Sam Altman sagt, die Welt solle „einige schlechte Dinge“
hinnehmen – zum Wohle der KI. In derselben Woche lädt New York
KI-Whistleblower unter Eid vor, Nordkorea behauptet, seine neue
Rakete werde von KI gesteuert, und Chinas beste Modelle liegen
nur noch etwa drei Prozent hinter den amerikanischen.
Heute geht es um eine Frage: Wer entscheidet, wie viel Gefahr
okay ist – die Leute, die KI bauen, oder wir alle?
In dieser Folge:
Sam Altman: „some bad things“ (01:56) — im
Interview mit Politico sagt der OpenAI-Chef, die Welt solle
hinnehmen, dass „einige schlechte Dinge passieren“, zum Wohle
dieser Technologie und dafür, dass Menschen frei entscheiden
können. Ist das verrückt? Einerseits ja. Andererseits ist es
mutig: Unter den Tech-Chefs versteckt er sich am wenigsten.
New York nimmt KI unter Eid (06:26) — alle 51
Mitglieder des New Yorker Stadtrats halten eine Anhörung zur
KI-Sicherheit ab, mit Aussagen unter Eid. Eingeladen sind
Whistleblower wie Jacob Coxon (früher Anthropic), Daniel
Kokotajlo (früher OpenAI) und Alex Turner (früher Google
DeepMind). Auf dem Tisch: externe Prüfungen für KI in der
städtischen Infrastruktur – und ein Recht zu klagen, wenn eine
fehlerhafte KI dir schadet.
China fast gleichauf, Hongkong sammelt
Rekordgeld (10:11) — laut Bloomberg Intelligence liegen
die besten chinesischen Modelle nur noch etwa drei Prozent hinter
den US-Modellen; im Mai waren es neun, Anfang des Jahres
fünfzehn. DeepSeeks V4.1 Flash liegt auf LiveBench knapp hinter
Claude Fable 5.1. Und Firmen in Hongkong haben von Juli bis
September 47,5 Milliarden Dollar mit Aktien eingesammelt – so
viel wie noch nie in drei Monaten. Kapital für KI war nie
billiger.
Nordkorea sagt, seine Rakete wird von KI
gesteuert (15:34) — am Samstag startete Nordkorea eine
Rakete nahe Wonsan; laut Südkorea flog sie über 700 Kilometer.
Kim Yo Jong, die Schwester des Machthabers, behauptet, dank KI
könne sie ihre Flugbahn auch in niedriger Höhe ändern und sei
schwerer abzufangen. Ob das stimmt, weiß noch niemand. Sicher
ist: KI in Rüstungstechnik einzubauen ist sehr billig geworden.
Die Telekom will ein KI-Konzern sein (19:21) —
beim AI Investors Day will die Deutsche Telekom Investoren
überzeugen, Konzernchef Tim Höttges nennt sich den größten
KI-Optimisten. Das Handelsblatt zitiert vier Insider: Die
Investoren sind noch nicht überzeugt. Oben ist man voll KI, unten
sind die Leute noch nicht mitgenommen – das sehe ich jeden Tag in
Firmen.
VW wählt angeblich Wayve statt Nvidia (21:09) —
laut Spiegel hat Volkswagen rund ein Dutzend Anbieter für
Software für selbstfahrende Autos getestet und sich angeblich für
das britische Start-up Wayve entschieden, nicht für Nvidia. Meine
Lesart: Firmen kaufen oft nicht die stärkste KI, weil die
stärkste KI verändert, wer die Arbeit macht – auch in der eigenen
IT.
#TeamHuman: YouTuber wollen KI bremsen (24:07) —
Creator wie Mark Rober (83,1 Millionen Abonnenten) und Kurzgesagt
aus München (25,6 Millionen) fordern, die stärksten KI-Chips zu
verfolgen und zu begrenzen wie Material für Atomwaffen, und eine
internationale KI-Aufsicht. Ich verstehe die Sorge. Aber dieser
Zug ist abgefahren.
Schneider Electric vor 20-Milliarden-Deal
(27:05) — der französische Industriekonzern steht laut Financial
Times kurz davor, PTC aus Boston zu kaufen, Software zum
Entwerfen von Produkten und Steuern von Fabriken: rund 20
Milliarden Dollar in bar, der größte Kauf der Firmengeschichte,
noch unkommentiert. Europas Industrieriesen werden dasselbe
machen müssen – und es wird sie sehr viel Geld kosten.
Der rote Faden (28:50) — Altman sagt: hinnehmen.
New York sagt: unter Eid aussagen. YouTuber wollen ein
Tempolimit. Die Gefahr ist da. Aber in euren Firmen: Wer
entscheidet, wie viel Gefahr euren Mitarbeitern zugemutet wird –
der externe Berater, der KI-Evangelist, die IT?
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
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