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  4. Raus ins Ameisengetümmel des realen Lebens
Wir haben zu unseren kirchlichen Festen sogar passend blühende
Blumen: den Weihnachtsstern, die Osterglocken und jetzt im Juni die
Pfingstrosen. Die indische Schwester, die bei uns lebt und eine
Ausbildung zur Krankenschwester macht, ist völlig fasziniert von
diesen herrlich blühenden Bällen und ihrem betörenden Duft.Haben
Sie im Garten Pfingstrosen? Wir haben sie in diesem Jahr in
prächtiger Fülle. Was ich aber nicht leiden kann, sind die vielen
Ameisen, die auf den Knospen herumkrabbeln. Ich habe gelesen, dass
die Ameisen von dem klebrigen Zuckersaft angelockt werden, den die
Pfingstrosen vor der Blüte absondern. Der Zuckersaft entspringt den
Kelchblättern und wird dann von feinen Härchen von der Pflanze
abgesondert, so dass der auskristallisierte Zucker außen an den
Blüten klebt. Manchmal sondert die Pflanze so viel Zucker ab, dass
die Blüten verkleben und sich nicht öffnen können.Daher ist der
Hunger der Ameisen auf Süßes durchaus sinnvoll. Denn wenn der
Zucker aufgegessen ist, können sich die Blüten leicht öffnen. Die
Ameisen sind also nicht schädlich für die Pflanze, sondern
unterstützen sie beim Erblühen.Was haben eigentlich Ameisen jetzt
mit meinem Glauben zu tun? Eigentlich nichts, aber wenn ich so
bedenke, welche Probleme, Hindernisse, Zweifel und Anfragen von
außen an mir und meinem Christsein herumknabbern und mir lästig
sind, wird mir klar, dass nur das helfen kann, mein Christsein zum
Blühen zu bringen. Es bringt nichts, alles Störende, scheinbar
Glaubens- und Kirchenfeindliche, vermeintlich Lästige zu meiden
oder mein Christsein in chemisch reinem Umfeld, also innerkirchlich
zu leben zu versuchen. Dann kommt alles bis zur Knospe – aber es
geht nicht auf, kann nicht blühen und später Früchte bringen.Also
auch heute wieder mein Auftrag: raus ins Ameisengetümmel des realen
Lebens und mich und meinen Glauben an Gott und Jesus Christus frei
zu entfalten zum Blühen und zum Frucht bringen.
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„Raus ins Ameisengetümmel des realen Lebens“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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