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Morgenimpuls Archiv

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3 Minuten
Nochmal nach Karneval das Fitnessprogramm aufleben lassen. Nach dem ganzen Frohsinn und vor allem Berliner, Krapfen und Bier … nochmal die guten Vorsätze aufleben lassen vom Beginn des Jahres. So geht moderne Fastenzeit, oder?  Fasten auf Stress, Fasten auf Zeitverschwendung und Doomscrolling und Fasten auf schlechte und schwere Gedanken. So geht auch modernes Fasten, oder? Aber da fastet doch keiner mehr richtig!  Na und? Fastenzeit bedeutet für mich: Ich mach mein Kopf frei. Wie Festplatte formatieren. Ich werde leerer, egal ob im Magen oder im Kopf, damit wieder Platz ist für das Wesentlichen. Für das, was mir wichtig ist. Wirklich wichtig.  Ich glaub, wenn der Magen leerer wird, der Konsum weniger, der Kopf befreiter, dann ist nicht nur mehr Platz, sondern mein Herz auch etwas leichter.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 
4 Minuten
Aus meinem Bürofenster schaue ich auf die Straße und kann da manches beobachten. Immer mal wieder fällt mir auf, dass Kindergartengruppen und Erstklässler mit ihren Erziehern und Lehrerinnen hier vorbeilaufen. Sie sind dann schön in sicheren Zweierreihen und vorn und hinten eine erwachsene Begleitung. Und sie haben alle die leuchtend gelben Sicherheitswesten an mit den Leuchtstreifen im Rücken. „Achtung Kinder“ ruft das ohne Worte und alle anderen Verkehrsteilnehmer passen auf, dass nichts passiert. Dieses leuchtende Gelb ist eine der Ampelfarben. Wir Schwestern hier im Konvent benutzen zu vielen Gelegenheiten die Stundenbuch-App auf dem Smartphone. Es ist sehr praktisch und man hat die Gebetszeiten und Texte aus der Bibel immer schnell zur Hand. Die Auflistung der jeweiligen Tage und Zeiten ist farbig unterlegt und jetzt war es viele Wochen im schönen frühlingshaften Grün. Seit Aschermittwoch schreit mich quasi ein Knallrot an und löst Alarm aus. In einer Straßenverkehrsampel ist das Grün die freundliche Aufforderung, zu gehen oder zu fahren und das gelb die Information, dass jetzt gleich die Aktivität stehenbleiben soll. Aber das Rot ist unmissverständlich: stehenbleiben, auf keinen Fall weitergehen oder fahren, weil Andere den Vortritt haben. Wenn man dagegen verstößt, kann es lebensgefährlich werden und wenn etwas passiert, ist man schuld, weil man das Haltesignal missachtet hat. Und es droht ein Bußgeld, ein Punkt in Flensburg und in schweren Fällen ein Fahrverbot. In der App ist es Gott sei Dank nicht so gefährlich. Es ist ein Signal: Halt an, schau um Dich und in Dich, schau auf Dein Leben und Deine Beziehung zu Gott. Und die Aufforderung ist wie bei der roten Ampel auf der Straße: „Stehenbleiben, auf keinen Fall weitergehen oder fahren, weil andere den Vortritt haben.“ Oder in diesem Fall eher anderes: Nicht mehr in den üblichen Routinen bleiben, Dinge mal ganz anders machen, Gebetszeiten in den Tag einbauen und Apps oder Radioübertragungen nutzen, eine neue Art den Tag zu beginnen oder zu beenden ausprobieren und so weiter. Und auf Gott und die Menschen achten, die mit uns leben, Straßen und Wege mit uns teilen und mit denen wir in guten und ungefährdeten Beziehungen leben wollen. Wie die Kinder auf der Straße mit ihren Erzieherinnen und Lehrerinnen. 
4 Minuten
Dass es in Krankenhäusern und Kliniken, die auch Geburtshilfe leisten, Kurse für werdende Eltern gibt, kennen die meisten. Dort lernt man vieles, was für Schwangerschaft und Geburt wichtig ist, kann die Stationen und den Kreißsaal besichtigen und bekommt Tipps und Informationen für eine angstfreie Zeit vor während und nach der Entbindung. So weit, so gut. Aber wusstest Du, dass es auch Informationstage und Kurse für werdende Großeltern gibt? Das war mir echt neu. Aber das ist gar keine schlechte Idee. Denn Großeltern haben die Erfahrungen mit Geburt und Umgang mit Neugeborenen aus ihrer eigenen jungen Elternzeit und seitdem hat sich sehr viel verändert. Und dort können sie von außenstehenden Fachleuten die Dinge erfahren, die ihre eigenen Töchter sonst erklären und erbitten müssten. Als ich das so gehört habe, dachte ich mit einem gewissen Schmunzeln, dass so ähnlich ja auch die jährliche Fastenzeit sein könnte, die gestern begonnen hat. Es ist ein Kurs für im Glauben älter gewordene Christinnen und Christen, die neu schauen wollen, wie das heute im Jahr 2026 gehen kann, mit dem Leben als Christen.Wenn der eigene Kinderglaube nicht mehr trägt, wenn die ererbten und in der Familie oder im Reliunterrricht gelernten Dinge des Glaubens sich irgendwie nicht mehr relevant anfühlen, wenn ich meine eigene, mir entsprechende Ausdrucksweise des Glaubens finden will. Es gibt in diesen Fastenzeiten in vielen Städten und Gemeinden Angebote für Suchende auf dem Glaubensweg: Exerzitien im Alltag, Glaubenskurse, Gebetsschulen und viele mehr. Vielleicht findest Du etwas, was Dir hilft, wieder neu zu beginnen und Deinen älter gewordenen Glauben zu erfrischen.Im Buch Deuteronomium, aus dem wir in diesen Tagen immer mal wieder lesen, gibt es eine sehr markante Stelle in der es heißt:„Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben.“ Wähle also den Segen Gottes und das Leben und fang heute damit an.
4 Minuten
Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Vorbereitungszeit auf Ostern hin. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche aufs Haupt streuen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße.Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. In den vergangenen Pandemiejahren wurde kein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, sondern Asche auf den Kopf gestreut. Das ist die viel frühere und ursprünglichere Form dieses Startsignals in die Fastenzeit.Manche kennen vielleicht noch die Formulierung: „Oh, Asche auf mein Haupt,“ man einen Fehler zugibt und sich entschuldigen möchte. Ich habe mal nachgeforscht, warum die Asche so das normale Mittel für den Beginn der Fastenzeit ist: Asche ist seit Jahrhunderten ein vielfältig verwendetes Putz- und Scheuermittel. Man kann damit Silber reinigen, Fußböden wischen, Wäsche waschen, Geschirrspülen. Aber man kann Asche auch als Dünger und Schädlingsbekämpfer und Unkrautvernichter einsetzen. Und so in unser Leben übersetzt ist das auch notwendig: wir müssten schon manches Mal abstauben und reinigen und putzen, damit wieder deutlich wird, wozu wir als Christen so da sind: um Jesus Christus nachzufolgen und zu versuchen, nach seinem Evangelium zu leben. Und da ist die Asche als Dünger auch nicht so verkehrt, damit Neues und Gutes wachsen kann und der Auftrag: „Kehr um und glaub an das Evangelium“ durch uns und unser Tun und Beten, Hand und Fuß bekommt und das Reich Gottes unter uns Wachsen und Großwerden kann. Der eigentliche Grund für unsere Mühen steht im Buch Deuteronomium im Alten Testament. Da heißt es: Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott, ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die ihn lieben und auf seine Gebote achten. Versuchen wir es. Sieben Wochen sind dafür eine ziemlich gute Zeit. 
4 Minuten
Hast Du das mitbekommen? Den Sturz des „Vierfachgottes“ Malinin in der Eiskunstlaufkür in Mailand? Ich habe es in einer Zusammenfassung am nächsten Tag gesehen und war richtig betroffen. Dieser junge Amerikaner hatte die letzten Jahre das Eiskunstlaufen zu einer unglaublichen Artistikshow gemacht und die meisten der Sprünge vierfach gezeigt, wo andere schon Mühe haben, sie dreifach zu drehen und zu stehen. Allen ringsum war das Erschrecken anzusehen und er selbst hat die Hände vors Gesicht geschlagen und hat tiefblass die zu erwartenden schlechten Noten und den Absturz auf Platz acht registriert.  Aber dann saß, nur einige Meter entfernt, der junge Mann aus Kasachstan, der nicht weniger erstaunt verfolgt hatte, wie er, der als Fünfter im Ranking gestartet war, nach jedem Lauf der Konkurrenz immer noch in Führung blieb und am Ende als Olympiasieger ebenso die Hände vors Gesicht geschlagen hat, vor ungläubigem Erstaunen und gar nicht fassen können, was er soeben erlebt hatte.Und dann kommt der „Vierfachgott“ Malinin, als den er sich selbst bezeichnet hatte, lächelt schon wieder und umarmt den Sieger fest und herzlich und der Kommentator wusste, dass sie gute Freunde sind. Das ist wirklich Größe und bleibt mir im Gedächtnis dieser bisherigen olympischen Tage. In einer solchen Situation das eigene Lächeln wiederzufinden und dem Freund mitzugeben, das erinnert mich an dieses schöne kleine Gebet, dass von Thomas Morus stammt. Er betet:„Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die im Auge behält, was gut und rein ist, damit sie sich nicht einschüchtern lässt vom Bösen, sondern Mittel findet, die Dinge in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, dass sich "Ich" nennt. Herr, schenke mir Sinn für Humor. Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile. Amen“
5 Minuten
Die Karnevalsmuffel haben die Hochburgen an Rhein und Main längst verlassen oder vergraben sich hinter der Olympiaberichterstattung. Alle anderen, mich inbegriffen, werden langsam aber sicher hibbelig und vorfreudig aufgeregt und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht – der vielgeliebte Rosenmontagszug. Für mich diesmal nur am Fernseher, aber für viele live und in Farbe in Köln, Mainz, Bonn oder auch in den vielen kleinen Städtchen und Dörfern. Aber, aber es ist doch immer noch Krieg in der Ukraine, da kann man doch nicht feiern? Und außerdem gibt es doch immer noch die Angst vor Anschlägen. Ja, der Krieg dauert immer noch an und ein Ende ist nicht abzusehen und Drohungen, die Feierfreude mit Anschlägen niederzumachen, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber wir feiern, weil nach all dem Schrecklichen der letzten Jahre die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach miteinander Singen und Tanzen, sich verkleiden und vergnügt sein, so groß ist. So ist das Leben: Krieg und Frieden, Freude und Leid, Angst und Jubel, Trauer und Erlösung liegen so dicht beieinander, dass es, gerade in unserer Zeit fast mit den Händen greifbar wird. Singen gegen die Angst, zusammenschunkeln gegen die Einsamkeit, Jubeln und Lachen gegen Hass und Hetze und das viele Böse. Die einen mögen es Schicksal nennen, gegen das man ohnehin nichts machen kann. Aber andere, ich auch, lebe eher aus einer Hoffnung und einer Gewissheit.  Die Gewissheit, dass die Menschen schon oft unlösbar scheinende Katastrophen und Kriege überstehen und wieder neu anfangen konnten und die Hoffnung, dass da ein guter Gott ist, dem wir nicht gleichgültig sind, sondern der uns liebt und unsere Wege mitgeht – in Kreuz und Leid, in Lust und Fröhlichkeit und in allen graubunten Farben dazwischen. In einem Kindergarten malen Kinder viele schöne Karnevalsbilder. Die Erzieherin schaut zu und merkt, dass ein Mädchen sehr vergnügt kunterbunt malt. Was malst Du? wird sie gefragt. „Ich male Gott“, ist die klare Antwort. Aber es weiß doch niemand, wie Gott aussieht, gibt die Frau zu bedenken. „In einer Minute schon“ sagt das Kind. Ist das nicht herrlich? Ein Wort von Johann Wolfgang von Goethe, dem großen Dichterfürsten, passt wunderbar dazu. Er sagte einmal: „Wenn ich an Gott dachte, war ich heiter und vergnügt.“ Denken wir also heute, beim Feiern und Schunkeln zwischendurch immer mal an Gott und seien wir heiter und vergnügt.
4 Minuten
Manch einer wird sich jetzt wünschen, dass der Hochschulpfarrer aus Düsseldorf mit einem Alaaf aus dem DOMRADIO in Köln grüßt. Das kommt mir eigentlich – und das dürfen die Düsseldorfer jetzt nicht böse nehmen– auch etwas leichter über die Lippen. Karneval ist etwas, das Menschen zusammenführt, egal unter welchem Wahlspruch, ob nun Alaaf oder Helau. Wir alle leben davon, dass wir miteinander feiern können und an diesen Tagen spüren – und vielleicht sehen wir auch alle–, dass Netzwerke zwischen Menschen wichtig sind. Aber ich sage euch, Freundschaften sind noch wichtiger, sind lebenswichtig. Denn einen Menschen zu haben, einen Freund, über den ja so viele Karnevalslieder singen, das ist ganz entscheidend. Einen Menschen zu haben, der mich kennt, bei dem ich nichts leisten muss, so wie im Karneval, bei dem ich einfach sein darf. Freundschaft ist mehr als Kontakt. Sie ist Beziehung, getragen von Vertrauen, Treue und einem gemeinsamen Ziel. Am Karneval darf man auch sagen, vom gemeinsamen Feiern. Diese Sehnsucht nach echter Freundschaft trägt jeder in sich. Papst Leo hat das in seinem Wahlspruch auf den Punkt gebracht. "In Illo uno unum". “In dem einen, in Christus, sind wir eins.” Freundschaft mit Gott führt zur Einheit untereinander. In der Apostelgeschichte begegnen uns zwei Freunde, Paulus und Barnabas. Nach seiner Bekehrung will Paulus sich den Jüngern Jesu anschließen, doch sie haben Angst vor ihm. Barnabas ist der einzige, der an ihn glaubt. Er vermittelt, ermutigt, öffnet Paulus Türen. Er erkennt Gottes Wirken dort, wo andere vielleicht nur das Risiko sehen. Karneval lädt uns ein, auf andere zuzugehen, Freundschaft zu ermöglichen, in dem einen den anderen zu erkennen. Und das wünsche ich euch allen für diesen Tag, dass ihr in der Ausgelassenheit dieser Tage auch wirklich Freundschaft, Verbindung und ein Miteinander findet. Denn denkt auch daran: Selbst wenn ihr in einer der großen Karnevalsgesellschaften seid, Netzwerke sind wichtig, aber Freunde, wirkliche Freunde, die sind lebenswichtig!Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 
4 Minuten
Am Karnevalssamstag hier im DOMRADIO in Köln über Bielefeld zu reden, ist vielleicht etwas vermessen und doch notwendig!Im letzten Jahr habe ich ein Brautpaar getraut, das sich in Bielefeld kennen und vor allem lieben gelernt hat. Und dabei gibt es diesen Ort doch gar nicht! Und doch entsteht dort Beziehung, kann eine Freundschaft wachsen, kann Liebe entstehen. Vielleicht ist es deshalb ein besonders schönes Bild für die Liebe selbst, sie lässt sich nicht immer beweisen und erklären, sie entzieht sich klaren Berechnungen. Und doch wissen wir ja alle, ihr wie ich, die Liebe ist da und sie trägt. Liebe entsteht oft dort, wo Menschen sich begegnen, mit unterschiedlichen Lebenswegen, Temperamenten und Talenten. Unterschiedlichkeit ist keine Schwäche, im Gegenteil, Unterschiedlichkeit kann zur Stärke werden. Denn Zusammengehörigkeit in Liebe bedeutet eben nicht, gleichförmig zu sein, verschieden zu sein und sich dennoch zu ergänzen. Das ist Liebe! Darum spricht der Kolossaberief im Neuen Testament der Bibel von der Liebe als einem Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. Kein Fesselband, sondern etwas Elastisches. Die Liebe wirkt dabei nicht nur verbindend, sondern auch heilend. Sie vollendet nicht im Sinn von Perfektion, sondern im Sinn von Ganzwerden. Ich wünsche euch an diesem Valentinstag, dass ihr aufmerksam werdet für die Unterschiede, die euch zusammenfügen. Und wenn ihr heute Abend vielleicht ein Pärchen trefft, das am Valentinstagt ausgeht und nicht dem Karneval fröhnt, dann denkt noch einmal daran, wie das so ist: Wir werden zusammengefügt in Unterschiedlichkeit. Das ist ein Geheimnis, genauso wie Bielefeld. Und letztlich wissen wir doch: Bielefeld und die Liebe gibt es.Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 

1000 Dank!

5 Minuten
Der 1000. Morgenimpuls von Schwester Katharina!"Ich selbst finde das sagenhaft. Heute ist der tausendste Morgenimpuls, den ich mit Dir und euch heute beten darf. Wenn ich mir die prallvollen Ordner mit den Texten anschaue, die seit 2018 entstanden sind, kann ich selbst nur staunen. Der Anfang war unspektakulär und kam mit der Frage vom DOMRADIO, ob ich mal für ein paar Wochen den Morgenimpuls halten könnte. Und ich hatte Lust dazu und hab mal angefangen. Und erst vor ein paar Wochen hat mich eine Hörerin ermahnt, doch mal auf Kommentare auf Youtube, die den Morgenimpuls betreffen, zu antworten. Und da ist mir erst die unglaubliche Zahl der Podcasts aufgefallen. Und dann habe ich ein bisschen nachgedacht über die Zahl 1000. Und mir sind drei Dinge dazu eingefallen.Als begeisterte Bibelleserin fiel mir natürlich sofort der Psalm 90 ein, wo es heißt, dass bei Gott 1000 Jahre sind, wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht. Was nichts anderes bedeutet als dass bei Gott eine andere Perspektive auf Zeit und Zahlen gilt als für uns Menschen. Von Gregor Linßen gibt es ein Lied, das mir jemand geschickt hat und schon der Refrain sagt etwas zu diesem 1000. Morgenimpuls. Da heißt es: "Tausend Jahre wie ein Tag, was auch kommen mag. Du weißt um mich und meine Sorgen, morgen ist heute für dich. Tausend Jahre wie ein Tag, was auch kommen mag, ich glaub, Du weißt um mich.“ Und ein paar Zeilen weiter heißt es: "Ich glaube an Dich Gott, der du der Geist der Wahrheit bist, der in mich eingehaucht die Quelle meines Lebens ist, der mich bewirkt hat und jetzt treibt“Und es gibt im Erzbistum Paderborn eine Kommunikationsinitiative "1000 gute Gründe“, die zeigt, wofür die Gläubigen und die Kirche heute stehen können: für Mut und Zuversicht, Gemeinschaft und Engagement. Da werden Geschichten und Aktionen und Mitmachangebote gebündelt, die Menschen im Alltag stärken und positive Perspektiven eröffnen können. Und es geht immer um konkrete Menschen und ihre Erlebnisse mit denen Mitten im Alltag, Gutes und Hoffnungsvolles entstehen kannUnd das ist es auch, was mir so viel Freude macht in diesem Dienst: von Menschen und Ereignissen zu erzählen, die Hoffnung und Zuversicht geben, in Alltagsgeschichten zu spüren, dass dahinter immer der Gott des Lebens glaubhaft wirken will und oft selbst AHA – Erkenntnisse zu haben, wenn ich mich in ein Thema, eine Bibelstelle, einen Festinhalt vertiefe und mir tausend neue Lichter aufgehen. Danke schön Dir und euch fürs zuhören und mitglauben, mitbeten und mitmachen!Ich würde jetzt nicht vermessen sein und sagen: auf die nächsten 1000, aber ich freue mich auf den nächsten, auf den eintausendersten Morgenimpuls am Rosenmontag."
4 Minuten
Glaubst Du an Wunder? Wir nüchternen Deutschen sind da doch eher skeptisch. Aber auch viele von uns haben schon Dinge erlebt, die so unerklärlich und so gegen jede Logik und jede Art von wissenschaftlichem Denken sind, dass wir gelegentlich eine Ahnung haben, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht nüchtern und rational erklären können. Am 11. Februar 1858 sieht das vierzehnjährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsgrotte bei Lourdes zum ersten Mal die „Dame“, die sich als “die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte. Bernadette hatte diesen Titel noch nie gehört und es machte ihr Mühe, ihn richtig weiter zu geben. Die Erscheinung wiederholte sich bis zum 16. Juli an weiteren siebzehn Tagen. Dabei hat Maria die Menschen zur Wallfahrt an diesen Ort, vor allem aber zu Gebet und Umkehr zu Gott eingeladen. Zu der Grotte, in der auch eine Quelle entspringt, sind seither Millionen von Pilgern mit ihren leiblichen und seelischen Nöten gekommen. Seither soll es dort rund 30.000 Heilungen gegeben haben; 6.000 sind dokumentiert und 2.000 davon gelten als „medizinisch unerklärlich“. Nur 70 Heilungen wurden von der Kirche als Wunder eingestuft. Aber der Glaube der Pilger weiß viel mehr. Ich habe Menschen erlebt, die eine Reise nach Lourdes geschenkt bekommen haben und tatsächlich aus Neugier gefahren sind. Und sie sind nach Hause gekommen mit einem inneren Getröstet-sein, mit einer Gewissheit von Gottes Nähe und Güte, dass man das sogar als Außenstehende das gespürt hat. Trauen wir Gott eigentlich wunderbare Geschehnisse zu? Ein Gast hier bei uns im Konvent hat mir mal eine Postkarte dagelassen, die mich seitdem sehr unmissverständlich auffordert. Da steht nämlich ganz einfach: "Sei realistisch. Plane ein Wunder" 
4 Minuten
Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht. Ich bin absoluter Sportfan und Olympia zu schauen und abends eine Nachlese mit allen Höhepunkten zu sehen, ist wirklich schön. Biathlon und Skispringen finde ich persönlich am spannendsten, weil es so herrlich unberechenbar ist und manchmal alles anders läuft als alle gedacht haben. Und dann sehe ich, wie bei der Siegerehrung für die Skispringerinnen zwei der Athletinnen weinen. Die eine vor überströmendem Glück und die andere aus tiefster Enttäuschung, weil der Sieg eingeplant war, wie die ganze Saison fast immer nur Siege waren und jetzt ist sie nur Zweite. Wer die beiden jungen Frauen in dieser Situation als ein einzelnes Foto sehen würde, könnte kaum einordnen, was da ist. Tränen sind Tränen. Das ist das Wunderbare an uns göttlich geschaffenen Menschen. Wir können vor Freude faktisch überströmen mit Tränen, und ebenso vor Kummer. Die Tränen sind das Ventil für beides. Wenn wir es zulassen können. Manchmal sind wir aber so fest und hart geworden, dass wir sogar dieses Ventil fest zuhalten, damit ja niemand merkt, wie es uns geht. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Also bei der einen die Bitte darum, dass dieses erlebte Glück bleiben möge und Leib und Seele hell macht auf lange Zeit. Und vielleicht die Bitte bei der anderen, dass diese Niederlage trotzdem bei ihm aufgehoben ist und um Trost und Hilfe. In der Offenbarung des Johannes steht im 21. Kapitel das schöne Wort: „Gott wird dann abwischen alle Tränen von ihren Augen“ Diese Zusage spendet die große Hoffnung, dass Leid und Freude, die ja immer, und nicht nur im Sport zu uns und unserem Leben gehören, aufgehoben sind bei Gott und seiner Zusage, bei uns zu bleiben bis zum Ende der Welt.
4 Minuten
Ich habe einige Male Erfahrungen gemacht mit Stolpern und Hinfallen und Knochen brechen und mühsam wieder repariert werden. Da waren dann übersehene Stufen oder spiegelglatte Eisflecken, unter feinem Pulverschnee. Heute geht es hier in Olpe um bewusst zu legende Stolpersteine.  "Jüdisches Erbe" wird sichtbar: Stolpersteine in Olpe heißt eine Aktion mit einem Vortrag heute Abend und der Verlegung dieser golden glänzenden Steine morgen in der Stadt.  Seit nun fast zwei Jahren hat nämlich eine Gruppe aus Bürgerinnen und Bürgern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrern der weiterführenden Schulen gemeinsam mit der Kreisstadt Olpe ein Konzept zum "Jüdischen Erbe" in Olpe erarbeitet. Ziel ist es, das Jüdische Leben während der Zeit des Nationalsozialismus sichtbar zu machen, um mit einem mahnenden Blick auf den vergangenen und leider auch gegenwärtigen Antisemitismus aufmerksam zu machen.Es sollen Orte der Erinnerung an die Opfer entstehen; kreative Projekte und Veranstaltungen werden das Gedenken an die Jüdinnen und Juden wie auch allen anderen Opfern des Nationalsozialismus lebendig halten.Ein markantes und inzwischen weltweites Symbol der Gedenkkultur sind die "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig, Bis heute wurden weit über 100.000 Stolpersteine verlegt. Diese ersten Steine hier erinnern an die jüdischen, einst hoch angesehenen Familien Lenneberg und Emanuel, die von Nationalsozialisten gedemütigt, beraubt und vertrieben wurden und an "Mia" Bonzel, eine katholische Olperin, die wegen ihrer Heirat mit einem Juden im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück ermordet wurde.In der derzeitigen gesellschaftlichen Debatte um die Art der Erinnerungskultur in unserem Land ist es notwendig und richtig, immer wieder zu stolpern und zu bedenken, dass wir als Christen eine Verantwortung haben, unsere jüdischen Schwestern und Brüder nicht zu vergessen und wach zu bleiben gegen jede Art von Menschenverachtung aus allen Richtungen. Bleiben wir wach. 
5 Minuten
Zwei Tage lang feiern wir zwei Powerfrauen hier in Olpe. Gestern am Sonntag Agatha, die im 4. Jahrhundert für ihren Glauben an Gott gefoltert und getötet wurde. Und heute eine Powerfrau aus dem 19. Jahrhundert, die ihr ganzes Leben Gott und den Menschen gewidmet hat. Maria Theresia Bonzel. Sie ist in Olpe geboren und hat ihr ganzes Leben hier gelebt.Und sie hat schon als Schulkind und Jugendliche mit ihrem Onkel Arnold, der sehr vermögend, aber eben auch überzeugter Christ war erfahren, dass es in der kleinen Stadt viel Armut und Not gab. Der Onkel hat sie immer mitgenommen, in die Heilige Messe am frühen Morgen und am Abend, wenn es nicht mehr hell war, zu den verschämt Armen. Denen hat er sehr konkret geholfen: mit Lebensmitteln im Rucksack, mit Geld, um Rechnungen zu bezahlen und mit dem Versprechen, sich zu kümmern. Also hat das junge Mädchen sehr früh verstanden, dass beides zusammengehört: das Beten und Gottesdienst feiern und die Hilfe für Menschen, die in Not sind und ganz konkret Hilfe brauchen.Ich denke ganz oft, dass wir in schwierigen Zeiten leben und viele von Euch denken das auch. Aber wenn ich dann an die Zeiten von Theresia Bonzel denke, scheinen mir unsere Probleme echt kleiner. Schon zwölf Jahre nach der Gründung ihrer Gemeinschaft 1863 gab es drastische Verbote durch die damalige Regierung. Es durften keine neuen Mitglieder mehr in die Ordensgemeinschaft aufgenommen werden, das Waisenhaus musste geschlossen werden und vieles mehr. Lediglich die Krankenpflege war noch möglich. Und noch dazu machte der Protektor der Vinzentinerinnen, die im Krankenhaus tätig waren, Mutter Theresia das Leben schwer. Mit Verleumdungen und falschen Behauptungen, mit Anzeigen beim Bischof in Paderborn hat er alles versucht, die Franziskanerinnen aus Olpe zu vertreiben. Dabei sind mir bei Mutter Theresia zwei wichtige Wesenszüge aufgefallen. Zum einen hat sie den Anordnungen der Regierung und der örtlichen Behörden Folge geleistet und alles getan, um die Schwestern und ihre junge Gründung zu schützen. Aber dann hat sie immer auch mit Mut und Courage und einer ziemlichen Portion Bauernschläue, Wege gefunden, die die weitere Existenz möglich gemacht hat. Sie selbst hätte das wohl eher als Gottvertrauen bezeichnet und da ist ja auch was dran. Wenn wir heute Abend Gottesdienst feiern und dann mit einer Lichterprozession vom Mutterhaus zu ihrem Grab in der Martinuskirche gehen, dann denken wir sehr daran, dass es genau das ist, was authentische Christsein ausmacht: Anbeten und Anpacken – Gott die Ehre geben und sich engagieren für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen.
3 Minuten
Der Februar ist irgendwie wie die Rückseite vom Winter. Die schöne geschmückte Vorderseite ist der Advent und jetzt zeigt uns der Winder die kalte Schulter. Vielleicht fängt der Köllner deswegen direkt nach Weihnachten mit dem bunten Karnevalstreiben an. Nach Tannenbaum kütt de Narrenkapp!  Ich mag Rückseiten. Als Kind fand ich es unfassbar spannend zu entdecken, dass Teppiche von unten ihr Muster nicht zeigen.  Vielleicht ist das mit Gott auch so. Vielleicht sehen wir hier nur seine Rückseite. Ich find das nicht schlimm, dann habe ich ja noch Hoffnung, dass es mir gelingen kann, die Vorderseite zu entdecken. Aber ich will nicht glauben, dass das erst am Ende meiner Tage passiert. Das ist mir zu wenig Zuspruch von einem Gott, dessen Reich bereits angebrochen ist. Ein Gott, der bereits mitten unter uns ist.  Wer weiß, wer entschieden hat, dass ich den Teppich nur von unten betrachte. Vielleicht war das gar nicht Gottes Idee, sondern meine.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 
3 Minuten
Gestern am Freitag gab es mal wieder Zeugnisse und ich bin Lehrerin. Und jetzt? Ich mag es nicht. Ich habe doch immer das Gefühl, dass ich Lernende auf eine Zahl reduziere. Und das muss ich eben auch.  Ich habe mal gelesen. Für Gott sind wir immer 1+. Bitte nicht! Wäre ich immer 1+ würde das zu viel Druck machen oder aber eben genau das Gegenteil. Wenn alle eins plus sind, dann ist eins plus nichts mehr wert. Noteninflation.  Ich glaub für Gott bin ich gar nichts. Im absolut positiven Sinn. Ich glaub die Beziehung, das Band zwischen mir und Gott ist bewertungsfreier Raum. Weder bin ich immer toll, noch nur die Sünderin. Da ist einfach für mich ein dickes helles Band, eine Bindung, die mich an Gott und damit an das Leben selbst bindet. Das ist an sich wunderbar und gut. Bedarf also gar keiner Beurteilung. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 
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