Podcaster
Episoden
09.01.2026
33 Minuten
Wer noch geglaubt hat, die Auswirkungen der Künstliche Intelligenz
(KI) beschränkten sich vor allem auf schlaue Textgeneratoren auf
dem Bildschirm, ist auf der CES 2026 endgültig eines Besseren
belehrt worden. Im Gespräch beschreibt unser Amerika-Korrespondent
Roland Lindner die Atmosphäre in Las Vegas als den Startschuss für
die Ära der „Physical AI“. Das war das allgegenwärtige Schlagwort
der Messe: KI-Modelle, die nicht mehr nur dichten und malen,
sondern die physikalischen Gesetze unserer Welt verstehen, um
Roboter, Fahrzeuge und ganze Fabriken zu steuern. Deutlich wurde
dies unter anderem beim Auftritt des Chefs des amerikanischen
Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang. Die Auswirkungen sind sofort
spürbar: Mercedes-Benz nutzt diese Plattform für den neuen CLA, der
im ersten Quartal 2026 startet. Das System soll sich in den
kommenden Jahren schnell weiterentwickeln, folgt keinen starren
Regeln mehr, sondern „versteht“ Verkehrssituationen – ein Sprung,
den Experten als den „ChatGPT-Moment“ der Automobilbranche
bezeichnen. Doch nicht nur auf der Straße, auch in der Industrie
vollzieht sich dieser Wandel. Im „Industrial Metaverse“ werden
Fabriken künftig vollständig simuliert, bevor auch nur ein Stein
gesetzt wird, was Planungsfehler drastisch minimieren soll. Hier
ist Siemens vorne mit dabei. Das vielleicht überraschendste Thema
der CES war jedoch die massive Präsenz der US-Regierung. Unter dem
Titel „Genesis Mission“ treibt sie Initiative voran, die man als
aggressivste staatliche Intervention in den Tech-Sektor seit
Jahrzehnten bezeichnen muss. Ziel ist die Verdopplung der
US-Forschungsleistung binnen zehn Jahren durch den Einsatz von KI.
Michael Kratsios, der Wissenschaftsberater des Präsidenten, trat
gemeinsam mit AMD-Chefin Lisa Su auf, um diese Verzahnung von
nationalem Interesse und Privatwirtschaft zu demonstrieren. Während
die Stimmung im B2B- und Regierungsgeschäft euphorisch ist, zieht
für den normalen Konsumenten ein Gewitter auf. Ein Thema, das wie
eine dunkle Wolke über der Messe hing, ist die Preisentwicklung bei
Speicherchips. Samsung und andere Hersteller haben Preiserhöhungen
von bis zu 60 Prozent durchgesetzt. Der Grund ist der unersättliche
Hunger der KI-Rechenzentren, der die Kapazitäten verknappt. Die
Situation ist so angespannt, dass AMD sogar erwägt, ältere
Plattformen künstlich am Leben zu erhalten, um preissensible Märkte
überhaupt noch bedienen zu können.
Mehr
02.01.2026
46 Minuten
Können Sie sich noch erinnern, wie das chinesische KI-Unternehmen
Deepseek die Tech-Welt schockte? Wie ein Modell aus Fernost infrage
stellte, ob wirklich noch mehr Daten und Rechenleistung nötig sind,
um noch bessere Sprachmodelle zu konstruieren? Beine ein Jahr ist
inzwischen vergangenen seitdem die Deepseek-Ingenieure auch in
Europa neue Hoffnung auslösten, in der KI mithalten zu können, die
häufig Milliardeninvestitionen erfordert. Das vergangene Jahr stand
technologisch, wirtschaftlich, aber zunehmen auch politisch im
Zeichen der KI. Niemand kommt an dieser Schlüsseltechnologie noch
vorbei. Die gute Nachricht für die Nutzer: Der Wettbewerb ist groß.
Es gibt eine ganze Reihe kompetenter KI-Modelle, kein einzelnes
Unternehmen oder KI-System dominiert den Markt oder droht, ihn auf
sich zu vereinen. Abgesänge auf Google haben sich als verfrüht
erwiesen, Open AI verfügt über Spitzenmodelle, Microsoft, Meta und
Anthropic konkurrieren. Und dann sind da eben auch die Anbieter aus
China und manche aus Europa, die mithalten können. In unserem
Jahresrückblick diskutieren wir aber nicht nur über KI. Der
Fortschritt in diesem Bereich führte auch zu wachsender Sorge über
Desinformation, Datenschutz und soziale Auswirkungen. Staaten
reagierten unterschiedlich: Australien reguliert sozialer Medien
deutlich strenger und schützt gerade Kinder und Jugendliche. Andere
Länder, nicht zuletzt in Europa, denken über ähnliche Schritt nach.
Und schließlich sprechen wir auch über digitale Souveränität und
was das heute bedeutet. Denn auch dieser Diskurs geht weiter - und
bleibt wichtig. Einen guten Start ins neue Jahr.
Mehr
23.12.2025
37 Minuten
Kinder und Jugendliche in Deutschland nutzen digitale Medien
täglich – aber vielen fehlt das tiefere Verständnis für die
Technologien dahinter, wie Bildungsstudien seit Jahren zeigen. In
Frankfurt soll sich das ändern: Mit dem neuen Tumo-Lernzentrum im
Nordwestzentrum entsteht ein außerschulischer Ort, an dem 12 bis 18
Jahre alte Jugendliche kostenlos Programmieren, Robotik, 3D-Design,
Animation, Musikproduktion und andere kreative Technologien lernen
können – ohne Noten, ohne Prüfungsdruck, dafür mit viel
Eigenverantwortung. Im F.A.Z.-Podcast „Digitalwirtschaft“ sprechen
wir mit Dana Kube (Die Grünen) über dieses Projekt, das aus
Armenien stammt und inzwischen auf der ganzen Welt Nachahmer
gefunden hat. Kube ist Vorsitzende des Frankfurter
Bildungsausschusses und eine der politischen Treiberinnen hinter
Tumo Frankfurt; sie forscht seit Jahren zu digitalem Lernen und
Bildungsinnovation. Tumo setzt auf ein anderes Lernprinzip als die
Schule: Jugendliche wählen in einer App ihre Lernpfade selbst,
arbeiten in Workshops und sogenannten Labs an konkreten Projekten
und werden dabei von Coaches begleitet, die eher Mentoren als
klassische Lehrkräfte sind. In Frankfurt entsteht dafür eine mehr
als 2.000 Quadratmeter große Fläche im Nordwestzentrum; betrieben
wird das Zentrum von der Volkshochschule, finanziert wird es durch
ein Bündnis aus Stadt und Stiftungen, unter anderem der Crespo
Foundation und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Für die
Jugendlichen bleibt das Angebot kostenlos – ein wichtiger Punkt, um
auch jene zu erreichen, die sonst kaum Zugang zu hochwertiger
digitaler Bildung hätten. Im Podcast geht es um zentrale Fragen:
Wie lässt sich ein armenisches Erfolgsmodell auf eine deutsche
Großstadt übertragen? Welche Rolle spielt die Lage in der
Nordweststadt – mit ihrer Mischung aus Einkaufszentrum,
Wohnquartier und bestehender Bildungslandschaft? Und woran will
sich die Stadt 2030 messen lassen: an Teilnehmerzahlen, an
Projektergebnissen – oder an veränderten Bildungschancen in
bestimmten Stadtteilen? Der Podcast zeigt, dass Tumo mehr ist als
ein weiteres Digitalprojekt: Es ist ein Testfall dafür, ob eine
Stadt wie Frankfurt bereit ist, Bildung tatsächlich anders zu
denken – und Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes Raum für die
digitale Zukunft zu geben.
Mehr
19.12.2025
41 Minuten
Roboter und künstliche Intelligenz sind längst nicht mehr nur
Themen für Informatik-Profis – sie gehören zur Lebenswelt von
Kindern und Jugendlichen. Doch wie vermittelt man komplexe
Technologien so, dass sie wirklich verstanden und nicht nur
konsumiert werden? Eine Möglichkeit sind Bücher; wir stellen in
diesem Podcast mehrere Titel für junge Leute vor. Den Schwerpunkt
aber bildet das Buch „SchlauFux: Roboter und KI“ ein interaktives
Sachbuch, in dem junge Leser selbst entscheiden, welchem
Interessengebiet sie folgen möchten. Im Digitalwirtschaft-Podcast
sprachen wir mit den beidem Autoren Thorsten Leimbach und Beate
Jost von Fraunhofer IAIS über dieses ungewöhnliche Bildungsformat –
und darüber, wie es gelingt, digitale Kompetenz spielerisch und
selbstgesteuert zu entwickeln. Das Buch ist kein klassisches
Sachbuch mit linearer Kapitelfolge. Letztlich navigiert man durch
das Buch wie durch ein selbst programmiertes Computerprogramm. Das
Buch richtet sich an Kinder und Jugendliche von acht Jahren an und
es behandelt zentrale Fragen rund um Roboter und Künstliche
Intelligenz: Wo werden Roboter überall eingesetzt – in der
Industrie, im Haushalt, in der Medizin? Wie funktionieren Roboter
technisch? Was ist Künstliche Intelligenz, und wie unterscheidet
sie sich von menschlicher Intelligenz? Wie lernen KI-Systeme, und
wer trainiert sie? Welche Chancen und Risiken bringt KI mit sich?
Das Buch ist im Kosmos-Verlag erschienen und kostet 14 Euro. Der
Digitalwirtschaft-Podcast beschäftigt sich regelmäßig mit
Innovationen an der Schnittstelle von Bildung, Technologie und
Medienentwicklung. Diese Folge wurde aufgenommen im Dezember 2025.
Mehr
12.12.2025
40 Minuten
„Wir müssen für mehr Zuversicht sorgen.“ Das sagte Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier während der Verleihung des Deutschen
Zukunftspreises 2025 vor wenigen Wochen. Gewonnen haben den Preis
drei Ingenieure des Automobilzulieferers Bosch, der in den
vergangenen Wochen nicht mit Zuversicht und Zukunft, sondern vor
allem mit Krise und Stellenabbau in den Nachrichten war. Die vom
Bundespräsidenten ausgezeichnete Technologie ist jedoch Zukunft
pur, und zudem in Deutschland entwickelt: Prämiert wurde die mit
Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle für schwere Lastwagen, die
zumindest in kleiner Stückzahl bereits in Serie gegangen ist. Zu
Gast haben wir in dieser Folge mit dem Bosch-Ingenieur Thomas Pauer
den Mann, in dessen Verantwortung nicht nur die Brennstoffzelle
fällt, sondern auch die komplette Antriebstechnologie von Bosch,
also auch das klassische Geschäft mit Komponenten für Diesel- und
Benzinmotoren. Mit ihm diskutieren wir, welches Potential im
Energieträger Wasserstoff steckt. Auch wenn Wasserstoff momentan
„ein wenig Flaute“ habe, so Pauer, will Bosch an der Technologie
festhalten. In China sei man sehr erfolgreich, zudem habe man für
die Elektrolyse-Geräte, mit der Wasserstoff erzeugt werden,
mittlerweile konkrete Kundenaufträge. Es sei nun Sache der Politik,
die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Wasserstoff auch
hierzulande in größerer Menge wirtschaftlich produziert und über
Pipelines transportiert werden kann.
Mehr
Über diesen Podcast
Im Podcast "F.A.Z. Digitalwirtschaft" (früher FAZ D:ECONOMY)
sprechen die Redakteure der FAZ über neue Entwicklungen in der
digitalen Wirtschaft, in der Industrie 4.0 - und in der Technik.
Wir diskutieren miteinander und auch mit Gästen – dabei ordnen wir
die aktuellen Themen rund um Digitalisierung und Technologie ein.
Dabei geht es nicht nur um Bits und Bytes, sondern auch um einen
größeren gesellschaftlichen Kontext. Zur App für iOS und Android:
https://app.adjust.com/8sasetq_gxy4985 Mehr erfahren:
https://fazdigitec.de
Kommentare (0)