Zwei Firmen wollen Geld für dieselbe Sache: KI-Chips. Wer der amerikanischen Firma Geld leiht, will fast 15 Prozent Zinsen. Die chinesische leiht sich Geld für zehn Jahre zu 2,4 Prozent. Und in Österreich hat nur etwa jede oder jeder Zehnte im Job eine KI-Schulung bekommen.
Heute geht es um eine Frage: Wer zahlt für den KI-Boom, wer geht pleite – und zahlst am Ende auch du? Mit schönen Grüßen aus Bregenz.
In dieser Folge:
Österreich – weniger KI, weniger Schulung, mehr Angst (01:39) — für die Umfrage „Allianz Pulse“ hat der Versicherer Allianz je tausend Menschen in acht Ländern befragt. Nur 43 Prozent der Menschen in Österreich nutzen KI jede Woche, der Durchschnitt liegt bei 48. Eine KI-Schulung im Job haben in Österreich nur 11 Prozent bekommen – im Schnitt der acht Länder 17, in den USA 30 Prozent. 52 Prozent sagen: Mein Arbeitgeber bietet gar keine KI-Schulung an.
CoreWeave zahlt fast 15 Prozent, Tencent 2,4 (04:43) — CoreWeave vermietet Nvidia-Chips an KI-Labore, zu den Kunden gehören Microsoft und OpenAI. Die Aktie fiel am Mittwoch um etwa 15 Prozent, und die Anleihen der Firma rentieren mit fast 15 Prozent – sichere US-Staatsanleihen bringen etwa 4. Tencent, die Firma hinter WeChat, hat laut Bloomberg seine größte Anleihe seit mehr als sechs Jahren verkauft: fast 5,7 Milliarden Dollar, großteils in Yuan in Hongkong, zehn Jahre zu 2,40 Prozent, dreißig Jahre zu 3 Prozent. Der größte Teil des Geldes geht in den Kauf von KI-Chips.
Character.AI ist pleite, Disney bietet 20 Millionen (07:47) — Character.AI, die App zum Chatten mit KI-Figuren, war 2023 eine Milliarde Dollar wert. Diese Woche hat der Hersteller Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet, berichten Reuters und NBC News. Erster Bieter ist Disney – mit 20 Millionen Dollar für eine Lizenz an einem Teil der Technologie.
ASML – ausverkauft für 2027 und 2028 (11:50) — das Gegensignal kommt aus Europa: ASML, der einzige Hersteller von EUV-Lithografie-Maschinen, meldet einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden Euro im Quartal. CEO Christophe Fouquet sagt, die geplante Produktion für 2027 und 2028 reicht nicht für alle Kunden.
Ein OpenAI-Ingenieur, ein verstecktes Aufnahmegerät und ein Chatbot (13:59) — das FBI hat einen OpenAI-Ingenieur festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft soll er ein Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum der Chefetage versteckt haben, die Anleitung angeblich über das ChatGPT-Konto seiner Frau. OpenAI sieht keine Hinweise, dass er an Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten gekommen ist; sein Anwalt warnt vor voreiligen Schlüssen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
MI5 – KI und die Angst vor Biowaffen (16:59) — Sir Ken McCallum, Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, sorgt sich vor allem, dass KI den Bau biologischer Waffen erleichtern könnte – bisher ist das laut ihm nicht passiert. Der MI5 hat ein Zentrum eröffnet, das KI-Bedrohungen bewerten soll.
Der falsche KI-Bär und die echte Jagd (20:17) — laut Reuters hat eine Frau in der russischen Region Amur mit ChatGPT ein Bärenbild als Scherz gemacht. Das Bild ging über Messenger herum, die Polizei bekam besorgte Anrufe, echte Wildhüter rückten aus. Strafe: 15.000 Rubel, etwa 178 Dollar.
Der rote Faden (23:52) — dasselbe KI-Geld kostet die einen fast 15 Prozent und die anderen 2,4. Manche gehen pleite, andere sind auf Jahre ausverkauft. Und während die Welt baut, schult Österreich zu wenig.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
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