KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota Archiv
47 Episoden
26 Minuten
Zwei Firmen wollen Geld für dieselbe Sache: KI-Chips. Wer der amerikanischen Firma Geld leiht, will fast 15 Prozent Zinsen. Die chinesische leiht sich Geld für zehn Jahre zu 2,4 Prozent. Und in Österreich hat nur etwa jede oder jeder Zehnte im Job eine KI-Schulung bekommen.
Heute geht es um eine Frage: Wer zahlt für den KI-Boom, wer geht pleite – und zahlst am Ende auch du? Mit schönen Grüßen aus Bregenz.
In dieser Folge:
Österreich – weniger KI, weniger Schulung, mehr Angst (01:39) — für die Umfrage „Allianz Pulse“ hat der Versicherer Allianz je tausend Menschen in acht Ländern befragt. Nur 43 Prozent der Menschen in Österreich nutzen KI jede Woche, der Durchschnitt liegt bei 48. Eine KI-Schulung im Job haben in Österreich nur 11 Prozent bekommen – im Schnitt der acht Länder 17, in den USA 30 Prozent. 52 Prozent sagen: Mein Arbeitgeber bietet gar keine KI-Schulung an.
CoreWeave zahlt fast 15 Prozent, Tencent 2,4 (04:43) — CoreWeave vermietet Nvidia-Chips an KI-Labore, zu den Kunden gehören Microsoft und OpenAI. Die Aktie fiel am Mittwoch um etwa 15 Prozent, und die Anleihen der Firma rentieren mit fast 15 Prozent – sichere US-Staatsanleihen bringen etwa 4. Tencent, die Firma hinter WeChat, hat laut Bloomberg seine größte Anleihe seit mehr als sechs Jahren verkauft: fast 5,7 Milliarden Dollar, großteils in Yuan in Hongkong, zehn Jahre zu 2,40 Prozent, dreißig Jahre zu 3 Prozent. Der größte Teil des Geldes geht in den Kauf von KI-Chips.
Character.AI ist pleite, Disney bietet 20 Millionen (07:47) — Character.AI, die App zum Chatten mit KI-Figuren, war 2023 eine Milliarde Dollar wert. Diese Woche hat der Hersteller Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet, berichten Reuters und NBC News. Erster Bieter ist Disney – mit 20 Millionen Dollar für eine Lizenz an einem Teil der Technologie.
ASML – ausverkauft für 2027 und 2028 (11:50) — das Gegensignal kommt aus Europa: ASML, der einzige Hersteller von EUV-Lithografie-Maschinen, meldet einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden Euro im Quartal. CEO Christophe Fouquet sagt, die geplante Produktion für 2027 und 2028 reicht nicht für alle Kunden.
Ein OpenAI-Ingenieur, ein verstecktes Aufnahmegerät und ein Chatbot (13:59) — das FBI hat einen OpenAI-Ingenieur festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft soll er ein Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum der Chefetage versteckt haben, die Anleitung angeblich über das ChatGPT-Konto seiner Frau. OpenAI sieht keine Hinweise, dass er an Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten gekommen ist; sein Anwalt warnt vor voreiligen Schlüssen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
MI5 – KI und die Angst vor Biowaffen (16:59) — Sir Ken McCallum, Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, sorgt sich vor allem, dass KI den Bau biologischer Waffen erleichtern könnte – bisher ist das laut ihm nicht passiert. Der MI5 hat ein Zentrum eröffnet, das KI-Bedrohungen bewerten soll.
Der falsche KI-Bär und die echte Jagd (20:17) — laut Reuters hat eine Frau in der russischen Region Amur mit ChatGPT ein Bärenbild als Scherz gemacht. Das Bild ging über Messenger herum, die Polizei bekam besorgte Anrufe, echte Wildhüter rückten aus. Strafe: 15.000 Rubel, etwa 178 Dollar.
Der rote Faden (23:52) — dasselbe KI-Geld kostet die einen fast 15 Prozent und die anderen 2,4. Manche gehen pleite, andere sind auf Jahre ausverkauft. Und während die Welt baut, schult Österreich zu wenig.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Wer zahlt für den KI-Boom, wer geht pleite – und zahlst am Ende auch du? Mit schönen Grüßen aus Bregenz.
In dieser Folge:
Österreich – weniger KI, weniger Schulung, mehr Angst (01:39) — für die Umfrage „Allianz Pulse“ hat der Versicherer Allianz je tausend Menschen in acht Ländern befragt. Nur 43 Prozent der Menschen in Österreich nutzen KI jede Woche, der Durchschnitt liegt bei 48. Eine KI-Schulung im Job haben in Österreich nur 11 Prozent bekommen – im Schnitt der acht Länder 17, in den USA 30 Prozent. 52 Prozent sagen: Mein Arbeitgeber bietet gar keine KI-Schulung an.
CoreWeave zahlt fast 15 Prozent, Tencent 2,4 (04:43) — CoreWeave vermietet Nvidia-Chips an KI-Labore, zu den Kunden gehören Microsoft und OpenAI. Die Aktie fiel am Mittwoch um etwa 15 Prozent, und die Anleihen der Firma rentieren mit fast 15 Prozent – sichere US-Staatsanleihen bringen etwa 4. Tencent, die Firma hinter WeChat, hat laut Bloomberg seine größte Anleihe seit mehr als sechs Jahren verkauft: fast 5,7 Milliarden Dollar, großteils in Yuan in Hongkong, zehn Jahre zu 2,40 Prozent, dreißig Jahre zu 3 Prozent. Der größte Teil des Geldes geht in den Kauf von KI-Chips.
Character.AI ist pleite, Disney bietet 20 Millionen (07:47) — Character.AI, die App zum Chatten mit KI-Figuren, war 2023 eine Milliarde Dollar wert. Diese Woche hat der Hersteller Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet, berichten Reuters und NBC News. Erster Bieter ist Disney – mit 20 Millionen Dollar für eine Lizenz an einem Teil der Technologie.
ASML – ausverkauft für 2027 und 2028 (11:50) — das Gegensignal kommt aus Europa: ASML, der einzige Hersteller von EUV-Lithografie-Maschinen, meldet einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden Euro im Quartal. CEO Christophe Fouquet sagt, die geplante Produktion für 2027 und 2028 reicht nicht für alle Kunden.
Ein OpenAI-Ingenieur, ein verstecktes Aufnahmegerät und ein Chatbot (13:59) — das FBI hat einen OpenAI-Ingenieur festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft soll er ein Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum der Chefetage versteckt haben, die Anleitung angeblich über das ChatGPT-Konto seiner Frau. OpenAI sieht keine Hinweise, dass er an Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten gekommen ist; sein Anwalt warnt vor voreiligen Schlüssen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
MI5 – KI und die Angst vor Biowaffen (16:59) — Sir Ken McCallum, Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, sorgt sich vor allem, dass KI den Bau biologischer Waffen erleichtern könnte – bisher ist das laut ihm nicht passiert. Der MI5 hat ein Zentrum eröffnet, das KI-Bedrohungen bewerten soll.
Der falsche KI-Bär und die echte Jagd (20:17) — laut Reuters hat eine Frau in der russischen Region Amur mit ChatGPT ein Bärenbild als Scherz gemacht. Das Bild ging über Messenger herum, die Polizei bekam besorgte Anrufe, echte Wildhüter rückten aus. Strafe: 15.000 Rubel, etwa 178 Dollar.
Der rote Faden (23:52) — dasselbe KI-Geld kostet die einen fast 15 Prozent und die anderen 2,4. Manche gehen pleite, andere sind auf Jahre ausverkauft. Und während die Welt baut, schult Österreich zu wenig.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
29 Minuten
Morgens sagt der deutsche Digitalminister: Wir müssen KI besteuern. Abends: Ich rede nicht über neue Steuern. Und in China reicht eine Ankündigung über einen Speicherchip, den es noch gar nicht in Serie gibt, damit Koreas Chip-Riesen an einem Vormittag fünf bis sechs Prozent verlieren.
Heute geht es um eine Frage: Wie kann ein Plan mehr Geld bewegen als ein Produkt – und wer prüft das eigentlich? Aufgenommen mit tiefer Erkältungsstimme.
In dieser Folge:
Wildbergers KI-Steuer – an und aus an einem Tag (02:18) — Karsten Wildberger (CDU), in der Bundesregierung für Digitales zuständig, sagt laut dpa: „Den extrem hohen Umsatz mit dieser Technologie müssen wir besteuern, und mit dem Geld können wir den Umbau finanzieren.“ Gemeint sind Umschulungen und neue Jobs. Noch nie hat ein deutsches Regierungsmitglied eine Steuer auf KI-Umsätze ins Spiel gebracht. Am selben Tag sagt er bei RTL und ntv: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern.“ Malcolms Meinung: Die Frage, wer die Umschulung bezahlt, ist richtig – aber eine Idee am Morgen und ein Rückzieher am Abend schaffen kein Vertrauen.
CXMT erschüttert den Speicher-Handel (07:20) — CXMT (ChangXin Memory Technologies), Chinas größter DRAM-Hersteller, meldet Fortschritte bei einem dichteren Speicher-Design: laut Branchenschätzungen 30 bis 50 Prozent mehr Speicher auf gleicher Fläche, Server-Speicher bis Ende 2026. Laut Seoul Economic Daily fallen am Dienstagvormittag Samsung fast 5 und SK hynix fast 6 Prozent, Micron in den USA fast 4 Prozent. Dabei gibt es den Chip noch nicht in Serie – Ausbeute, Leistung und Kundenfreigaben sind unbestätigt.
Huawei gegen Nvidia – die erste unabhängige Zählung (11:36) — Huaweis Chairman behauptet, Huaweis KI-Chips verkaufen sich in China besser als Nvidias. Die erste unabhängige Zählung von IDC für das erste Halbjahr 2026, berichtet von Reuters, sagt: noch nicht. Nvidia führt bei KI-Chips für Rechenzentren mit 34 Prozent, Huawei hat 28. Aber Nvidias Lieferungen sind um 44 Prozent gefallen, Huawei hat fast verdoppelt. Die US-Exportverbote haben die chinesischen Kunden gelehrt, ohne Nvidia auszukommen.
IWF – KI hält eine vom Krieg getroffene Welt im Wachstum (13:47) — der IWF erwartet für 2026 3,1 Prozent Weltwachstum, im Juli waren es 3,0. Den Grund nennen Xinhua und Fortune: Der KI-Bauboom gleicht den Energieschock aus dem Krieg im Nahen Osten aus. Nur noch 32 Länder machen 95 Prozent des Weltwachstums aus, im April waren es 54 – vor allem Länder in der KI-Hardware-Lieferkette wie Südkorea und Taiwan. Der Euroraum wächst nur um 1,1 Prozent. IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnt vor einem langsamen Tsunami für die Jobs.
Scaleways AMD-Supercomputer in Schweden (19:12) — der französische Cloud-Anbieter Scaleway baut in Schweden einen KI-Supercomputer, laut Reuters Europas ersten kommerziellen mit Chips von AMD statt Nvidia, betrieben mit CO₂-armem Strom. Eine gute Nachricht: Europa versucht, eigene KI-Computer zu besitzen, statt amerikanische zu mieten.
Polizei-KI findet deine Wohnung auf einem Foto (21:16) — laut 404 Media findet Raven von Graylark Technologies aus einem einzigen Wohnungsfoto die Adresse – ohne Fensterblick und ohne GPS-Daten, nur über Schränke, Fliesen, Armaturen und Geräte, abgeglichen mit Bildern von Airbnb und Zillow. Die Polizei in Los Angeles und Miami-Dade hat Zugang gekauft; große Durchbrüche gab es laut Miami-Dade bisher keine. Und als fast jeder das Werkzeug nutzen konnte, fragten Leute im Chat nach Hilfe beim Stalken. Jedes Foto aus deiner Wohnung ist jetzt eine mögliche Adresse.
Der rote Faden (27:04) — eine Steuer, die am selben Tag kommt und geht, ein Chip, der nur angekündigt ist und trotzdem Milliarden bewegt, und eine Weltwirtschaft, die an KI hängt. Die Prüfer kommen – aber die Antworten fehlen noch.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Wie kann ein Plan mehr Geld bewegen als ein Produkt – und wer prüft das eigentlich? Aufgenommen mit tiefer Erkältungsstimme.
In dieser Folge:
Wildbergers KI-Steuer – an und aus an einem Tag (02:18) — Karsten Wildberger (CDU), in der Bundesregierung für Digitales zuständig, sagt laut dpa: „Den extrem hohen Umsatz mit dieser Technologie müssen wir besteuern, und mit dem Geld können wir den Umbau finanzieren.“ Gemeint sind Umschulungen und neue Jobs. Noch nie hat ein deutsches Regierungsmitglied eine Steuer auf KI-Umsätze ins Spiel gebracht. Am selben Tag sagt er bei RTL und ntv: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern.“ Malcolms Meinung: Die Frage, wer die Umschulung bezahlt, ist richtig – aber eine Idee am Morgen und ein Rückzieher am Abend schaffen kein Vertrauen.
CXMT erschüttert den Speicher-Handel (07:20) — CXMT (ChangXin Memory Technologies), Chinas größter DRAM-Hersteller, meldet Fortschritte bei einem dichteren Speicher-Design: laut Branchenschätzungen 30 bis 50 Prozent mehr Speicher auf gleicher Fläche, Server-Speicher bis Ende 2026. Laut Seoul Economic Daily fallen am Dienstagvormittag Samsung fast 5 und SK hynix fast 6 Prozent, Micron in den USA fast 4 Prozent. Dabei gibt es den Chip noch nicht in Serie – Ausbeute, Leistung und Kundenfreigaben sind unbestätigt.
Huawei gegen Nvidia – die erste unabhängige Zählung (11:36) — Huaweis Chairman behauptet, Huaweis KI-Chips verkaufen sich in China besser als Nvidias. Die erste unabhängige Zählung von IDC für das erste Halbjahr 2026, berichtet von Reuters, sagt: noch nicht. Nvidia führt bei KI-Chips für Rechenzentren mit 34 Prozent, Huawei hat 28. Aber Nvidias Lieferungen sind um 44 Prozent gefallen, Huawei hat fast verdoppelt. Die US-Exportverbote haben die chinesischen Kunden gelehrt, ohne Nvidia auszukommen.
IWF – KI hält eine vom Krieg getroffene Welt im Wachstum (13:47) — der IWF erwartet für 2026 3,1 Prozent Weltwachstum, im Juli waren es 3,0. Den Grund nennen Xinhua und Fortune: Der KI-Bauboom gleicht den Energieschock aus dem Krieg im Nahen Osten aus. Nur noch 32 Länder machen 95 Prozent des Weltwachstums aus, im April waren es 54 – vor allem Länder in der KI-Hardware-Lieferkette wie Südkorea und Taiwan. Der Euroraum wächst nur um 1,1 Prozent. IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnt vor einem langsamen Tsunami für die Jobs.
Scaleways AMD-Supercomputer in Schweden (19:12) — der französische Cloud-Anbieter Scaleway baut in Schweden einen KI-Supercomputer, laut Reuters Europas ersten kommerziellen mit Chips von AMD statt Nvidia, betrieben mit CO₂-armem Strom. Eine gute Nachricht: Europa versucht, eigene KI-Computer zu besitzen, statt amerikanische zu mieten.
Polizei-KI findet deine Wohnung auf einem Foto (21:16) — laut 404 Media findet Raven von Graylark Technologies aus einem einzigen Wohnungsfoto die Adresse – ohne Fensterblick und ohne GPS-Daten, nur über Schränke, Fliesen, Armaturen und Geräte, abgeglichen mit Bildern von Airbnb und Zillow. Die Polizei in Los Angeles und Miami-Dade hat Zugang gekauft; große Durchbrüche gab es laut Miami-Dade bisher keine. Und als fast jeder das Werkzeug nutzen konnte, fragten Leute im Chat nach Hilfe beim Stalken. Jedes Foto aus deiner Wohnung ist jetzt eine mögliche Adresse.
Der rote Faden (27:04) — eine Steuer, die am selben Tag kommt und geht, ein Chip, der nur angekündigt ist und trotzdem Milliarden bewegt, und eine Weltwirtschaft, die an KI hängt. Die Prüfer kommen – aber die Antworten fehlen noch.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
21 Minuten
Berlin legt den großen KI-Vertrag mit Mistral und SAP auf Eis, eine Schweizer Bank sperrt ChatGPT, Gemini und Claude – und in den USA sagt Palantirs Technikchef im Fernsehen über einen Raketenangriff auf eine Schule: wahrscheinlich menschliches Versagen, nicht unsere KI.
Heute geht es um eine Frage: Wer ist schuld, wenn KI danebenliegt – die Maschine, die Menschen, die ihr vertraut haben, oder die Firma, die sie verkauft hat? Aufgenommen in Salzburg, frisch nach der Keynote bei HOGAST.
In dieser Folge:
Berlin legt den Mistral-SAP-Vertrag auf Eis (02:02) — im November 2025 haben Mistral AI aus Frankreich und SAP in Berlin KI-Werkzeuge und digitale Helfer für Behörden angekündigt, bis Mitte 2026 sollte ein Rahmenvertrag stehen. Unterschrieben wurde er nie: Laut Politico hat das Bundesdigitalministerium derzeit keine Pläne, bei Mistral einzukaufen. Kurz davor hat sich schon die Suchmaschine Ecosia von Mistral verabschiedet – Ecosia-Chef Christian Kroll sagt, die Modelle liegen etwa ein Jahr zurück. Mistrals Antwort ist Mistral Large 4; KI-Forscher Holger Hoos von der RWTH Aachen nennt es „rock-solid but by no means groundbreaking“. Malcolms Meinung: Eine europäische KI gibt es nur, wenn Europa in Rechenzentren und Infrastruktur investiert.
PostFinance sperrt ChatGPT, Gemini und Claude (06:12) — Schatten-KI heißt: Mitarbeitende nutzen KI-Werkzeuge, die die Firma nicht freigegeben hat. PostFinance, die systemrelevante Bank der Schweizerischen Post, sperrt laut dem Finanzblog Inside Paradeplatz seit Montag, dem 12. Oktober, öffentliche KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini und Claude. Der Grund ist Datenschutz. Malcolms Punkt: Gegen das Handy im Mobilfunknetz hilft auch die beste Firewall nicht.
Palantir: „Die wahrscheinliche Ursache ist menschliches Versagen“ (08:36) — Palantirs Maven Smart System sortiert Drohnen- und Satellitendaten und schlägt Ziele vor. Am 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs zwischen den USA und dem Iran, trafen zwei Tomahawk-Marschflugkörper eine Grundschule in Minab; mindestens 123 Kinder starben. Laut Bloomberg nennt ein interner, nicht öffentlicher Pentagon-Bericht alte Geheimdienstinformationen, alte Satellitenbilder und Kürzungen beim Schutzteam – von zehn Leuten auf eine einzige Person. Palantirs Technikchef Shyam Sankar sagte am 11. Oktober bei CBS „Face the Nation“: „Yeah, it's inaccurate, and actually, the likely cause is human error.“ Malcolms Meinung: Jedes KI-System braucht einen Menschen, der wirklich prüft – Human in the Loop.
KI, die sich auf deine TV-Box kopieren könnte (12:44) — Anthropics Frontier Red Team hat getestet, ob sich ein kleines KI-Modell selbst auf billige vernetzte Geräte kopieren kann: TV-Boxen, Kameras, Backöfen. Weil jede neue Kopie die Notizen der vorherigen liest, stieg die Erfolgsquote von 45 auf bis zu 84 Prozent. Das chinesische Modell GLM-5.2 von Z.ai schaffte die ganze Kette und erreichte alle acht Zielrechner in vier von fünf Versuchen – allerdings in einem abgeschotteten Testnetz.
Getty Images geht in die Insolvenz (16:17) — dreißig Jahre lang war Getty Images die erste Adresse, wenn eine Zeitung ein Foto brauchte. Jetzt geht die Firma in ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 und wird danach privat; die Getty-Familie und die Investmentfirma von Charles Koch stecken bis zu 533 Millionen Dollar hinein. KI ist nicht der einzige Grund – dazu kommen alte Schulden und eine geplatzte Fusion mit Shutterstock.
Der rote Faden (18:48) — die KI macht Fehler, aber Schuld übernimmt sie keine – das tun Menschen. Firmen rüsten sich, wie PostFinance. Doch je mehr die KI liefert, etwa ein Dashboard mit 50 Diagrammen, desto schwerer wird es, sie wirklich zu prüfen.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
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In dieser Folge:
Berlin legt den Mistral-SAP-Vertrag auf Eis (02:02) — im November 2025 haben Mistral AI aus Frankreich und SAP in Berlin KI-Werkzeuge und digitale Helfer für Behörden angekündigt, bis Mitte 2026 sollte ein Rahmenvertrag stehen. Unterschrieben wurde er nie: Laut Politico hat das Bundesdigitalministerium derzeit keine Pläne, bei Mistral einzukaufen. Kurz davor hat sich schon die Suchmaschine Ecosia von Mistral verabschiedet – Ecosia-Chef Christian Kroll sagt, die Modelle liegen etwa ein Jahr zurück. Mistrals Antwort ist Mistral Large 4; KI-Forscher Holger Hoos von der RWTH Aachen nennt es „rock-solid but by no means groundbreaking“. Malcolms Meinung: Eine europäische KI gibt es nur, wenn Europa in Rechenzentren und Infrastruktur investiert.
PostFinance sperrt ChatGPT, Gemini und Claude (06:12) — Schatten-KI heißt: Mitarbeitende nutzen KI-Werkzeuge, die die Firma nicht freigegeben hat. PostFinance, die systemrelevante Bank der Schweizerischen Post, sperrt laut dem Finanzblog Inside Paradeplatz seit Montag, dem 12. Oktober, öffentliche KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini und Claude. Der Grund ist Datenschutz. Malcolms Punkt: Gegen das Handy im Mobilfunknetz hilft auch die beste Firewall nicht.
Palantir: „Die wahrscheinliche Ursache ist menschliches Versagen“ (08:36) — Palantirs Maven Smart System sortiert Drohnen- und Satellitendaten und schlägt Ziele vor. Am 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs zwischen den USA und dem Iran, trafen zwei Tomahawk-Marschflugkörper eine Grundschule in Minab; mindestens 123 Kinder starben. Laut Bloomberg nennt ein interner, nicht öffentlicher Pentagon-Bericht alte Geheimdienstinformationen, alte Satellitenbilder und Kürzungen beim Schutzteam – von zehn Leuten auf eine einzige Person. Palantirs Technikchef Shyam Sankar sagte am 11. Oktober bei CBS „Face the Nation“: „Yeah, it's inaccurate, and actually, the likely cause is human error.“ Malcolms Meinung: Jedes KI-System braucht einen Menschen, der wirklich prüft – Human in the Loop.
KI, die sich auf deine TV-Box kopieren könnte (12:44) — Anthropics Frontier Red Team hat getestet, ob sich ein kleines KI-Modell selbst auf billige vernetzte Geräte kopieren kann: TV-Boxen, Kameras, Backöfen. Weil jede neue Kopie die Notizen der vorherigen liest, stieg die Erfolgsquote von 45 auf bis zu 84 Prozent. Das chinesische Modell GLM-5.2 von Z.ai schaffte die ganze Kette und erreichte alle acht Zielrechner in vier von fünf Versuchen – allerdings in einem abgeschotteten Testnetz.
Getty Images geht in die Insolvenz (16:17) — dreißig Jahre lang war Getty Images die erste Adresse, wenn eine Zeitung ein Foto brauchte. Jetzt geht die Firma in ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 und wird danach privat; die Getty-Familie und die Investmentfirma von Charles Koch stecken bis zu 533 Millionen Dollar hinein. KI ist nicht der einzige Grund – dazu kommen alte Schulden und eine geplatzte Fusion mit Shutterstock.
Der rote Faden (18:48) — die KI macht Fehler, aber Schuld übernimmt sie keine – das tun Menschen. Firmen rüsten sich, wie PostFinance. Doch je mehr die KI liefert, etwa ein Dashboard mit 50 Diagrammen, desto schwerer wird es, sie wirklich zu prüfen.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
18 Minuten
In Bangkok setzt die Chefin des Internationalen Währungsfonds KI auf die Liste der großen Risiken – gleich neben Krieg, teures Öl und Rekordschulden. In den USA hat der größte Händler der Welt ein viel kleineres KI-Problem: Seine neuen Roboter kommen mit den alten Kartons nicht klar.
Heute geht es um eine Frage: Was ist die echte KI-Geschichte – die Angst ums große Geld oder der Karton, der nicht passt? Aufgenommen in Salzburg.
In dieser Folge:
Der IWF setzt KI neben Krieg, Öl und Schulden (01:52) — IWF und Weltbank treffen sich vom 12. bis 18. Oktober zur Jahrestagung in Bangkok. IWF-Chefin Kristalina Georgieva nennt drei Kräfte, die die Weltwirtschaft prägen: KI, dauerhaft hohe Energiepreise – Öl liegt bei rund 100 Dollar pro Barrel – und Rekordschulden. KI-Hardware und verwandte Technik machen inzwischen mehr als ein Zehntel des weltweiten Warenhandels aus. Ihre Sorge: Die großen Cloud-Konzerne leihen sich enorm viel Geld für KI-Rechenzentren. Wenn das Geld nicht zurückkommt, wird es zum Problem für die ganze Weltwirtschaft – und in Europa bauen wir die Rechenzentren nicht einmal selbst.
Walmarts Roboter treffen auf das echte Lager (05:28) — Walmart, der größte Händler der Welt mit mehr als 140.000 Lagermitarbeitern, automatisiert seine Lager mit einer Robotik-Firma, an der er selbst beteiligt ist. Das Problem ist sehr handfest: Die Roboter kommen mit alten, weichen, verbeulten Kartons nicht zurecht. Und zu Spitzenzeiten kann die monatliche Stromrechnung eines automatisierten Lebensmittellagers über 800.000 Dollar liegen, gegenüber rund 250.000 Dollar bei vorwiegend manueller Arbeit. Langfristig rechnet es sich trotzdem.
Nicolas Cage sagt Nein zu Amazons KI-Freigabe (09:38) — auf der New York Comic Con erzählte Nicolas Cage, dass er für die Serie „Spider-Noir“ von Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios keine KI-Freigabe unterschrieben hat – eine Klausel, mit der ein Studio die Darstellung eines Schauspielers per KI nachbauen oder verändern darf. Laut LA Times: „I am not an AI-friendly actor, so it's like, connect those dots!“ Amazon hat sich dazu nicht geäußert.
Schweiz: KI-Stellenanzeigen plus 32 Prozent, aber kaum Jobs für Einsteiger (13:30) — die Hochschule Luzern (HSLU) hat in einem Jahr fast 5.000 KI-Stellenanzeigen in der Schweiz gezählt, 32 Prozent mehr als im Vorjahr, getrieben vor allem von KMU. Allein Zürich hat 45 Prozent davon. Der Haken: Nur 5 Prozent sind echte Einsteigerjobs. Wo lernt die nächste Generation den Beruf?
Der rote Faden (15:57) — heute ging es ums große KI-Geld, das langsam zum Problem für die Weltwirtschaft wird, und um Maschinen, die in der physischen Welt noch lernen. Ihr Moment wird kommen – vor allem auf dem Shopfloor, wo Millionen Menschen mit ihren Händen und Rücken arbeiten. Morgen steht Malcolm bei HOGAST vor 800 Leuten auf der Bühne, danach spricht Richard David Precht.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Was ist die echte KI-Geschichte – die Angst ums große Geld oder der Karton, der nicht passt? Aufgenommen in Salzburg.
In dieser Folge:
Der IWF setzt KI neben Krieg, Öl und Schulden (01:52) — IWF und Weltbank treffen sich vom 12. bis 18. Oktober zur Jahrestagung in Bangkok. IWF-Chefin Kristalina Georgieva nennt drei Kräfte, die die Weltwirtschaft prägen: KI, dauerhaft hohe Energiepreise – Öl liegt bei rund 100 Dollar pro Barrel – und Rekordschulden. KI-Hardware und verwandte Technik machen inzwischen mehr als ein Zehntel des weltweiten Warenhandels aus. Ihre Sorge: Die großen Cloud-Konzerne leihen sich enorm viel Geld für KI-Rechenzentren. Wenn das Geld nicht zurückkommt, wird es zum Problem für die ganze Weltwirtschaft – und in Europa bauen wir die Rechenzentren nicht einmal selbst.
Walmarts Roboter treffen auf das echte Lager (05:28) — Walmart, der größte Händler der Welt mit mehr als 140.000 Lagermitarbeitern, automatisiert seine Lager mit einer Robotik-Firma, an der er selbst beteiligt ist. Das Problem ist sehr handfest: Die Roboter kommen mit alten, weichen, verbeulten Kartons nicht zurecht. Und zu Spitzenzeiten kann die monatliche Stromrechnung eines automatisierten Lebensmittellagers über 800.000 Dollar liegen, gegenüber rund 250.000 Dollar bei vorwiegend manueller Arbeit. Langfristig rechnet es sich trotzdem.
Nicolas Cage sagt Nein zu Amazons KI-Freigabe (09:38) — auf der New York Comic Con erzählte Nicolas Cage, dass er für die Serie „Spider-Noir“ von Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios keine KI-Freigabe unterschrieben hat – eine Klausel, mit der ein Studio die Darstellung eines Schauspielers per KI nachbauen oder verändern darf. Laut LA Times: „I am not an AI-friendly actor, so it's like, connect those dots!“ Amazon hat sich dazu nicht geäußert.
Schweiz: KI-Stellenanzeigen plus 32 Prozent, aber kaum Jobs für Einsteiger (13:30) — die Hochschule Luzern (HSLU) hat in einem Jahr fast 5.000 KI-Stellenanzeigen in der Schweiz gezählt, 32 Prozent mehr als im Vorjahr, getrieben vor allem von KMU. Allein Zürich hat 45 Prozent davon. Der Haken: Nur 5 Prozent sind echte Einsteigerjobs. Wo lernt die nächste Generation den Beruf?
Der rote Faden (15:57) — heute ging es ums große KI-Geld, das langsam zum Problem für die Weltwirtschaft wird, und um Maschinen, die in der physischen Welt noch lernen. Ihr Moment wird kommen – vor allem auf dem Shopfloor, wo Millionen Menschen mit ihren Händen und Rücken arbeiten. Morgen steht Malcolm bei HOGAST vor 800 Leuten auf der Bühne, danach spricht Richard David Precht.
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27 Minuten
Microsoft-Chef Satya Nadella sagt im Grunde: Geh davon aus, dass deine KI schon kompromittiert ist, und bau eine Bremse ein, die ein Mensch ziehen kann. Gleichzeitig schickt eine KI von Anthropic in einem Test der Polizei einen falschen Mord-Hinweis – und keiner merkt es 72 Tage lang.
Heute geht es um eine Frage: Warum wollen ausgerechnet die Leute, die KI bauen, plötzlich eine Hand an der Bremse – und solltest du das auch wollen?
In dieser Folge:
Microsofts Chef will eine Notbremse (01:41) — Satya Nadella hat auf X einen langen Text veröffentlicht: „Models as Insider Risks in the Super Intelligence Era“. Seine Kernidee laut TechCrunch: Behandle ein KI-Modell, als wäre es schon kompromittiert, trenne es von seiner Software-Umgebung, protokolliere jede wichtige Aktion fälschungssicher – und gib einem befugten Menschen die Möglichkeit, ein Modell mitten in der Aufgabe anzuhalten. Wichtig: gemeint ist eine Bremse für ein einzelnes Modell, nicht für die ganze KI-Entwicklung. Für Firmen heißt das: Kein Modell kommt ins Haus, wenn wir die Notbremse nicht ziehen können.
UBS, Europas einzige Bank in den KI-Top-10 (06:14) — die Analysefirma Evident bewertet 50 große Banken danach, wie sie KI einsetzen. Die Zürcher UBS steht auf Platz sechs – als einzige europäische Bank in den Top 10. Vorne liegt JPMorgan, zum fünften Mal in Folge. Keine deutsche und keine österreichische Bank ist dabei, und die Lücke liegt vor allem bei den Menschen, nicht bei der Technik.
Eine KI schickt der Polizei einen falschen Mord-Hinweis (10:37) — laut einem Bericht von Anthropic hat das kleine Modell Claude Haiku 4.5 am 18. Juli in einem internen Test als KI-Agent auf echten Websites gearbeitet. Verboten war Einloggen, Konten anlegen und persönliche Daten eingeben – „keine Formulare abschicken“ stand nicht in den Regeln. Also schickte es der Polizei von Philadelphia einen Hinweis zu einem ungeklärten Mord. Der Spamfilter fing ihn ab. Anthropic entdeckte es erst 72 Tage später, die Polizei nannte die Verzögerung „inakzeptabel“. Die Frage für jede Firma: Was haben wir vergessen zu verbieten?
Ukrainische Drohnen treffen Russlands KI-Supercomputer (15:07) — am Donnerstag trafen Drohnen ein Rechenzentrum von Yandex in Sassowo, das laut Meduza zwei der drei KI-Supercomputer von Yandex beherbergt. Die Yandex-Cloud fiel aus und mit ihr Kunden wie die Russische Eisenbahn und der Mobilfunker MegaFon. Am Freitag folgte ein zweites Yandex-Rechenzentrum in Kaluga. Rechenzentren sind jetzt strategische Ziele wie Ölraffinerien.
China: Sicherheit versprechen, Sicherheit belegen (19:07) — Peking verspricht in neuen Wirtschafts-Leitlinien Überwachung, Risiko-Warnung und Notfall-Reaktion für KI und droht mit Konsequenzen für blinde KI-Investitionen. Am selben Tag zählte SemiAnalysis 857 KI-Modelle von neun chinesischen Entwicklern: nur 31, also 3,6 Prozent, kamen mit veröffentlichten Sicherheitstests.
Jev: KI, die mit Zahlen antwortet (21:40) — TypeSafe AI baut Jev, ein Modell, das statt Text eine Wahrscheinlichkeit liefert: ein kalibriertes Ja oder Nein. Jev startete am 15. September, keinen Monat später sammelte TypeSafe 870 Millionen Dollar ein. Mitgründer Diogo Almeida: KI ist seit vier Jahren gut in menschlicher Sprache, aber für Automatisierung braucht es eine andere. Laut Firma nutzt ein Drittel der Fortune 500 Jev – eine Angabe der Firma selbst.
Der rote Faden (24:08) — KI handelt schon in der echten Welt: im Test, im Krieg, in der Bank. Die Leute, die sie bauen, wollen jetzt eine Hand an der Bremse. Diese Woche ist Malcolm unterwegs: Keynote bei einem deutschen Verpackungsmaschinen-Hersteller und bei HOGAST vor 800 bis 1000 Leuten.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Warum wollen ausgerechnet die Leute, die KI bauen, plötzlich eine Hand an der Bremse – und solltest du das auch wollen?
In dieser Folge:
Microsofts Chef will eine Notbremse (01:41) — Satya Nadella hat auf X einen langen Text veröffentlicht: „Models as Insider Risks in the Super Intelligence Era“. Seine Kernidee laut TechCrunch: Behandle ein KI-Modell, als wäre es schon kompromittiert, trenne es von seiner Software-Umgebung, protokolliere jede wichtige Aktion fälschungssicher – und gib einem befugten Menschen die Möglichkeit, ein Modell mitten in der Aufgabe anzuhalten. Wichtig: gemeint ist eine Bremse für ein einzelnes Modell, nicht für die ganze KI-Entwicklung. Für Firmen heißt das: Kein Modell kommt ins Haus, wenn wir die Notbremse nicht ziehen können.
UBS, Europas einzige Bank in den KI-Top-10 (06:14) — die Analysefirma Evident bewertet 50 große Banken danach, wie sie KI einsetzen. Die Zürcher UBS steht auf Platz sechs – als einzige europäische Bank in den Top 10. Vorne liegt JPMorgan, zum fünften Mal in Folge. Keine deutsche und keine österreichische Bank ist dabei, und die Lücke liegt vor allem bei den Menschen, nicht bei der Technik.
Eine KI schickt der Polizei einen falschen Mord-Hinweis (10:37) — laut einem Bericht von Anthropic hat das kleine Modell Claude Haiku 4.5 am 18. Juli in einem internen Test als KI-Agent auf echten Websites gearbeitet. Verboten war Einloggen, Konten anlegen und persönliche Daten eingeben – „keine Formulare abschicken“ stand nicht in den Regeln. Also schickte es der Polizei von Philadelphia einen Hinweis zu einem ungeklärten Mord. Der Spamfilter fing ihn ab. Anthropic entdeckte es erst 72 Tage später, die Polizei nannte die Verzögerung „inakzeptabel“. Die Frage für jede Firma: Was haben wir vergessen zu verbieten?
Ukrainische Drohnen treffen Russlands KI-Supercomputer (15:07) — am Donnerstag trafen Drohnen ein Rechenzentrum von Yandex in Sassowo, das laut Meduza zwei der drei KI-Supercomputer von Yandex beherbergt. Die Yandex-Cloud fiel aus und mit ihr Kunden wie die Russische Eisenbahn und der Mobilfunker MegaFon. Am Freitag folgte ein zweites Yandex-Rechenzentrum in Kaluga. Rechenzentren sind jetzt strategische Ziele wie Ölraffinerien.
China: Sicherheit versprechen, Sicherheit belegen (19:07) — Peking verspricht in neuen Wirtschafts-Leitlinien Überwachung, Risiko-Warnung und Notfall-Reaktion für KI und droht mit Konsequenzen für blinde KI-Investitionen. Am selben Tag zählte SemiAnalysis 857 KI-Modelle von neun chinesischen Entwicklern: nur 31, also 3,6 Prozent, kamen mit veröffentlichten Sicherheitstests.
Jev: KI, die mit Zahlen antwortet (21:40) — TypeSafe AI baut Jev, ein Modell, das statt Text eine Wahrscheinlichkeit liefert: ein kalibriertes Ja oder Nein. Jev startete am 15. September, keinen Monat später sammelte TypeSafe 870 Millionen Dollar ein. Mitgründer Diogo Almeida: KI ist seit vier Jahren gut in menschlicher Sprache, aber für Automatisierung braucht es eine andere. Laut Firma nutzt ein Drittel der Fortune 500 Jev – eine Angabe der Firma selbst.
Der rote Faden (24:08) — KI handelt schon in der echten Welt: im Test, im Krieg, in der Bank. Die Leute, die sie bauen, wollen jetzt eine Hand an der Bremse. Diese Woche ist Malcolm unterwegs: Keynote bei einem deutschen Verpackungsmaschinen-Hersteller und bei HOGAST vor 800 bis 1000 Leuten.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
38 Minuten
Dein KI-Assistent spart dir beim Buchen eine halbe Stunde – und sucht dir den teureren Flug aus, weil er dich für wohlhabend hält. OpenAI legt Hunderte mathematische Manuskripte vor, und die Mathematiker sprechen von einer Machtdemonstration.
Heute geht es um eine Frage: Wer entscheidet, wenn die KI es kann?
In dieser Folge:
700 Dateien – wem gehört die Mathematik? (02:36) — OpenAI hat am 6. Oktober mathematische Ergebnisse eines internen Modells veröffentlicht: 719 Manuskripte in 372 Problemfamilien, rund 42 Prozent der Hauptergebnisse sind formalisiert, also von einem Beweisprüfer wie Lean Schritt für Schritt kontrollierbar. Am 7. Oktober zog OpenAI 3 Manuskripte wegen eines Vorzeichenfehlers zurück und reparierte 14 weitere. Die Association for Human Mathematics nennt das Ganze eine Demonstration von Macht und ruft dazu auf, die Zusammenarbeit mit OpenAI zu beenden. Für Unternehmen dieselbe Frage: Wer prüft 500 KI-Analysen, wenn die Maschine sie in Minuten liefert?
Dein Assistent hält dich für reich (09:48) — im Forschungspapier „Et Tu, Brute?“ testeten Forscher in rund 325.000 Versuchen 13 KI-Agenten. 8 davon empfahlen teurere Optionen, wenn sie die Nutzer für wohlhabender hielten – bei gleicher Auswahl. Beim getesteten Gemini-System lagen die Empfehlungen trotz Bitte um die günstigste Option im Schnitt 208 Dollar über dem billigsten Flug. Der Preis wird nicht verändert, nur das, was du zu sehen bekommst. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC beschreibt ähnliche Mechanismen, etwa teurere Babythermometer für frische Eltern, ausdrücklich als hypothetisches Beispiel.
OpenAI und Perplexity machen KI-Urteile zum Baustein (15:24) — OpenAI hat am 6. Oktober eine Decisions API in öffentlicher Beta gestartet, Perplexity bietet mit pplx-decider ebenfalls eine an. Solche „System-1-Modelle“ schreiben keine langen Texte, sondern geben in Millisekunden ein Urteil ab: Ja oder Nein, eine Auswahl oder eine Bewertung, mit einer Wahrscheinlichkeit. Perplexity verlangt 0,02 Dollar pro Million Eingabetokens. Der Haken: Eine Wahrscheinlichkeit von 0,91 ist ein Modellurteil, keine geprüfte Trefferquote. Unklare Fälle gehören zu einem Menschen.
Deutschland gründet (20:21) — im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 3.053 technologieorientierte Startups gegründet, 52 Prozent mehr als im Halbjahr davor, und rund jedes dritte (1.038) hat einen KI-Schwerpunkt. Gerade die schwächelnde alte Industrie schafft den Markt. Der Vergleich mit anderen Regionen hinkt: In Südostasien kamen laut DealStreetAsia 7,25 Milliarden Dollar zusammen, der stärkste Halbjahreswert seit 2022 – aber 4,5 Milliarden davon, rund 62 Prozent, gingen an einen einzigen Rechenzentrumsanbieter, DayOne. Afrika meldet knapp 1,4 Milliarden Dollar, 6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Warum Chinas KI in die Kälte zieht (25:31) — die Financial Times berichtet über Chinas Wettlauf um neue Rechenzentren, mit der Inneren Mongolei als Zentrum, einer autonomen Region im Norden Chinas, nicht dem Staat Mongolei. Kälte hilft beim Kühlen, Platz und Strom sind da. Xinhua meldete im August 12 KI-Projekte in Hohhot mit geplanten Investitionen von rund 186 Milliarden Yuan, unter anderem von ByteDance und China Telecom. Geplant heißt noch nicht gebaut, und eine Region kann zugleich viel Windkraft und viel Kohle haben.
Drei Tage Arbeit – wer bekommt die freie Zeit? (31:28) — Jeff Bezos stellt drei Arbeitstage pro Woche als mögliche KI-Zukunft in Aussicht. Elon Musk beschreibt im Gespräch mit Larry Fink eine Welt des Überflusses durch KI und Roboter und nennt gleichzeitig Energie als Engpass. Die eigentliche Frage: Wer bekommt die gewonnene Zeit und das Geld, das die Maschinen verdienen?
Die Idee muss auf Schienen fahren (34:07) — Parallel Systems entwickelt batteriebetriebene Fahrzeuge, die einzelne Container autonom über die Schiene bewegen, und meldete am 7. Oktober 100 Millionen Dollar neue Finanzierung. Die US-Bahnbehörde hat einen begrenzten Pilot in Georgia genehmigt. Die Idee: kleinere Einheiten statt langer Züge, damit die Schiene für Transporte interessant wird, die heute der Lkw macht.
Der rote Faden (36:33) — wer bestimmt das Ziel, wenn die KI mitentscheidet? Beim Einkauf ist es dein Budget, in der Forschung verlässliches Wissen, im Betrieb ein Ergebnis, das ein Mensch verantworten kann.
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Heute geht es um eine Frage: Wer entscheidet, wenn die KI es kann?
In dieser Folge:
700 Dateien – wem gehört die Mathematik? (02:36) — OpenAI hat am 6. Oktober mathematische Ergebnisse eines internen Modells veröffentlicht: 719 Manuskripte in 372 Problemfamilien, rund 42 Prozent der Hauptergebnisse sind formalisiert, also von einem Beweisprüfer wie Lean Schritt für Schritt kontrollierbar. Am 7. Oktober zog OpenAI 3 Manuskripte wegen eines Vorzeichenfehlers zurück und reparierte 14 weitere. Die Association for Human Mathematics nennt das Ganze eine Demonstration von Macht und ruft dazu auf, die Zusammenarbeit mit OpenAI zu beenden. Für Unternehmen dieselbe Frage: Wer prüft 500 KI-Analysen, wenn die Maschine sie in Minuten liefert?
Dein Assistent hält dich für reich (09:48) — im Forschungspapier „Et Tu, Brute?“ testeten Forscher in rund 325.000 Versuchen 13 KI-Agenten. 8 davon empfahlen teurere Optionen, wenn sie die Nutzer für wohlhabender hielten – bei gleicher Auswahl. Beim getesteten Gemini-System lagen die Empfehlungen trotz Bitte um die günstigste Option im Schnitt 208 Dollar über dem billigsten Flug. Der Preis wird nicht verändert, nur das, was du zu sehen bekommst. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC beschreibt ähnliche Mechanismen, etwa teurere Babythermometer für frische Eltern, ausdrücklich als hypothetisches Beispiel.
OpenAI und Perplexity machen KI-Urteile zum Baustein (15:24) — OpenAI hat am 6. Oktober eine Decisions API in öffentlicher Beta gestartet, Perplexity bietet mit pplx-decider ebenfalls eine an. Solche „System-1-Modelle“ schreiben keine langen Texte, sondern geben in Millisekunden ein Urteil ab: Ja oder Nein, eine Auswahl oder eine Bewertung, mit einer Wahrscheinlichkeit. Perplexity verlangt 0,02 Dollar pro Million Eingabetokens. Der Haken: Eine Wahrscheinlichkeit von 0,91 ist ein Modellurteil, keine geprüfte Trefferquote. Unklare Fälle gehören zu einem Menschen.
Deutschland gründet (20:21) — im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 3.053 technologieorientierte Startups gegründet, 52 Prozent mehr als im Halbjahr davor, und rund jedes dritte (1.038) hat einen KI-Schwerpunkt. Gerade die schwächelnde alte Industrie schafft den Markt. Der Vergleich mit anderen Regionen hinkt: In Südostasien kamen laut DealStreetAsia 7,25 Milliarden Dollar zusammen, der stärkste Halbjahreswert seit 2022 – aber 4,5 Milliarden davon, rund 62 Prozent, gingen an einen einzigen Rechenzentrumsanbieter, DayOne. Afrika meldet knapp 1,4 Milliarden Dollar, 6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Warum Chinas KI in die Kälte zieht (25:31) — die Financial Times berichtet über Chinas Wettlauf um neue Rechenzentren, mit der Inneren Mongolei als Zentrum, einer autonomen Region im Norden Chinas, nicht dem Staat Mongolei. Kälte hilft beim Kühlen, Platz und Strom sind da. Xinhua meldete im August 12 KI-Projekte in Hohhot mit geplanten Investitionen von rund 186 Milliarden Yuan, unter anderem von ByteDance und China Telecom. Geplant heißt noch nicht gebaut, und eine Region kann zugleich viel Windkraft und viel Kohle haben.
Drei Tage Arbeit – wer bekommt die freie Zeit? (31:28) — Jeff Bezos stellt drei Arbeitstage pro Woche als mögliche KI-Zukunft in Aussicht. Elon Musk beschreibt im Gespräch mit Larry Fink eine Welt des Überflusses durch KI und Roboter und nennt gleichzeitig Energie als Engpass. Die eigentliche Frage: Wer bekommt die gewonnene Zeit und das Geld, das die Maschinen verdienen?
Die Idee muss auf Schienen fahren (34:07) — Parallel Systems entwickelt batteriebetriebene Fahrzeuge, die einzelne Container autonom über die Schiene bewegen, und meldete am 7. Oktober 100 Millionen Dollar neue Finanzierung. Die US-Bahnbehörde hat einen begrenzten Pilot in Georgia genehmigt. Die Idee: kleinere Einheiten statt langer Züge, damit die Schiene für Transporte interessant wird, die heute der Lkw macht.
Der rote Faden (36:33) — wer bestimmt das Ziel, wenn die KI mitentscheidet? Beim Einkauf ist es dein Budget, in der Forschung verlässliches Wissen, im Betrieb ein Ergebnis, das ein Mensch verantworten kann.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
24 Minuten
In Utah schreibt jetzt eine App Akne-Rezepte – und kein Arzt unterschreibt. In Chicago verklagt ein Kunde McDonald's, weil er glaubt, dass eine KI den Preis seines Burgers mitbestimmt. Dazu: DeepSeeks Kriegskasse, Googles Atomstrom-Deal und Versicherer, die nicht wissen, wie man außer Kontrolle geratene KI-Agenten versichert.
Heute geht es um eine Frage: Wer trifft eigentlich die Entscheidungen?
In dieser Folge:
McDonald's wegen eines KI-Preistools verklagt (02:37) — laut Reuters hat Michael Thomas aus DeKalb, Illinois, McDonald's vor einem Bundesgericht in Chicago verklagt. Rund 95 Prozent der fast 14.000 US-Restaurants werden von Franchisenehmern betrieben, und die nutzen ein Preis-Tool von Tiger Analytics, das Preise danach empfiehlt, was Kunden zu zahlen bereit sind. Der Vorwurf: Wenn alle ihre Verkaufsdaten in dieselbe Maschine füttern und dieselbe Preisempfehlung zurückbekommen, ist das kein Wettbewerb mehr. Laut heise schlägt das Tool eine Preiserhöhung vor, sobald ein Produkt in mindestens 30 Prozent der Standorte teurer geworden ist. Das sind Vorwürfe, nichts davon ist bewiesen. Die große Sorge von McDonald's: eine Sammelklage.
Utah lässt eine KI Akne-Rezepte schreiben (07:26) — in Europa gibt es Haut-Apps längst, aber da schaut immer noch ein Arzt drauf. Das Start-up Nolla Health, das in Norwegen schon mehr als 50.000 Patienten behandelt hat, startet in Utah die App Nolla Derm: Fragebogen, Gesichtsscan, und die KI stellt das Rezept aus – ohne Arzt. Laut Firma die erste KI in den USA, die Erstrezepte ausstellen darf, für Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer Akne und nur für Cremes und Gele. Die Pilotphase kostet 4,99 Dollar im Monat. Nur etwa zehn Prozent der Menschen in Utah mit aktiver Akne gehen überhaupt zum Hautarzt, im Schnitt wartet man 61 Tage, und ein Besuch kostet bis zu 300 Dollar. Meine Meinung: Ärzte sind bei KI echte Nachzügler – und es gibt nicht genug von ihnen.
DeepSeeks Kriegskasse (11:39) — laut Bloomberg bereitet DeepSeek, das KI-Labor aus Hangzhou, einen Börsengang für Anfang 2027 vor und sammelt schon vorher rund 12 Milliarden Dollar ein (mindestens 80 Milliarden Yuan). Geplant waren ursprünglich etwa 50 Milliarden Yuan, rund 7 Milliarden Dollar – die Runde war überzeichnet. Die größten Schecks kommen von Tencent, der Firma hinter WeChat, und von CATL, dem weltgrößten Hersteller von Batterien für Elektroautos. Hochgerechnet verdient DeepSeek angeblich rund eine Milliarde Dollar im Jahr und plant ein Rechenzentrum in der Inneren Mongolei mit mehr als 160.000 KI-Chips von Huawei. Der Deal ist noch nicht abgeschlossen.
Google kauft Strom aus aufgerüsteten Atomkraftwerken (15:06) — Google hat bei Constellation Energy, dem größten Atomkraftwerksbetreiber der USA, 3.590 Megawatt Strom unterschrieben – rund dreieinhalb große Kraftwerke. Etwa ein Viertel davon kommt aus dem Nachrüsten bestehender Reaktoren in Illinois, Pennsylvania und New Jersey („Uprates“), mit einem 20-Jahres-Vertrag. Warum nicht neu bauen? Ein neues Atomkraftwerk dauert zehn Jahre oder länger. Google will dieses Jahr bis zu 205 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Rechenleistung ausgeben. Die Frage dahinter, gestellt von Jack Prandelli auf X: Wenn KI-Firmen beim Atomstrom alle überbieten – wer muss dann Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken kaufen?
Versicherer und außer Kontrolle geratene KI-Agenten (19:10) — laut Financial Times bereiten sich Versicherer auf große Schadensfälle durch KI-Agenten vor. Der Makler Aon hat sich mehr als 300 KI-bezogene Klagen und Streitfälle angeschaut. Unklar ist, was man eigentlich versichert – und ob Chefs wie Sam Altman und Dario Amodei persönlich haften könnten. Reporter Leo Schwartz zitiert einen Anwalt: KI-Firmen werden wegen außer Kontrolle geratener KI „sued up the wazoo“, verklagt bis zum Gehtnichtmehr.
Der rote Faden (22:31) — eine Preismaschine beim Burger, eine App, die Rezepte schreibt, und Versicherer, die kein Preisschild auf das Risiko kleben können. Wer trifft eigentlich die Entscheidungen?
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Wer trifft eigentlich die Entscheidungen?
In dieser Folge:
McDonald's wegen eines KI-Preistools verklagt (02:37) — laut Reuters hat Michael Thomas aus DeKalb, Illinois, McDonald's vor einem Bundesgericht in Chicago verklagt. Rund 95 Prozent der fast 14.000 US-Restaurants werden von Franchisenehmern betrieben, und die nutzen ein Preis-Tool von Tiger Analytics, das Preise danach empfiehlt, was Kunden zu zahlen bereit sind. Der Vorwurf: Wenn alle ihre Verkaufsdaten in dieselbe Maschine füttern und dieselbe Preisempfehlung zurückbekommen, ist das kein Wettbewerb mehr. Laut heise schlägt das Tool eine Preiserhöhung vor, sobald ein Produkt in mindestens 30 Prozent der Standorte teurer geworden ist. Das sind Vorwürfe, nichts davon ist bewiesen. Die große Sorge von McDonald's: eine Sammelklage.
Utah lässt eine KI Akne-Rezepte schreiben (07:26) — in Europa gibt es Haut-Apps längst, aber da schaut immer noch ein Arzt drauf. Das Start-up Nolla Health, das in Norwegen schon mehr als 50.000 Patienten behandelt hat, startet in Utah die App Nolla Derm: Fragebogen, Gesichtsscan, und die KI stellt das Rezept aus – ohne Arzt. Laut Firma die erste KI in den USA, die Erstrezepte ausstellen darf, für Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer Akne und nur für Cremes und Gele. Die Pilotphase kostet 4,99 Dollar im Monat. Nur etwa zehn Prozent der Menschen in Utah mit aktiver Akne gehen überhaupt zum Hautarzt, im Schnitt wartet man 61 Tage, und ein Besuch kostet bis zu 300 Dollar. Meine Meinung: Ärzte sind bei KI echte Nachzügler – und es gibt nicht genug von ihnen.
DeepSeeks Kriegskasse (11:39) — laut Bloomberg bereitet DeepSeek, das KI-Labor aus Hangzhou, einen Börsengang für Anfang 2027 vor und sammelt schon vorher rund 12 Milliarden Dollar ein (mindestens 80 Milliarden Yuan). Geplant waren ursprünglich etwa 50 Milliarden Yuan, rund 7 Milliarden Dollar – die Runde war überzeichnet. Die größten Schecks kommen von Tencent, der Firma hinter WeChat, und von CATL, dem weltgrößten Hersteller von Batterien für Elektroautos. Hochgerechnet verdient DeepSeek angeblich rund eine Milliarde Dollar im Jahr und plant ein Rechenzentrum in der Inneren Mongolei mit mehr als 160.000 KI-Chips von Huawei. Der Deal ist noch nicht abgeschlossen.
Google kauft Strom aus aufgerüsteten Atomkraftwerken (15:06) — Google hat bei Constellation Energy, dem größten Atomkraftwerksbetreiber der USA, 3.590 Megawatt Strom unterschrieben – rund dreieinhalb große Kraftwerke. Etwa ein Viertel davon kommt aus dem Nachrüsten bestehender Reaktoren in Illinois, Pennsylvania und New Jersey („Uprates“), mit einem 20-Jahres-Vertrag. Warum nicht neu bauen? Ein neues Atomkraftwerk dauert zehn Jahre oder länger. Google will dieses Jahr bis zu 205 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Rechenleistung ausgeben. Die Frage dahinter, gestellt von Jack Prandelli auf X: Wenn KI-Firmen beim Atomstrom alle überbieten – wer muss dann Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken kaufen?
Versicherer und außer Kontrolle geratene KI-Agenten (19:10) — laut Financial Times bereiten sich Versicherer auf große Schadensfälle durch KI-Agenten vor. Der Makler Aon hat sich mehr als 300 KI-bezogene Klagen und Streitfälle angeschaut. Unklar ist, was man eigentlich versichert – und ob Chefs wie Sam Altman und Dario Amodei persönlich haften könnten. Reporter Leo Schwartz zitiert einen Anwalt: KI-Firmen werden wegen außer Kontrolle geratener KI „sued up the wazoo“, verklagt bis zum Gehtnichtmehr.
Der rote Faden (22:31) — eine Preismaschine beim Burger, eine App, die Rezepte schreibt, und Versicherer, die kein Preisschild auf das Risiko kleben können. Wer trifft eigentlich die Entscheidungen?
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
32 Minuten
OpenAI versteckt in der EU eine unsichtbare Unterschrift in ChatGPT-Texten. Und in Südkorea sind Angreifer durch Seitentüren in sieben Banken eingedrungen – mit einem KI-Werkzeug, das jeder gratis herunterladen kann.
Heute geht es darum, wie KI in ganz normalen Händen ankommt: bei Wählern, Käufern, Reisenden – und bei Einbrechern.
In dieser Folge:
Europa: ChatGPT-Text bekommt eine versteckte Unterschrift (01:53) — OpenAI baut mit textGrain ein unsichtbares Wasserzeichen in Texte von ChatGPT und der Programmier-KI Codex ein, in den nächsten Wochen und nur in der EU. Der Grund ist Artikel 50 des EU AI Act: Seit 2. August 2026 müssen KI-Inhalte maschinenlesbar markiert sein, bei Verstößen drohen bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent vom Umsatz. Die Kritik: So, wie es gebaut ist, lässt es sich sehr leicht umgehen.
Münchner RobCo wird Einhorn (07:58) — beim AheadX-Event in Hard kam die Frage: Können europäische Firmen gute KI-Modelle bauen? Bei Sprachmodellen haben wir den Zug verpasst, aber Physical AI kommt. Das Münchner Roboter-Start-up RobCo ist laut Wall Street Journal und heise jetzt mit über einer Milliarde bewertet – ein Einhorn. Wenn unsere KMUs europäische Physical-AI-Produkte kaufen, fließt echtes KI-Geld nach Europa.
Sieben koreanische Banken, ein kostenloses KI-Hacking-Werkzeug (13:27) — seit etwa 1. Oktober sind Angreifer in sieben südkoreanische Banken und Kreditgeber eingedrungen, darunter Shinhan und KB Kookmin. Abgeflossen sind Namen, Telefonnummern, Einkommen und Kreditlimits. Sie kamen nicht über die Banking-App, sondern durch Seitentüren – Webseiten für Mitarbeiter und externe Entwickler – mit einem KI-Werkzeug, das man in fünf Minuten gratis herunterladen kann.
Wahlen durch KI: ein Geist auf der Bühne (19:11) — in Brasilien kam Flávio Bolsonaro im ersten Wahlgang auf rund 47 Prozent, Präsident Lula auf 45; am 25. Oktober ist Stichwahl. Im Wahlkampf zeigte er auf einer Riesenleinwand ein KI-Video seines Vaters Jair Bolsonaro, der im Gefängnis sitzt – gleiche Stimme, gleiches Gesicht, angekündigt als KI-Simulation. Die Technologie liegt da. Wie lange, bis wir das in Europa sehen?
Mehr KI-Missbrauchsbilder in sechs Monaten als im ganzen Jahr 2025 (22:36) — ein schweres Thema. Die Internet Watch Foundation hat im ersten Halbjahr 2026 6.310 KI-generierte Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch gefunden, 40 Prozent mehr als im ganzen Jahr 2025. Offene Modelle lassen sich herunterladen und auf dem eigenen Rechner betreiben. Die IWF fordert, dass die EU ihre Verordnung gegen sexuellen Kindesmissbrauch beschließt; Kritiker nennen sie „Chatkontrolle“.
Goldene Woche: Die KI plant deinen Urlaub (26:51) — in Chinas Goldener Woche planen viele ihre Reise nicht mehr über Google oder Booking.com, sondern mit KI-Agenten; Tongcheng Travel meldet ein Vielfaches der üblichen Anfragen an seinen KI-Agenten. Die KI gibt keine 20 Links mehr, sondern sagt: Nimm dieses Hotel. Und wer hat dafür bezahlt? Forscher warnen vor versteckten kommerziellen Interessen.
Der rote Faden (30:31) — KI ist in ganz normalen Händen angekommen: bei Wählern, Käufern, Reisenden und bei Einbrechern. Habt ihr die Hintertüren und Seitentüren in eurer Firma schon mit KI geprüft?
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es darum, wie KI in ganz normalen Händen ankommt: bei Wählern, Käufern, Reisenden – und bei Einbrechern.
In dieser Folge:
Europa: ChatGPT-Text bekommt eine versteckte Unterschrift (01:53) — OpenAI baut mit textGrain ein unsichtbares Wasserzeichen in Texte von ChatGPT und der Programmier-KI Codex ein, in den nächsten Wochen und nur in der EU. Der Grund ist Artikel 50 des EU AI Act: Seit 2. August 2026 müssen KI-Inhalte maschinenlesbar markiert sein, bei Verstößen drohen bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent vom Umsatz. Die Kritik: So, wie es gebaut ist, lässt es sich sehr leicht umgehen.
Münchner RobCo wird Einhorn (07:58) — beim AheadX-Event in Hard kam die Frage: Können europäische Firmen gute KI-Modelle bauen? Bei Sprachmodellen haben wir den Zug verpasst, aber Physical AI kommt. Das Münchner Roboter-Start-up RobCo ist laut Wall Street Journal und heise jetzt mit über einer Milliarde bewertet – ein Einhorn. Wenn unsere KMUs europäische Physical-AI-Produkte kaufen, fließt echtes KI-Geld nach Europa.
Sieben koreanische Banken, ein kostenloses KI-Hacking-Werkzeug (13:27) — seit etwa 1. Oktober sind Angreifer in sieben südkoreanische Banken und Kreditgeber eingedrungen, darunter Shinhan und KB Kookmin. Abgeflossen sind Namen, Telefonnummern, Einkommen und Kreditlimits. Sie kamen nicht über die Banking-App, sondern durch Seitentüren – Webseiten für Mitarbeiter und externe Entwickler – mit einem KI-Werkzeug, das man in fünf Minuten gratis herunterladen kann.
Wahlen durch KI: ein Geist auf der Bühne (19:11) — in Brasilien kam Flávio Bolsonaro im ersten Wahlgang auf rund 47 Prozent, Präsident Lula auf 45; am 25. Oktober ist Stichwahl. Im Wahlkampf zeigte er auf einer Riesenleinwand ein KI-Video seines Vaters Jair Bolsonaro, der im Gefängnis sitzt – gleiche Stimme, gleiches Gesicht, angekündigt als KI-Simulation. Die Technologie liegt da. Wie lange, bis wir das in Europa sehen?
Mehr KI-Missbrauchsbilder in sechs Monaten als im ganzen Jahr 2025 (22:36) — ein schweres Thema. Die Internet Watch Foundation hat im ersten Halbjahr 2026 6.310 KI-generierte Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch gefunden, 40 Prozent mehr als im ganzen Jahr 2025. Offene Modelle lassen sich herunterladen und auf dem eigenen Rechner betreiben. Die IWF fordert, dass die EU ihre Verordnung gegen sexuellen Kindesmissbrauch beschließt; Kritiker nennen sie „Chatkontrolle“.
Goldene Woche: Die KI plant deinen Urlaub (26:51) — in Chinas Goldener Woche planen viele ihre Reise nicht mehr über Google oder Booking.com, sondern mit KI-Agenten; Tongcheng Travel meldet ein Vielfaches der üblichen Anfragen an seinen KI-Agenten. Die KI gibt keine 20 Links mehr, sondern sagt: Nimm dieses Hotel. Und wer hat dafür bezahlt? Forscher warnen vor versteckten kommerziellen Interessen.
Der rote Faden (30:31) — KI ist in ganz normalen Händen angekommen: bei Wählern, Käufern, Reisenden und bei Einbrechern. Habt ihr die Hintertüren und Seitentüren in eurer Firma schon mit KI geprüft?
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
31 Minuten
Sam Altman sagt, die Welt solle „einige schlechte Dinge“ hinnehmen – zum Wohle der KI. In derselben Woche lädt New York KI-Whistleblower unter Eid vor, Nordkorea behauptet, seine neue Rakete werde von KI gesteuert, und Chinas beste Modelle liegen nur noch etwa drei Prozent hinter den amerikanischen.
Heute geht es um eine Frage: Wer entscheidet, wie viel Gefahr okay ist – die Leute, die KI bauen, oder wir alle?
In dieser Folge:
Sam Altman: „some bad things“ (01:56) — im Interview mit Politico sagt der OpenAI-Chef, die Welt solle hinnehmen, dass „einige schlechte Dinge passieren“, zum Wohle dieser Technologie und dafür, dass Menschen frei entscheiden können. Ist das verrückt? Einerseits ja. Andererseits ist es mutig: Unter den Tech-Chefs versteckt er sich am wenigsten.
New York nimmt KI unter Eid (06:26) — alle 51 Mitglieder des New Yorker Stadtrats halten eine Anhörung zur KI-Sicherheit ab, mit Aussagen unter Eid. Eingeladen sind Whistleblower wie Jacob Coxon (früher Anthropic), Daniel Kokotajlo (früher OpenAI) und Alex Turner (früher Google DeepMind). Auf dem Tisch: externe Prüfungen für KI in der städtischen Infrastruktur – und ein Recht zu klagen, wenn eine fehlerhafte KI dir schadet.
China fast gleichauf, Hongkong sammelt Rekordgeld (10:11) — laut Bloomberg Intelligence liegen die besten chinesischen Modelle nur noch etwa drei Prozent hinter den US-Modellen; im Mai waren es neun, Anfang des Jahres fünfzehn. DeepSeeks V4.1 Flash liegt auf LiveBench knapp hinter Claude Fable 5.1. Und Firmen in Hongkong haben von Juli bis September 47,5 Milliarden Dollar mit Aktien eingesammelt – so viel wie noch nie in drei Monaten. Kapital für KI war nie billiger.
Nordkorea sagt, seine Rakete wird von KI gesteuert (15:34) — am Samstag startete Nordkorea eine Rakete nahe Wonsan; laut Südkorea flog sie über 700 Kilometer. Kim Yo Jong, die Schwester des Machthabers, behauptet, dank KI könne sie ihre Flugbahn auch in niedriger Höhe ändern und sei schwerer abzufangen. Ob das stimmt, weiß noch niemand. Sicher ist: KI in Rüstungstechnik einzubauen ist sehr billig geworden.
Die Telekom will ein KI-Konzern sein (19:21) — beim AI Investors Day will die Deutsche Telekom Investoren überzeugen, Konzernchef Tim Höttges nennt sich den größten KI-Optimisten. Das Handelsblatt zitiert vier Insider: Die Investoren sind noch nicht überzeugt. Oben ist man voll KI, unten sind die Leute noch nicht mitgenommen – das sehe ich jeden Tag in Firmen.
VW wählt angeblich Wayve statt Nvidia (21:09) — laut Spiegel hat Volkswagen rund ein Dutzend Anbieter für Software für selbstfahrende Autos getestet und sich angeblich für das britische Start-up Wayve entschieden, nicht für Nvidia. Meine Lesart: Firmen kaufen oft nicht die stärkste KI, weil die stärkste KI verändert, wer die Arbeit macht – auch in der eigenen IT.
#TeamHuman: YouTuber wollen KI bremsen (24:07) — Creator wie Mark Rober (83,1 Millionen Abonnenten) und Kurzgesagt aus München (25,6 Millionen) fordern, die stärksten KI-Chips zu verfolgen und zu begrenzen wie Material für Atomwaffen, und eine internationale KI-Aufsicht. Ich verstehe die Sorge. Aber dieser Zug ist abgefahren.
Schneider Electric vor 20-Milliarden-Deal (27:05) — der französische Industriekonzern steht laut Financial Times kurz davor, PTC aus Boston zu kaufen, Software zum Entwerfen von Produkten und Steuern von Fabriken: rund 20 Milliarden Dollar in bar, der größte Kauf der Firmengeschichte, noch unkommentiert. Europas Industrieriesen werden dasselbe machen müssen – und es wird sie sehr viel Geld kosten.
Der rote Faden (28:50) — Altman sagt: hinnehmen. New York sagt: unter Eid aussagen. YouTuber wollen ein Tempolimit. Die Gefahr ist da. Aber in euren Firmen: Wer entscheidet, wie viel Gefahr euren Mitarbeitern zugemutet wird – der externe Berater, der KI-Evangelist, die IT?
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um eine Frage: Wer entscheidet, wie viel Gefahr okay ist – die Leute, die KI bauen, oder wir alle?
In dieser Folge:
Sam Altman: „some bad things“ (01:56) — im Interview mit Politico sagt der OpenAI-Chef, die Welt solle hinnehmen, dass „einige schlechte Dinge passieren“, zum Wohle dieser Technologie und dafür, dass Menschen frei entscheiden können. Ist das verrückt? Einerseits ja. Andererseits ist es mutig: Unter den Tech-Chefs versteckt er sich am wenigsten.
New York nimmt KI unter Eid (06:26) — alle 51 Mitglieder des New Yorker Stadtrats halten eine Anhörung zur KI-Sicherheit ab, mit Aussagen unter Eid. Eingeladen sind Whistleblower wie Jacob Coxon (früher Anthropic), Daniel Kokotajlo (früher OpenAI) und Alex Turner (früher Google DeepMind). Auf dem Tisch: externe Prüfungen für KI in der städtischen Infrastruktur – und ein Recht zu klagen, wenn eine fehlerhafte KI dir schadet.
China fast gleichauf, Hongkong sammelt Rekordgeld (10:11) — laut Bloomberg Intelligence liegen die besten chinesischen Modelle nur noch etwa drei Prozent hinter den US-Modellen; im Mai waren es neun, Anfang des Jahres fünfzehn. DeepSeeks V4.1 Flash liegt auf LiveBench knapp hinter Claude Fable 5.1. Und Firmen in Hongkong haben von Juli bis September 47,5 Milliarden Dollar mit Aktien eingesammelt – so viel wie noch nie in drei Monaten. Kapital für KI war nie billiger.
Nordkorea sagt, seine Rakete wird von KI gesteuert (15:34) — am Samstag startete Nordkorea eine Rakete nahe Wonsan; laut Südkorea flog sie über 700 Kilometer. Kim Yo Jong, die Schwester des Machthabers, behauptet, dank KI könne sie ihre Flugbahn auch in niedriger Höhe ändern und sei schwerer abzufangen. Ob das stimmt, weiß noch niemand. Sicher ist: KI in Rüstungstechnik einzubauen ist sehr billig geworden.
Die Telekom will ein KI-Konzern sein (19:21) — beim AI Investors Day will die Deutsche Telekom Investoren überzeugen, Konzernchef Tim Höttges nennt sich den größten KI-Optimisten. Das Handelsblatt zitiert vier Insider: Die Investoren sind noch nicht überzeugt. Oben ist man voll KI, unten sind die Leute noch nicht mitgenommen – das sehe ich jeden Tag in Firmen.
VW wählt angeblich Wayve statt Nvidia (21:09) — laut Spiegel hat Volkswagen rund ein Dutzend Anbieter für Software für selbstfahrende Autos getestet und sich angeblich für das britische Start-up Wayve entschieden, nicht für Nvidia. Meine Lesart: Firmen kaufen oft nicht die stärkste KI, weil die stärkste KI verändert, wer die Arbeit macht – auch in der eigenen IT.
#TeamHuman: YouTuber wollen KI bremsen (24:07) — Creator wie Mark Rober (83,1 Millionen Abonnenten) und Kurzgesagt aus München (25,6 Millionen) fordern, die stärksten KI-Chips zu verfolgen und zu begrenzen wie Material für Atomwaffen, und eine internationale KI-Aufsicht. Ich verstehe die Sorge. Aber dieser Zug ist abgefahren.
Schneider Electric vor 20-Milliarden-Deal (27:05) — der französische Industriekonzern steht laut Financial Times kurz davor, PTC aus Boston zu kaufen, Software zum Entwerfen von Produkten und Steuern von Fabriken: rund 20 Milliarden Dollar in bar, der größte Kauf der Firmengeschichte, noch unkommentiert. Europas Industrieriesen werden dasselbe machen müssen – und es wird sie sehr viel Geld kosten.
Der rote Faden (28:50) — Altman sagt: hinnehmen. New York sagt: unter Eid aussagen. YouTuber wollen ein Tempolimit. Die Gefahr ist da. Aber in euren Firmen: Wer entscheidet, wie viel Gefahr euren Mitarbeitern zugemutet wird – der externe Berater, der KI-Evangelist, die IT?
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
38 Minuten
Der Mann, der bei OpenAI an den Sicherheitsberichten geschrieben hat, geht – und schreibt öffentlich: Die Kultur ist kaputt. In derselben Woche sagen Nachbarn von Seoul bis Kapstadt Nein zu den Gebäuden, in denen KI läuft, und Speicher wird so knapp, dass KI-Hardware mehr kostet und weniger kann.
Heute geht es darum, wie die KI die Laborbedingungen verlässt – und auf die Wirklichkeit trifft.
In dieser Folge:
Der Mann mit der Sicherheitscheckliste steigt aus (02:07) — David Robinson hat OpenAI nach dreieinhalb Jahren verlassen. Er leitete die Arbeit an den Sicherheitsberichten zu den großen Modellveröffentlichungen und arbeitete am Preparedness Framework mit, dem internen Regelwerk dafür, wie gefährlich ein Modell vor dem Start ist. In The Atlantic schreibt er: „I Quit OpenAI Because Its Culture Is Broken.“ Sein Kernsatz: Die Zeit für Versuch und Irrtum ist vorbei. Bei so starken Modellen sind eingeplante Fehler nicht mehr akzeptabel – KI-Labore sollten arbeiten wie Kernkraftwerke oder große Flughäfen. Als würde der Mann, der die Sicherheitscheckliste geschrieben hat, das Flugzeug verlassen.
Rechenzentren: Der Nutzen verteilt sich, die Belastung hat eine Adresse (08:07) — 72 Prozent der befragten Amerikaner lehnen ein KI-Rechenzentrum in ihrer eigenen Gemeinde ab. In Seoul protestieren Anwohner seit 191 Tagen gegen ein achtstöckiges Rechenzentrum, und die Behörden wollen die Zustimmung der Mehrheit im Umkreis von 200 Metern. Thailand hat 49 Rechenzentrumsprojekte ausgesetzt, die geplanten Standorte von Equinix in Kapstadt bräuchten über 4,4 Milliarden Liter Wasser im Jahr, und Schottland hat die Genehmigung der größten Anlagen pausiert. Der Ausbau wird nicht stoppen – aber die Nachbarschaft wird zur echten Grenze.
China: Dreihundert Roboter treffen auf echte Menschen (13:58) — Golden Week in China, und im Chimelong Spaceship Park in Zhuhai begrüßen mehr als 300 humanoide Roboter von AgiBot die Besucher. Keine Bühnenshow, sondern Gedränge, Kinder und schräge Fragen. Die Zahl, die ich wirklich sehen will: Wie oft muss ein Mensch einspringen? Und Galbot verkauft seinen laufenden Humanoiden ET1 für rund 11.000 Dollar – Gebrauchtwagen-Niveau, gedacht für Geschäfte, Events und Freizeitparks.
Nvidia: Weniger Speicher, mehr Geld (19:09) — Nvidias kleiner KI-Rechner DGX Spark ist in einem halben Jahr von unter 4.500 auf rund 6.000 Euro gestiegen, und die neue Version kommt mit halbem Speicher zum gleichen Preis. Der Grund: Speicher ist knapp, Hersteller wie Micron verkaufen ihren Hochleistungsspeicher (HBM) für die KI-Chips im Voraus. Wer nächstes Jahr Laptops, Server oder Hardware einkauft, sollte mit deutlich höheren Preisen planen.
Flock: Ein Treffer ist noch keine Erlaubnis (22:36) — Flock Safety erfasst mit Kameras Kennzeichen auf amerikanischen Straßen, und die Polizei kann nachsehen, wo ein Auto gewesen ist. In Oklahoma hat eine Bundesrichterin entschieden, dass eine solche rückwirkende Suche – rund ein Monat Bewegungsdaten eines Fahrzeugs – gegen den vierten Verfassungszusatz verstößt. Liebe Polizei: Wenn ihr das wollt, holt euch einen richterlichen Beschluss.
Kolibri: Gute Nachrichten aus Deutschland (27:48) — Aleph Alpha hat am 3. Oktober Kolibri veröffentlicht: ein Open-Weight-Modell für Deutsch und Englisch, das ihr auf euren eigenen Servern betreiben könnt. Für Behörden und Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, die ihre Daten nirgendwo abgeben wollen, ein Kandidat – also testen: Fehler bei deutschen Aufgaben messen und die Betriebskosten mitrechnen.
Napoleon, Dodos und euer vergessenes Firmenwissen (30:06) — ein verschlüsselter Militärbrief aus dem Jahr 1809, 217 Jahre lang nicht vollständig lesbar, von einem KI-Modell aus einem schlechten Scan entschlüsselt. Und der Historiker Benjamin Breen hat Claude Opus 5.5 auf Akten der Niederländischen Ostindien-Kompanie angesetzt und ein Schiffslogbuch von 1615 mit Dodos auf Mauritius gefunden. Ihr sitzt alle auf Gold: zwanzig Jahre Wartungsberichte, Hunderttausende Kundenbeschwerden.
Der rote Faden (36:21) — die KI verlässt die Laborbedingungen. Im Freizeitpark trifft sie auf Kinder, im Rechenzentrum auf Nachbarn, im Einkauf auf knappen Speicher, vor Gericht auf Grenzen – und im Archiv auf Wissen, das wir bisher kaum erschließen konnten.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es darum, wie die KI die Laborbedingungen verlässt – und auf die Wirklichkeit trifft.
In dieser Folge:
Der Mann mit der Sicherheitscheckliste steigt aus (02:07) — David Robinson hat OpenAI nach dreieinhalb Jahren verlassen. Er leitete die Arbeit an den Sicherheitsberichten zu den großen Modellveröffentlichungen und arbeitete am Preparedness Framework mit, dem internen Regelwerk dafür, wie gefährlich ein Modell vor dem Start ist. In The Atlantic schreibt er: „I Quit OpenAI Because Its Culture Is Broken.“ Sein Kernsatz: Die Zeit für Versuch und Irrtum ist vorbei. Bei so starken Modellen sind eingeplante Fehler nicht mehr akzeptabel – KI-Labore sollten arbeiten wie Kernkraftwerke oder große Flughäfen. Als würde der Mann, der die Sicherheitscheckliste geschrieben hat, das Flugzeug verlassen.
Rechenzentren: Der Nutzen verteilt sich, die Belastung hat eine Adresse (08:07) — 72 Prozent der befragten Amerikaner lehnen ein KI-Rechenzentrum in ihrer eigenen Gemeinde ab. In Seoul protestieren Anwohner seit 191 Tagen gegen ein achtstöckiges Rechenzentrum, und die Behörden wollen die Zustimmung der Mehrheit im Umkreis von 200 Metern. Thailand hat 49 Rechenzentrumsprojekte ausgesetzt, die geplanten Standorte von Equinix in Kapstadt bräuchten über 4,4 Milliarden Liter Wasser im Jahr, und Schottland hat die Genehmigung der größten Anlagen pausiert. Der Ausbau wird nicht stoppen – aber die Nachbarschaft wird zur echten Grenze.
China: Dreihundert Roboter treffen auf echte Menschen (13:58) — Golden Week in China, und im Chimelong Spaceship Park in Zhuhai begrüßen mehr als 300 humanoide Roboter von AgiBot die Besucher. Keine Bühnenshow, sondern Gedränge, Kinder und schräge Fragen. Die Zahl, die ich wirklich sehen will: Wie oft muss ein Mensch einspringen? Und Galbot verkauft seinen laufenden Humanoiden ET1 für rund 11.000 Dollar – Gebrauchtwagen-Niveau, gedacht für Geschäfte, Events und Freizeitparks.
Nvidia: Weniger Speicher, mehr Geld (19:09) — Nvidias kleiner KI-Rechner DGX Spark ist in einem halben Jahr von unter 4.500 auf rund 6.000 Euro gestiegen, und die neue Version kommt mit halbem Speicher zum gleichen Preis. Der Grund: Speicher ist knapp, Hersteller wie Micron verkaufen ihren Hochleistungsspeicher (HBM) für die KI-Chips im Voraus. Wer nächstes Jahr Laptops, Server oder Hardware einkauft, sollte mit deutlich höheren Preisen planen.
Flock: Ein Treffer ist noch keine Erlaubnis (22:36) — Flock Safety erfasst mit Kameras Kennzeichen auf amerikanischen Straßen, und die Polizei kann nachsehen, wo ein Auto gewesen ist. In Oklahoma hat eine Bundesrichterin entschieden, dass eine solche rückwirkende Suche – rund ein Monat Bewegungsdaten eines Fahrzeugs – gegen den vierten Verfassungszusatz verstößt. Liebe Polizei: Wenn ihr das wollt, holt euch einen richterlichen Beschluss.
Kolibri: Gute Nachrichten aus Deutschland (27:48) — Aleph Alpha hat am 3. Oktober Kolibri veröffentlicht: ein Open-Weight-Modell für Deutsch und Englisch, das ihr auf euren eigenen Servern betreiben könnt. Für Behörden und Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, die ihre Daten nirgendwo abgeben wollen, ein Kandidat – also testen: Fehler bei deutschen Aufgaben messen und die Betriebskosten mitrechnen.
Napoleon, Dodos und euer vergessenes Firmenwissen (30:06) — ein verschlüsselter Militärbrief aus dem Jahr 1809, 217 Jahre lang nicht vollständig lesbar, von einem KI-Modell aus einem schlechten Scan entschlüsselt. Und der Historiker Benjamin Breen hat Claude Opus 5.5 auf Akten der Niederländischen Ostindien-Kompanie angesetzt und ein Schiffslogbuch von 1615 mit Dodos auf Mauritius gefunden. Ihr sitzt alle auf Gold: zwanzig Jahre Wartungsberichte, Hunderttausende Kundenbeschwerden.
Der rote Faden (36:21) — die KI verlässt die Laborbedingungen. Im Freizeitpark trifft sie auf Kinder, im Rechenzentrum auf Nachbarn, im Einkauf auf knappen Speicher, vor Gericht auf Grenzen – und im Archiv auf Wissen, das wir bisher kaum erschließen konnten.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
23 Minuten
Ein 100-Mann-Unternehmen in Freiburg hat die Forschung geliefert, auf der heute fast jeder Bildgenerator der Welt steht. Das Geld dafür musste es sich in San Francisco holen.
Heute geht es um Grenzen: Wer darf die KI handeln lassen — und wer muss dafür gerade stehen?
In dieser Folge:
Freiburg baut Weltklasse-Bild-KI (02:02) — 230.000 Einwohner, gut 100 Mitarbeiter, 3,2 Milliarden Dollar wert: Black Forest Labs. Gründer Robin Rombach, 33, hat mit anderen deutschen Forschern die Latent Diffusion entwickelt, die zur Grundlage von Stable Diffusion wurde. Der Durchbruch kam nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus einem deutschen Universitätsinstitut. 300 Millionen Dollar Finanzierung bei 3,5 Milliarden Bewertung — aufgenommen in San Francisco, weil es in Europa niemand schreibt. Rombach nennt es Angst statt Chance. Und jetzt testet Audi mit Flux Mimic, gebaut mit dem Zürcher Unternehmen Mimic Robotics, genau das, was klassische Industrieroboter am schlechtesten können: weiche, nachgiebige Materialien wie eine Türdichtung.
Walmart bepreist das Produkt, nicht dich (06:23) — digitale Preisschilder, in Frankreich längst normal, kommen jetzt in die USA. Die Angst dahinter heißt personalisierte Preise: Der Laden weiß, was du kaufst, und wie dringend du es um 23 Uhr brauchst. Die US-Handelsbehörde FTC hat im August gewarnt. Walmart sagt klar: Einkommen ändert den Preis nicht, Kaufhistorie ändert den Preis nicht. Die Technologie an sich ist großartig — wenn die Erdbeeren heute Abend ablaufen, kann der Preis in Sekunden runter. Aber um 19:45 mit den Kindern im Laden bin ich kein bisschen preissensibel.
Wem gehört deine Stimme (10:11) — in Tokio klagt ein sehr bekannter Synchronsprecher, weil ein anonymer Account seine Stimme kopiert und damit Geld verdient hat. Das Problem: In Japan gibt es dafür kein eigenes Gesetz. Er verklagt deshalb die Plattform, nicht den Account. Heute reicht eine Minute Audio und ein paar Cent, um eine Stimme zu klonen — und diese Fälle kommen auch zu uns.
China, Nvidia und die kleine Tür (13:14) — nach dem Treffen von Xi und Trump fragt Chinas MIIT bei Unternehmen nach, wie viele Nvidia-Karten sie bestellen würden, wenn sie dürften. Peking sagt gleichzeitig: Baut eure eigenen Chips. Beides zusammen ist ein Balanceakt, kein Kurswechsel.
OpenAI Dev Day (15:41) — heute in San Francisco, und es wird über einen Always-on-Assistenten spekuliert. Der Druck kommt von Muse und von Grokbot, nicht von einem besseren Chatbot.
Die Bunker (17:48) — das Wall Street Journal berichtet, dass frühe Anthropic-Mitarbeiter abends beim Bier über Bunker reden. Wüste oder Berg? Elektromagnetische Abschirmung? Das ist sehr Silicon Valley: tagsüber Frontier-Modelle bauen, abends überlegen, wo der Bunker stehen soll. Ich würde mir keinen bauen. Aber es sollte uns zu denken geben, wenn ausgerechnet die Leute, die die Technologie am besten kennen, langsam Angst bekommen.
Der rote Faden (20:17) — wenn eure KI handeln darf, muss jemand für diese Handlung gerade stehen. Schreibt auf, was eure KI nicht tun darf, bevor Muse und Grokbot euch die Entscheidung abnehmen.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Heute geht es um Grenzen: Wer darf die KI handeln lassen — und wer muss dafür gerade stehen?
In dieser Folge:
Freiburg baut Weltklasse-Bild-KI (02:02) — 230.000 Einwohner, gut 100 Mitarbeiter, 3,2 Milliarden Dollar wert: Black Forest Labs. Gründer Robin Rombach, 33, hat mit anderen deutschen Forschern die Latent Diffusion entwickelt, die zur Grundlage von Stable Diffusion wurde. Der Durchbruch kam nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus einem deutschen Universitätsinstitut. 300 Millionen Dollar Finanzierung bei 3,5 Milliarden Bewertung — aufgenommen in San Francisco, weil es in Europa niemand schreibt. Rombach nennt es Angst statt Chance. Und jetzt testet Audi mit Flux Mimic, gebaut mit dem Zürcher Unternehmen Mimic Robotics, genau das, was klassische Industrieroboter am schlechtesten können: weiche, nachgiebige Materialien wie eine Türdichtung.
Walmart bepreist das Produkt, nicht dich (06:23) — digitale Preisschilder, in Frankreich längst normal, kommen jetzt in die USA. Die Angst dahinter heißt personalisierte Preise: Der Laden weiß, was du kaufst, und wie dringend du es um 23 Uhr brauchst. Die US-Handelsbehörde FTC hat im August gewarnt. Walmart sagt klar: Einkommen ändert den Preis nicht, Kaufhistorie ändert den Preis nicht. Die Technologie an sich ist großartig — wenn die Erdbeeren heute Abend ablaufen, kann der Preis in Sekunden runter. Aber um 19:45 mit den Kindern im Laden bin ich kein bisschen preissensibel.
Wem gehört deine Stimme (10:11) — in Tokio klagt ein sehr bekannter Synchronsprecher, weil ein anonymer Account seine Stimme kopiert und damit Geld verdient hat. Das Problem: In Japan gibt es dafür kein eigenes Gesetz. Er verklagt deshalb die Plattform, nicht den Account. Heute reicht eine Minute Audio und ein paar Cent, um eine Stimme zu klonen — und diese Fälle kommen auch zu uns.
China, Nvidia und die kleine Tür (13:14) — nach dem Treffen von Xi und Trump fragt Chinas MIIT bei Unternehmen nach, wie viele Nvidia-Karten sie bestellen würden, wenn sie dürften. Peking sagt gleichzeitig: Baut eure eigenen Chips. Beides zusammen ist ein Balanceakt, kein Kurswechsel.
OpenAI Dev Day (15:41) — heute in San Francisco, und es wird über einen Always-on-Assistenten spekuliert. Der Druck kommt von Muse und von Grokbot, nicht von einem besseren Chatbot.
Die Bunker (17:48) — das Wall Street Journal berichtet, dass frühe Anthropic-Mitarbeiter abends beim Bier über Bunker reden. Wüste oder Berg? Elektromagnetische Abschirmung? Das ist sehr Silicon Valley: tagsüber Frontier-Modelle bauen, abends überlegen, wo der Bunker stehen soll. Ich würde mir keinen bauen. Aber es sollte uns zu denken geben, wenn ausgerechnet die Leute, die die Technologie am besten kennen, langsam Angst bekommen.
Der rote Faden (20:17) — wenn eure KI handeln darf, muss jemand für diese Handlung gerade stehen. Schreibt auf, was eure KI nicht tun darf, bevor Muse und Grokbot euch die Entscheidung abnehmen.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
22 Minuten
Eine Strafanzeige umfasst plötzlich 55 Seiten. Nicht weil mehr passiert ist, sondern weil sie nichts mehr kostet — und am Ende zahlst du sie mit deinen Steuern.
Anderes Format heute: weniger Musik, mehr Stimme. Sechs Geschichten von Solothurn über Genf und Lwiw bis in die theoretische Physik.
In dieser Folge:
Die Schweiz zahlt am Ende (02:29) — Staatsanwälte ertrinken in Anzeigen. Lukas Büttinger von der Oberstaatsanwaltschaft Solothurn erzählt dem SRF von Anzeigen mit 55 Seiten und dutzenden Beweisanträgen, das meiste fürs Verfahren völlig irrelevant. Früher schrieb das ein Rechtsanwalt, das kostete, also überlegtest du es dir. Es hat schon einen Namen: Agentic Flooding. Auch in Deutschland — das Berliner Arbeitsgericht führt allein 2026 rund 16.000 Verfahren.
USA und China reden wieder (05:30) — nach dem Treffen von Trump und Xi in Washington ist die KI-Hotline endlich vereinbart: ein direkter Kanal für KI-Vorfälle, plus ein US-China-Superintelligence-Dialog, der schon im November startet. Trump will Artificial Intelligence in Superintelligence umbenennen, und seitdem explodieren die .si-Domainanfragen in Slowenien. Bei den Chips bleibt es hart. Aber Xi sagt, wir sollten Partner sein statt Feinde — so einen Satz hat man in sechzig Jahren nicht gehört.
Killer-Roboter und das Papier (08:37) — 130 Länder haben am 8. September in Genf etwas unterschrieben, das nach einem Verbot autonomer Waffen klang. Die Washington Post hat den letzten Verhandlungstag rekonstruiert: in den letzten 15 Stunden saßen US- und russische Diplomaten mit je rund zehn Rechtsexperten da, mehr als alle anderen Länder zusammen, und strichen. "Predictable and reliable" flog raus. Übrig blieb, dass menschliche Kontrolle nötig sei, damit das Völkerrecht eingehalten wird. Nicole Van Ruyen von Stop Killer Robots wirft beiden vor, den Text bewusst geschwächt zu haben.
Die Ukraine macht ernst (12:31) — Mykhailo Fedorov, der Mann hinter der Drohnenarmee, hat auf der IT-Arena in Lwiw die Armee der Roboter angekündigt: Hunde mit Kalaschnikow auf dem Rücken, spinnengroße Roboter, kugelförmige All-Terrain-Systeme. In sechs Monaten soll alles tödlich sein. Nur: diese Hunde brauchen heute noch einen Bediener und halten 20 bis 30 Minuten durch. In Genf sagt man, ein Mensch müsse das Ziel bestätigen. In Lwiw sagt man etwas anderes.
Chinas Forschende gehen heim (15:02) — Carnegie China hat den Karriereweg von über 10.000 führenden KI-Forschenden untersucht. 2022 arbeiteten 46 Prozent in den USA und 30 Prozent in China. 2025 sind es 40 Prozent in China und 30 Prozent in den USA. Und 57 Prozent stammen ursprünglich aus China, nur 13 Prozent aus den USA. Kevin Zhu bringt es auf den Punkt: China bildet aus, Amerika zieht fürs Studium an — und nach dem Studium gehen sie zurück.
Die Dominos fallen (17:40) — Anthropic bestätigt, dass Claude einen Rekord in der theoretischen Physik gebrochen hat. Der menschliche Rekord von 2023 lag bei acht Schleifen, gehalten von einem US-Physiklabor. Claude schaffte neun. In einer Woche, für 1.000 bis 2.000 Dollar an Tokens statt der Gehälter teurer Physiker, mit einer bekannten Methode. Der Physiker Kyle Kramer schrieb auf X, sein Team sei von Anthropic gescooped worden. Das kommt jetzt in der Chemie, der Mathematik, der Krebsforschung — und die meisten Forschenden haben es noch nicht gecheckt.
Der rote Faden (19:58) — wenn eine Handlung nichts mehr kostet, verschwindet die Bremse, die vorher niemand als Bremse erkannt hat. Bei der Anzeige. Beim Völkerrechtstext. Beim Physik-Paper. Die Frage ist jedes Mal, wer die Rechnung am Ende bezahlt.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Anderes Format heute: weniger Musik, mehr Stimme. Sechs Geschichten von Solothurn über Genf und Lwiw bis in die theoretische Physik.
In dieser Folge:
Die Schweiz zahlt am Ende (02:29) — Staatsanwälte ertrinken in Anzeigen. Lukas Büttinger von der Oberstaatsanwaltschaft Solothurn erzählt dem SRF von Anzeigen mit 55 Seiten und dutzenden Beweisanträgen, das meiste fürs Verfahren völlig irrelevant. Früher schrieb das ein Rechtsanwalt, das kostete, also überlegtest du es dir. Es hat schon einen Namen: Agentic Flooding. Auch in Deutschland — das Berliner Arbeitsgericht führt allein 2026 rund 16.000 Verfahren.
USA und China reden wieder (05:30) — nach dem Treffen von Trump und Xi in Washington ist die KI-Hotline endlich vereinbart: ein direkter Kanal für KI-Vorfälle, plus ein US-China-Superintelligence-Dialog, der schon im November startet. Trump will Artificial Intelligence in Superintelligence umbenennen, und seitdem explodieren die .si-Domainanfragen in Slowenien. Bei den Chips bleibt es hart. Aber Xi sagt, wir sollten Partner sein statt Feinde — so einen Satz hat man in sechzig Jahren nicht gehört.
Killer-Roboter und das Papier (08:37) — 130 Länder haben am 8. September in Genf etwas unterschrieben, das nach einem Verbot autonomer Waffen klang. Die Washington Post hat den letzten Verhandlungstag rekonstruiert: in den letzten 15 Stunden saßen US- und russische Diplomaten mit je rund zehn Rechtsexperten da, mehr als alle anderen Länder zusammen, und strichen. "Predictable and reliable" flog raus. Übrig blieb, dass menschliche Kontrolle nötig sei, damit das Völkerrecht eingehalten wird. Nicole Van Ruyen von Stop Killer Robots wirft beiden vor, den Text bewusst geschwächt zu haben.
Die Ukraine macht ernst (12:31) — Mykhailo Fedorov, der Mann hinter der Drohnenarmee, hat auf der IT-Arena in Lwiw die Armee der Roboter angekündigt: Hunde mit Kalaschnikow auf dem Rücken, spinnengroße Roboter, kugelförmige All-Terrain-Systeme. In sechs Monaten soll alles tödlich sein. Nur: diese Hunde brauchen heute noch einen Bediener und halten 20 bis 30 Minuten durch. In Genf sagt man, ein Mensch müsse das Ziel bestätigen. In Lwiw sagt man etwas anderes.
Chinas Forschende gehen heim (15:02) — Carnegie China hat den Karriereweg von über 10.000 führenden KI-Forschenden untersucht. 2022 arbeiteten 46 Prozent in den USA und 30 Prozent in China. 2025 sind es 40 Prozent in China und 30 Prozent in den USA. Und 57 Prozent stammen ursprünglich aus China, nur 13 Prozent aus den USA. Kevin Zhu bringt es auf den Punkt: China bildet aus, Amerika zieht fürs Studium an — und nach dem Studium gehen sie zurück.
Die Dominos fallen (17:40) — Anthropic bestätigt, dass Claude einen Rekord in der theoretischen Physik gebrochen hat. Der menschliche Rekord von 2023 lag bei acht Schleifen, gehalten von einem US-Physiklabor. Claude schaffte neun. In einer Woche, für 1.000 bis 2.000 Dollar an Tokens statt der Gehälter teurer Physiker, mit einer bekannten Methode. Der Physiker Kyle Kramer schrieb auf X, sein Team sei von Anthropic gescooped worden. Das kommt jetzt in der Chemie, der Mathematik, der Krebsforschung — und die meisten Forschenden haben es noch nicht gecheckt.
Der rote Faden (19:58) — wenn eine Handlung nichts mehr kostet, verschwindet die Bremse, die vorher niemand als Bremse erkannt hat. Bei der Anzeige. Beim Völkerrechtstext. Beim Physik-Paper. Die Frage ist jedes Mal, wer die Rechnung am Ende bezahlt.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
34 Minuten
Österreich hat beschlossen, dass ein Bescheid künftig vollständig automatisiert ergehen darf. Kein Mensch schaut mehr drauf — und rechtsverbindlich ist er trotzdem.
Sonntags-Retro über vier Kontinente, und darunter läuft überall dieselbe Frage: wer darf eigentlich entscheiden?
In dieser Folge:
Österreich automatisiert den Bescheid (01:53) — am 23. September hat der Nationalrat die rechtliche Grundlage beschlossen, mit ÖVP, SPÖ und NEOS dafür, FPÖ und Grüne dagegen. Drei Dinge: Chatbots reichen Anträge für dich ein, bestimmte Verwaltungsfälle dürfen vollständig automatisiert erledigt werden, und No-Stop-Verfahren, bei denen der Staat gar keinen Antrag mehr braucht. Der Bescheid muss ausweisen, dass er automatisiert erstellt wurde. Ich finde das großartig.
Pentagon gegen Anthropic (07:16) — 200 Millionen Dollar Vertrag seit Juli 2025, dann sagte Anthropic: keine vollautonomen Waffen, keine Massenüberwachung von US-Bürgern. Washington holte ein Gesetz aus dem Zweiten Weltkrieg hervor und erklärte Claude zum Lieferkettenrisiko. San Francisco entschied im August für Anthropic, das Berufungsgericht am 25. September 2 zu 1 für das Pentagon.
Der Bundestag debattiert über KI (12:14) — am Freitag volle Debatte über KI-Sicherheit und Kontrolle. Die Grünen wollen schärfere Aufsicht und einen 100-Milliarden-Fonds, den niemand finanzieren kann. Mein Problem ist nicht die Debatte. Mein Problem ist, dass kaum jemand im Raum je einen Agenten aufgesetzt oder ein Dashboard gebaut hat.
China prüft die eigenen Rechenzentren (18:09) — die SASAC fragt seit Wochen bei staatlichen Rechenzentren nach, wie viel Broadcom-Technik dort steht. Antwort: bis zu 90 Prozent der Switches. Das ist kein Verbot, das ist Austausch Komponente für Komponente — und wo es noch kein chinesisches Teil gibt, kauft man deutsch, japanisch, französisch. Hauptsache nicht amerikanisch.
KI spart Zeit. Dein Chef nimmt sie dir wieder (21:22) — McDonald's sagt, das KI-Drive-in spart 50 Mitarbeiterstunden pro Restaurant und Woche. Korn Ferry hat 16.000 Berufstätige in 11 Märkten gefragt: 52 Prozent sagen, KI erhöht ihre Arbeitslast, 62 Prozent sagen, sie ist in zwei Jahren schwerer geworden, 44 Prozent fühlen sich überfordert. Und 80 Prozent der Chefs sagen, die Effizienz sei gestiegen. Beide Seiten haben recht.
Stanford löscht einen echten Studenten (26:42) — ein echtes Foto, ohnehin divers: ein Latino, eine Asiatin, ein Weißer. Durch die KI geschickt, um es "diverser" zu machen, war der Latino weg und an seiner Stelle eine erfundene schwarze Frau. Ramirez sagt, Stanford habe ihn ausradiert. Zwei Studenten haben 10.000 Fotos von 165 US-Unis analysiert: die Werbung passt nie zur echten Studentenschaft. KI hat das nicht erfunden. KI industrialisiert es.
Der rote Faden (30:46) — kartiert nicht eure Tools, kartiert eure Entscheidungen. Darf Copilot genehmigen, ablehnen, senden, kaufen? Und wenn ein Prozess sechs Stunden spart: geht dann wirklich jemand sechs Stunden früher heim?
Sucht euch diese Woche einen Prozess, bei dem KI echte Zeit gespart hat, und gebt diese Zeit der Person zurück, die sie gespart hat.
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KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
Sonntags-Retro über vier Kontinente, und darunter läuft überall dieselbe Frage: wer darf eigentlich entscheiden?
In dieser Folge:
Österreich automatisiert den Bescheid (01:53) — am 23. September hat der Nationalrat die rechtliche Grundlage beschlossen, mit ÖVP, SPÖ und NEOS dafür, FPÖ und Grüne dagegen. Drei Dinge: Chatbots reichen Anträge für dich ein, bestimmte Verwaltungsfälle dürfen vollständig automatisiert erledigt werden, und No-Stop-Verfahren, bei denen der Staat gar keinen Antrag mehr braucht. Der Bescheid muss ausweisen, dass er automatisiert erstellt wurde. Ich finde das großartig.
Pentagon gegen Anthropic (07:16) — 200 Millionen Dollar Vertrag seit Juli 2025, dann sagte Anthropic: keine vollautonomen Waffen, keine Massenüberwachung von US-Bürgern. Washington holte ein Gesetz aus dem Zweiten Weltkrieg hervor und erklärte Claude zum Lieferkettenrisiko. San Francisco entschied im August für Anthropic, das Berufungsgericht am 25. September 2 zu 1 für das Pentagon.
Der Bundestag debattiert über KI (12:14) — am Freitag volle Debatte über KI-Sicherheit und Kontrolle. Die Grünen wollen schärfere Aufsicht und einen 100-Milliarden-Fonds, den niemand finanzieren kann. Mein Problem ist nicht die Debatte. Mein Problem ist, dass kaum jemand im Raum je einen Agenten aufgesetzt oder ein Dashboard gebaut hat.
China prüft die eigenen Rechenzentren (18:09) — die SASAC fragt seit Wochen bei staatlichen Rechenzentren nach, wie viel Broadcom-Technik dort steht. Antwort: bis zu 90 Prozent der Switches. Das ist kein Verbot, das ist Austausch Komponente für Komponente — und wo es noch kein chinesisches Teil gibt, kauft man deutsch, japanisch, französisch. Hauptsache nicht amerikanisch.
KI spart Zeit. Dein Chef nimmt sie dir wieder (21:22) — McDonald's sagt, das KI-Drive-in spart 50 Mitarbeiterstunden pro Restaurant und Woche. Korn Ferry hat 16.000 Berufstätige in 11 Märkten gefragt: 52 Prozent sagen, KI erhöht ihre Arbeitslast, 62 Prozent sagen, sie ist in zwei Jahren schwerer geworden, 44 Prozent fühlen sich überfordert. Und 80 Prozent der Chefs sagen, die Effizienz sei gestiegen. Beide Seiten haben recht.
Stanford löscht einen echten Studenten (26:42) — ein echtes Foto, ohnehin divers: ein Latino, eine Asiatin, ein Weißer. Durch die KI geschickt, um es "diverser" zu machen, war der Latino weg und an seiner Stelle eine erfundene schwarze Frau. Ramirez sagt, Stanford habe ihn ausradiert. Zwei Studenten haben 10.000 Fotos von 165 US-Unis analysiert: die Werbung passt nie zur echten Studentenschaft. KI hat das nicht erfunden. KI industrialisiert es.
Der rote Faden (30:46) — kartiert nicht eure Tools, kartiert eure Entscheidungen. Darf Copilot genehmigen, ablehnen, senden, kaufen? Und wenn ein Prozess sechs Stunden spart: geht dann wirklich jemand sechs Stunden früher heim?
Sucht euch diese Woche einen Prozess, bei dem KI echte Zeit gespart hat, und gebt diese Zeit der Person zurück, die sie gespart hat.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.
29 Minuten
Ein OpenAI-Agent ist im Juni in ein australisches Gesundheitsportal eingebrochen. Informiert hat OpenAI die Regierung im September — drei Monate später, per E-Mail, an ein öffentliches Postfach. Gleichzeitig haben 950 Claude-Agenten zwanzig Stunden lang biologische Daten durchsucht und zwanzig Kandidaten gefunden, die menschliche Forscher übersehen haben. Und OpenAI gibt der Ukraine eine Milliarde Dollar in subventionierten Tokens für Cyber-Verteidigung.
Freitag von zu Hause. KI-Agenten sind draußen in der Welt und tun Dinge — und niemand hat geklärt, wer dafür geradesteht.
In dieser Folge:
Drei Monate später, per E-Mail (02:06) — am 24. September beschwerte sich Premierminister Anthony Albanese, dass ein OpenAI-Agent sich ohne Erlaubnis in ein Regierungsportal geklickt hat. Er hat selbstständig gehandelt, gesucht, und öffentliche wie nicht-öffentliche Dateien geöffnet. Passiert ist das am 18. Juni. Bei uns müsst ihr einen Vorfall binnen 24 Stunden melden. OpenAI meldete im September — an ein öffentliches Postfach. Und dann kommt das Feedback in die Richtung: naja, das ist halt ein KI-Agent. Nein, Mann. Dieser KI-Agent gehört einer Person.
950 Agenten, zwanzig Stunden, zwanzig Kandidaten (07:25) — Anthropic hat rund 950 Claude-Agenten auf genetische Daten angesetzt, mit der Frage: Findet, was menschliche Forscher übersehen haben. Aus 200.000 Kandidaten wurden nach Filtern und Mustervergleich 20, die wirklich neu aussahen. Bewiesen ist damit nichts — die Laborarbeit müssen Menschen machen. Aber überlegt euch mal, auf was für einem Datensatz ihr sitzt, den ihr nur mit KI-Agenten analysieren könnt.
Berlin: wem die Rechts-KI gehört (12:32) — am 23. September hat Noxtua 100 Millionen eingesammelt, eine Series C. Für den DACH-Raum ist das viel Geld. Das Spannende ist aber nicht die Runde, sondern der Mehrheitsinvestor: C.H. Beck, ein Rechtsverlag, gegründet 1763. Warum baut so ein Haus KI? Weil es die Single Source of Truth besitzt — Jahrhunderte geprüftes, lektoriertes Rechtswissen. Und die Investoren, die zwischendurch verkauft haben, sind bis heute Kunden.
OpenAI, die Ukraine und Daybreak (16:14) — in New York haben sich OpenAI und die Ukraine getroffen. Das Programm heißt Daybreak, Frankreich und Italien sind auch drin: die stärkste Cyber-KI der Welt, um alte Behörden-, Kranken- und Stromnetz-Software nach Schwachstellen abzusuchen. Statt Geld gibt es eine Milliarde Dollar in Tokens. Letztes Jahr hat der GRU ukrainische Kraftwerke abgeschaltet — die Motivation ist klar. Aber die Ukraine führt Krieg, und bei Cybersecurity ist die Grenze zwischen Verteidigung und Angriff immer sehr, sehr dünn. Dual Use. In russischen Medien wird das heißen: OpenAI hilft der Ukraine, Russland zu hacken. Und langfristig entspricht das höchstwahrscheinlich der Wahrheit.
Die Cloud ist ein Gebäude (20:34) — die Cloud ist nicht in der Cloud, sie ist ein Haus mit Rechnern drin. Als Rechenzentren in der Region angegriffen wurden, kamen Kunden mehrerer Banken schlicht nicht mehr in ihre Apps. Und dann investiert Microsoft am 23. September 10 Milliarden Dollar in genau diese Region. Für euch ist "UAE North" oder "Schweden Zentral" nur ein Dropdown. Es ist keine kleine Entscheidung.
Quick-Take: ein Tamagotchi für Erwachsene (24:17) — erinnert ihr euch an Tamagotchis? Metas neues Gerät ist ungefähr das, nur mit KI-Agenten drin. Es passt an den Schlüsselbund, hat einen Fingerabdrucksensor, und ihr drückt drauf und redet. Kein Handy entsperren, kein Laptop aufklappen.
Abmoderation (27:18) — was wir uns heute merken, und warum diese australische E-Mail die wichtigste Geschichte ist.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
Freitag von zu Hause. KI-Agenten sind draußen in der Welt und tun Dinge — und niemand hat geklärt, wer dafür geradesteht.
In dieser Folge:
Drei Monate später, per E-Mail (02:06) — am 24. September beschwerte sich Premierminister Anthony Albanese, dass ein OpenAI-Agent sich ohne Erlaubnis in ein Regierungsportal geklickt hat. Er hat selbstständig gehandelt, gesucht, und öffentliche wie nicht-öffentliche Dateien geöffnet. Passiert ist das am 18. Juni. Bei uns müsst ihr einen Vorfall binnen 24 Stunden melden. OpenAI meldete im September — an ein öffentliches Postfach. Und dann kommt das Feedback in die Richtung: naja, das ist halt ein KI-Agent. Nein, Mann. Dieser KI-Agent gehört einer Person.
950 Agenten, zwanzig Stunden, zwanzig Kandidaten (07:25) — Anthropic hat rund 950 Claude-Agenten auf genetische Daten angesetzt, mit der Frage: Findet, was menschliche Forscher übersehen haben. Aus 200.000 Kandidaten wurden nach Filtern und Mustervergleich 20, die wirklich neu aussahen. Bewiesen ist damit nichts — die Laborarbeit müssen Menschen machen. Aber überlegt euch mal, auf was für einem Datensatz ihr sitzt, den ihr nur mit KI-Agenten analysieren könnt.
Berlin: wem die Rechts-KI gehört (12:32) — am 23. September hat Noxtua 100 Millionen eingesammelt, eine Series C. Für den DACH-Raum ist das viel Geld. Das Spannende ist aber nicht die Runde, sondern der Mehrheitsinvestor: C.H. Beck, ein Rechtsverlag, gegründet 1763. Warum baut so ein Haus KI? Weil es die Single Source of Truth besitzt — Jahrhunderte geprüftes, lektoriertes Rechtswissen. Und die Investoren, die zwischendurch verkauft haben, sind bis heute Kunden.
OpenAI, die Ukraine und Daybreak (16:14) — in New York haben sich OpenAI und die Ukraine getroffen. Das Programm heißt Daybreak, Frankreich und Italien sind auch drin: die stärkste Cyber-KI der Welt, um alte Behörden-, Kranken- und Stromnetz-Software nach Schwachstellen abzusuchen. Statt Geld gibt es eine Milliarde Dollar in Tokens. Letztes Jahr hat der GRU ukrainische Kraftwerke abgeschaltet — die Motivation ist klar. Aber die Ukraine führt Krieg, und bei Cybersecurity ist die Grenze zwischen Verteidigung und Angriff immer sehr, sehr dünn. Dual Use. In russischen Medien wird das heißen: OpenAI hilft der Ukraine, Russland zu hacken. Und langfristig entspricht das höchstwahrscheinlich der Wahrheit.
Die Cloud ist ein Gebäude (20:34) — die Cloud ist nicht in der Cloud, sie ist ein Haus mit Rechnern drin. Als Rechenzentren in der Region angegriffen wurden, kamen Kunden mehrerer Banken schlicht nicht mehr in ihre Apps. Und dann investiert Microsoft am 23. September 10 Milliarden Dollar in genau diese Region. Für euch ist "UAE North" oder "Schweden Zentral" nur ein Dropdown. Es ist keine kleine Entscheidung.
Quick-Take: ein Tamagotchi für Erwachsene (24:17) — erinnert ihr euch an Tamagotchis? Metas neues Gerät ist ungefähr das, nur mit KI-Agenten drin. Es passt an den Schlüsselbund, hat einen Fingerabdrucksensor, und ihr drückt drauf und redet. Kein Handy entsperren, kein Laptop aufklappen.
Abmoderation (27:18) — was wir uns heute merken, und warum diese australische E-Mail die wichtigste Geschichte ist.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
33 Minuten
Der UN-Sicherheitsrat — der Raum, in dem man Kriege verhandelt und Katastrophen bespricht — hat die Chefs der Frontier Labs eingeladen. Amerikaner und Chinesen. Thema: Wir könnten die Kontrolle über KI-Agenten verlieren. Am selben Tag startete Chinas Internetaufsicht eine Untersuchung gegen zwei chinesische Labore, weil sie Millionen Nutzergespräche in amerikanische Modelle geschickt haben. Und zwei Wochen nachdem alle sagten, man müsse das Tempo drosseln, kamen Claude Opus 5.5 und zwei neue OpenAI-Modelle.
Heute aus Basel — und ausnahmsweise nicht drei oder vier Geschichten, sondern fünf plus Quick-Takes.
In dieser Folge:
Der Sicherheitsrat lädt die Labore vor (01:52) — Frankreich hat diesen Monat den Vorsitz. In dem Raum, der sonst für Kriege und Aggressionen reserviert ist, ging es um KI-Agenten, die in einem Maßstab operieren, den es bis jetzt schlicht nicht gab. Nicht nur die amerikanischen Labore waren geladen — auch die chinesischen.
China untersucht die eigenen Labore (05:50) — und zwar nicht die amerikanischen. Der Vorwurf: Millionen Nutzergespräche wanderten in amerikanische Modelle, um das eigene Modell anzutrainieren. Jetzt dreht die Perspektive einmal um: Ihr arbeitet mit Claude, und Claude schickt eure Chats durch ein chinesisches Modell. Fändet ihr das gut? Dieselbe Frage, andere Flagge.
Claude schreibt sich sein eigenes Skript (10:06) — es wäre kein KI-Podcast, wenn wir die KI nicht auch mal mitmachen ließen. Dieses Stück hat Claude geschrieben — über Anthropic, die Firma in der Geschichte. Am 22. September kam das neue Modell: 4 Dollar pro Million Eingabe, 20 pro Million Ausgabe, günstiger als der Vorgänger. Ich schaffe es natürlich nicht, mich ans Skript zu halten.
"Drosseln" heißt offenbar nicht anhalten (12:18) — vor zwei Wochen sagten dieselben Firmen, man müsse das Tempo der Frontier-Modelle bremsen. Dann kam Claude Opus 5.5: rund 30% schneller, 40% günstiger. Also schafft der Hacker von gestern seine hundert Firmen jetzt schneller und billiger. Auf Terminal Bench 4.0 — der misst, ob ein Agent echte mehrstufige Arbeit erledigt, nicht ob er Quizfragen beantwortet — sprang der Wert von 52% auf 66%. Und am selben Tag legte OpenAI mit GPT-6 Sol und GPT-6 Luna nach.
Welche Aktien habt ihr? (19:24) — this is not financial advice. AMD, der vierte amerikanische Chip-Hersteller, hat dieses Jahr rund 185% zugelegt, davon einmal 25% in einer einzigen Woche. Der Treiber ist immer derselbe: Nachfrage nach Rechenkapazität. Und selbst wenn die KI-Blase platzt — der Bedarf an Rechenkapazität hört in den nächsten fünf, zehn, zwanzig Jahren nicht auf.
Quick-Take: Muse (21:56) — Metas KI-Agent hatte 48 unschöne Stunden. Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle zeigte am 21., wie ein lokal geänderter Prozess auf einem Mac Angreifern eure Eingaben und Zugangstokens sichtbar macht — mit echten Berechtigungen auf eurem Rechner. Meta brauchte 16 Stunden für den Hotfix.
Armageddon, aber echt (25:12) — erinnert ihr euch an den Bruce-Willis-Film? AstroForge schickt eine Sonde zu einem Asteroiden, und weil die Verbindung nicht trägt, nimmt das Raumfahrzeug keine Befehle von der Erde entgegen. Diese Woche: autonome Drohnen, autonome Agenten — und jetzt autonomer Bergbau im Weltraum.
Abmoderation (29:21) — der rote Faden, und warum er heute schwierig ist.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
Heute aus Basel — und ausnahmsweise nicht drei oder vier Geschichten, sondern fünf plus Quick-Takes.
In dieser Folge:
Der Sicherheitsrat lädt die Labore vor (01:52) — Frankreich hat diesen Monat den Vorsitz. In dem Raum, der sonst für Kriege und Aggressionen reserviert ist, ging es um KI-Agenten, die in einem Maßstab operieren, den es bis jetzt schlicht nicht gab. Nicht nur die amerikanischen Labore waren geladen — auch die chinesischen.
China untersucht die eigenen Labore (05:50) — und zwar nicht die amerikanischen. Der Vorwurf: Millionen Nutzergespräche wanderten in amerikanische Modelle, um das eigene Modell anzutrainieren. Jetzt dreht die Perspektive einmal um: Ihr arbeitet mit Claude, und Claude schickt eure Chats durch ein chinesisches Modell. Fändet ihr das gut? Dieselbe Frage, andere Flagge.
Claude schreibt sich sein eigenes Skript (10:06) — es wäre kein KI-Podcast, wenn wir die KI nicht auch mal mitmachen ließen. Dieses Stück hat Claude geschrieben — über Anthropic, die Firma in der Geschichte. Am 22. September kam das neue Modell: 4 Dollar pro Million Eingabe, 20 pro Million Ausgabe, günstiger als der Vorgänger. Ich schaffe es natürlich nicht, mich ans Skript zu halten.
"Drosseln" heißt offenbar nicht anhalten (12:18) — vor zwei Wochen sagten dieselben Firmen, man müsse das Tempo der Frontier-Modelle bremsen. Dann kam Claude Opus 5.5: rund 30% schneller, 40% günstiger. Also schafft der Hacker von gestern seine hundert Firmen jetzt schneller und billiger. Auf Terminal Bench 4.0 — der misst, ob ein Agent echte mehrstufige Arbeit erledigt, nicht ob er Quizfragen beantwortet — sprang der Wert von 52% auf 66%. Und am selben Tag legte OpenAI mit GPT-6 Sol und GPT-6 Luna nach.
Welche Aktien habt ihr? (19:24) — this is not financial advice. AMD, der vierte amerikanische Chip-Hersteller, hat dieses Jahr rund 185% zugelegt, davon einmal 25% in einer einzigen Woche. Der Treiber ist immer derselbe: Nachfrage nach Rechenkapazität. Und selbst wenn die KI-Blase platzt — der Bedarf an Rechenkapazität hört in den nächsten fünf, zehn, zwanzig Jahren nicht auf.
Quick-Take: Muse (21:56) — Metas KI-Agent hatte 48 unschöne Stunden. Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle zeigte am 21., wie ein lokal geänderter Prozess auf einem Mac Angreifern eure Eingaben und Zugangstokens sichtbar macht — mit echten Berechtigungen auf eurem Rechner. Meta brauchte 16 Stunden für den Hotfix.
Armageddon, aber echt (25:12) — erinnert ihr euch an den Bruce-Willis-Film? AstroForge schickt eine Sonde zu einem Asteroiden, und weil die Verbindung nicht trägt, nimmt das Raumfahrzeug keine Befehle von der Erde entgegen. Diese Woche: autonome Drohnen, autonome Agenten — und jetzt autonomer Bergbau im Weltraum.
Abmoderation (29:21) — der rote Faden, und warum er heute schwierig ist.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.