diese Gewissheit in uns tragen, bleibt eine wunderbare Hoffnung, vom liebenden Vater im Himmel immer wiedergefunden zu werden und in seinen Armen geborgen zu sein.
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In den letzten Tagen ging es auch in den sozialen Medien immer mal um die Art und Weise, wie das Fasten gelebt werden kann, damit es mehr ist als nur die Figur zu optimieren.Und bei den Gedanken doch statt eines klug ausgewählten Fastenvorsatzes mal eher an die Menschen im realen Umfeld zu denken und zu helfen, gab es sehr viele Reaktionen. Eine Userin schrieb: Oh, da ist es ja sehr viel einfacher auf Süßigkeiten zu fasten. Eine weitere Reaktion, die mich sehr überrascht hat, war, dass eine Sozialarbeiterin, die mit Jugendlichen beschäftigt war, erzählt hat, dass sie mit der Gruppe Jugendlicher mal „Schlechte-Laune-Fasten“ gemacht hat und den Jugendlichen plötzlich sehr schnell bewusst geworden ist, was sich da sofort ändert. Es geht dabei also nicht um das pubertär-normale Auf und Ab der Gefühlslagen, die zum Erwachsenwerden dazu gehören. Es geht um das Ausleben der schlechten Laune, und diesen Keine-Lust-Modus, das abzustellen, wenn man in Gruppen oder Kreisen ist. Und so wie man das dann übt, und in Stehgreifspielen deutlich macht, fällt plötzlich auf, dass man tatsächlich etwas ändern kann, dass aber auch plötzlich eine Last abfällt, wenn man selber spürt, dass ich in der Schlechte-Laune-Spirale nicht bleiben muss, sondern da herauskommen kann. Den Jugendlichen und mir selbst auch wird deutlich, dass es Möglichkeiten des eigenen Tuns gibt, die sehr schnell positive Resonanzen im Umfeld auslösen und hilfreich für ein gutes Zusammenleben sind. Fast am selben Tag bemerkte dann ein Kollege, dass die musikalischen Beiträge zum Morgenlob jetzt fastenzeitlich vergnügt sind. Diese Bemerkung hat mich tagelang sehr entzückt und eine dieser fastenzeitlich vergnügten Titel war dann: "Sag Ja zu mir, wenn alles Nein sagt, weil ich so vieles falsch gemacht“. Diese Bitte an Gott, sein JA zu mir nicht aufzugeben, auch wenn ich immer wieder in die gleichen Fehler tappe und die Gewissheit, dass dieser Gott dafür sogar seinen Sohn hingegeben hat, ist ein Trost und ein richtig guter Grund fastenzeitlich vergnügt zu sein.
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Ich liebe es, beim Wintersport im Fernsehen zuzuschauen. Meine liebste Disziplin ist Biathlon. Dieser Wechsel aus Langlauf und Schießen, wobei die Treffer oder Nieten sich aufs Laufgeschehen auswirken: es ist immer so spannend. Bei den letzten Rennen bei der Weltmeisterschaft und den letzten Weltcuprennen danach, gab es einige interessante Reaktionen zu beobachten. Ein Biathlet hatte tatsächlich fünfmal nicht getroffen, hätte fünf Strafrunden laufen müssen und hatte keine Lust mehr, weiter zu laufen. Er wurde aber von seinem Team gedrängt, das Rennen zu Ende zu laufen. Ein anderer hat nach vielen Fehlschüssen tatsächlich aufgegeben und die Strecke verlassen. Und wieder eine andere hatte ebenso viele Fehlschüsse, ist im Rennen aber so über sich hinausgewachsen, dass sie noch in den Top 15 gelandet ist, was niemand für möglich gehalten hat.Ich finde das ein ziemlich gutes Beispiel für unser Umgehen mit der Fastenzeit. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte der Zeit und am kommenden Sonntag ist der Sonntag Laetare – Freue Dich. Wie war Ihr Rennen bisher? Haben alle Vorsätze und Überlegungen bisher ins Schwarze getroffen oder haben Sie Extrarunden gedreht? Haben Sie an den Tagen, wo Sie gegen Ihre eigenen Vorsätze schmählich verloren haben, alles hingeworfen und die Strecke verlassen? Oder sind Sie immer wieder aufgestanden und haben immer wieder neu angefangen? "Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten" - ein Wort von Katharina von Siena, ist nicht die schlechteste Beschreibung unseres Weges durch die österliche Bußzeit. Aber es muss mir auch immer wieder klar sein, wofür ich diese Zeit vor Ostern nutze. Es geht um eine Umkehr: weg vom Kreisen um sich selbst und wieder hinkehren zu Gott, zu seinem Evangelium, zum Leben als Christen für die Mitmenschen und gegen Vernichtung der Schöpfung. Und selbst, wenn ich in der Zeit viele Nieten geschossen haben sollte, ist uns an Ostern der Jubel aller im Ziel garantiert.
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Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war.Der Engel begrüßt Maria als die "Begnadete" – also von Gott besonders ausgewählte und darüber erschrickt sie sehr. Und sie überlegt sehr gründlich, was das denn zu bedeuten hat.Dann wird ihr angekündigt, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen soll, dem sie den Namen Jesus geben soll, der groß sein wird und Sohn des Höchsten genannt werden soll, der, der den Thron des Hauses David übernehmen wird und dessen Herrschaft kein Ende haben wird. Jeder von uns würde verstehen, dass sie von einer solchen Ankündigung wie erschlagen wäre und sprachlos und verwirrt und ängstlich.Aber Maria ist es nicht, sondern fragt in Ruhe nach, wie das geschehen soll, da sie noch nicht verheiratet ist. Der Engel erläutert ihr, dass es keine normal gezeugte Schwangerschaft nach menschlichem Maß sein wird, sondern dass der Geist Gottes mit seiner Kraft in ihr Mensch werden wird und das Kind deshalb heilig und Sohn Gottes genannt werden wird.Und trotz dieser Erklärung gehen der jungen Frau garantiert blitzschnell tausend Gedanken durch den Kopf. Sie weiß genau, dass sie davon kaum jemandem erzählen kann, dass sie ihren Eltern ziemlichen Kummer zumuten wird und ahnt, dass es auch ihr Josef zunächst nicht verstehen wird. Und was noch viel schlimmer ist, sie weiß genau, wenn ihre Schwangerschaft sichtbar wird, wird sie, weil sie nicht verheiratet ist, nach dem Gesetz gesteinigt, also auf sehr brutale Weise ums Leben gebracht werden.Und trotz all dieser schlimmen Zukunftsaussichten sagt sie dem Engel zu, dass alles nach seiner Ankündigung geschehen soll.Das macht wiederum uns sprachlos, weil wir ein so anderes Marienbild im Kopf haben, dass über die Jahrhunderte gepredigt und verkündet worden ist. Sie ist also auf keinen Fall die liebe und brave, demütige und fromme Ja-Sagerin, die ja eigentlich keine Wahl hat. Nein, sie ist eine starke Frau, die tatsächlich mehr den Ankündigungen und Zumutungen dieses Gottes vertraut als den Katastrophen, die das für ihr eigenes Leben mit sich bringen könnte. Und viele von uns, die die vielen schlimmen Episoden aus dem Leben Marias kennen, ahnen das auch. Und "Magd des Herrn" heißt in diesem Fall, dass sie ihr Leben auf die Zusagen Gottes setzen will, egal was kommt.Das ist nicht das schlechteste Vorbild.
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